Drei junge, aus Kitzbühel stammende Musiker stellten sich einigen Fragen zu ihrer Musik und glänzten mit viel Humor, Charme und Selbstbewusstsein.

Eigentlich hätte ich persönlich das Vergnügen haben sollen, ein Interview mit Destiny’s Patient am Fridge Festival 2017 am Kreischberg zu führen. Leider fiel dieses Vorhaben wortwörlich in den „Schnee“. Deshalb wurde gemeinsam beschlossen, das Interview per Facebook Messanger nachzuholen.

Mellow Minds

Destiny’s Patient setzt sich zusammen aus Fabian Schranzhofer (Gesang, Gitarre), Ben Tenmann (Bass, Keyboard, Backround-Gesang) und Lukas Schwetz (Drums, Backround-Gesang). Die Band gründete sich aus purer Lust, Musik zu machen, im Laufe der Schulzeit, wobei Drummer Lukas erst später dazustieß. Der Sound des Trios mischt sich aus vielen verschiedenen Richtungen und ist komplett eigen. Vergleiche können eher weniger gemacht werden, wobei mir nach einiger Zeit des Hörens der Sound von „Thirty Seconds to Mars“ eingefallen ist. Ihr jüngstes Projekt „Mellow Minds“ ist vierteilig und behandelt ein sehr spezielles Thema: Liebe und Menschen, die von psychischen Krankheiten betroffen sind. So handelt der Song „Who do you think you are“ von jemandem, der sich in einen schizophrenen Menschen verliebt hat. Ein weiterer Teil von „Mellow Minds“ handelt von der Liebe zu einem depressiven Menschen, der mit Suizidgedanken und Todessehnsucht kämpft („Puzzle“, „Cheer up“). Musik also, die speziell ist, gut klingt und auch einen anspruchsvollen Hintergrund hat.

Destiny’s Patient im Gespräch

music-news.at: Euer neuestes Projekt „Mellow Minds“ behandelt verschiedene Themen rund um psychische Erkrankungen, wobei sich immer jemand in eine Betroffene oder einen Betroffenen verliebt. Wo liegt der Impuls mit solch einem sensiblem Thema zu arbeiten? Wie kommt man auf so eine Thematik?

Destiny’s Patient: Wir haben eben diverse Erfahrungen mit Leuten in unserem Freundeskreis gemacht, die an Depressionen litten und auch schon mit Suizidgedanken gespielt haben. Wir waren eigentlich mehr von den Reaktionen der Beteiligten schockiert als von den Aussagen des Betroffenen, da oft wenig Verständnis für die psychisch kranke Person vorhanden war und die Krankheit oft nicht als solche empfunden wurde. Leute sahen es nur als ‘Phase’. Und das war was uns inspiriert hat, „Cheer Up“ zu schreiben.

music-news.at: Gab es irgendwelche großen Herausforderungen beim Schreiben der Texte oder generell bei der Entstehung der Songs?

Destiny’s Patient: Zu Beginn war es eine große Herausforderung, die Texte zu verfassen, da wir uns in die Situationen hineinversetzen mussten. Es war besonders schwierig, weil wir gleichzeitig versucht haben, eine Liebesgeschichte in zwei Teilen („Puzzle“ und „Cheer Up“) zu verfassen mit denen sich mehrere Leute identifizieren können und diese düsteren Themen wie Depressionen und Suizid subtil und glaubwürdig einzubauen. Wir wollten ein ehrliches Porträt einer Beziehung zwischen einer psychisch Kranken und einem Verehrer kreieren. Mit den Songs haben wir auch versucht, die Situationen und die Krankheit im Klangbild einzufassen. So ist zum Beispiel „Who Do You Think You Are?“ sehr dynamisch, unberechenbar und zum Teil surreal, um den Zustand der Schizophrenen zu beschreiben.

music-news.at: Habt ihr euch dabei selbst Grenzen gesetzt?

Destiny’s Patient: Für uns is es wichtig, dass wir uns bewusst keine Grenzen setzen, weil wir der Überzeugung sind, man soll das sagen, was man sich denkt.

music-news.at: Gab es Kritik zu dem Projekt „Mellow Minds“? Also im Bezug auf die Thematik? Und wie geht ihr allgemein mit Kritik um?

Destiny’s Patient: Bis jetzt gab es noch keine Kritik zu „Mellow Minds“. Aber das Projekt ist ja noch jung. Kritik nehmen wir sehr ernst, aber nicht zu Herzen.

„seperate the wheat from the chaff“

music-news.at: Ihr arbeitet ja mit Alternative-Musik und mixt viele verschiedene Richtungen. Electro und Hip-Hop, aber auch mit Metal – was eigentlich völlig unterschiedliche Genres sind. Wie schwierig ist es, diese verschiedenen Strömungen aufeinander abzustimmen und zu einem Musikstück zusammenzuführen?

Destiny’s Patient: Es entstehen viele Frankenstein Monster, aber hin und wieder kommt mal ein Zac Efron raus. Man muss halt alles wirklich gut raussortieren, wie man im englischen sagt „seperate the wheat from the chaff“, das heißt, man muss selbst der härteste Kritiker sein. Oder doch eher Johnny Depp?

music-news.at: Warum habt ihr euch für diese doch sehr eigene Art Musik zu machen entschieden? Und warum produziert ihr englischsprachige Musik? Wäre Deutsch eine Option für euch?

Destiny’s Patient: Wir halten nicht viel davon, jemanden nachzuahmen und sind Individuen, die sich ungern an strenge Richtlinien halten. Englisch ist bei uns passiert, da wir finden, dass es besser in die Musik passt. Deutsch ist deshalb auch keine Option für uns, besonders weil wir finden, dass wir dann einem Trend geschmacklos folgen würden (be careful not to cut urself on that edge).

music-news.at: Aber ihr habt dennoch bestimmt Künstler, die euch inspirieren oder?

Destiny’s Patient: Drei, die auf die Schnelle einfallen, wären Highly Suspect, Kanye West und Muse. Weitere Inspirationen kann man auf unserer Spotify playlist finden:

music-news.at: Gibt es ein großes Endziel? Etwas, das ihr unbedingt erreichen wollt mit eurer Musik?

Destiny’s Patient: Ja, Musik zur Profession zu machen.

music-news.at: Was können wir in nächster Zeit von euch musikalisch erwarten? Was steht 2018 auf dem Plan?

Destiny’s Patient: Wir werden mit unserem Label IAM jetzt bis inklusive Sommer regelmäßig Titel veröffentlichen, um die Serie „Mellow Minds“ zu vervollständigen. Die Arbeiten am Album werden nach „Mellow Minds“ beginnen. Also man darf sich viel Content erwarten.

Mehr Infos zu Destiny’s Patient findest du auf ihrer Website und Facebook.

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