Destroyed but not Defeated bitten im Wiener Fluc zur Releaseparty und sprechen im Interview über die Entstehungsgeschichte des neuesten Werkes.

Als ich im Fluc eintreffe sind die drei Mannen von Destroyed but not Defeated Lelo Brossmann (Voc, Git), Markus Reiter (Bass) und Clemens Franke (Drums) noch heftig am Soundchecken. Alles wird vorbereitet für die große Album-Releaseparty. Nachdem alle zufrieden sind, setzen wir uns entspannt zusammen und reden ein wenig über die Entstehungsgeschichte des Albums und die Hindernisse, die erst überwunden werden müssen, bis so ein Album fertiggestellt ist.

www.music-news.at: Das Album ist veröffentlicht, wie geht’s euch dabei? Wie lange habt ihr daran gearbeiten?

DBND – Lelo: Am 4.9., letzten Freitag, haben wir veröffentlicht. Mit Unterbrechungen hat es eineinhalb- zwei Jahre gedauert. Markus hat sich vor ziemlich genau einem Jahr die Schulter gebrochen, das hat uns einige Monate zurückgeworfen. Unser Plan wäre gewesen, dass wir das Album letzten Winter aufnehmen, ja sogar letzten Herbst wollten wir eigentlich ins Studio gehen.

DBND – Markus: Ich habe eigentlich wieder neu spielen lernen müssen, weil der Arm gar nicht richtig zu bewegen war.

DBND – Lelo: Aber das hat insofern dem Projekt nicht geschadet, weil wir da noch genauer über das Songwriting und das Arrangement drüber schauen konnten und da einiges noch zum Verbessern gefunden haben.

DBND im Interview

www.music-news.at: Wie ist das bei euch mit dem Songwriting?

DBND – Lelo: Bisher war es so, dass jeder für sich geschrieben hat, überhaupt wie der Ian Miller noch Schlagzeug gespielt hat, da sind viele Songideen von ihm gekommen. Jetzt, nachdem er die Band verlassen hat, und Clemens Schlagzeug spielt, teilen Markus und ich uns das Songwriting. Es gibt jetzt im Album einen Song, der wirklich aus einem Jam in der Probe entstanden ist. Ich glaube dass das jetzt die Richtung ist, wie wir Songs in Zukunft schreiben wollen.

DBND – Markus: Es hat sich als sehr angenehme Methode erweisen, wenn man sich von Beginn an einbringen kann und nicht zu einer bestehenden Struktur was beitragen muss.

www.music-news.at: Damit habt ihr ja meine nächste Frage schon vorweggenommen, wie ihr das mit der Umsetzung der Songideen in der Band macht? Als 3-Mann Band ist es angenehm zu arbeiten, oder?

DBND – Lelo: Ja, es ist eine sehr demokratische Größe, weil wenn sich niemand der Stimme enthält, findet man für alles eine Entscheidung. Es gibt immer ein Mehrheit.

www.music-news.at: Und es gibt keine Grüppchenbildung…

DBND – Lelo: Genau, wir versuchen auch, dass jeder musikalisch gleichberechtigt ist und jeder seinen Part beitragen kann.

www.music-news.at: Ihr seid ja auch in anderen Bandformationen tätig, wie geht es euch mit der Zeitaufteilung?

DBND – Markus: Die anderen Musiker sind ja auch in anderen Bands tätig, daher sind wir es ja gewohnt, dass wir in sehr engem zeitlichen Rahmen arbeiten müssen. Das bezieht sich ja auch aufs Songwriting. Es geht sich aber gut aus, das zu planen.

DBNB (v.r.n.l.): Lelo Brossmann (Voc, Git, Bass), Markus Reiter (Bass, Voc, Git) und Clemens Franke (Drums)

www.music-news.at: Also wöchentliche Proben schafft ihr dann gar nicht? Ihr trefft euch, wenn ihr was zum Proben habt?

DBND – Lelo: Nein, eigentlich versuchen wir wöchentlich Proben abzuhalten, das geht sich nicht immer aus, aber eigentlich sollte es so sein.

DBND – Clemens: Wenn du wieder auf Urlaub bist…

DBND – Lelo: Oder du jobmäßig was zu erledigen hast…. Es ist schon gut, wenn es regelmäßige Proben gibt, gerade wenn so was passiert, wie das mit dem Arm vom Markus, da ist es schon gut.

DBND – Clemens: Es macht ja auch Spaß, man trifft sich ja gerne.

DBND – Markus:Beim Songwriting ist es nicht schlecht, wenn man sich da vielleicht einen Monat nur auf das Schreiben konzentriert, aber bei den Proben ist es schon gut, wenn sie regelmäßig sind.

www.music-news.at: In punkto Booking und Management seid ihr ja „versorgt“ mit Wohnzimmer Records und Wohnzimmer Promotions, wo ja du, Lelo, auch als Gründungsmitglied arbeitest. Wie schaut das bei euch konkret aus?

DBND – Lelo: Ja, wir haben auch das Booking jetzt in die Hände von Wohnzimmer gegeben, wir haben das mit mäßigem Erfolg auch bei anderen Leuten versucht, aber da sind wir sehr zufrieden, wie das jetzt läuft. Tom, der heute auch auflegt kümmert sich um das Booking bei Wohnzimmer Records, und die Kerstin und Bianca machen Promotion – und Management machen wir selber. Wir sind nicht in der Position, dass wir externes Management brauchen.

DBND – Markus: Was, wir haben kein Management? (lacht)

www.music-news.at: Wie habt ihr euer neues Album finanziert ?

DBND – Lelo: Ja, Wohnzimmer Records hat jetzt nicht die Reserven, dass den Bands die Produktion bezahlt werden kann, das zahlen wir aus der eigenen Tasche, aber das Pressing wird vom Label finanziert. Das ist bei allen Bands bei Wohnzimmer Records so. Bei uns war es so, dass ich dem Cosmix-Studios durch meinen Brotberuf als Programmierer etwas erledigen konnte. Dadurch haben wir dann beim Conny auch aufnehmen können. Also es funktioniert immer mit „Gegengeschäften“, dass die Alben irgendwie finanziert werden.

www.music-news.at: Das heißt, ihr arbeitet in nicht-musikalischen Jobs, um Geld zu verdienen? Wie schaut es mit eurer musikalischen Ausbildung aus?

DBND: (lachen) Ja, wir sind alle an sich Autodidakten, haben aber auch Privatunterricht gehabt, Clemens hat da noch am meisten „Ausbildung“ gehabt von uns.

DBND – Markus: Ja, ab einem gewissen Punkt ist es einfach wichtig, dass du zuhörst und auf die anderen in der Band eingehen kannst. Ich spiele in sehr freien Impro-Projekten mit und da ist es sehr wichtig, zu hören was die anderen machen. Da lernt man am besten zuhören. Wie reagiere ich auf die anderen – welches Wechselspiel ergibt sich daraus.

DBND vor dem Gig im Fluc

www.music-news.at: Aber du beschränkst dich aufs Bass spielen?

DBND – Markus: Nein, ich spiele Gitarre und singe auch.

DBND – Lelo: Eigentlich ist Markus ja Gitarrist und spielt hier „gezwungenermaßen“ Bass. Bei seinen Songs spielt er Gitarre und ich Bass und bei meinen Songs spiele ich Gitarre. Ja, Clemens ist der einzige ausgebildete Musiker.

DBND – Clemens: Ja, ich habe zuerst Blockflötenunterricht gehabt und dann Klavier gespielt, mit mäßigem Erfolg, weil es mich nicht interessiert hat. Dann hat meine Mutter erkannt, dass Klavier nicht so das richtige ist. Eines Tages ist dann ein Schlagzeug im Keller gestanden, das hat mir sehr gefallen. Dann hab ich beschlossen Schlagzeugunterricht zu nehmen. 10 Jahre hatte ich Privatuntericht neben der Schule, aber mit der Zeit bin ich mit meinem Lehrer während der Stunde was Essen gegangen und wir haben mehr geplaudert als gespielt.

www.music-news.at: Wie würdet ihr eure Musik bezeichnen?

DBND – Lelo: Indie-Noise-Pop-Rock.
DBND – Clemens: Pop?
DBND – Markus: Naja, wenn es zwischen den anderen Bezeichnungen verpackt ist, passt das ganz gut.

www.music-news.at: Gibt es Projekte für die Zukunft? Wo seid ihr in nächster Zeit zu sehen.

DBND – Lelo: Es ist jetzt für den Herbst nicht viel ausgemacht, es ist ja als relativ unbekannte Band nicht so leicht etwas außerhalb von Wien zu organisieren. Wir spielen demnächst in Graz und Linz, auch in Innsbruck sollte sich etwas ausgehen.

www.music-news.at: Da kommt ihr in Österreich ja ganz schön herum.

DBND – Lelo: Ja, aber damit war es dann schon wieder. Aber am Dienstag veröffentlichen wir unser zweites Video…

www.music-news.at: Und in Wien, welche Lokale eignen sich da für euch?

DBND – Lelo: Da gibt es ja zum Glück einige, wir mögen das Fluc sicher am meisten, weil wir da unser erstes Konzert gespielt haben und immer unterstützt worden sind. Aber auch das B72, das Rhiz, das Chelsea um nur einige zu nennen gefallen uns ganz gut. Da ist es auch relativ unaufwendig einen Gig zu organisieren.

www.music-news.at: Dann vielen Dank für das Gespräch und viel Vergnügen auf der Bühne.

DBND: Werden wir haben!

Fotos: Georg Wallentin
Video: DBND

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