Mit einem neuen Album sind die Steaming Satellites wieder „Back from Space“. Am  13. April 2018 ist es erschienen. Wir hatten bereits vorab die Chance, mit den Jungs über die Entstehung und das Bandleben zu quatschen.

Seit mehr als zehn Jahren sind die Steaming Satellites gemeinsam im All unterwegs. Ihr bereits vierter Longplayer holt das Trio Max Borchardt, Emanuel Krimplstätter und Matthäus Weber wieder zurück zu ihren Anfängen. Wie genau sie das meinen, erfahrt ihr in unserem Interview mit Max Borchardt und Matthäus Weber, dass wir im Zuge ihrer kleinen aber sehr feinen Session im SUPERSENSE geführt haben.
Im Mai gehen die Salzburger mit ihrer neuen Platte auf Tour. Die genauen Daten findet ihr am Ende des Beitrages.

music-news.at:Was bedeutet Space Rock für euch und woher kommt der Begriff eigentlich?
Max Borchardt:(lacht) Ich habe keine Ahnung.
Matthäus Weber:Wir haben’s auf jeden Fall nicht erfunden. Wir haben erst dann wo’s aufgekommen ist selbst begonnen, zu recherchieren, und das war eben eine Strömung in den 70er-Jahren; mit verhallten Gitarren und Synthesizern, ziemlich sphärische Sounds. Wir haben uns aber eigentlich nie damit identifiziert.
Max Borchardt:Wir haben aber auch kein Problem damit, wir hören das natürlich trotzdem gerne.

music-news.at:Mit welchen Künstlern würdet ihr gerne zusammenarbeiten? Oder wäre das nichts für euch?
Borchardt:Mit Amy Winehouse hätte ich sehr gerne zusammengearbeitet.
WeberSpontan fällt mir da David Bowie ein.
BorchardtDa sind wir leider beide etwas zu spät dran. (lacht)

music-news.at:Ihr seid seit über zehn Jahren gemeinsam als Band unterwegs. Wie ist das gemeinsame Musizieren und Reise?
Weber:Es ist auf jeden Fall intensiver als eine Beziehung. (lacht)
Borchardt:Aus Erfahrungen lernt man und man weiß mittlerweile, wie weit man bei den anderen gehen kann. Es ist eine gewisse Hass-Liebe; wobei Hass vielleicht zu stark ist. Es ist auf jeden Fall wirklich sehr familiär.
Weber:Eher brüderlich und man kennt sich einfach sehr sehr gut. Man weiß, dass jeder seine Freiräume braucht und wie wir das schaffen können.
Borchardt:Das Problem ist halt, dass oft die Zeit so intensiv ist, gerade wenn wir auf Tour sind, da hat man einfach keinen Platz. Das würde aber auch nicht funktionieren, wenn wir uns nicht so gut verstehen würden. Das schätzen wir auf jeden Fall gegenseitig. Ich sage mal, wir haben uns das ja auch ausgesucht.

music-news.at:Was erhofft ihr euch von der Zukunft der Band, gibt es noch Ziele die ihr erreichen möchtet?
Borchardt:Auf jeden Fall weitermachen und schauen, dass es nicht stagniert. Immer wieder einen Schritt nach vorne. Das ist, finde ich, unser größtes Ziel. Was ich ganz wichtig finde, ist die Leidenschaft nicht zu verlieren. Es hört sich immer cool an, mit der Band Geld zu verdienen, aber es ist trotzdem Arbeit und das kann noch so ein Traumjob sein, irgendwann schleicht sich immer eine gewisse Routine ein. Da finde ich total wichtig, dass man den Spaß und die Leidenschaft nicht verliert. Von dem lebt das Ganze auch und ich denke, das hört man schlussendlich auch.

music-news.at:Was haltet ihr von der momentanen Musikszene in Österreich?
Borchardt:Ja super, es funktioniert. Ich gönne es auf jeden Fall jedem, bei dem das aufgeht.
Weber:Das pusht auch jeden, die ganze Szene. Es ist auf jeden Fall viel besser als vorher, wo die österreichische Musikszene eigentlich nicht vorhanden war. Wir haben das auch in Salzburg immer wieder gehört, dass uns viele Bands nacheifern, weil wir einen Schritt herausgewagt haben und auch weitergekommen sind als vielleicht viele andere. Wanda und Bilderbuch haben genauso einen Hype gestartet, dass auch das Ausland mehr auf Österreich schaut und man wird auch ernster genommen.

music-news.at:Ihr seid bald wieder auf Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. In welcher Location spielt ihr am liebsten?
Borchardt:Das Weekender war immer super. Ich habe ja zehn Jahre lang in Innsbruck studiert; das Weekender war schon ein Hotspot in Innsbruck.
Weber:Wir sind auch die Band, die wirklich am meisten im Weekender gespielt hat interessanter Weise.

music-news.at:Gibt’s eine Location, in der ihr gern mal auftreten würdet?
Borchardt:Wir haben jetzt mal im Bataclan gespielt. Wenn man mal beiseitelässt, was da für ein Wahnsinn passiert ist. Das war schon sehr cool. Die Halle ist einfach super. Und die Royal Albert Hall wäre auf jeden Fall das ganz  große Ziel.

music-news.at:Welche spannenden oder witzigen Tour-Geschichten könnt ihr uns erzählen.
Borchardt:Meistens sind die eher langweilig. (lacht) Auf Tour ist es meistens ein Auf- und Abbauen und dann fährt man eh schon weiter in die nächste Location. Es passiert eher weniger, als man immer glaubt.
Weber:Die letzte Tour, die Support-Tour im Herbst mit Portugal. The Man, war insofern recht spannend, da wir in unserem Bus geschlafen haben. (lacht) Gerade als Support-Band muss man schauen, wie man das Ganze schafft, auch das es wirtschaftlich nicht ganz in die Hose geht. Das war wieder eine neue Challenge. Wir hatten eine Art Mini-Nightliner, natürlich kein großer, das geht sich leider nicht aus als Support. Wir haben irgendwie aus der Not eine Tugend gemacht, und auf jeden Fall ein spannendes Erlebnis gehabt.
Borchardt:Man versucht ja auch immer das Bandgeschehen zu expandieren. Da muss man auch einfach immer wieder einen Schritt zurück machen, gerade was die Lebensqaulität auf Tour angeht, sonst kann man das einfach nicht machen. Da sieht man oft nicht, was das von einem an Substanz fordert.
Wenn jemand dann sagt: „Hey ihr habt’s ja in London gespielt, total cool!“, da kann ich nur sagen: „Ja eh, aber ich habe halt nichts von der Stadt selbst gesehen“. (lacht)

music-news.at:Apropos Portugal. The Man. Wie wichtig war für euch diese Begegnung?
Borchardt:Für uns haben sich einige Türen geöffnet und wir konnten einige Kontakte knüpfen. Wir hätten so sicher auch weitergemacht, aber so war es natürlich um einiges leichter.
Wir kennen sie mittlerweile schon seit fast zehn Jahren und wir haben wirklich ein gutes Verhältnis. Bei ihnen sind das halt wirklich 205 Konzerte im Jahr und ständig Promotermine, ich weiß nach wie vor nicht, wie sie das schaffen, und dabei immer zu funktionieren. Auf jeden Fall größten Respekt dafür. Aber: Nur nicht durchdrehen. (lacht)

music-news.at:Wie ging es euch in der Entstehungszeit des Albums? Gibt’s in der Zeit noch andere Dinge?
Borchardt:Wenn man ein Album macht, gibt’s in dem Zeitraum fast nichts anderes. Das begleitet einen rund um die Uhr. Und 24 Stunden rotiert das bis es fertig ist und dann rotiert es nochmal 24 Stunden den ganzen Tag, weil man es wieder verarbeiten muss. (lacht) Jetzt geht’s aber langsam wieder, man kann die Songs langsam wieder anhören.
Weber:Man hat jetzt viel mehr den Blick von außen, ich kann die Songs jetzt auch viel mehr genießen als während der Produktion. Vieles erscheint jetzt auch logischer.
Borchardt:Bei mir ist es oft so, dass ich das Album während der Aufnahme mehr genieße. Wenn es fertig ist, kann man’s eine Zeit lang nicht mehr hören. Vor allem haben wir alles selbst aufgenommen und dann hört man sich die Songs noch viel öfter an. Man zweifelt währenddessen dann oft auch wieder – hätten wir das doch besser so oder so gemacht. Aber wir sind mit dem Endergebnis echt zufrieden.

music-news.at:Was bedeutet euch dieses Album?
Weber:Der Titel ist wirklich Programm: Back from Space. Bei den letzten zwei Alben haben wir sehr viel ausprobiert, wir sind nach Berlin gefahren und haben auch live aufgenommen. Das hat für die Zeit auch gepasst und hat uns sicher viel gebracht. Dieses Album führt uns aber eben wieder zurück zum ersten Album, das war wie eine Reise, die uns an den Punkt geführt hat, an dem wir so zufrieden sein können wie schon lange nicht mehr.

music-news.at:Wer hat das Cover gestaltet?
Borchardt:Simon Marchner hat das gestaltet. Er kommt aus München und er hat auch schon einige Tour-Plakate für uns gestaltet.

music-news.at:Wie verlief das Songschreiben für „Back from Space“?
Borchardt:Wir haben uns gut drei bis vier Monate Zeit gelassen mit den Demos. Jeder macht seine Demos, jeder arbeitet an Material und dann schauen wir gemeinsam, wie wir daraus ein Album gestalten können. Auch alte Songs werden wieder verwendet. „Shout it Out“ ist zum Beispiel eine Idee, die schon vor zehn Jahren aufgekommen ist. Das wäre eigentlich schon am „The Mustache Mozart Affair“-Album drauf gewesen. Wir haben viel live ausprobiert und wir haben uns auf jeden Fall Zeit gelassen für dieses Album.

Tourdaten:

22. Mai 2018 | Wien Arena

23. Mai 2018 | Salzburg Republic

25. Mai 2018 | Innsbruck Treibhaus

30. Mai 2018 | Graz Orpheum

Alle weiteren Tourdates in der Schweiz und Deutschland findet ihr auf der Homepage der Band.

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