Ein Mann, der Gegensätze in sich vereint und spielerisch durch das Leben wandert

DJ Olde arbeitet hauptberuflich in der IT-Branche und kommt aus einer kleinen Stadt in der schönen Pfalz in Süddeutschland, durfte aber schon die halbe Welt bereisen und mit seiner Musik begeistern. Seit mittlerweile über neun Jahren sorgt die Stimmungskanone für volle Tanzflächen und zufriedene Gesichter. Die fleischgewordene Abriss-Garantie passt sich chamäleon-artig dem Pulbikum an und bringt von Kingston bis Stuttgart jede Tanzfläche zum Brennen.

Paralell zu seiner Tätigkeit als Club-DJ heizt er noch für Deutschland’s bekannteste Dancehall-Formation „Sentinel Sound“ am Mikrofon die Menge ein und tourt regelmäßig um den Globus. Attribute wie Zurückhaltung und Schüchternheit sind Fremdworte für den Künstler. Oldes Ziel lautet auch die ruhige Kirchenmaus zum Feiern zu bringen. Mr. Upside Down – der Name ist Programm. Bei seinem genialen Mix aus Hip Hop, Dancehall, Black Beats, Electro, World-Bass und Chart-Tracks ist für Jeden etwas dabei. Neuerdings ist er auch ofizieller DJ von BigFM, sein Kalender wird von Tag zu Tag voller. Da es an der Zeit ist, haben wir dem Künstler einige Fragen gestellt.

Interview

music-news.at:Seit wann machst du denn Musik, wie hat alles begonnen?
DJ Olde:Begonnen hat alles vor ca. zehn Jahren. Meine DJ-Karriere begann auf dem Rettichfest in Schifferstadt. Dort hat der damalige Jugendstadtrat noch Musik für seinen Stand gebraucht. Zu der Zeit spielte ich bereits vier Jahre Drums in unserer städtischen Big-Band und war auch schon länger auf der Schule für meine gut sortierte Winamp-Playliste bekannt. Yes so ging das los.

music-news.at:Als Kind wolltest du sein wie . . .?
DJ Olde:Sentinel Sound.

music-news.at:Du hast vor ein paar Wochen deine erste Single „Upside Down“ veröffentlicht, wie lief der Entstehungsprozess ab? Wie kamst du auf Cameraman the Rapper? Hättest du mit dem Erfolg gerechnet?
DJ Olde:Cam habe ich über meinen Homie DJ Sherry in Frankfurt kennen gerlernt. Ich hatte zwar schon gedacht, dass der Song gut ankommt, aber mit einem Erfolg in diesem Ausmaß habe ich eigentlich nicht gerechnet. Wir haben in das ganze Projekt viel Zeit, Planung und auch Geld reingesteckt, aber dass am Ende der Song dann wirklich überall in jedem Club, in den Charts und sogar im Radio, in Mc Donalds-Restaurants, Fitness-Studios und sonst wo läuft. hätte ich damals nicht gedacht.


music-news.at:Kannst du schon etwas Konkretes über die nächste Single sagen? In welche Richtung wirst du gehen?
DJ Olde:Sorry… I’m doing it the Apple Style Bro.

music-news.at:Mit welchem Equipment produzierst du, wie sieht deine Workingstation (DAW) genau aus?
DJ Olde:Meine Daws sind aktuell Ableton Live, MPC Studio und Maschine, die beiden Letzteren nutze ich meistens als Plug-Ins in Ableton.

music-news.at:Was würdest du dir in Zukunft an Equipment zulegen, wenn das Budget unendlich wäre?
DJ Olde:Hmm .. am liebsten jedes Software-Instrument als echtes Hardware-Instrument… Ich liebe Gear und Equipment und habe gerne was zum anfassen.

music-news.at:Was ist deine Meinung zu Ghost-Producing bzw. Ghost-Writern?
DJ Olde:If there’s something strange in your neighborhood. Who you gonna call? Nein, das ist ein Thema für sich und viele Leute haben sich darüber ja schon die Lippen wund geredet. Ich vergleiche das gerne mit der riesigen DJ Sync-Button-Debatte. Ein Ghost-Producer oder Writer kann als Engineer fungieren und dir helfen das Endprodukt noch besser zu machen, genau wie der Sync-Button dir als DJ helfen kann, ein bisschen Zeit zu sparen, die du dann aber wiederum für andere Dinge wie Effekte oder Mic-Action noch übrig hast. Natürlich sollte man aber auch ohne diese Leute oder den Sync Button etwas zu Stande bringen können.

Am Ende des Tages kann man ab einem gewissen Level nicht mehr alles alleine machen. Du musst in der heutigen Zeit als DJ / Producer oder Artist gleichzeitig auch Event-Manager, Reiseleiter, Booker, Grafiker, Video-Regisseur, Marketing-Genie, Autor, Journalist, Moderator, Modell und vielleicht auch noch Fitness- und Ernährungs-Experte sein, um in diesem Geschäft weit zu kommen. Ich versuche eigentlich noch immer alles eigenständig zu machen aber aus Zeitmangel, hole ich mir natürlich hier und da auch manchmal gute Unterstützung dazu, doch die Leidenschaft geht mir nie aus.

DJ Olde Promo (c) Sascha Würth Fotografie

DJ Olde Promo (c) Sascha Würth Fotografie

music-news.at:Warum werden Zigaretten an Tankstellen verkauft, wo das Rauchen verboten ist?
DJ Olde:Weil es in Musikvideos verdammt „Gangsta“ aussieht, wenn Rapper sich in der Tanke ne Schachtel Kippen gönnen und dann die Fluppe auf dem Weg zum Auto schon anstecken, wo das Rauchen doch verboten ist.

music-news.at:Kannst du etwas Konkretes zu den Verkaufszahlen von „Upside Down“ sagen?
DJ Olde:Fast 70.000 Spotify Streams, da bin ich sehr stolz drauf.

music-news.at:Nenne uns drei deiner Lieblingsfilme?
DJ Olde:Scarface, In Time und Get Rich or Die Tryin‘

music-news.at:Wer sind deine Lieblingsmusiker, die du zuhause hörst?
DJ Olde:Eigentlich höre ich fast alles. Sehr gerne auch viele alte Songs wie „You Can Call Me Al“ von Paul Simon. So ein Song im Auto auf dem Weg zur Arbeit kann einfach alles. Ich bin sehr offen für jeden Sound und jegliche Künstler. Aktuell stehe ich sehr auf die neuen Sachen von Drake, Justin Bieber und alles von Diplo.

music-news.at:Was passiert, nachdem man sich zwei Mal halbtot gelacht hat?
DJ Olde:Du stirbst und wirst als Clown wiedergeboren.

music-news.at:Du bist ab sofort offizieller DJ von BigFM, gab es hier schon konkrete Gespräche, feste Sendezeiten etc.?
DJ Olde:Yeah, meine erste Daily Live Mix Show habe ich schon erfolgreich gerockt und über weitere On-Air-Dates und auch Big FM Shows werde ich dann wie immer über meine Social-Media-Kanäle informieren.

music-news.at:Wenn wir gerade dabei sind, wie wurdest du bei Sentinel aufgenommen?
DJ Olde:Nachdem Elmar und Nadia auf mich aufmerksam geworden sind, durfte ich mich bei einer „Probe-Show“ in Bremen beweisen und wurde danach dann gefragt ob ich mir vorstellen könnte der neue MC von Sentinel zu werden. Das Summerjam Festival war dann meine erste offizielle Show.

music-news.at:Welche Produzenten oder Künstler siehst du als deine Vorbilder an?
DJ Olde:Diplo, DJ Mustard, Yellow Claw, Scott Storch und noch einige mehr. Eine ziemlich lange Liste.

music-news.at:Schenke uns eine Lebensweisheit?
DJ Olde:Niemals hinschmeißen, niemals direkt Nein sagen. Niemals sich zu Schade für etwas sein. Einfach immer ein bisschen mehr machen als die Anderen. Nur dann hat man den Erfolg auch verdient.

music-news.at:Wo siehst du die allgemeine Musikszene in 50 Jahren? Welche grundlegenden Änderungen könnten sich ergeben?
DJ Olde:Boah! Alles ist möglich, lieber das Hier und Jetzt genießen.

music-news.at:Was ist das Peinlichste, dass du je erlebt hast?
DJ Olde:Hmm .. Eigentlich ist mir ja fast nichts peinlich, aber ich habe glaube ich während meiner ersten Summerjam Show auf der Bühne „who is Elmar“ statt „where is Elmar“ gesagt. Das wurde dann später in einem Soundclash-Battle noch gegen mich verwendet. Das war schon peinlich haha.

DJ Olde Promo (c) Sascha Würth Fotografie

DJ Olde Promo (c) Sascha Würth Fotografie

music-news.at:Wenn du ein Tier wärst, welches und warum?
DJ Olde:Eine Katze glaub ich … die können hoch springen und machen ihr eigenes Ding.

music-news.at:Bester Gig ever?
DJ Olde:Boah … das waren so viele. Die Sean Paul-Tour durch viele Städte Deutschlands, Israel in der Wüste, Brasilien, die Summerjam Shows.. alle waren gut.

music-news.at:Könntest du dir auch mal vorstellen in andere Musikstile einzutauchen?
DJ Olde:Klar, mach ich doch die ganze Zeit schon haha.

music-news.at:Erzähl uns ein paar Sätze über deine zukünftigen Projekte, mit wem sind Kollabos oder andere Dinge geplant?
DJ Olde:Like i said.. I’m doing it the Apple Style haha. Checkt einfach meine Profile. DJ Olde auf Facebook, Instagram & Snapchat und ihr wisst immer sofort Bescheid, wenn was kommt.

music-news.at:Wie lautet dein Tipp, um als Newcomer im Business wahrgenommen zu werden?
DJ Olde:Bleibt am Ball und gebt Gas. Das ist das Wichtigste. Man muss für eine Karriere im Musik-Busisness bereit sein viele Dinge aufzugeben und auf Vieles zu verzichten, wird nach einer Weile aber natürlich auch mit vielen schönen Momenten belohnt, die einem dann wieder sehr viel Kraft und Motivation geben. Manchmal kommen die halt schon nach zwei Wochen, manchmal aber auch erst nach 20 Jahren. Wenn du das alles, aber in erster Linie für dich selbst machst, ist es auch nicht schlimm, wenn es länger dauert. Versucht euch selbst zu reflektieren und überlegt immer, „würde mir das auch gefallen, wenn ich nicht der wäre, der es gemacht hat“? Scheißt auf die Hater, aber scheißt nicht auf die Tipps von Dritten.

Nicht jeder, der euren Stuff nicht mag ist gleich ein Hater. Vielleicht will er euch ja nur helfen und weiterbringen. Traut euch, sprecht Leute an, versucht Connections aufzubauen. Je größer euer Netzwerk, desto größer ist eure Macht. Bleibt euch selbst treu und verbiegt euch nicht, auch wenn Andere sowieso behaupten werden, dass ihr euch verbiegt. Am Ende ist es eure Zeit und das Ganze muss euch Spaß machen und euch mit Freude erfüllen. Deswegen hört auf euer Bauchgefühl and Go for it.

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