„DJing forces me into here and now, into a higher state full of vitality, clean of problems, clean of thinking.“

Out of Mind

Seit Anfang der Neunziger-Jahre ist DJ Upzet Fan von elektronischer Musik. Vorinfiziert durch Acid- und Minimal Techno beginnt er 1998 Drum`n`Bass Platten zu mixen und zu sammeln. Seit dieser Zeit ist Upzet konstant motiviert sein Mixing zu perfektionieren, die Szene zu stärken und Harmonie und Ausdruck in seiner Musik tief zu verankern.

DJ Upzet Bild 1

DJ Upzet @ Work

www.music-news.at: Wie lange bist du in der Szene aktiv, wie kam es dazu und wie schätzt du die bisherige und kommende Entwicklung von DnB ein?

DJ UPZET: Angefangen hat es wohl 1993 mit dem ‚Experience‘-Album von Prodigy und 1994 mit einem Kniteforce-Mixtape. 1998 hatte ich dann endlich anfangen können Drum & Bass aufzulegen. Vieles was Mitte/Ende der Neunziger rauskam begeistert mich auch heute noch. Drum & Bass hat sich meiner Meinung nach stetig entwickelt und wird das auch weiterhin tun. Produktionstechnisch wurde über die Jahre hinweg ein sehr hoher Standard erreicht. Drum & Bass wird auch ständig neu geformt. Ich bin nach wie vor begeistert und schon sehr gespannt, was da noch alles kommt. Außer dem DJing organisiere ich seit knapp 13 Jahren Events. Angefangen in Mannheim und seit über 5 Jahren nun in Berlin. So trage ich eigenhändig zur Gestaltung und Entwicklung bei.

www.music-news.at: Wie würdest du deine Intention bzw. deinen eigenen Sound mit wenigen Worten beschreiben?

DJ UPZET: Seit ich angefangen habe aufzulegen, war ich immer hochmotiviert die DJ-Fertigkeiten zu verbessern bzw. mehr und mehr multitaskingfähig zu sein. Beispielsweise möchte ich noch während des Pitchens, die Geschwindigkeit des einen Tunes dem anderen manuell anpassen, mich aber auch auf das EQing konzentrieren, das Timing und die Leute auf der Tanzfläche nicht aus den Augen verlieren. Mir geht es besonders um die Symbiose zweier Musikstücke. Daher liebe ich lange, verspielte Übergänge. Auch harmonisches Mixen liegt mir am Herzen. Meine digitale-, wie auch meine physikalische Plattensammlung, ist nach Notenschlüsseln sortiert, welche mir helfen, die richtige Tonhöhe beizubehalten bzw. den passenden, nächsten Titel zu finden. Ich mag so gut wie jede Drum & Bass-Gangart und lege mich daher ungern fest. Meine Live-Sets sind oft und gerne sehr vielseitig und zeigen ganze Bandbreiten dieser facettenreichen Musik.

www.music-news.at: Was stört dich an der DnB-Szene bzw. an der Medienwahrnehmung unserer Musik?

DJ UPZET: Ich würde sagen Szenen beziehen sich auf die jeweiligen Städte. Wirklich gut kenne ich daher nur zwei dieser Szenen. Die Berliner Szene rockt! Hier fühle ich mich fast genauso zuhause wie in meinen eigenen vier Wänden. Zum Thema Wahrnehmung von Drum & Bass scheiden sich die Geister und so auch der eigene. Jeder hat einen individuellen Bezug, seine persönliche Meinung zu etwas. Ich mache mir derweil weniger Gedanken darüber was mich stört und lasse es einfach fließen.

www.music-news.at: Was kann man von dir in Zukunft erwarten, sind Projekte, Releases oder Zusammenarbeiten geplant?

DJ UPZET: Jau. Ich bin nach jahrelanger Pause nun endlich wieder am Produzieren. Brauche aber noch einige Zeit bis ich mit dem Output zufrieden bin. Leider schluckt das Basteln von Beats eine Menge Zeit, welche ich manchmal einfach nicht aufbringen kann. Und neben vieler Gigs und Events habe ich noch einige andere Hobbies und Leidenschaften. Aber nichts desto trotz möchte ich da am Ball bleiben und hoffe bis Ende des Jahres etwas präsentieren zu können. Eventmäßig geht es eifrig weiter und es wird die ein oder andere interessante Kooperation geben. Ja und das Jahr ist schon jetzt mit vielen Bookings vollgepackt, was bis zum Ende hin auch ruhig so weitergehen darf.

www.music-news.at: Die ewige Diskussion – ist DnB tot bzw. war es das schonmal?

DJ UPZET: Nope! Zumindest nicht für mich…

www.music-news.at:Nenne uns einen DnB-Track, der dich extrem inspiriert und ein Drum`n`Bass-Stück, mit dem du eine selbsterlebte, lustige Geschichte verbindest.

DJ UPZET: Gar nicht so einfach. Meine ersten Kontakte/Bezüge hatte ich ja bereits erwähnt. Mal kurz überlegen… Damals haben mich die Tracks von Ed Rush & Optical besonders beeinflusst, heute sind es vergleichsweise die Jungs von Noisia. Nehmen wir einfach mal ‚Bacteria‘ von Ed Rush & Optical, der 1999 auf Virus erschienen ist.

Hmm, eine wirklich lustige Geschichte will mir spontan nicht einfallen… Naja vielleicht doch die eine, über die ich bereits einen Tag später selbst lachen konnte: Früher habe ich gerne auch Oldschool Happy-Breakbeats auf Vinyl gekauft und häufiger gespielt. Bei einem meiner Lieblingsstücke, ‚Piano Progression‘ (KF025) von Luna-C muss ich hin und wieder daran denken, wie ich an Silvester, ich glaube es war 2001, im Mannheimer MS Connexion spielen sollte, aber leider über den Durst getrunken hatte. Kurz vor meinem Auftritt wurde ich von Freunden, über der Schüssel hängend, von der Toilette geholt. Ich hatte es dann allerdings noch geschafft ein ziemlich gutes Breaks-Set abzuliefern, trotz dass ich mich zwischendurch noch zwei, drei Mal auf der Bühne übergeben musste.

www.music-news.at: Vielen Dank für deine Worte und deine Offenheit.

DJ UPZET: Gerne, ich habe zu danken.

Weitere Infos und zahlreiche DJ-Sets findet man unter:

facebook.com/djupzet

soundcloud.com/djupzet

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