Deutscher Rap kann auch anders sein

Eiran ist eine wahre Untergrundperle, spielt Klavier und schraubt an Beats. Getrost darf er als untypischer Rapper bezeichnet werden, der gegen den Strom schwimmt. Sein öffentliches Auftreten beschränkte sich die letzten Jahre nur auf die Breakbeat- und Drum’n’Bass-Szene. Der bisherige Werdegang ist geprägt durch raren aber überzeugenden Output. In letzter Zeit experimentierte er verstärkt im Hip-Hop und Reggae. Vielleicht klingt deshalb sein Klangspekturm so unverbraucht und frisch.

Seine Musik spricht für sich, so dass er lieber Inspiration beim Angeln findet, anstatt in Shisha-Bars den Kontakt zur Szene zu suchen. Das aktuelle Video zu „Heul Doch“ wurde mit seinen Homies von der Mosaik Werbeagentur Karlsruhe und seinem Kumpel Luke gedreht.

Interview

music-news.at: Seit wann machst du Musik, wie hat alles begonnen?
Eiran: Im Alter von circa elf Jahren hatte ich Keyboard-Unterricht. Als ich circa dreizehn Jahre alt war gab mir der coolste Typ der Schule ein Drum’n‘ Bass-Tape in die Hand. Da wusste ich sofort, ich will flowen wie diese MCs. Danach nahm alles seinen Lauf.

music-news.at: Als Kind wolltest du sein wie . . .?
Eiran: … die Power Rangers.

music-news.at: Was ist deine Meinung zu Ghost-Producing bzw. Ghost-Writing?
Eiran: Den Begriff Ghost-Producing höre ich zum ersten Mal. Wenn sich ein Künstler seine Instrumentals bauen lässt und dann behauptet, es ist seine Kunst, dann muss er in den Spiegel schauen können. Wenn er aber von Anfang an mit offenen Karten spielt, warum nicht. Dasselbe gilt für Ghostwriter. Die Vorstellung Ghostwriter zu sein hat für mich etwas Romantisches. Am Laptop sitzen mit einem Glas Wein und Hits für die Großen schreiben. Traumhaft.

music-news.at: Gibt es in einer Teefabrik Kaffeepausen?
Eiran: Gegenfrage, würden Veganer eine fleischfressende Pflanze essen?

music-news.at: Warum werden Zigaretten an Tankstellen verkauft, wo das Rauchen verboten ist?
Eiran: Weil die Tabakindustrie ebenfalls in der Brandschutzversicherungs-Branche tätig ist.

music-news.at: Nenne etwas, was Du schon immer mal machen wolltest, dich aber nie getraut hast?
Eiran: Nackt einkaufen gehen.

music-news.at: Schenke uns eine Lebensweisheit?
Eiran: Erzähle Menschen nie von deinem Erfolg, warte bis Sie danach fragen.

music-news.at: Wie lautet dein Tipp, um als Newcomer im Business wahrgenommen zu werden?
Eiran: Ausziehen in Videos, möglichst viel Genitalien preisgeben. AFD-Wähler beleidigen, einen Wärmebeutel jeden zweiten Mittwoch mit ins Bett nehmen. Viele Zwiebel essen und den Hashtag #Avocado verwenden

Textauszüge aus dem Song „Heul Doch“

„Doch wie soll ich mich entwickeln wenn ich mich zufrieden geb
Wenn ich schon zufrieden leb
Denn alles hier kostet Geld, nichts ist umsonst
Doch die Sonne scheint für umme und ist geschenkt
Wart auf nen Sturm- Spann mein Regenschirm auf und flieg um die Welt“

music-news.at:Wo siehst du die allgemeine Musikszene in 50 Jahren? Welche grundlegenden Änderungen könnten sich ergeben?
Eiran: Ich denke Roboter werden die Musik übernehmen. Das Musikerlebnis wird durch Stimulierungen über moderne Kopfhörer-Technologien zu drogenrauschähnlichen Zuständen führen, je nachdem welche Musik man hört.

music-news.at: Welche drei Dinge nimmst du mit auf eine einsame Insel?
Eiran: Meine Herzensdame obwohl sie kein Ding ist, ihr Perversen. Ein Atomreaktor und eine Palme mit Sand.

music-news.at: Was ist das Peinlichste, das du je erlebt hast?
Eiran: Als ich vor Jahren mit meinem Kumpel hinten auf meinem Roller drauf vom Baggersee heim an zwei hübschen Mädels vorbeigefahren bin und mit meinem Roller hingefallen bin.

music-news.at: Was arbeitest du im „normalen“ Leben?
Eiran: Aktuell in einer Immobilien-Verwaltung/Investment Firma.

music-news.at: Welches Equipment benutzt du für deine Musik?
Eiran: Eine Akai MPK, ein Roland fp 30, eine Motu mk2828 und verschiedene Großmembran Mikrofone von Audiotechnika, Neuman und Shoeps.

(c) Eiran Promo

music-news.at: Wenn du ein Tier wärst, welches und warum?
Eiran: Eine Katze, da Katzen einfach grandios sind.

music-news.at: Treibst du Sport? Wenn ja, welche Sportart?
Eiran: Angeln, Federball, hin und wieder Fitness und zu guter Letzt Schwimmen und Schnorcheln.

music-news.at: Bester Gig ever?
Eiran: Das 40-jährige Jubiläum des Durlacher Altstadtfestes zusammen mit Jürgen Zöller, dem Ex-Schlagzeuger von BAP. Die Atmosphäre vor dem Rathaus in Durlach, die Menschen, die Band. Ziemlich viele Gründe.

music-news.at: Was ist für dich das Wichtigste im Leben, bzw. woran glaubst du wirklich?
Eiran: Das wichtigste sind Gesundheit, guter Schlaf und gute Beziehungen zu seinen Mitmenschen. Ich glaube an Gott, aber nicht an einen bestimmten.

music-news.at: Erzähl uns ein paar Sätze über deine zukünftigen Projekte, mit wem sind Kollabos oder andere Dinge geplant?
Eiran: Ich versuche dieses Jahr noch zwei Videos zu veröffentlichen. Kollabos sind absolut keine geplant, aber wenn sich ein Künstler meldet, der meinen Ansprüchen gerecht wird, bin ich sofort dabei.

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