Grenzen existieren nur im Kopf. Regeln sind da, um gebrochen zu werden. Das ist die Geschichte von Ivory Parker, dem es gelang, ohne technische Hilfsmittel neue Maßstäbe in der heimischen Musiklandschaft zu setzen.

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Wozu der menschliche Körper alles im Stande ist erstaunt immer wieder aufs Neue. Auch bei der Musik ist das der Fall. Der Fortschritt der Technik ermöglicht es heute jedem Bedroom Producer mit einem billigen Rechner Musik zu kreieren, wie es früher nur in den besten Studios der Welt möglich gewesen wäre. Umso erstaunlicher erscheint ein musikalisches Phänomen, welches in dieser Form bereits seit den 80ern besteht, dabei aber auf nahezu jegliches technische Hilfsmittel verzichtet und dennoch immer mehr Verbreitung findet.

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Die Rede ist vom Beatboxing. Hierbei handelt es sich um die Kunst nur mit Mund, Nase und Rachen verschiedenste Geräusche und Instrumente imitieren zu können. Wer zum ersten Mal live eine Beatbox-Performance sieht, wird vorerst ungläubig zurück bleiben. Die einzigen Hilfsmittel denen sich ein Beatboxer beizeiten bedient, sind ein Mikrofon und manchmal eine Looping Station, um die verschiedenen Klänge, die er erzeugt aufzunehmen und zu arrangieren. Im Grunde kann aber auf beides verzichtet werden. Letztlich bleibt der eigene Körper des Beatboxers sein Instrument, mit dem er sämtliche Klänge erzeugen kann. Obwohl aus den USA kommend, ist Europa mittlerweile die Hochburg der besten Beatboxer der Welt. So scheint es kein Zufall mehr zu sein, dass gerade in einem kleinen Land wie Österreich ein Beatboxer lebt, der stellvertretend für den ganzen Fortschritt und Wandel des Beatboxing steht: Ivory Parker.

Man muss seine Musik selber reflektieren können und einfach selber machen. Es kommt im Leben sowieso immer anders als man denkt.

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Elf Jahre ist es mittlerweile her, dass der in New York geborene, mit fünf Jahren nach Deutschland und anschließend nach Österreich übersiedelte Ivory das erste Mal mit dem Beatboxing konfrontiert wurde.
Damals war er 17 Jahre alt und wohnte noch im kleinen Saalfelden in Salzburg. Bis dahin hatte er eine Lehre als Maler absolviert und war lange Zeit im Nachwuchs des Fußballvereins Austria Salzburg aktiv. Bereits zu dieser Zeit war die Musik seine große Leidenschaft und so muss es eine Art Berufung gewesen sein, als ihm ein Freund erstmals eine Mp3 Aufnahme eines Beatboxers zeigte. Es brauchte Zeit und Geduld bis er seine ersten Auftritte ablieferte und an den ersten Beatbox-Battles teilnahm. Durch diese Battles konnte er sich mit Gleichgesinnten austauschen und auch messen, wodurch er ein klares Bild bekam woran er noch arbeiten müsse.

Als Ivory 21 Jahre alt war, folgte er dem Ruf seiner ersten Band, den „Paraminds“, und zog in die steirische Landeshauptstadt Graz. Gerade die Anfangszeit in der neuen Stadt entpuppte sich aber als hartes Pflaster für ihn, musste er sich doch in der neuen Umgebung zurechtfinden. Heute hat er sein Ziel erreicht und kann von seiner Musik leben. Ein wenig liest sich seine Laufbahn hier wie ein Märchen, aber man darf die jahrelange harte Arbeit und den Willen nicht außer Acht lassen, den Ivory aufbrachte um seinen Traum zu verwirklichen. Trotz des Erfolges ist er immer bodenständig und dankbar geblieben. Er weiss um sein Privileg genau Bescheid und versucht sich dessen immer bewusst zu sein.

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Wie kein Zweiter steht Ivory für die Verlagerung des Beatboxing von den USA nach Europa. Ivory ist kein gewöhnlicher Beatboxer, der zu Beatbox-Battles fährt, auftritt und seine Beats runter performed. Natürlich hat er auch schon bei einigen Battles mitgemacht, ist viermaliger österreichischer Staatsmeister und erreichte bei der Weltmeisterschaft den dritten Platz. Er wollte nie der beste Beatboxer der Welt sein, sondern den Menschen etwas geben, das ihnen Freude bereitet und Wert hat. Sein Schaffen beschränkt sich längst nicht mehr nur auf das Beatboxen an sich, vielmehr ist er ein kreativer Freigeist, was sich auch an seinen unterschiedlichen Projekten ablesen lässt. So war er lange Zeit Teil der Funk Band „Paraminds“, bei der er einfach als Beatboxer den Part des Drummers übernahm. In Graz lernte er auch die Reggae Band „Millions Of Dreads“ kennen, mit denen er des Öfteren gemeinsam auftrat. Er arbeitete mit Jazzmusikern und Opernsängern zusammen und beteiligte sich als Soundeffektkünstler an Filmprojekten. Obendrein reizt er regelmäßig, gemeinsam mit seiner „Massive Beats Crew“, die Grenzen des Beatboxing weiter aus.

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Seit einiger Zeit ist Ivory auch Teil der Grazer Band „The Uptown Monotones“, die spätestens seit dem Erreichen des Finales der Show „Die große Chance“ österreichweit Bekanntheit erlangten. Erst vergangenen Dezember erschien ihr neuestes Album mit dem Namen „Fragments In A Frame“. Der Stil und das Genre der „Uptown Monotones“ lässt sich kaum beschreiben, sondern muss live erlebt werden. Die Formation, bestehend aus Heli Markfelder, Werner Posekany und Ivory Parker besticht durch ihre unglaubliche Bühnenpräsenz und die Vielschichtigkeit ihrer musikalischen Darbietung. Obwohl es bei Ivorys enormer Umtriebigkeit schwer wird überhaupt noch irgendwelche Engagements hervorzuheben, die nicht ohnehin schon vom normalen Weg abweichen, ist hier noch seine Tätigkeit bei diversen Theaterproduktionen zu erwähnen. So war er Teil des Stücks „Supergute Tage“, das bis April im „Next Liberty“ lief. Auch davor war er bereits an diversen Aufführungen beteiligt, unter anderem der „t’eig“ Produktion „Eskalation ordinär“, bei welcher er den Sound lieferte. Und als ob das alles noch nicht reichen würde, ist er auch noch als DJ und Produzent tätig. Hierbei setzt er bei Auftritten auf eine Mischung aus Beatbox, DJing und Liveset.

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Die Facetten des Künstlers Ivory Parker sind mindestens so zahlreich wie die Sounds die er aus seinem Mundwerk zaubern kann. Sei es als Beatboxer, als DJ oder als Organisator des Beatbox Battles in Graz – Ivory sprengt jegliche Genre- und Schaffensgrenzen. Das zuvor erwähnte Beatbox-Battle organisiert er bereits seit vielen Jahren im Grazer Dom im Berg. Dabei holt er die besten Beatboxer der Welt zu sich und lässt sie gegeneinander antreten. Man darf gespannt sein, was er als Nächstes vorhat.

PARADOX: Weißt du noch wann du ungefähr mit dem Beatboxen angefangen hast?
Ivory Parker: Beatboxen hab ich vor elf Jahren angefangen, nachdem ich einen Beatboxer das erste Mal gehört habe. Das war eine Mp3 Aufnahme, die mir ein Freund gezeigt hat, auf welcher gebeatboxt und gesungen wurde. Auf das hin hab ich versucht Gehörtes zu imitieren und Gott sei Dank hat das gut hingehauen.

PARADOX: Warst du davor bereits musikalisch tätig?
Ivory Parker: Das ist jetzt wirklich ein Insider. Es gibt einen legendären Song von mir. Also ich kann mich nicht mehr so ganz dran erinnern, aber ich hab früher einen alten Kassettenrekorder gehabt, mit dem man aufnehmen konnte. Und als ich so sechs bis sieben Jahre alt war, hab ich einen Banana-Song gemacht. Das Lustige war, meine Eltern und die Freunde von meinen Eltern haben den Song beim Vorglühen immer sehr gefeiert.

Wenn ich mich verarscht fühle, würde ich schon sagen: „Mann, was geht mit dir?

PARADOX: Wie bringt man sich eigentlich selber Beatboxen bei?
Ivory Parker: Bei mir war das damals noch schwierig. Beatbox-Videos auf YouTube waren eher rar. Ich hab einfach versucht zu imitieren, nachzumachen und zu schauen, ob ich das irgendwie hinkriege, wofür man halt viel länger braucht. Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten. Thomas Rieder von meiner Massive Beats Crew, hat ein Buch geschrieben, wo man selber ohne irgendeinen Lehrer easy Beatboxen lernen kann. Und auch sonst gibt es einige Möglichkeiten über YouTube oder andere Homepages, genauso wie Programme wie Ventrilo und Teamspeak. Die sind ziemlich crazy. Da haben die Leute ähnlich wie bei Skype eine Konferenz, nur viel größer mit teilweise 110-120 Leuten. Die haben da richtige Battles mit 30-40 Teilnehmern aus der ganzen Welt und dann geben sie es sich so richtig online. Also es gibt genug Möglichkeiten. Beatboxen kann jeder lernen. Das Wichtigste ist nur, dass man sich motiviert.

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PARADOX: Gab es als du angefangen hast bereits so etwas wie eine österreichische Beatbox-Szene?
Ivory Parker: Ja, wobei die ersten zwei österreichischen Staatsmeister nicht mal selbst aus Österreich waren. Also das war noch ein offenes Battle, da hat es die Championship gegeben, aber es waren noch nicht so viele Leute dabei. Ich glaub ich war bei der dritten oder vierten das erste Mal dabei. Ich hab als ich Beatboxen gelernt hab, Rahzel imitiert und der nannte sich immer Beatbox-Champion Of The World. Der konnte Beatboxen und singen, und ich konnte halt auch seine ganzen Beats. Mittlerweile gibt es eine coole Szene, einige Battles, einige Beatboxer, auch einige Mädels die Beatboxen. Bis jetzt sind alle weiblichen Teilnehmer mindestens auf dem dritten Platz gelandet.

PARADOX: Hattest du Vorbilder, als du zum Beatboxen angefangen hast?
Ivory Parker: Also wie ich angefangen habe eben Rahzel. Dann Killa Kella, Kenny Mohamed und dann gibt es mit der Zeit immer wieder Beatboxer, die einen inspirieren. Also ich war jetzt nie so der Mensch, der eine Person extrem als Vorbild hatte. Es war mehr so, dass sie mich inspiriert haben. Ich hab es nachgemacht und da sind dann mit der Zeit immer mehr dazugekommen.

PARADOX: Weißt du noch wo und wann du das erste Mal auf der Bühne gestanden bist?
Ivory Parker: Das aller erste Mal war mit meiner ersten Band, die hieß Paraminds und es war zu gleich mein erstes richtiges Konzert. Wir haben nur fünf Songs vor nur 200 Leuten gespielt. Andi, ein Beatboxer meiner Crew, und ich konnten auch nur einen Beat. Wir haben die Beats dann immer aufgeteilt oder sie gleichzeitig gemacht und die Leute sind zu unserem Glück abgegangen.

PARADOX: Hast du irgendwelche Rituale die du vor jedem Auftritt durchführst?
Ivory Parker: Rituale habe ich nicht so. Früher hab ich immer gern ein Bier getrunken, jetzt aber weniger. Vielleicht bissl aufwärmen und den Vibe catchen, das war es dann aber schon.

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PARADOX: Kennst du so was wie Lampenfieber noch?
Ivory Parker: Ja, aber es ist verschieden. Wenn ich vor vielen Leuten auftrete und es ist ein normales Konzert, ist es nicht so schlimm, weil die Stimmung einfach gut ist und die Leute Party machen. Wenn ich jetzt einen Auftritt bei einem Beatbox-Battle habe, wo ich weiß es sind extrem viele Leute da, die einfach extrem gut beatboxen und es sehr gut beurteilen können, dann ist es natürlich was anderes. Es ist aber ein kommen und gehen mit dem Lampenfieber. Komischerweise bin ich nervöser wenn ich vor nur zehn Leuten auftrete weil es eine viel intimere Sache ist. Da merkst du das Feedback von den Leuten viel mehr. Auf der Bühne hast du mehr deinen Bereich und deine Area und auch wenn es nicht gut läuft hast du noch deinen Bereich. Vor zehn Leuten ist es gleich viel frontaler.

PARADOX: Du organisierst ja bereits seit einigen Jahren ein Beatbox-Battle im Grazer Dom im Berg. Wie kam es dazu und gibt es international vergleichbare Formate?
Ivory Parker: Es gibt international schon vergleichbare Formate, das Grand Beatbox-Battle in Basel und die Beatbox-Weltmeisterschaft. In Frankreich gibt’s auch noch ein paar internationale Sachen. Die Idee warum ich das Battle mache hat so begonnen: ich wurde zum Vokal Total Festival eingeladen. Da war ein Vocal-Percussionist aus Japan da und wir haben dann gemeinsam eine Show gemacht. Es ist ziemlich gut angekommen. Auf das hin ist dann der Oliver Harisch zu mir hingekommen und fragte, ob ich Lust hätte ein Beatbox-Battle zu machen. Ich meinte, wenn ich es mache, will ich es richtig machen.

PARADOX: Welche Kriterien muss man als Jury hierbei beachten? Welche Aspekte unterscheiden einen guten Beatboxer von einem Weltklasse Beatboxer?
Ivory Parker: Es gibt gewisse Kategorien: Rhythmik, Technik, Show, Originalität und Musikalität. Wichtig ist eine gute Balance zu haben. Es gibt ein paar Beatboxer, die in einem besser, virtuos sind und mit ihrem Stil überzeugen können. Beim Beatbox-Shootout am 24. Juli haben wir einen Beatboxer der ist spezialisiert auf rückwärts Beats, was ziemlich crazy ist.

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PARADOX: Weil du schon meintest der Showfaktor spielt auch eine Rolle: Muss ein Beatboxer gleichzeitig Entertainer sein?
Ivory Parker: Es wär nicht schlecht. Es gibt immer wieder bei den österreichischen Meisterschaften Beatboxer, die auf der Bühne stehen, eine Jacke anhaben und auf den Boden starren, einen Rucksack noch umgeschnallt haben und einfach mega introvertiert Beatboxen. Also ich würde es sehr empfehlen, dass man ein bisschen was für die Leute macht. Es ist einfach spannender und man kann eine coolere Dramatik erzeugen. Wenn jemand wirklich voll gut in den anderen Kategorien ist, dann ok, aber sagen wir bei den Top 20 Beatboxern der Welt geht das gar nicht mehr anders.

PARADOX: Wie sieht es im Allgemeinen mit der internationalen Beatboxszene aus? Gibt es einen regen Austausch oder sind Beatboxer mehr Einzelkämpfer?
Ivory Parker: Es ist alles sehr, sehr familiär. Du könntest auch als Anfänger zum Weltmeister hingehen und nach etwas fragen und er würde es dir erklären. Also Beatboxer sind grundsätzlich sehr freundliche und gemütliche Leute, die Szene ist traumhaft. Weil die Szene halt immer größer wird, gibt es leider immer mehr Leute, die versuchen negative Energie reinzubringen. Jeder kennt es, wenn du auf YouTube ein Video anschaust, wird es immer irgendwen bei den Kommentaren geben der haten wird. Aber wenn du die Szene live triffst wirst du draufkommen, wie gechillt das ist.

PARADOX: Man kennt dich auch als Mitglied der Grazer Band The Uptown Monotones. Wie kam es eigentlich zu dieser Fügung?
Ivory Parker: Das war, als ich damals noch mit Paraminds, der Band aus Saalfelden, gespielt habe und wir beim Woodstockenboi Festival waren. Heli und Wern sind nach dem Konzert gleich zu mir gekommen und haben gefragt, ob ich Lust hätte ein bis zwei Songs mit ihnen zu jammen und ich hab ja klar gesagt. Wir haben gemerkt, dass es sehr gut funktioniert und daraus entstanden die Uptown Monotones wie wir sie jetzt kennen. Wir haben vor ein paar Monaten unsere CD released, was meiner Meinung nach ein cooles Album geworden ist. Ich bin da normalerweise sehr kritisch wenn ich was produziere, aber mit dem Album bin ich sehr happy. Da arbeiten wir momentan auch an Musikvideos fürs Album. Wir arbeiten da mit Adam Herzog, der auch das Video für „Sleep“ machte, was, dafür wie niedrig unser Budget war, sehr cool geworden ist. Da haben wir auch Helis Zimmer etwas verunstaltet. Deshalb freu ich mich umso mehr auf das nächste Video weil wir mehr Budget und Zeit haben. Es wird sicher cool.

PARADOX: Könntest du dir vorstellen einmal selbst bei einer Casting-Show in der Jury zu sitzen?
Ivory Parker: Ja sicher aber sagen wir so, es kommt darauf an wie das abläuft. Es ist für mich immer etwas undurchsichtig wie so etwas abläuft. Bei einem Battle weiß ich wie das abläuft, ich kenne das Event. Wenn es jetzt bei der Casting-Show so ist, dass ich Leute fertig machen soll, glaube ich wär das nicht so mein Ding. Aber ich bin schon ehrlich und direkt weil ich finde es ist wichtig, dass die Leute wissen, ob was scheiße ist oder nicht, aber es muss halt auch mit Respekt passieren. Wenn ich mich verarscht fühle, würde ich schon sagen: „Mann, was geht mit dir?“.

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PARADOX: Was steht als nächstes als Solokünstler an?
Ivory Parker: Ich bin jetzt über zwei Monate bei der Expo in Mailand. Da bin ich schon richtig gespannt, weil ich dort sehr viele Konzerte hab. Ansonsten arbeite ich an einem kleinen Album, EP, Single, weiß noch nicht was es wird, weil ich sehr kritisch bin. Da kann ich noch nicht viel dazu sagen. Ich hoffe, dass es bald fertig wird, weil ich auch in die Richtung DJing und Producing mehr machen will. Das macht mir auch sehr Spaß und ist ein kompletter Kontrast zum Beatboxen. Das Ziel wäre, dass ich eine Show mache, wo ich Beatboxing, DJing und Producing zusammenführe und eine richtig fette Show daraus mache.

PARADOX: Was würdest du als dein bisheriges Karriere-Highlight beschreiben?
Ivory Parker: Fiese Frage. Es gab so viele Sachen die cool waren, ich will da eine Sache gar nicht raus highlighten, weil so viele Sachen echt wichtig waren für mich. Es ist da echt schwer zu beurteilen was cooler war und was weniger. Es gab Sachen die intensiver waren andere weniger. Aber im großen und ganzen ist für mich das Highlight, dass ich Musik machen und davon leben kann, und dass es Leute gibt denen das gefällt. Das ist das Oberhighlight.

PARADOX: Was wäre dein nächstes musikalisches Ziel?
Ivory Parker: Es gibt ganz viele Ziele. Wenn man mal eine Zeit lang im Musikbusiness ist, findet man heraus, dass man Sachen oft nicht ganz genau so steuern kann, wie man will. Das heißt ich erhoffe mir mehrere Sachen, aber ob es so passiert ist immer schwer zu sagen. Momentan versuch ich mehr ins Ausland zu kommen, weil ich das auch sehr wichtig finde. In Österreich habe ich schon viele Locations bespielt und ich würde einfach sehr gerne die Musik die ich mache, die wie eine Message für mich ist, nach außerhalb tragen. Das würde ich als nächstes Ziel wählen.

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PARADOX: Mit wem würdest du gerne einmal zusammenarbeiten?
Ivory Parker: Da gibt es ganz viele. Momentan hör ich sehr viel Culprate, dem sein neues Album ist voll krass, es ist so eine Mischung aus Pink Floyd, Aphex Twin, Dubstep, Drum and Bass, Chill Out und Rock. Das hat mich auch sehr inspiriert, wie ich in Zukunft arbeiten möchte und meine Songs machen will. Aber es gibt so viele gute Musiker. Ich habe auch gerade einen Werbespot gemacht, wo ich mit einem Orchester gespielt habe, das war auch sehr geil. Ich wollte schon immer mal mit einem Orchester was machen und würde mich freuen auch in Zukunft nochmal etwas mit einem Orchester zu machen.

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PARADOX: Wie fühlst du dich als Künstler in Österreich vertreten? Findest du, dass du gut unterstützt wirst?
Ivory Parker: Ich finde schon. Ich glaube ich habe ziemliches Glück, dass es nicht so viele Beatboxer gibt, die versuchen vom sozialen und den Medien so zu arbeiten wie ich. Aber ich weiß auch, dass es viele Bands, Musiker und DJs gibt die es schwer haben. Viele Leute reden halt immer nur. Als ich nach Graz kam, hatte ich nichts, war sehr verschuldet, musste mit meiner Playstation Internet surfen und E-Mails schreiben, weil ich keinen Computer
hatte und es sich einfach nicht anders ausgegangen ist. Ich habe mich halt rauf gearbeitet und gespart und jetzt habe ich daheim ein kleines Studio, viele Möglichkeiten Musik zu machen und die Möglichkeit an viele Leute ran zu treten und zu sagen „Hey machen wir was!“, weil es einfach über jahrelange Arbeit entstanden ist. Man muss seine Musik selber reflektieren können und einfach selber machen. Mut haben, Spass haben und aufs Beste hoffen. Es kommt im Leben sowieso immer anders als man denkt.

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