French On Friday blickt auf rasanten Erfolg in den letzten Wochen zurück- Zeit für Music News die Band zum Interview zu laden!

Und wieder ein Like für das Video von French On Friday! Die Coverversion von Goerge Michaels Hit „Carless Whisper“ nimmt immer noch kein Ende – zum Glück! Zeit für Music News die Band zum Interview einzuladen, um ein wenig mehr über die Musiker aus Österreich zu erfahren. Beantwortet haben unsere Fragen Elisabeth Kaplan und Nikolaus Newerkla:

www.music-news.at:Wie kommt es, dass ihr sehr klassische Instrumente mit Pop-Melodien und –Rhythmen mischt? Wer hatte die Idee für dieses Crossover-Projekt?
Elisabeth:Wir sehen French On Friday überhaupt nicht als Crossover! „Klassische“ Instrumente werden immer wieder in der Popmusik eingesetzt. Gerade jetzt ist dieser Trend sehr stark. Man denke nur an Clean Bandit, oder bei uns in Österreich, an DAWA oder Kathi Kallauch.
Nikolaus:Ich finde auch, dass French On Friday eigentlich nichts mit Crossover zu tun hat. Wir spielen zwar teilweise Instrumente aus der Klassik- oder eigentlich Alte-Musik-Szene, aber genau das macht den unverwechselbaren Sound von FOF aus. Musikalisch wird man aber so gut wie keine Klassik-Elemente in unseren Songs entdecken.

www.music-news.at:Ihr habt das Quadriga Consort aus dem Klassikbereich sehr populär gemacht. War das so geplant, weil ihr Klassik allgemein bekannter machen wollt oder ergab sich diese Entwicklung zufällig?
Elisabeth:Beim QC war das ein Prozess. Das liegt sicher an Nikolaus und mir. Und daran, dass wir immer weniger unsere Liebe zum Pop verleugnen konnten. Jetzt haben wir aber in French On Friday sozusagen unser Ventil dafür.
Nikolaus:Dem aufmerksamen Zuhörer ist unsere Liebe zur Pop-Musik auch im Quadriga Consort nicht entgangen. Was wir jetzt mit French On Friday machen, ist aber richtiges Pop-Songwriting, etwas das wir schon immer machen wollten.

Was wir jetzt mit French On Friday machen, ist etwas, das wir schon immer machen wollten

www.music-news.at:Wenn ihr euch entscheiden müsstet und es gäbe nur die Auswahl zwischen Klassik und Pop, was würdet ihr wählen? Und vor allem wieso?
Elisabeth:Keine Frage: Ich würd mich für Pop entscheiden. Das ist die Musik, die mich berührt, die mich in allen Lebenslagen begleitet, die mich immer wieder überraschen kann, die Gänsehaut auslösen kann …
Nikolaus:Für mich wäre das, als ob ich mich zwischen meinen Kindern entscheiden müsste, welches ich mehr liebe. Als klassisch ausgebildeter Pianist liegt mir ein Schubert-Lied emotional auch sehr nahe.

www.music-news.at:Wie seid ihr jeweils zur Musik gekommen?
Elisabeth:Meine Eltern sind beide Musiker bzw. Musikerzieher. Ich wäre der Musik gar nicht entkommen – nicht einmal, wenn ich gewollt hätte!
Nikolaus:Ich bin dagegen der klassische genetische Ausreißer in meiner ansonsten nicht ausgeprägt musikalischen Familie. Aber wir hatten ein altes Erbstück-Klavier herumstehen, und ich habe sehr früh zu improvisieren und komponieren begonnen.

www.music-news.at:Seht ihr euch als Kollegen oder Freunde? Trefft ihr euch auch privat oder nur zum Arbeiten?
Elisabeth:Nikolaus, Angelika und ich sind schon sehr lange befreundet, Philipp und Jakob kennen wir noch nicht ganz so lang. Es ist extrem wichtig, wenn man sich in eine Band holt. Das müssen Menschen sein, mit denen man sich auch privat gut versteht, die zu einem passen, sonst gibt es früher oder später Zores. Wir haben echt Glück, dass wir immer zur richtigen Zeit die richtigen Leute gefunden haben.
Nikolaus:Dazu muss man sagen, dass sich das Arbeiten ja auch nie ganz vom Privaten trennen lässt, wenn man befreundet ist. Dadurch macht es auch so viel Spaß und fühlt sich auch nie wie Arbeit an, auch wenn es manchmal anstrengend ist.

www.music-news.at:Der Erfolg eurer Coverversion scheint kein Ende zu nehmen, sogar George Michael hat eigens für die Verbreitung des Videos gesorgt. Habt ihr euch einmal mit ihm darüber unterhalten?
Elisabeth:Also, inwieweit er persönlich mit der Sache zu tun hat, wissen wir nicht. Jedenfalls muss es irgendwem in seinem Kreis gefallen haben. Eine Coverversion zu spielen ist ja immer ein bisschen ein Schuss ins Blaue: Es kann voll daneben gehen oder aufgehen. Der Künstler könnte verlangen, dass man das Video von YouTube wieder entfernt oder, wie in unserem Fall, es sogar gutheißen. Jedenfalls polarisieren Coverversionen. Für viele Leute grenzt es schon fast an Blasphemie, wenn man sich an einem ihrer Lieblingssongs bedient!
Nikolaus:Es gibt ja zahllose Coverversionen dieses Songs auf YouTube. Was unsere Version speziell macht und von anderen abhebt, ist glaube ich unser ehrlicher, auf die Musik reduzierter Zugang. Ich habe mir „Careless Whisper“ auch nur deshalb zu arrangieren vorgenommen, weil ich den Song für einen der besten Popsongs der Geschichte halte, und George Michael für einen der besten Sänger. Deshalb ist unsere Version auch sehr liebevoll und authentisch. Ein Cover sollte nie das Gefühl vermitteln, sich mit dem Original messen zu wollen, deshalb muss man es auch ganz anders anlegen und seine eigenen Stärken dabei betonen. Ich glaube, das ist der Grund, warum es George Michael himself zu gefallen scheint. Außer einer E-Mail an den Administrator von seiner Website, in der ich mich fürs Posting bedankt habe, gab es keinen Kontakt, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass G.M. selbst sehr gut darüber informiert ist, was auf seiner Webseite steht.

www.music-news.at:Eigentlich macht ihr eigene Musik. Sind nach dem Erfolg der Coverversion weitere solche Projekte geplant?
Elisabeth:Wir wollen jetzt die Aufmerksamkeit schon eher auf unsere eigenen Songs lenken, aber ich persönlich schließe eine weitere Coverversion nicht aus.
Nikolaus:Ich schließe das auch nicht aus, wenn mir auch unsere eigenen Songs vielleicht noch ein bisschen mehr bedeuten. Wer weiß, vielleicht wird es auch einmal ein eigenes Album nur mit Coversongs geben, aber das ist jetzt schon fast zu weit in die Zukunft gedacht.

www.music-news.at:Wer sind musikalisch eure Vorbilder?
Elisabeth:Für mich schließt French On Friday an eine Zeit an, in der die Popmusik den Zuhörern noch was zugetraut hat, noch bevor sie geschrumpft ist auf drei Akkorde und sich melodisch nur noch innerhalb einer Quint bewegen durfte. Als mehr Wert gelegt wurde auf Komposition und nicht nur auf Produktion. Damals war noch so viel möglich, und es gab im Pop eine große Vielfalt. Von Joni Mitchell bis Elton John, Queen bis Billy Joel oder Kate Bush. Natürlich kann Schlichtheit auch berühren, aber ich finde nicht, dass man die Intelligenz des Publikums unterschätzen darf.
Nikolaus:Ich habe im Gegensatz zu Elisabeth in meiner Jugend alles, was Mainstream war, eher abgelehnt, war also auch nie Fan irgend eines Pop-Stars oder so. Elisabeth weiß ja zu jedem Song, den sie hört, praktisch jeden Interpreten und kennt Hintergründe und so weiter. Ich habe Popmusik aber eher unbewusst abgespeichert als aktiv gehört. Dass es unter Pop-Künstlern auch regelrechte Genies gab, ist mir erst später beim aktiven Hören bewusst geworden.

www.music-news.at:Ihr selbst seid aus Österreich, nennt euch „French On Friday“ und singt auf Englisch. In welcher Sprache meint ihr, dass Gefühle und Emotionen am besten Ausdruck verliehen werden kann?
Elisabeth:Ich glaub, dass man sich nur in der eigenen Muttersprache wirklich authentisch ausdrücken kann. Und das ist beim Songwriting wichtig. Da ich ursprünglich aus Südafrika stamme, ist das bei mir halt Englisch. Um ein internationales Publikum zu erreichen, ist Englisch zwar ein Vorteil, aber mit einem starken Akzent gelingt es nur selten, international erfolgreich zu sein. Mir fällt gerade nur Björk ein, bei der aber der Akzent Teil vom schrägen Gesamtkonzept ist. Dass Deutsch super funktionieren kann, zeigen Bilderbuch und Wanda.
Nikolaus:Jede Sprache hat ihre eigene Sprachmelodie, natürlich auch dialektabhängig. Die Musik sollte ja auf jeden Fall zur Sprache passen, oder umgekehrt. Deshalb klingen auch z.B. deutsche Versionen von original englischen Songs oft eher peinlich, obwohl nichts geändert wurde als die Sprache. Unsere Lieder sind englisch, weil Elisabeth sich da beim Texten zu Hause fühlt – und meine Musik passt sich da an, keiner dieser Songs, die ich für FOF geschrieben habe, würde wohl so richtig gut in einer anderen Sprache funktionieren. Sollten wir jemals auch deutsche Lieder machen – man soll ja nie etwas ausschließen – würde die Musik sicher auch ganz anders klingen.

www.music-news.at:Dürfen die anderen Bandmitglieder auch bei der Erstellung von Text und Musik mitwirken, oder machen das nur Elisabeth und Nikolaus?
Elisabeth:Es ist da weniger eine Frage des Dürfens, aber Nikolaus und ich haben French On Friday schließlich deswegen ins Leben gerufen, um für unsere Songs eine Plattform zu schaffen. Und ich glaub, die anderen sind recht zufrieden mit unserer Arbeit!
Nikolaus:Elisabeth und ich machen die Songs im Prinzip fertig, Kleinigkeiten werden dann aber durchaus noch beim Proben angepasst. Das bewährt sich so.

www.music-news.at:Es gibt Gerüchte über eine CD. Dürfen sich die Fans darauf freuen und wie sieht es mit Live-Auftritten aus?
Elisabeth:Wir haben uns ja erst vor sechs Wochen offiziell der Öffentlichkeit präsentiert, daher stehen wir noch ganz am Anfang. Natürlich würden wir am liebsten bald ein Album produzieren – die Songs dafür gibt es schon. Dazu müssen aber noch einige Gespräche geführt werden. Live starten wir im Herbst.
Nikolaus:Dass es ein Album in mittelfristiger Zukunft geben wird, steht außer Frage. Wann und wo genau, werdet ihr rechtzeitig erfahren!

Das sind doch tolle Neuigkeiten! Music News bedankt sich bei den Musikern herzlich für ihre Antworten und freut sich gemeinsam mit den Fans von French On Friday auf weitere Projekte! Wer das Video der Coverversion noch nicht kennt, sollte unbedingt mal reinhören:

Credits:
Photo by French On Friday

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