Er produziert für große Namen und beschert den Beats den richtigen Bounce

Der Künstler baut Instrumentals, die diese gewisse wohlige Wärme ausstrahlen. Heute bekommen wir es mit Mario Skakalo aka Freshmaker zu tun. Der Produzent steht exclusiv bei Sony/ATV Music Publishing unter Vertrag und kann auf eine beeindruckende Discographie zurückblicken.

Der Top10 Producer zählt wohl momentan zu den meistgefragten heimischen Musikern, wenn es um hitverdächtige Beats geht. Der gebürtige Kroate aus dem Westen Wiens ist einer der wenigen heimischen Hip-Hop Produzenten, die nicht nur auf Chart-Einstiege oder millionenfach angeklickte Songs zurückblicken kann, sondern mittlerweile auch den Anschluss an die internationale Hip-Hop Szene finden konnte.

2014 veröffentlichte der Künstler das Producer Album „Checkpoint“, dass durch große Namen und eine selten dagewesene musikalische Bandbreite glänzte. Das Album, welches einen neuen Downloadrekord geknackt hat, wurde mittlerweile über 50.000 mal heruntergeladen. Ob traplastiger Clubhit, melodiöser Thementrack, Auf-die-Fresse-Banger oder gefühlbetontes Liebeslied. Die Variabilität und der frische Raumklang seiner Produktionen können als besondere Stärken betitelt werden. Der Beatbastler schraubte bereits für die Creme de La Creme der Deutschrap Szene, namentlich Kollegah, Kontra K, Vega oder Farid Bang, aber auch für Superstars aus dem Balkan, wie Juice oder Frenkie. Wir haben es hier also mit einem Ausnahmekünstler und einem interessanten Mensch zu tun.

music-news.at:Du hattest früher Unterricht an einer Musikschule (Cylophon Klavier, Gitarre). Inwieweit hat das deinen musikalischen Stil beeinflusst? Spielst du selbst noch Instrumente ein?
Freshmaker:Beeinflusst hat es mich kaum, da ich als Kind nur Schullieder beziehungsweise in der Kirche gespielt habe. Aber es hat mir enorm geholfen, was das Notenverständnis betrifft und somit die Arbeit drum herum – die Beats zu bauen und die Melodien einzuspielen.

music-news.at:Produzenten Alben sind in Deutschrap Szene eher ein rares Gut. Wie kam es zustande das „Checkpoint“-Album mit weit über 30 zum Teil sehr prominenten MC’s zu stemmen bzw. zu realisieren?
Freshmaker:In den letzten Jahren habe ich viele Rapper kennengelernt, teilweise auch persönlich, und auch mit ihnen für deren Alben zusammengearbeitet. Somit sind auch viele Freundschaften und Connections entstanden. „Checkpoint“ war schon vor Jahren ein Ziel und ich hätte nicht ansatzweise gedacht, dass so viele prominente und begabte Künstler direkt zusagen würden und sich am Projekt beteiligen wollten.

music-news.at:Wird es einen Nachfolger oder ein zweites Produzenten Album geben, kannst du da schon ein paar Details verraten?
Freshmaker:Die Grundidee ist da, aber es wurde noch nichts aufgenommen oder konkreter geplant – mal sehen was kommt. Seid gespannt.

music-news.at:Was ist deine Meinung zu Ghost-Producing bzw. Ghost-Writing?
Freshmaker:Beim Produzieren sehe ich es eher gelassener, da es eine gute Möglichkeit ist im Hintergrund unentdeckt Beats und Melodien zu basteln, ohne Fame-Gedanken oder ähnliches. Beim Writing sehe ich es etwas strenger, da ich finde, dass ein vollwertiger MC sowohl textlich als auch flow und performmäßig glänzen muss.

music-news.at:Da stimme ich dir voll zu, könntest du dir auch mal vorstellen in andere Musikstile einzutauchen?
Freshmaker:Auf jeden Fall – die Pop- und RnB Richtung, typische Radiomusik eben, würde mich sehr reizen.

music-news.at:Ich stelle ab und an gerne nicht musikrelevante Fragen, um den Mensch hinter der Kunst auch etwas kennen zu lernen: Was ist das Peinlichste, das du je erlebt hast?
Freshmaker:Ich habe mal eine Wette verloren und der Einsatz war in einem Hotel (bei einem Schulausflug) einmal nackt nur in Boxershorts und einer Boxershort am Kopf ganz runter und wieder raufzufahren soll. Da es spät Nachts war, dachte ich mir „easy“ – blöd nur dass der Aufzug im Erdgeschoss stehengeblieben und Familien mit Kleinkindern eingestiegen sind.

music-news.at:Sehr lustiger Moment, welchen deiner Songs würdest du einem fremden Menschen vorspielen und warum?
Freshmaker:Juice ft. Kid Pex – Kako je u Becu, da es die erste von mir produzierte Single war, die die 1 Million Marke auf Youtube geknackt hat, es einen Riesenhype am Balkan um dieses Lied gab, ich im Videoclip zu sehen bin, es den Titel „Wie ist es in Wien?“ trägt und auf harten Gangsta machen musste beim Videodreh.

Freshmaker Promo, (c)

Freshmaker Promo, (c) Alexandar Petronijevic

music-news.at:Wie sieht denn dein Equipment, sprich deine DAW konkret?
Freshmaker:Fruity Loops, verschiedene VST wie z.B. Omnisphere, Nexus, Massive, ein Samson Graphite 49 Keyboard, Beyerdynamics Customone Pro Kopfhörer, KRK Rokit 5 Monitore

music-news.at:Was ist dein absolutes Lieblingsplugin? Erkläre bitte kurz dem Leser die Funktionsweise.
Freshmaker:Definitiv Effectrix, hier kann man dem Beat einen gewissen Pfiff geben indem man verschiedenste Effekte wie Tonabfolgen loopen, runterfaden, die hohen oder tiefen Frequenzen für einen gewissen Bereich herausheben oder langsam die Melodie stoppen, z.B. für Breaks

music-news.at:Gibt es in einer Teefabrik Kaffeepausen?
Freshmaker:Nein, wäre ja sonst paradox.

music-news.at:Gute Antwort. Was fasziniert dich noch außer Musik, was macht Freshmaker in seiner Freizeit, was sind deine Hobbys?
Freshmaker:Alles was mit Fußball zu tun hat – Transfers beobachten, Fußballwetten, Fifa spielen, selbst Fußballspielen und über Fußball diskutieren.

music-news.at:Welche Musik hörst du im Moment privat, hast du einen Geheimtipp für uns?
Freshmaker:Von den Deutschrap Sachen aktuell SSIO und ansonsten alles was so im Radio läuft.

music-news.at:Schenke uns bitte eine Lebensweisheit?
Freshmaker:Auch kleine Schritte können entscheidend sein und etwas Großes bewirken.

music-news.at:Seit wann machst du denn schon deine Workshops? Gibt es Schüler, die immer wieder zu dir kommen? Wurden schon definierbare Erfolge erzielt?
Freshmaker:Ich mache das seit 2015 ein paar Mal im Jahr und Teile meine Weisheiten mit den Schülern. Es gibt auf jeden Fall ein paar einzelne Stammkunden die sich von Monat zu Monat weiter entwickeln. Wenn meine Tipps den Schülern helfen und noch die mehr Spaß an der Sache haben, ist es für mich ein toller Erfolg.

music-news.at:Beats basteln ist eine Herzensangelegenheit für dich, sprich du machst es nicht (nur) wegen dem Geld? Arbeitest du eigentlich noch nebenbei bzw. seit wann ist die Musik dein Hauptberuf?
Freshmaker:Beats erfüllen mich mit Freude, daher mache ich es natürlich nicht nur wegen dem Geld. Irgendwann kam nur eben der Punkt, dass aus einem Hobby ein professioneller Beruf für mich wurde. Seit zwei Jahren mache ich es hauptberuflich, habe aber auch noch zwei andere Standbeine, damit ich einen gesunden Stress und etwas Abwechslung habe.

music-news.at:Welche non Hip-Hop Künstler haben dich am meisten inspiriert?
Freshmaker:2Pac wäre jetzt hier so eine Standard-Antwort, jedoch ist dem gar nicht so. Vor meiner Producerzeit hatte ich mit Hiphop so gut wie gar nichts am Hut und auch wenn es jetzt etwas komisch klingt: Scooter, Gigi D’Agostino und The Prodigy waren meine damaligen Helden.

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