Das kesse bayrische Mädel mischt alle auf und die Karten neu – let´s go!

Ich sitze heute am 22.07.2015 hier im Biergarten im kleinen idyllischen niederbayrischen Simbach am Inn zur Grenze Braunaus mit Gabi Grübert aka. „Die Gabii“ auf einen kühlen Radler und ein deftiges Schnitzel. Gabi, 23, die man spätestens seit ihrem DSDS Auftritt kennt, hat schon einige Casting Erfahrung und möchte uns in Zukunft auch weiterhin entertainen!

www.music-news.at: Hallo Gabi wie geht’s dir heute bei dem heißen Wetter da draußen?

Die Gabii: BULLENHITZE!!!

www.music-news.at: Du hast mit 15 Jahren angefangen zu rappen, was war denn dein Beweggrund?

Die Gabii: Ein Freund kam zu mir und wollte aufnehmen – er ist damals auf die Idee gekommen Rapsongs zu schreiben und aufzunehmen – ich wollte das dann auch.

www.music-news.at: Was war dein musikalischer Einfluss in der Zeit, hast du da schon Rap gehört?

Die Gabii: Ja, ich hab damals Rap gehört, so Sachen wie Aggro Berlin, die Sekte, Kool Savas, Samy Deluxe.

www.music-news.at: Und davor so?

Die Gabii: Davor war ich in einem Internat, das war schon eine ganz eigene Welt.

www.music-news.at: Möchtest du darüber sprechen warum du im Internat warst?

Die Gabii: Ich wurde mit sieben Jahren gefragt, ob ich in einem Internat wohnen wollen würde, was ich cool fand, da ich dachte es wäre wie bei „Schloss Einstein“, allerdings war lange Zeit kein Mädchen dort, also war ich alleine unter etwa 20 Jungs, da Mädchen erst nach und nach zugelassen wurden. Außer den Jungs und mir, waren dort auch Klosterschwestern, mit denen wir dreimal am Tag gebetet haben.

Ich wollte immer schon ein Junge sein

www.music-news.at: Hat die Zeit dort auch eine prägende Rolle für dich als Rapperin gespielt?

Die Gabii: Ich war damals schon sehr burschikos, wollte immer schon ein Junge sein und ich glaube auch, dass rappen eher so eine Jungensache ist, aber so allgemein haben wir dort keine Musik gehört, kein Fernsehen geschaut, es wurde abends Schach gespielt, Kartenspiele gemacht oder gelernt. Wir haben von der Außenwelt gar nichts mitbekommen.
Das war ja gerade die Zeit, in der jeder einen Gameboy hatte oder ein Handy und wir hatten zum Glück davon nicht viel mitbekommen, es war auch eher uninteressant für uns.

www.music-news.at: Wie kam dann dieser Wandel von Klosterfrau Melissengeist, zu „wenn ich mit 10 Kerlen im Bett lieg, bin ich nicht schlampig, sondern hab ich mir gegönnt Gabii“?

Die Gabii: Als ich mit 14 1/2 aus dem Kloster raus kam, war ich erstmal frei und wollte die Welt entdecken. Ich hab dann sehr wenig für die Schule getan, ich wurde auch damals gemobbt, weil ich anders war, versteh ich natürlich, dennoch war mir mein Image wichtig, dass mich die Leute auch mögen. Ich war schon immer ein Clown gewesen, ein richtiger Klassenkasper und durch diesen Jungen der zu rappen angefangen hatte, hab ich dann auch Bock drauf gehabt. So entstand mein erster Künstlername: Lady G-Pit, denn mir wurde klar, dass jeder Rapper einen Künstlernamen braucht, an dem man ihn erkennen kann.

www.music-news.at: Und wie kamst du dann auf die Idee zu einem Casting zu gehen, das war ja dann relativ bald schon.

Die Gabii: Ich habe eher weniger aufgenommen, sondern bin viel mehr zu Castings gegangen. Beim ersten Casting war ich 15, da war ich bei „Das Supertalent“, 2008, und bin aber nach dem ersten Casting gleich wieder ausgeschieden, bin dann aber auch zu Castings aus der Region, wo ich gerappt hab auf der Bühne.

www.music-news.at: Dann kamen die Castings 2013 nochmals bei „Das Supertalent“ und 2014 bei „DSDS“ ?

Die Gabii: Ja, allerdings muss ich sagen, dass ich in der Zwischenzeit aufgehört habe zu rappen, weil es nicht altersgemäß war, wie ich damals fand und gesellschaftlich inakzeptabel, da ich in einer Beziehung war. Nach meiner Trennung 2013 jedoch, fing ich wieder an zu rappen und ging als erstes wieder zu „Das Supertalent“. Dort hab ich auf bayrisch gerappt, da ich die Inspiration dazu vom BBOU hatte und Liquid, zwei Mundartrappern aus Bayern. Da dachte ich mir, was die können kann ich auch, ausserdem wäre ich dann das einzige Mädel auf der ganzen Welt, das auf bayrisch rappt.

Die Gabii

Weisst du wie mein zweiter Künstlername entstand? „Die Gabii“, weil immer wenn ich irgendwas angestellt hab oder Blödsinn machte…

www.music-news.at: Wer wars? – Die Gabi!

Die Gabii: Ja genau…

www.music-news.at: „Die Gabii“ hat dann quasi ihr eigenes Image bekommen und hat mit Gabi Grübert nicht viel gemein. Aber zurück zu den Castings.

Die Gabii: Ja ich weiß noch ganz genau, dass mir der Dieter einen blöden Spruch drückte: Gabi dich möchte man wirklich ganz lang in den Arm nehmen – pause – und dir den Mund zuhalten!

Also beim ersten Casting kommen ja alle und werden aussortiert, es werden hundert Leute angerufen, die dann tatsächlich vor die Jury kommen und die Sendung auch ausgestrahlt wird. Ist halt bloß soweit weg, in Bremen oder Wiesbaden war es letztes Mal.

Im August 2014 wurde ich von der Produktionsfirma von DSDS angerufen und die meinten: Ja wir kennen dich, und haben dich bei das Supertalent gesehen, möchtest du dieses Jahr bei uns dabei sein? Ich hatte natürlich Bock drauf und bin dann gleich nach Köln zum zweiten Casting ohne zum Vorcasting zu müssen. Und kurz darauf meinten sie, dass es cool wäre, wenn ich einen Raptext schreiben würde, also hab ich in 14 Tagen einen Beat ausgesucht, den von Macklemore: Can´t hold us“, ich finde der spornt sehr stark zum Schreiben an, und hab dementsprechend dann auch einen Text auf die Jury geschrieben.

www.music-news.at: Normalerweise singen oder rappen die Künstler dort doch ein Cover von einem Song per Playback?

Die Gabii: Ja, aber sie wollten, dass ich einen eigenen Text performe, und da dachte ich ich mach gleich etwas persönliches für die Jury. Aber da die Zeit zu knapp war, hatte ich leider auch viele Texthänger, weil der Text nicht richtig saß, aber jetzt kann ich den schon auswendig.

www.music-news.at: Sie baten dich zu singen, weil sie deinen Rap nicht ganz zu überzeugen schien.

Die Gabii: Ja ich musste leider singen, obwohl ich ihnen im Vorhinein gesagt habe, dass ich nicht singen kann und es auch nicht will, sondern dass ich dort bin, um Show zu machen, Spaß zu haben und, weil ich rappen möchte. Hab dann von Helene Fischer was gesungen, was ich jetzt persönlich nicht so nice fand. Den hab ich extra noch in den zwei Wochen geübt, als Backup falls es mit dem rappen nicht klappt.

www.music-news.at: Du durftest ja dann wirklich zum Recall! Was geschah dann?

Die Gabii: Wir haben am selben Abend noch Songtexte bekommen, die wir bis zum nächsten Tag auswendig lernen mussten, plus der Performance mit der Gruppe, die bis zum nächsten Morgen sitzen musste.
Ich glaube, ich war die Einzige, die vor zwölf schon im Bett war, während die anderen die ganze Nacht durch geübt haben. Ich muss ja schauen, dass ich meinen regelmäßigen Schlaf bekomme, Schlaf ist mir sehr wichtig. Auf jeden Fall ist es schwierig, weil man das ja alles irgendwie auch finanzieren muss und schauen muss, wie es mit der Arbeit funktioniert, und alles aufzugeben um dann auch noch keine Gewissheit drüber zu haben wie weit man überhaupt kommt, ist natürlich scheiße.

www.music-news.at: Man kennt dich ja auch von Juliensblog und den VBT Battles…

Die Gabii: Beim VBT hab ich mitgemacht 2013 als ich wieder zu rappen angefangen habe nach der Trennung, und da ich schon immer mal beim VBT mitmachen wollte, hab ich mir gleich ein paar Leute gesucht, die mich unterstützten, fürs Video, für den Beat für den Schnitt etc. Und ich wurde da auch extrem gefeiert aber auch extrem gehated.

www.music-news.at: Ja, das bringt das Business wohl mit sich, einerseits gefeiert werden andererseits gehated. Wie gehst du denn mit diesem Hate, dieser negativen Kritik von anderen eigentlich um?

Die Gabii: Ich hab das alles sehr ernst genommen und es hat mich auch sehr traurig gemacht, aber irgendwann interessierte es mich nicht mehr.

www.music-news.at: Finde ich echt gut, ich erlebe dich hier auch als offene, starke, sehr sympathische Frau die mit beiden Beinen fest im Leben steht und genau weiß was sie will. Was kann man in der nächsten Zeit von dir musikalisch so erwarten? Gibt es ein Album? Oder ein weiteres Casting?

Die Gabii: Ich war erst bei einer Castingshow von Kay One „Sängerin gesucht“ auf RTL2, bei der er eine Sängerin gesucht hat und da hab ich natürlich auch Show gemacht, es wird im Januar ausgestrahlt.
Ein Album oder Feature ist nicht geplant, es ist auch sehr aufwändig, man braucht ein Aufnahmestudio, Produzenten für Beats und Mastering, vielleicht jemanden für ein Video, und ich bin ehrlich gesagt jemand, der für alles was er macht bezahlt werden möchte. Ich schreibe erst dann einen Text, wenn ich weiß ich gehe zu einem Casting. Für mich sind Alltagsdinge wie Haushalt, Schlaf und mein Privatleben viel wichtiger, deshalb würde ich mich auch nie als Musikerin bezeichnen oder mich als eine echte Rapperin sehen. Ich mach das tatsächlich nur, wenn es sich für mich ergibt.

www.music-news.at: Schön, dass du das so offen ansprichst. Wie kam es denn eigentlich zum Severino Diss „Menschlicher Abfall“ ?

Die Gabii: Er ist mir sehr unsympathisch, dadurch dass ich privat ja sehr konservativ bin, finde ich es nicht so schön wie er ständig seiner Frau fremdgeht und hinter der Kamera immer sein falsches Gesicht zeigte und natürlich auch die Tatsache, dass er sowieso sehr negativ überall präsent ist, da dachte ich, ich schreib einen Track gegen ihn. Und natürlich waren es für mich zwei Fliegen mit einer Klappe, um wieder in den Medien präsent zu sein.

www.music-news.at: Gabi, ich bedanke mich für das nette Interview.

Die Gabii: Ja ich bedanke mich auch, es war sehr angenehm.

Und für alle, die wissen wollen, wie es mit Gabi weitergeht gibts ihr jüngstes Projekt im Januar 2016 auf RTL2.

Foto (c) Gabi

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