Was sind das für Menschen, die Latzhosen als Bühnenoutfits verwenden? Music News ging der Sache nach und verhörte die „Gebrüder Jakob“ anlässlich der bevorstehenden CD-Veröffentlichung.

music-news.at: Hallo, wie läuft es bei den Gebrüdern?
Gebr.Jakob: Danke, zur Zeit geht es uns sehr gut. Wir sind glücklich über unsere erste CD und dass uns unsere Latzhosen immer noch so gut stehen. Nur bei Ferdinand Hopfen (der Gitarrist, Anm.d.Red.) wird die Hose immer kleiner und der Bauch immer größer.

Gebrüder Jakob am stillen Örtchen – (c) Christoph Kocher

music-news.at: Apropos Latzhosen! Wie kam es zu der Idee, diese als Bühnenoutfits zu verwenden?
Gebr.Jakob: Sänger Plankton liebt Tankstellen, Bier und Baustellen. Nachdem er eine Lehre zum Maschinenschlosser erfolgreich absolviert hat, hing seine Arbeitsmontur unverwendet im Schrank seiner Großmutter. Und weil Musik auch ein Handwerk ist, welches man erlernen kann, dachten wir, es wäre nett, diese Arbeitsmonturen auf der Bühne zu tragen. Wir fühlen uns wohl in den blauen Hosen und die Zuseher haben sofort einen Bezug zu uns.

music-news.at: Wir finden, es passt auch gut zu eurer Musik. Am 8.Jänner 2016 erscheint ja eure CD „BUM!TiadlZua“. Wie lange habt ihr an diesem Album gearbeitet?
Gebr.Jakob: Die Lieder dieser CD sind während unserer Proben in Planktons Küche entstanden. Als arbeitslose und untalentierte Bauarbeiter ist es uns leider nicht möglich, teure Proberäume zu mieten, daher proben wir meist in Planktons stimmungsvoller Einöde. Und da wir schon gut aufeinander abgestimmt waren, dauerten die Aufnahmen auch nicht sehr lange.

music-news.at: Ein Lied eurer CD ist „Revolution vom Houns“, im Text ‚grüht‘ sich der ‚Houns‘ eine Taube und fischt seine ‚Forölln‘ aus der Mur. Wozu das Ganze?
Gebr.Jakob: Gute Frage. Im Lied geht es um die Revolution des kleinen Mannes. Er will Grenzen austesten. Es kann aber auch sein, dass er einfach „ned gounz dicht“ ist. Ein dickes Bussi übrigens an Manuel Horvat für die unglaublich inspirierte Regieführung für das dazugehörige Video.

music-news.at: Ein weiteres sehr gelungenes Lied eurer CD ist „Trau di aussa“. Gibt es Personen, an die das Lied gerichtet ist?
Gebr.Jakob: „Trau di aussa“ ist an alle Mitmenschen gerichtet, die zu der Erkenntnis kommen, dass sie viele ihrer Wünsche nicht umgesetzt haben oder nie den Mut hatten, einen Schritt in die Veränderung oder Verbesserung ihrer Lebenssituation zu setzen. Für uns ist es eine Hymne an den Ausbruch aus dem Unglücklichsein.

music-news.at: Beim Rostfest in Eisenerz hattet ihr angeblich auch eine Hymne?
Gebr.Jakob: Stimmt, wir waren beim Rostfest 2015 mit dabei und wollten ein eigenes Lied für dieses Festival schreiben. Das Lied „Rostler“ kam dann so gut bei den Festivalbesuchern an, dass wir es auch im Studio aufnehmen werden. Wir pilgern jährlich zu Fuß nach Eisenerz, wir lieben das Rostfest und wir freuen uns, dass wir dem Rostfest auch etwas Positives zurückgeben konnten.

music-news.at: Ein weiteres sehr gelungenes Lied eurer neuen CD ist „Verirrt“. Anscheinend geht es darin um die Abrechnung mit einer Beziehung?
Gebr.Jakob: Abrechnung ist wohl etwas zu hart formuliert. Kategorisieren wir es eher mit Aufarbeitung. Zu „Verirrt“ gibt es übrigens auch ein Video auf YouTube.

Gebrüder Jakob – von unten (c) Christoph Kocher

music-news.at: „BUM!TiadlZua“ nennt ihr euer neues Album. Gibt es Gründe für diesen ungewöhnlichen Titel?
Gebr.Jakob: Wir wissen es selbst nicht genau. Am CD Cover sieht man eine Tür, vor der wir stehen. Es könnte sein, dass es einen Zusammenhang gibt. Dieser wurde aber von offizieller Seite noch nicht bestätigt. Interpretationsspielraum für Nasenbohrende. Vielleicht haben wir bis zur CD-Präsentation am 8.Jänner 2016 im Grazer Scherbenkeller eine Antwort auf diese Frage.

music-news.at: Wie lange musizieren die Gebrüder Jakob schon zusammen?
Gebr.Jakob: Die Gebrüder Jakob gibt es seit ca. zwei Jahren. Unser erstes Video Tankstön Schurl lehrte uns, dass unsere Lieder sehr gut ankommen, daher versuchen wir seither, unsere Freude an diesem Freundschaftsprojekt an unser Publikum weiterzugeben.

music-news.at: Wie kam es zum Namen Gebrüder Jakob?
Gebr.Jakob: Unser Gitarrist Ferdinand Hopfen wollte uns ja zuerst „Kreutzfeld Jakob“ nennen. Die Band nach einer Krankheit zu benennen, war uns aber dann doch etwas zu herb, und da Freundschaft einen hohen Stellenwert bei uns hat, nannten wir uns schlicht und einfach „Gebrüder Jakob“.

music-news.at: Habt ihr auch Pläne für die Zukunft?
Gebr.Jakob: Der Spaßfaktor ist ja bei uns sowieso schon am Zenit, aber natürlich wollen wir viele Konzerte spielen und unseren Spaß mit unserem Publikum teilen. Und viele Lieder schreiben! Möge unsere Musik in Kombination mit den Latzhosen die Menschen weiterhin glücklich, nein überglücklich machen.

music-news.at: Wo findet man euch im Internet?

Gebrüder Jakob – Yoga (c) Christoph Kocher

Gebr.Jakob: Eigentlich überall – Soundcloud, Facebook, I-tunes, Amazon, You Tube, Pornhub u.s.w.. Am Besten unsere Facebookseite liken, da findet man die aktuellsten Infos.

music-news.at: Abschließende Frage: Welches ist euer Lieblingsbier?
Gebr.Jakob: Für drei von uns ganz klar der „Gruabnhund“ – ein Bier aus der Eisenerzer Brauerei. Unser Cajonspieler Baron Rot trinkt kein Bier, er steht auf Cola Rot.

music-news.at: Danke für das Gespräch.

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