Mal trashig, mal böse – der erfahrene Rapper kreiert seine Musik nach eigenen Vorstellungen.

In den Straßen von Wien West entstanden im Jahr 1994 gemeinsam mit seinem Cousin Rope die ersten Lyrics der „Grünen Faust“. In dieser Zeit traf GF da Greenfist erstmals auf DP. Die folgenden Jahre waren von Freestyle Sessions und Liveauftritten geprägt. Diverse Projekte und Untergrundproduktionen, die jedoch nie veröffentlicht wurden, folgten. 2005 gründete GF das Wiener Independent Label GFMastaRecords.

Über die Jahre entstanden auch zahlreiche Kollaborationen mit den verschiedensten internationalen Produzenten und Artists wie zum Beispiel: Alterbeats, Snowgoons, Anno Domini, General Degree, Rikkanati of Shady Records, SPINZ,Venom, Lord Lhus oder Block MacCloud. Sein Stil zeichnet sich vor allem durch die düsteren, provokanten, punchline- und reimketten-lastigen Battle und Doubletime Lyrics und seinem partyorientierten RaggaStyle aus, wobei er sich immer zwischen den Welten von Licht und Schatten bewegt. Ebenfalls werden die Reime stark von der Comic- und Popkultur der 90er Jahre beeinflusst.

Des Weiteren blickt der Rapper auf eine beachtliche Vergangenheit an Liveauftritten zurück. Der MC war Support Act von US-Superstar 50 Cent, spielte in großen Hallen, auf diversen Festivals und Open Airs. Im Moment läuft die Produktion zu den beiden neuesten Alben „Purple Green“ (GreenFist Chronicles Part2) und „Dealer Muzik“ auf Hochtouren. Beide Tonträger werden vermutlich 2016 veröffentlicht.

Wir haben dem Artist einige Fragen gestellt und bekamen unterhaltsame Worte zurück.

music-news.at: Man kann dich getrost als eine Wiener Untergrund-Legende bezeichnen. Wie waren die Ursprünge, wer hat dich zum Rap gebracht? Gab es einen Impuls oder damalige Vorbilder?

GF da GreenFist: Den Legendenstatus müssen andere Leute beurteilen. Es gibt allerdings sicherlich einige Legenden Erzählungen auf den Straßen von Wien West, die meine Person oder GF Masta Records betreffen, die sich die Leute erzählen. Das Einzige was ich mit Sicherheit sagen kann, ist: Ich bin schon ziemlich lange in diesem Game, man versucht nicht so darüber nachzudenken, aber es müssen so um die 20 Jahre sein. Also irgendwann in grauer Vorzeit, als die ersten Rap-Dinosaurier gerade mal aus der Ursuppe krochen und aus ihren Eiern schlüpften, gab mir mein Homie Aydin mal eine Ice Cube CD, woraufhin ich anfing mich mit Rap zu beschäftigen.
Wu Tang, Snoop Doggy Dogg, Dr. Dre – eben das ganze alte Zeug. Schließlich zeigte ich meinem Cousin ROPE das erste Ghostface Killah Album „Ironman“, worauf dieser wiederum auf Rap abflashte und er irgendwann der Meinung war, wir müssten das auch selber mal probieren (damals noch auf Englisch). Seit diesem Tag hören und machen wir beide Rap, der Rest ist History. Was Vorbilder anbelangt muss ich sagen, dass man sicherlich öfter durch die Sachen, die man hört oder andere Dinge beeinflusst wird, diese jedoch als Vorbilder zu bezeichnen wäre in meinem Fall aber nicht zu 100 Prozent zutreffend.

music-news.at: Kannst du von der Musik leben?

GF da GreenFist: Definitiv könnte ich mir ein Leben ohne Musik nicht mehr vorstellen. Musik ist für mich wie Atmen, sie hält mich am leben. Ich kann nicht klagen.

music-news.at: Auf dem „GFMastaPorn-Sampler“ gibt es Gastauftritte diverser Wiener Rotlicht- beziehungsweise Pornogrößen. Was war die Intention, wie kam der Kontakt zustande?

GF da GreenFist: Da ich früher an Pornoproduktionen etc. beteiligt war und direkten Zugang zur Szene hatte, schien es irgendwie naheliegend für mich meine ganzen damaligen Freunde und Bekannten mit auf die Platte zu packen. Da Rap für mich generell auch viel mit Sex und Gewalt zu tun hat, lag es ebenfalls nahe die Produktion auf diese Art und Weise zu verwirklichen und die gewonnene Eindrücke und Erlebnisse darin zu verarbeiten.

music-news.at: Dein Lieblingsobst?

GF da GreenFist: Melonen natürlich (lacht).

music-news.at: Mit welchen Stichworten würdest du deinen Stil treffend beschreiben?

GF da GreenFist: Verrückt, technisch, schnell, einzigartig und unberechenbar, weil du bei mir nie genau weißt, was dich als nächstes erwartet. Einmal ist es Ragga, ein andermal dreckiger Battle Rap. Manchmal siehst du mich in dunklen Gassen mit Gesindel chillen, ein andermal reite ich mit Elfen auf steinernen Golems durch semireale Comic Hintergründe. Licht und Schatten…

music-news.at: Wie ist deine Meinung zu Moneyboy?

GF da GreenFist: Da er sein Ziel und seine Vision stetig weiterverfolgt muss man respektieren. Mit gecoverten Songs und nicht vorhandener Technik und nicht vorhandenen Skills konnte ich mich allerdings jedoch noch nie so wirklich identifizieren. Ich finde es überhaupt ein wenig schade, dass man österreichischen Rap oft auf diese Comedy Schiene reduziert, denn es gibt hier sicherlich einen ganzen Haufen an talentierten MC´s, die nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie vielleicht verdienen, weil sie einen ernstzunehmenden Zugang zu ihrer Musik haben und dadurch eine nicht so breite Zielgruppe ansprechen. Aber dies ergibt sich vermutlich wiederum aus dem Umstand heraus, dass die Leute einfach gerne lachen beziehungsweise sich gerne über schwächere oder weniger talentiertere Leute aufregen.

GF da Greenfist, Promo (c) GFMasta Records

GF Promo
(c) GFMasta Records

music-news.at: Welches Interesse verfolgst Du mit deiner Kunst?

GF da GreenFist: In Sachen Lyrics stelle ich hohe Ansprüche an mich selbst was die technische Seite angeht. Bei mir dreht sich alles um Reimketten, Double Rhymes, Punchlines, Doubletime etc., wodurch sich zeitweise sehr komplexe Reimgebilde ergeben, die nicht unbedingt für Jedermann leicht zugänglich sind. Ansonsten habe ich nur das unbedingte Bedürfnis meine Visionen zu verwirklichen und sie auf Tracks beziehungsweise Videos zu bannen, wie sie sich in meinem Kopf befinden.
Dieser ganze Prozess ist für mich so, als würde ich ein Bild malen, daher geht es mir in erster Linie darum Eindrücke zu schaffen beziehungsweise die gewonnen Eindrücke zu verarbeiten. Der kommerzielle Aspekt ist daher für mich völlig nebensächlich. Dies gibt mir wiederum die Chance exakt das machen zu können, worauf ich gerade Lust habe.

music-news.at: Der letzte richtig gute Film, den Du gesehen hast?

GF da GreenFist: Fuck me if u can.

music-news.at: McDonalds oder Burger King?

GF da GreenFist: Champagner und Caviar.

music-news.at: Deine Hobbys?

GF da GreenFist: Bitches and Marihuana.

music-news.at: Für welchen Song hast du am meisten geschrieben und warum?

GF da GreenFist: Diese Frage ist für mich nicht so einfach zu beantworten, da es Songs gibt, die ich bereits über Jahre hinweg immer wieder mal weiter schreibe. Da ich darin Themen verarbeite, die nicht unbedingt einfach sind. Ich denke jeder MC kennt sowas. Manchmal ist ein Part in zehn Minuten fertig und manchmal dauert es eben etwas länger. Natürlich kommt es auch darauf an, ob es sich um themenbezogene Songs oder einfach nur Battle oder Representer Tracks handelt. Von den zuletzt veröffentlichten Songs habe ich definitiv am längsten für „PAN“ geschrieben, da es sich hierbei um einen Konzeptsong handelt, mit dem ich auch eine bestimmte Message ausdrücken wollte.

GF Live (c) GFMasta Records

GF Live
(c) GFMasta Records

music-news.at: Deine Videos sind etwas trashig gehalten. Manche feiern das, manche auch nicht. Wie kam es dazu?

GF da GreenFist: Meine Arbeiten sind stark beeinflusst von Comics, Wrestling, Videogames und den Trashmovies der 80er und 90er. Diese Eindrücke verschmelze ich zu einem Konglomerat aus neuartigen Effekten und der Realität der Straßen von Wien West. Daraus ergibt sich manchmal dieser spontane und ganz eigene Look. In näherer Zukunft sind auch einige Projekte mit cineastischem Hintergrund geplant, aber ich will mich dahingehend nicht limitieren.

music-news.at: Gibt es eine Frage, die Du Dir immer wieder selbst stellst?

GF da GreenFist: Wie besiegt man eigentlich den Technodrom-Endboss bei Teenage Mutant Ninja Turtles für NES?

music-news.at: Wie schätzt du die derzeitige Entwicklung von Hip-Hop in Österreich ein?

GF da GreenFist: Im Vergleich zu früher gibt es hier sicherlich sehr viele talentierte MC´s und das generelle Verständnis von Hip-Hop hat sich zum Besseren entwickelt. Als ich zu rappen begann, war es hier noch wie in Deutschland zu Beginn von Rap. Von harten Lyrics oder gar Gangsta Rap wollte hier niemand etwas wissen und wenn du hier irgendwas in der Richtung gebracht hast, warst du sowieso automatisch unten durch und nicht real. Sprich im Vergleich zu Deutschland sind wir auf der Entwicklungsebene immer um ca. fünf Jahre hinterher. Wenn diese Rechnung stimmt, sollte jetzt dann langsam der Zeitpunkt eintreffen an dem die Leute hier so von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, welchen man ungefähr mit dem Status in Deutschland vergleichen kann. Außerdem bin ich stetig am Start und damit beschäftigt diese Umstände zu ändern. Man sollte also mit uns rechnen … GF MastaRecords, DEALER MUZIK, Dark Signz, Wien West for LIFE.

music-news.at: Wenn du Leuten nur einen Song zeigen könntest, welcher wäre das und warum?

GF da GreenFist: In turbulenten Zeiten wie diesen würde ich sagen „Heal the World“ (make it a better place). Ansonsten habe ich noch Festplatten voller Songs von mir, welche ich Leuten aus unterschiedlichen Gründen gerne hören lassen würde. Darunter befinden sich Titel wie zum Beispiel „Bananensaft im Mustang“ oder mein neuestes Projekt „DEALER MUZIK“ mit LXO welche ich vermutlich 2016 rausbringen werde. Man darf also gespannt sein auf viele neue Releases.

music-news.at: Nenne uns deine Top5-Artists in Sachen Flow. Bitte dazu eine kurze Erklärung.

GF da GreenFist: Eine direkte Reihenfolge kann ich nicht bestimmen, da ich viele Artists aus den unterschiedlichsten Gründen feiere.

  • Jada Kiss (Realness)
  • Sean Price (Humor und Punchlines)
  • Tech Nine (fast as fuck)
  • Eminem (starke Technik)
  • Bounty Killer (spielt viel mit seiner Stimme und den Flows)

Eine Antwort

  1. Martin Jovanovic

    Na ernsthaft… Wer interessiert sich für so ein Niemand? Der Typ ist ja lächerlich, nicht nur dass sein gesamtes Image eine Farce ist, nein, er spielt den harten Gangster aus Wien West. Einfach nur peinlich! Wie kommt ihr drauf über solche Musiker ein Feature zu machen? Die Likes auf Facebook sind gekauft, das sieht man doch sofort wenn man sich die Statistiken anschaut! Genau 12,9% seiner Gesamtlikes sind aus Österreich! Der Rest ist aus Brasilien, Kongo, Gambia, Indien, Mexico, USA. Und das für einen Deutschsprachigen Künstler den man absolut nicht versteht??? Schämt euch music-news.at

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