Constantin Luger – Singer/Songwriter, Moderator, Vocal Coach und eine ganz gemütliche ehrliche Haut! Großartig!

www.music-news.at: Wie bist du zu dem geworden, wer du jetzt bist? Wann hast du angefangen Musik zu machen?

Constantin Luger: Mit 12, 13 Jahren habe ich angefangen Gitarre zu spielen. Das war die Guns N’ Roses Zeit und da wollten ja alle Gitarrist werden und Jack Daniels trinken und einen Hut aufsetzen. Kurz darauf habe ich in einer Schülerband als Gitarrist angefangen. Das heißt, ich spiele seit 20 Jahren Gitarre. Mich hat das Aufnehmen auch irrsinnig interessiert. Ich habe dann in meinem Elternhaus im Keller angefangen aufzunehmen und ein Tonstudio im kleinen Rahmen betrieben. Dadurch habe ich einen Haufen junge Bands aufgenommen.
 Nach der Schule habe ich an der Kunstuniversität Toningenieur studiert und nebenbei bei Helmut Weinhandl (Grazer Jazzgitarrist) Gitarre gelernt. Und irgendwann ist die Singerei immer mehr geworden. Ich habe bei einigen Chören als Solist gesungen und habe dann in Wien an der Musikuniversität eine Zulassungsprüfung gemacht, um dort Gesang und Konzertfach (also Oper) studieren zu können. Während des Studiums habe ich bei der Wiener Staatsoper im Chor gesungen. Dann war ich bei den Salzburger Festspielen und habe auch viele Konzertreisen gemacht. Daneben habe ich aber immer Unterhaltungsmusik gespielt. Außerdem hatte ich bei David Lutz Liedunterricht. Man lernt dadurch irrsinnig viel Interpretatorisches.
 Zudem habe ich die Band „The Jailhouse Dogs“ eigentlich als Begleitband mit einem Freund von mir gegründet. Das ist dann aber relativ schnell gegangen, dass die Leute nachgefragt haben und dann haben wir auf 4 bis 5 Personen erhöht. Jetzt sind wir 4 Leute und spielen hauptsächlich Sachen aus den 50er Jahren (Elvis usw.). 
Wir spielen bei Motorradtreffen, Country-Festen und auf der Harley-Davison-Charity-Tour. Ich bin dort zusammen mit Maya Hackfort „musikalischer Botschafter“.
Vor ungefähr einem Jahr habe ich mit den Singer-Songwriter-G’Schichtn angefangen, sozusagen als zweite Schiene neben der Band. Ein bisschen Gitarre spielen kann ich ja.
 Jetzt mache ich vermehrt zu zweit oder zu dritt Auftritte. Das Gespann besteht dann aus meinem Schlagzeuger, der spielt dann Percussions, ich spiele Akustikgitarre, und meinem zweiten Gitarristen, der spielt dann eine zweite Akustikgitarre und dann machen wir so Clubgeschichten. 
Und das mach ich dann auch bei Tattooshows.

www.music-news.at: Wie ist es dazu gekommen, dass du die teilweise größten Tattoo Conventions moderierst?

Constantin Luger: Ich hab in Graz die Tattoo-Convention moderiert und damals war Mario Bart Stargast und da haben wir uns kennengelernt. Er fragte dann, ob ich Englisch kann und ich meinte: Jo. Und dann hat er mich zu seinen Shows nach Amerika (New Jersey, Las Vegas) rübergeholt.

www.music-news.at: Erzähl‘ uns ein bisschen was über dein geplantes Album.

Constantin Luger: Ich hab bereits ein Album „The Tribute to Johnny Cash“ herausgebracht, versuche jetzt aber eher eigene Songs zu featuren. Dieses Jahr soll ein komplett eigenes Album mit eigenen Songs rauskommen.
Es wird ein Soloalbum mit 13 Tracks – ich bin da irgendwie abergläubisch. Ich will aber nicht einfach nur eine CD, wo 13 Lieder draufgespielt sind, sondern es soll „durchkomponiert“ sein. Ich will keine Pausen zwischen den Tracks, sondern die Songs sollen nahtlos ineinander übergehen. Es werden ein Haufen Gastmusiker mit am Start sein, die eine oder andere Überraschung kommt da sicher. Der Mario wird das Artwork zum Album machen und mir ein Cover zeichnen. Es werden irrsinnig viele verschiedene Songs werden, die ich versuche auf eine Schiene zu bringen.
 Geld verdienen ist bei diesem Album aber auch nicht der Plan. Es sollte irgendetwas von mir übrig bleiben, das sich die Leute in 50 Jahren auch noch anhören können. Mir ist das wurscht, ob das Album überhaupt irgendjemand kauft. Ich will sagen können: Das ist mein Statement zu meinem Dasein. Und das soll mich überdauern. Und wenn es nur meine Urenkelkinder anhören zu Weihnachten unterm Christbaum, weil sie eh auf 2000 Stück sitzengeblieben sind (lacht).

www.music-news.at: Du hast eine Songzeile: „I’ve seen the sunrise and the rain and after all“ – Was bedeutet für dich diese Songzeile?



Constantin Luger: Da steckt viel dahinter. Wenn du zum Beispiel diese Castingshows hernimmst. Der wird über Nacht berühmt und bekommt ein riesiges Selbstbewusstsein, die wenigsten packen das aber. Ich kenn‘ das selber von mir. Ich hatte damals einen riesigen Egotrip. Lustigerweise hat die Singerei nie funktioniert. Entweder führt man das auf äußere Einflüsse zurück oder die zweite Möglichkeit: du führst es auf dich selber zurück. Wobei das die wesentlich unangenehmere Variante ist. Du kannst nicht besser werden, wenn du der Meinung bist, du bist der Beste. Das kann dich halt ziemlich niederhauen und das ist einer der Gründe für den Text. Es war „scheiße“, es war gut, aber ich bin noch immer da.

www.music-news.at: Eine zweite Textzeile hätte ich noch: „I was waiting all the time for my music, hidden in the dark“ – Waren deine Songs im Dunkeln versperrt?

Constantin Luger: Erstens ist das etwas selbstironisch. Ich bin früher die ganze Zeit zu Hause gesessen und habe mich gefragt, warum mich niemand anruft. Ich war früher einfach auf einem wahnsinnigen Egotrip (lacht).
Und das zweite, um das es geht, ist, dass ich aufgehört habe, mich zum Songschreiben zu zwingen. Wenn mir etwas eingefallen ist, dann hab ich das aufgeschrieben, auch wenn es nur 2 Zeilen waren. Der 13. Song auf dem Album zum Beispiel ist nur 4 Zeilen lang. Die sind mir irgendwann einmal eingefallen, aber bis heute kam zu diesen 4 Zeilen nichts mehr dazu. Ich hau‘ es trotzdem auf die CD drauf (lacht).

www.music-news.at: Zum Singen – deine Stimme ist doch der pure Wahnsinn. Wie lange braucht man, wie viel Training braucht man, um so eine Stimme zu bekommen, wie du sie hast?

Constantin Luger: Naja, also eine tiefe Stimme hast du oder hast du nicht, das kannst du nicht beeinflussen. Was sehr wohl ein Faktor ist, ist die Stimmausbildung. Ich hab DVDs angeschaut, wo ich vor 10 Jahren gesungen hab und DVDs von jetzt, also nach der Stimmausbildung – das ist wie Tag und Nacht! Wenn die Stimme groß und durchdringend klingen soll, dann musst du bestimmte Frequenzbereiche trainieren. Und was ein großer Faktor ist, sind auch Atemübungen, Körperbeherrschung. Es ist einfach eine muskuläre Geschichte, die genauso trainiert werden muss. Du lernst Schritt für Schritt deine Stimme zu kontrollieren.

www.music-news.at: Deine Stimme hat so eine bestimmte „Baptism-Wirkung“. Wie würdest du deinen Stimm-Sound beschreiben?

Constantin Luger: Also wie gesagt, früher war meine Stimme hell und kratzig und irgendwo „da oben“. Für meine Begriffe halt. Ich hab schon immer eine tiefe Stimme gehabt. In der Volksschule haben sie mich nie mitsingen lassen (lacht). Aber jetzt ist das Körpergefühl einfach anders. Jetzt sing‘ ich von unten heraus. Das mit der Stimme ist aber auch so eine Mojo-Geschichte – entweder es passt, oder es passt nicht. Wenn aber jemand singen kann, dann kann man mit so einem 3-Akkorde-Lied auch einen Hit landen – und fast alle Hits haben nur 3 Akkorde.

www.music-news.at: Würdest du für dich behaupten, dass Johnny Cash der Musiker war, der dich zu dem gemacht hat, der du bist?

Constantin Luger: Ich höre sehr viel verschiedene Musik, Johnny Cash hat aber schon einen sehr starken Einfluss, das muss man schon sagen. Angefangen haben wir aber alle mit Guns N’ Roses. Ich habe zum Beispiel zufällig einmal eine Collectors Edition von „Chinese Democracy“ in der „Bucht“ gefunden und hab versucht mir das Album ohne Vorurteile anzuhören. Und da sind Sachen drauf, die sind mörderisch. Das ist eines der Alben, die ich mir als Vorlage für mein Album hernehme.

www.music-news.at: Trittst du persönlich lieber solo oder lieber mit Band auf? Hand aufs Herz!

Constantin Luger: Ganz ehrlich – ich spiele lieber meine Musik, also Singer-Songwriter Geschichten. Das ist mir ehrlich gesagt am liebsten. Mit der Band ist es auch super, aber da covern wir meistens Lieder und spielen kaum eigene Songs. Mit meinen eigenen Liedern kann ich halt die Geschichten erzählen, die ich transportiere.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.