Über seinen speziellen Zugang zur Musik und das was er daraus gemacht hat…

James Hersey ist ein Beispiel dafür, dass man an das glauben muss, was man macht. Das sympathische Multitalent mit österreichisch – amerikanischer Abstammung hat es jedenfalls mittlerweile geschafft, sich einen Namen zu machen. Vor zwei Jahren wurde man durch seinen Mixtape „Twelve“ auf ihn aufmerksam. Im Februar dieses Jahres erschien dann endlich das lang ersehnte Album „Clarity“. Seine Musik hat sich mit ihm zusammen weiterentwickelt, und zwar zu einer Art klangvollem Electro – Pop Crossover Sound.

James Hersey im Interview

www.music-news.at: Zuerst einmal: Wie geht es dir? Und was sind so deine Pläne für die kommenden Wochen?

James Hersey: (Lacht)… Gut geht’s mir. Bei unserer Tour sind wir jetzt bei der achten Show von neun in Europa und dann geht’s am Montag nach Texas mit zwei Shows. Dann ist diese Milky Chance Tour. Danach bin ich für zwei Shows bei Coachella und eine Show in LA und dann komm ich wieder heim. Also mir geht’s gut, ich bin excited.

www.music-news.at: Bist du generell bei Konzerten aufgeregt oder nervös?

James Hersey: Also nein, nicht negativ, eher positiv. Ich freu mich richtig drauf!

www.music-news.at: Österreicher mit amerikanischen Wurzeln, welchen Bezug hast du zu Amerika?

James Hersey: Mein Papa ist Amerikaner und ich war auf einer American School. Das heißt, meine Hauptsprache ist Englisch. Meine Mama ist Österreicherin und kommt aus Gmunden, darum kann ich auch so gut Deutsch sprechen. Es ist ziemlich cool zweisprachig aufzuwachsen, vor allem als Musiker.

www.music-news.at: „Electro Pop – Crossover“, eine nicht wirklich gängige Bezeichnung für einen Musikstil. Wie würdest du deine Musik mit eigenen Worten beschreiben?

James Hersey: Es kommt alles von Singer, Songwriter, also am Anfang, und dann ist Electronic dazugekommen und das Ganze wird dann zu alternativem Pop im Endeffekt. Aber es kommt halt wirklich von Songwriting und nicht von irgendwelchem „beats produzierendem Darüberrappen“ oder sonstigen „epic drops“, sondern wirklich von Songs.

www.music-news.at: Hast du einen Lieblingsplatz an den du dich zurückziehst, wenn du an neuen Songs arbeitest, oder Inspiration brauchst?

James Hersey: Ich reise dann gerne wohin, wo ich möglichst nicht von Leuten umgeben bin. Also zum Beispiel nach New York zu ziehen, war nicht so super sinnvoll für’s Schreiben, sondern eher für’s Produzieren, oder um mit anderen Leuten zu spielen. Da hab ich dann mehr so die Electronic entdeckt, als ich dort war. Dann, als ich Texas war, das war mehr so schreiben, weil halt Platz war und weniger los, und nicht so dieser stressige Touristenalltag.

www.music-news.at: Was hörst du privat gern für Musik?

James Hersey: Ganz unterschiedlich. In letzter Zeit eher wieder mehr so Acoustic Musik. Aber davor war ne Zeit, wo ich nur Drake gehört hab. Also jetzt ist grade das neue Drake Album draußen und natürlich haben wir das viel gehört im Auto. Aber wenn ich so auf ‚Shuffle‘ drücke, dann kommt alles. Von The Strokes bis Bryan Adams.

www.music-news.at: Ich habe gelesen, du führst bei deinen Musikvideos unter anderem Eigenregie. Hast du eigentlich eine Ausbildung in diese Richtung gemacht?

James Hersey: Nein, also gar nicht. Ganz am Anfang da hab ich mehr so Eigenregie gemacht, aber die Videos gibts nicht mehr, zumindest sind sie nichtmehr online. Angefangen bei „Coming Over“ hab ich dann wen reingeholt, der das vorgeschnitten hat und ich bin dann halt zu ihm gekommen und wir haben das gemeinsam fertiggemacht. Weil ich mich damals schon mit der Materie auskannte, war es halt auch leichter mitzuhelfen und gutes Feedback zu geben. Das finde ich besser, wenn andere Leute ihren Einfluss reinbringen können, aber ich trotzdem sagen kann: „Hey ich hätte gern den Weißabgleich in der und der Farbe, weil es dann schöner wird, oder das Grau besser zur Geltung kommt.

www.music-news.at: Was war bis jetzt die außergewöhnlichste Location wo du ein Konzert gegeben hast?

James Hersey: Hmm auf dieser Tour, oder vielleicht allgemein würde ich sagen in Leipzig das UT Connewitz. Das ist eines der ältesten Kinos in Deutschland. Super crazy! Ultra hoch und mit einem Bogen über der Bühne, total zerfallen aber wirklich schön. Ich hab dann auch ohne Mikrofon gesungen, und es war dann halt super schön und epic in dem großen Raum.

www.music-news.at: Du begleitest Milky Chance auf ihrer Tour. Wie kam es dazu?

James Hersey: Ich hab die Jungs kennengelernt auf der Ray – Ban Polarized Tournee 2013. Sie waren damals eigentlich schon die Headliner und ich der Support, und wir haben uns beim ersten Soundcheck kennengelernt. Ich hab dann eigentlich so über den Beat vom Philipp eine Strophe geschrieben, 20 Zeilen einfach während dem Soundcheck. Und die hab ich ihm dann Backstage vorgerappt.Von da weg haben wir gesagt, wir müssen gemeinsam was machen! Eine Tour in dem Fall. Bei deren Label bin ich auch. Ich hab einfach von Anfang an die Energie von den beiden voll gespürt!

www.music-news.at: Wer ist ein großes Vorbild für dich, und warum?

James Hersey: Meine Eltern sind riesige Vorbilder für mich. Einfach weil sie immer das gemacht haben, woran sie geglaubt haben, auch wenn sie manchmal so eher konventionelle Wege gegangen sind, sag ich mal, waren sie trotzdem voll dahinter. Musikalisch halt für mich John Mayer, absolut. Er ist einer der besten Gitarristen, Singer und Songwriter die es gibt.

www.music-news.at: Könntest du dir vorstellen, in Zukunft auch in andere Richtungen überzugehen oder etwas komplett Neues auszuprobieren?

James Hersey: Anfang 2013 war ich bei FM4 Artist of the Month, mit einem Mixtape das hieß „Twelve“. Da hab ich sozusagen alle Türen für mich aufgemacht, mit der Electronic, den Crazy Sachen teilweise. Ich hab einfach alles probiert, und ich glaub, es hat sich auch am Album gezeigt, dass ich keine Angst habe irgendwelche Wege zu gehen. Also ich werd jetzt wahrscheinlich nie so ein pures Rap oder Techno Album machen, sondern immer Sachen vermischen. So wie es mir eben gefällt.

www.music-news.at: Zum Abschluss: Falls du noch eine Frage an das Music – News Team hast, darfst du sie gerne stellen! Damit das ganze hier ein bisschen fairer wird…

James Hersey: Wie viele Leute seid ihr im Team?

www.music-news.at: Zur Zeit besteht unsere Redaktion aus 33 fleissigen Bienendamen und Bienenherren.

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