Interview mit Takeaway Sound

Das Team von www.music-news.at durfte ein Interview mit Takeaway Sound führen. Was wir dabei erfuhren, könnt ihr hier nachlesen. Have fun!

www.music-news.at: Wie habt ihr euch als Band gefunden?

Takeaway Sound : Grundsätzlich gibt es den Kern der Band – das sind Daniel (Drums), Ritzi (Keys, Synth, FX) und ich (Vocals, Guitar). Wir haben uns schon vor sehr langer Zeit vorgenommen, dass wir etwas miteinander machen. Jedes Jahr zu Silvester haben wir gesagt: „Nächstes Jahr wird’s was, nächstes Jahr kommen wir ganz groß raus.“ Vor gut zweieinhalb, drei Jahren, als wir erfuhren, dass wir nach L.A. gehen, hat unser damaliger Bassist gesagt, er mag nicht mehr, das wird ihm zu groß.. Dann haben wir mehr aus der Not heraus den Roncki genommen [lacht]. Das war ca. 2011, eine Zeit, wo wir im Frühjahr unsere erste EP herausgebracht haben und wahnsinnig viel live gespielt haben. Da haben wir wirklich in ganz Österreich viele Live-Konzerte gespielt. Und Roncki ist da relativ schnell ins kalte Wasser geworfen worden. Ich glaub‘ zwei oder drei Wochen nach der ersten Probe haben wir ein Konzert gespielt.

www.music-news.at: Wie würdet ihr eure Richtung bezeichnen? Bei der Release-Show habe ich interessenshalber Leute gebeten, euch einer Musikrichtung zuzuordnen und ich hab‘ von Synth und Pop angefangen bis zu 30 Seconds To Mars alles gehört.

Takeaway Sound: Ganz im Ernst: Wir haben kurz vor Album-Release versucht zu googlen, wie man das nennt, einfach deshalb, weil es so viele neue Genres gibt, viele Bands fallen ja in mehrere Genres rein.

Der Wunsch von jedem Musiker ist es, irgendwann so weit zu sein, davon leben zu können und einfach das zu machen, was einem gefällt.

Es ist nicht Synth-Rock, wie wir anfangs dachten, denn das ist mehr so Oldie, 80er-Jahre. Wir fallen am ehesten unter Alternative, was ja ziemlich fad klingt. Es fällt uns wirklich schwer. Die Songs sind einfach so verschieden. Bei den Songs am Anfang würde man nicht erwarten, dass dann gegen Ende ruhige Balladen kommen.

Die Entwicklung, die wir als Band durchgemacht haben, sieht man auch in den Songs. Das macht’s auch ein bisschen interessanter – zumindest haben wir das auch als Feedback gekriegt. Man kann uns nicht nachsagen, dass bei uns jeder Song gleich klingt. Da ist wirklich jeder Song für sich ein bisschen anders.

www.music-news.at: Also ist euch Diversität bei den Songs wichtig?

Takeaway Sound: Jein. Also ich finde, dass es nicht primär wichtig ist, wir haben das jetzt nicht bewusst gemacht. Wir haben jetzt nicht bewusst gesagt „Sch***, der Song klingt gleich wie der andere“, sondern wir haben den Song einfach geschrieben, so dass er geil klingt.

www.music-news.at: Was ist euer Lieblingsstück von diesem Album?

Takeaway Sound: Wir haben uns schon ein bisschen satt gehört. Man bräuchte ein wenig mehr Abstand, um das wirklich sagen zu können. Aber mir persönlich (Roncki) sind schon irgendwie die letzten Songs am liebsten, also „Breathing“ und „Smiles“ sind lustig zum Spielen. Das sind die letzten zwei, die geschrieben worden sind. Obwohl für mich als Bassist das die einfachsten Songs sind.

www.music-news.at: Wer schreibt denn prinzipiell bei euch die Songs?

Takeaway Sound: Also den Grundstock machen entweder ich (Matthias) oder Ritzi, unser Keyboarder. Allerdings ist das noch nicht das fertige Songwriting. Songs entstehen bei uns aber auf verschiedene Art und Weise. Man kann nichts erzwingen. Wenn es läuft und wir alle kreativ sind, dann läuft’s.

www.music-news.at: Wie war das eigentlich mit eurer L.A.-Reise? Ist doch eher etwas außergewöhnliches für eine Grazer Band…

Takeaway Sound: Das war ein typischer Fall von zur richtigen Zeit am richtigen Ort. [lacht] Man kennt das ja: Jemand hört einen spielen, kennt jemanden, der jemanden kennt und das war’s dann auch schon. Finanziell betrachtet schon ein großer Schritt, aber das war uns von Anfang an klar. Wenn man im Nachhinein betrachtet, was uns das gekostet hat und was wir dafür bekommen haben, hat das schon gepasst. Damals waren wir eine Band mit einer EP… Gut, wir haben Emergenza Österreich gewonnen.
Wir waren damals alle noch Studenten und haben gesagt, das kann jetzt so oder so ausgehen. Wir können ein Album produzieren und es floppt, und wir studieren alle weiter und sind happy. Oder wir produzieren ein Album und es passiert was mit uns.

www.music-news.at: Werden Träume im Musikbusiness doch noch wahr?

Takeaway Sound: Ja, schon. Ich hoffe, ich zitiere jetzt niemanden falsch… Irgendein berühmter Musiker hat einmal gesagt, er glaubt, dass jeder Mensch das Potential hat, berühmt zu werden. Er hat genau 15 Minuten Zeit in seinem Leben. Es weiß nur niemand, ob er die schon verpasst hat oder ob die noch kommen. Das finde ich eigentlich ganz nett. Vielleicht waren das unsere 15 Minuten, vielleicht kommen die noch. Es waren auf jeden Fall schon mal gute 15 Minuten. Ob es die 15 Minuten waren, ist die Frage.

www.music-news.at: Wie geht es euch jetzt nach dem Release vom ersten Album? Ich schätze mal: Fangemeinde rapider Anstieg?! Und man fühlt sich damit sicher gut!

Takeaway Sound: Auf den Lorbeeren ausruhen gibt’s nicht. Wir schauen schon wieder wegen Festivals im nächsten Jahr. Auch wie es mit Konzerten noch in diesem Jahr aussieht. Wir schauen auch über Graz hinaus, österreichweit. Noch wichtiger ist es ins Ausland zu kommen. Da haben wir schon ein paar Kontakte Richtung Tschechien, Slowakei usw. Wir wollen auch vor Leuten spielen, die uns noch nicht kennen und die wir überzeugen können mit dem, was wir machen, und vor allem live spielen. Es ist am Musikmarkt einfach so, dass man sich zuerst einmal live beweisen und sich eine gewisse Fanbase aufbauen muss.
Jetzt können wir endlich an neuen Sachen arbeiten oder weiterarbeiten. Jetzt ist der Focus auf Live-Performance. Vor allem mit dem Schritt, den wir gemacht haben beim Album-Release mit den Visuals. Ich glaub‘, es gibt nicht viele Grazer Bands, die sowas machen. Und wir versuchen uns weiterzuentwickeln.

www.music-news.at: Würdet ihr euch eher als Live-Band oder als Studioband sehen?

Takeaway Sound: Wir machen jetzt nicht irgendwelche Dance-Geschichten, wo wir die Mega-Show aufziehen müssen. Wir versuchen grundsätzlich schon die Qualität bei den Liveauftritten zu halten. Heutzutage klingen große Bands live schon wie am Record. Und da wollen wir auch hin. Wir haben schon ein paar Mal gehört, dass wir wie eine CD klingen. Wir müssen schauen, dass unsere Amps immer eingeschaltet sind, damit es nicht aussieht als würden wir von der CD spielen.
Live kommt halt noch das gewisse Feeling dazu. Wichtig ist ja auch, wie man sich als Band im Ganzen fühlt. Man muss, wenn man in einer Band spielt und damit weiterkommen will, aufhören auf sich zu schauen.

www.music-news.at: Was man euch wirklich nicht nachsagen kann, ist, dass ihr irgendwelche Solokünstler seid. Ihr seid wirklich eine Band. Das hat man live gesehen, das war ein geschlossenes Ganzes.

Takeaway Sound: Es geht einfach nicht anders. Spätestens irgendwann einmal gibt’s Reibereien, die sich dann negativ auswirken auf die Art und Weise, wie man Musik macht. Es ist nicht Sinn der Sache, dass sich der eine denkt, so jetzt druck‘ ich dem anderen eins rein!

www.music-news.at: Habt ihr ein besonderes Zuckerl für unserer Leser. Vielleicht schon zukünftige Tourdaten?

Takeaway Sound: Wahrscheinlich gibt es ein Festival in Tschechien und eines in der Nähe der polnischen Grenze. Das ist auch eher so ein überschaubares Festival. Es sind dann aber doch einige 100 bis 2000 Leute da. Wo wir auch eventuell im Sommer nächstes Jahr spielen könnten, wäre einmal Tschechien und in der Slowakei. In einer anderen Stadt mit einer anderen Band ein Konzert zusammen zu spielen. Also einfach die Möglichkeit zu nutzen, einerseits sich das Land anzusehen, ein bisschen herumzufahren, herumzureisen. Vielleicht wird’s 2014 auch das Augartenfest oder das Stadtfest.

www.music-news.at: Wenn ihr noch einen Wunsch äußern könntet, welcher wäre das?

Takeaway Sound:[überlegt] Ein einziger Wunsch? Der Wunsch von jedem Musiker ist es, irgendwann so weit zu sein, davon leben zu können und einfach das zu machen, was einem gefällt.

Weitere Infos, vor allem zum kommenden neuen Album, gibt`s wie immer auf www.music-news.at!

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