Jacobs Moor haben sich von ihren Anfängen als Studioband weg entwickelt. Um sich als Liveband zu promoten, hat die Metalformation zu Beginn des Jahres ihre EP „The Evil in Me“ vorgelegt. Sie beinhaltet zwei neue Studiosongs und einen Einblick in die Live-Performances der Band. Die Band will diese Live-Versionen den Fans als Dankeschön auf Tonträger präsentieren, nachdem die ersten Liveshows durchaus erfolgreich verlaufen sind.

PARADOX: Jacobs Moor gibt es erst seit 2014, aber ihr habt ja schon länger mit Metal und Musik zu tun. Wie seid ihr zusammengekommen?

Rainer Lidauer: Wir haben Jacobs Moor zu dritt als Powermetal Studioprojekt gegründet. Mit dabei waren Richard, Johnny und ich. Wir haben das erste Album „All That Starts“ gemeinsam bei mir im Proberaum aufgenommen. Johnny hat alle Gitarren und Bässe eingespielt und ich habe gemixt und gemastert. Dann haben wir es an Firmen und Magazine verschickt. Wir wollten aber das Album auch auf der Bühne spielen und da haben wir Johannes und Rupert, unsere Gitarristen, und Stephan, unseren Bassisten, gefunden. Aus Zeitgründen kann Johnny nicht immer dabei sein, aber als Livesubstitut und Mit-Songwriter steht er der Band noch immer zur Verfügung.

Rupert Träxler: Jedenfalls hat es gleich zu Beginn sehr gut funktioniert. Stephan und Johannes kümmern sich um die Rhythmusabteilung und ich kann an der Leadgitarre mit den Effekten basteln. So hat jeder seinen Aufgabenbereich und kann sich in seinem Element ausleben.

PARADOX: Ihr habt im Februar auf eurer EP zwei neue Songs und vier LiveNummern veröffentlicht. Was ist das Konzept hinter dieser gemischten EP?

Lidauer: Das haben wir gemacht, damit wir dieses Jahr auch etwas zwischen den zwei Alben für die Fans unserer Livekonzerte veröffentlichen.

Träxler: Manche Reviews erkennen schon psychedelische Einflüsse. Die EP ist auch ein Probelauf, weil wir wissen wollten, wie sich das neue Album für uns anfühlen wird.

PARADOX: Stilistisch macht ihr nun doch einen Schwenk, die neuen Bandmitglieder sind mehr aus der Progressive-Ecke, oder? Wie wird das neue Album klingen?

Lidauer: Es wird sicher düsterer und wahrscheinlich auch noch härter werden. Aber mit progressiven Ausflügen.

PARADOX: Wie läuft bei euch das Songwriting ab?

Lidauer: Wir proben die Songs gemeinsam und arrangieren gemeinsam, spielen die Songs auch vor dem Aufnehmen live. Das ist im Vergleich zum ersten Album nun ein ganz anderes Arbeiten. Die Songs werden von den Gitarristen geschrieben und transkribiert und
dann wird geprobt.

PARADOX: Welche Aspekte bei der Arbeit an Jacobs Moor genießt ihr am meisten?

Lidauer: Wir sind eine Tüftlerband und das Produzieren der Musik ist für uns sicher das Wichtigste.

Träxler: Wir haben aber von vornherein den Sound gehabt, den wir auf der Bühne haben wollten.

Lidauer: Das ist bei modernem Metal auch sehr wichtig, weil sehr viel mit Effekten gemacht wird, auch das Schlagzeug hat mit dem akustischen Klang eines Drumsets wenig zu tun, das gilt natürlich in stärkerem Maße auch für die Gitarren- und Basssounds.

PARADOX: Inwieweit profitiert ihr von eurer Erfahrung?

Lidauer: Richard hat jahrelang bei Stygma IV gesungen. Die haben acht Alben bei verschiedenen Labels veröffentlicht und waren unter anderem mit Blind Guardian auf Tour. Wir anderen spielen ja auch in den verschiedensten Projekten.

PARADOX: Womit verdient ihr euer Geld?

Lidauer: Bis auf Richard sind wir alle Musiklehrer an Musikschulen. Stephan spielt bei den Vereinigten Bühnen Wien, ist auch Profimusiker. Wir haben musikalisch verschiedene Hintergründe. Daher rührt auch die stilistische Vielfalt von Jacobs Moor.

Träxler: An den Soli merkt man sicher den großen stilistischen Unterschied.

PARADOX: Was ist als nächstes geplant?

Lidauer: Das Album fertigstellen und dann an der Promotion dafür arbeiten. Wir haben auch schon viel für das dritte Album aufgenommen, aber eigentlich will ich nächstes Jahr viel live spielen.

Träxler: Das Feedback ist ja derzeit sehr gut und wir haben einige Anfragen.

Lidauer: Ohne Bookingfirma ist es sehr schwer Gigs zu bekommen, als Band bekommt man oft gar keine Antwort, daher müssen wir schauen, dass wir da einen Partner finden. Wir haben auch für’s erste Album schon Angebote bekommen, aber wenn man da noch immer was draufzahlen muss, kommt das für uns nicht in Frage. Wir haben daher entschieden, wir machen es eben selbst. Die Kontakte sind es, wofür du als Band bezahlen musst. Wenn du dir die Kontakte selbst aufbaust, brauchst du das Label nicht mehr.

Träxler: Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir was produzieren können, ohne mit einem Minus auszusteigen.

Lidauer: Ein Zeitminus vielleicht, aber die Zeit investiere ich ja gerne, weil Musik ist ja auch mein einziges Hobby. Ich will gar nichts Anderes machen.

Träxler: Stimmt, dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

paradox_003_werbung_mm

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.