Wir haben die großartigen Johann Sebastian Bass im Rahmen ihrer „Heavy Lipstick“ Tour im Triebwerk in Wiener Neustadt getroffen.
Originell, charmant und absolut stilsicher stehen sie auf Österreichs bunten Club-Bühnen und feiern dabei die Feste so, wie sie fallen. Mit viel Motivation, einzigartigen Instrumenten und ganz viel Schminke, Perücken und Puder präsentieren Johann Domenicus Bass, Johann Martinus Bass und Johann Davidus Bass eine Darbietung der besonderen Art.

music-news.at: Wie läuft eure Tour bis jetzt?

Johann Martinus Bass: Sehr gut, wir spielen die besten Konzerte seitdem wir in der Neuzeit angekommen sind. Wir können auch extrem lange Konzerte spielen, das freut uns. Wir haben auf der Tour teilweise schon bei vielen Shows schon zwei Stunden Konzerte gespielt. Damit haben wir zwar nicht gerechnet, aber wir lassen das Publikum entscheiden und das gefällt uns. Es findet guten Zuspruch.

music-news.at: Welche Bands hatten in den letzten Wochen die Ehre, mit euch die Bühne zu teilen?

Johann Davidus Bass: Wir haben zum Beispiel mit unseren Freunden „codes and keys“ in Graz gespielt. Das hat unglaublich Spaß gemacht, es war ein wunderschöner Abend und gut besucht.

Johann Domenicus Bass: Vor allen Dingen war das ein Abend nur mit Keyboards und Schlagzeug. Es waren also zwei Trios, die quasi die selbe Besetzung hatten.

Johann Martinus Bass: Es war ein Tastenfest! Es gefällt uns sehr gut, einfach mal keine Gitarre hören zu müssen.

Johann Davidus Bass: Und wir freuen uns auch sehr auf die Show in Linz, dort spielen wir mir „ROBB“, das wird sicher auch ein Fest.

© Klaus Pichler

© Klaus Pichler

music-news.at: Ihr habt ja bereits viel Erfahrung auf großen Bühnen zu spielen. Wie ist es im Vergleich dazu in kleinen Clubs?

Johann Davidus Bass:Wir haben diese Clubatmosphäre sehr gerne, wir fühlen uns da sehr zu Hause. Die Festivals haben auch ihren Reiz, aber eigentlich haben wir es am liebsten in Clubs zu spielen.

music-news.at: Ist es für euch standesgemäß?

Johann Martinus Bass: Ja natürlich ist auch das Spielen im Club standesgemäß, auch wenn ein Club keine Kirche ist, wo wir uns wohl am wohlsten fühlen.

Johann Davidus Bass: Es ist nur noch schöner, direkt vor der Bruckner Orgel zu spielen.

Johann Domenicus Bass: Es ist etwas leichter auf Festivals zu spielen, weil die Leute dann meist schon tanzwütiger sind. In Clubs ist es oft nicht so orgiastisch, aber es hat einfach eine ganz eigene Atmosphäre und eine konzertantere Stimmung.

music-news.at: Habt ihr Zeit die Städte, in denen ihr spielt, etwas länger zu erkunden oder erfordert das Reisen per Kutsche einen straffen Zeitplan?

Johann Davidus Bass: Wir residieren nach den Konzerten schon meistens in Hotels, weil es meist länger wird und wir die Feste feiern, wie sie fallen. Es wird bei uns meistens sehr ausgelassen.

Johann Martinus Bass: In Salzburg haben wir uns einen Day off gegönnt, den wir wirklich genießen konnten. Da sind wir mit der Kutsche ein bisschen durch die Altstadt gefahren.

Johann Davidus Bass: Die Wohnung von Mozart haben wir, wegen der Konkurrenz, aber gemieden.

music-news.at: Wie war das Feedback des Publikums bisher? Ist nach den Konzerten noch Zeit für persönlichen Austausch?

Johann Davidus Bass: Gerade bei der Club-Tour funktioniert das sehr gut. Da kommt man nach dem Konzert mit dem Publikum sehr gut in Kontakt.
Die Rückmeldungen sind durchwegs sehr positiv. Unser Publikum ist wirklich entzückend.

Johann Martinus Bass: Das ist vor allem das Gute an einer Club-Tour: Man kann sich nach dem Konzert einfach Zeit nehmen und sich mit den Leuten unterhalten. Es gibt bei der ganzen Tour prinzipiell sehr gutes Feedback und das spornt uns sehr an.

music-news.at: Das neue Video zu eurer Single „Heavy Lipstick“ ist Anfang April erschienen. Kam bei den Dreharbeiten jemand zu Schaden?

Johann Davidus Bass: Ja, wir alle.

Johann Martinus Bass: Um ehrlich zu sein, nur der Gegner von Domenicus.

Johann Davidus Bass: Es hatten alle eine schwer Grippe nachher, es war ziemlich kalt. Aber vor allem war Domenicus sehr tapfer bei dem Dreh, das muss man wirklich sagen.

music-news.at: Ihr lebt also gerne gefährlich. Welche Strapazen nehmt ihr für euer Publikum auf euch?

Johann Davidus Bass: Alle.

Johann Martinus Bass: Die größten Gefahren verbergen sich immer hinter der ganzen Technik, die wir bei unseren Shows mit dabei haben. Es macht den größten Nervenkitzel auf der Bühne aus, ob eines unserer Instrumente ganz unerwartet eingeht. Manchmal machen die Geräte einfach was anderes, aber das haben wir in den letzten Jahren schon sehr gut in den Griff bekommen. Somit bleibt jedes Konzert spannend.

Johann Davidus Bass: Vielleicht geben wir ja demnächst mal ein kammermusikalisches Konzert, bei dem wir nicht so sehr auf Technik angewiesen sind.

Johann Martinus Bass: Generell nehmen wir für unsere Fans die allergrößten Strapazen auf uns. Erst wenn uns die Perücken vom Kopf geweht werden, ist die Grenze erreicht.

music-news.at: Habt ihr einen Tipp, den ihr jungen österreichischen Musikerinnen und Musikern mitgeben möchtet?

„Es ist wichtig, an sich zu glauben, sich weiterzuentwickeln und Durststrecken zu überwinden.“

Johann Davidus Bass: Ob wir uns das anmaßen können?

Johann Martinus Bass: Der beste Tipp ist: Einfach machen und daran glauben. Dann wird es auch funktionieren.

Johann Davidus Bass: Ja, es ist wichtig, sich treu zu bleiben.

Johann Domenicus Bass: Also gerade jetzt bei unserer Tour sind mir in diversen Backstage-Räumen wieder viele Tourplakate ins Auge gefallen, die aus den letzten Jahrzehnten stammen. Da waren durchaus Bands dabei, wie beispielsweise Bilderbuch, die in den letzten zwei, drei Jahren der breiten Masse in Österreich ein Begriff geworden sind. Da sieht man wieder, dass der Erfolg manchmal auch erst nach zehn Jahren kommt, aber dafür dann so richtig.
Das ist also wirklich der Tipp: Nur weil es vielleicht in den ersten paar Jahren mit dem Booking oder mit den Touren nicht so gut klappt, sollte man trotzdem weiter machen. Es ist wichtig, an sich zu glauben, sich weiterzuentwickeln und Durststrecken zu überwinden.
Es sind eher die Ausnahmen, die innerhalb von ein, zwei Jahren vom Fleck weg die Stadthalle füllen.

music-news.at: Herzlichen Dank für eure Zeit und noch eine schöne restliche Tour!

Johann Sebastian Bass: Bitte, gerne! Wir danken schön!

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