Interview mit Judo Push

Die Wiener Indie Rocker Judo Push veröffentlichten Anfang 2014 ihr Debüt „For The North“. Das Quintett um den schottischen Sänger Stuart Neville hat mit uns über eine schicksalshafte Kreuzfahrt, entbehrliche Gitarrensoli und die österreichische Musikszene geplaudert.

www.music-news.at: Wie entstand die Idee zu Judo Push und wie habt ihr euch gefunden?

Stuart: Judo Push sollte eigentlich nur ein Projekt für eine EP sein, aber irgendwie lief es weiter. Dominic und ich waren schon länger befreundet und wir waren gemeinsam auf einer Musikantenstadl-Kreuzfahrt. Dort haben wir für Live-Sound gesorgt…hehe, Andy Borg. Naja, da wir eine Kabine teilten und uns nach einer Woche nicht umbringen wollten, wussten wir, dass wir zusammenarbeiten können.

Kande: Ich kam gerade von Tour mit The Incredible Staggers durch Frankreich und Spanien zurück, als mir Dominic Stuart vorstellte. Wir saßen zusammen, tranken Whisky, und am nächsten Tag jammten wir schon im Proberaum und nahmen die ersten Drumtracks auf.

www.music-news.at: Der Name eures Debüts „For The North“ klingt nach Nordweh?

Stuart: Nun ja, als ich die Songs schrieb, spürte ich viel Heimweh. Die letzten 14 Jahre habe ich zu einem großen Teil nicht in Schottland verbracht. Dieses Land ist vielleicht nicht jedermanns Ding: Es ist kalt, stürmisch und rau. Aber Schottland ist wunderschön, solange du eine warme Jacke und Whisky hast.

Kande: Wir wollen „on top of the world“ und symbolisch ist das für uns der Norden. Und der Sunshine-Sound, den wir machen, lässt einen vor lauter Coolness frösteln.

www.music-news.at: Und was ist da für ein Troll auf eurem Albumcover?

Dominic: Den Troll hat der Künstler Boicut für uns designt. Wir gaben ihm unser Album und hingen ein paar Mal gemeinsam ab, damit er uns und unsere Motivation hinter der Musik kennenlernen konnte. Und dann ließen wir ihm freie Hand in der Interpretation und der Visualisierung.

www.music-news.at: Ihr kommt ja aus verschiedene Genres, wie habt ihr den Sound für Judo Push gefunden? Wart ihr euch von Anfang an einig, wie die Band zu klingen hat?

Stuart: Unser Sound hat sich mit dem Projekt entwickelt. Am Anfang waren nur Dominic und ich im Studio. Ich hatte 15 Songs für Gitarre und Gesang geschrieben und in der Zusammenarbeit schlugen sich unsere Einflüsse in der Musik nieder. Als Kind der 80er und 90er ist es unvermeidlich, Surf Rock, Grunge und Indie in sich aufzusaugen, und die House Szene explodierte zu dieser Zeit förmlich in Schottland. Dominic besitzt einen elektronischeren Hintergrund. Wir schätzen, was der jeweils andere zum Sound beiträgt.
Es war eine großartige Herausforderung und wir brachten viele tolle Ideen ein. Ich bin seltsamerweise stolz, dass wir kein einziges Gitarrensolo auf der Platte haben. Weniger ist snare.

Kande: Wir haben vor allem mit den Drums, mit denen ja Arrangement-technisch das Fundament gelegt wird, viel ausprobiert.

www.music-news.at: Wie läuft das Songwriting bei euch ab?

Kande: Die Skizzen, mit denen der ganze Zauber beginnt, bringt Stuart.

Dominic: Einige Songs waren solide Knochen, die nur etwas Fleisch brauchten. Andere Nummern haben mit der ursprünglichen Skizze kaum mehr etwas zu tun. Kande mit seinem Punk- und Thrash-Hintergrund sowie Mike und seine Rock- und Indie-Wurzeln haben natürlich auch kräftig mitgemischt.

www.music-news.at: Wie wohl fühlt ihr euch in der österreichischen Musikszene?

Dominic: Einige Leute unterstützten uns, andere schlugen uns die Tür vor der Nase zu. Aber ich denke, das sind Geschichten, die jede österreichische Band erzählen kann.

Stuart: Es geht mal auf und mal ab. Das ist wohl in jedem kleinen Land der Fall. Es gibt wahnsinnig tolle Bands in Österreich und die Szene ist gut vernetzt. Alle helfen sich gegenseitig. Es ist schön, so eine coole Community um sich zu haben.

Kande: Wir finden es gut, dass hier noch so viel Arbeit passieren muss. Österreich braucht uns!
Zum Review von „For The North“ kommt ihr hier.
Judo Push findet ihr auch auf Facebook.

Mehr Infos findet ihr wie immer auf www.music-news.at

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