Jung. Frei. Verheiratet.

Eine Wortkombination, die man vermutlich nicht allzu häufig in direkten Zusammenhang bringt. Die Gruppe Letters for Jonah geben ihnen eine ganz neue Bedeutung und einen neuen Kontext. Letters for Jonah ist ein aufstrebendes, verheiratetes Duo, das sich aus René und Sabrina Podesser zusammensetzt. Sie sind gerade dabei in der deutschsprachigen Musikwelt Fuß zu fassen und veröffentlichten vor kurzem ihr erstes Video “Erster Gedanke”. Der Name René Podesser mag dem einen oder anderem wahrscheinlich ein Begriff sein, da er Frontmann, Gitarrist und Sänger der Gruppe Solarjet ist. Wir haben bei Letters for Jonah ein wenig nachgefragt, vorausgefragt und spannende Informationen erfragt. Mit viel Gefühl, Tiefe, Ehrlichkeit und Humor haben uns René und Sabrina geantwortet und uns ein Interview der ganz anderen Art geboten. Mit tiefsinnigen Hintergründen und Ansichten wollen sie die Welt verändern und Leute berühren.

PARADOX: Was habt ihr bis jetzt alles veröffentlicht?

Letters for Jonah: Bisher haben wir eigentlich keine echte Veröffentlichung hinter uns. Wir waren bis jetzt nur live aktiv. „Erster Gedanke“ ist somit unser erstes Baby und der Startschuss für weitere Releases in naher Zukunft.

PARADOX: Wie seid ihr auf den Bandnamen gekommen?

Letters for Jonah: Viele kennen vielleicht die Geschichte von Jona in der Bibel. Ein Mann, der genau weiß, was er zu tun hat, der genau weiß, was richtig wäre, aber genau das Gegenteil tut. Ich denke, dieses Phänomen kennen wir alle irgendwie. Viele unserer Lieder erzählen genau davon. Man macht sich auf, man ist entschlossen, scheitert, fällt hin, steht wieder auf und geht weiter. So ist das Leben. Wir überbringen Briefe für die Jonas dieser Welt.

PARADOX: Wie funktioniert bei euch der Songwriting-Prozess?

Letters for Jonah: Gute Frage. Meist passiert es einfach. Einer von uns sitzt allein zu Hause, nimmt die Gitarre, Ukulele oder was halt sonst so rumliegt in die Hand und erzählt eine Geschichte dazu, die er oder sie gerade erlebt hat. René fallen die besten Texte unter der Dusche oder beim Zähneputzen ein. Ich (Sabrina) warte meist auf die eine Idee oder Zeile, und sobald mich die Muse küsst, baue ich den Song darum herum. Arrangiert und ausgearbeitet wird das Ganze mit Band dann im Proberaum. Mal entsteht ein Song in ein paar Stunden, mal zieht sich der Prozess über Monate hinweg.

PARADOX: Was hat euch dazu bewegt, Musik zu machen?

Letters for Jonah: Wir haben uns ja in einem Musik-Gymnasium kennengelernt und können uns beide an keine Zeit unseres Lebens erinnern, in der Musik keine Rolle gespielt hat. Mein Dad ist selbst Musiker (René) und Sabrina ist auch in einer sehr musikalischen Familie aufgewachsen. Man könnte fast behaupten, dass uns die Musik erst zusammengeführt hat. Da war es nur eine Frage der Zeit, dass wir irgendwann zusammen auf der Bühne stehen werden.

PARADOX: Wieso habt ihr euch genau für diesen Stil von Musik entschieden?

Letters for Jonah: Es macht einfach Spaß. Unser Set ist ja wirklich sehr vielseitig und ich glaube, da kann man nicht wirklich von einem bestimmten Stil sprechen. „Erster Gedanke“ ist ein typisch leichter Sommersong, getragen von Ukulele, einer eingängigen Melodie und ein paar spannenden Elementen, wie Glockenspiel. Andere Songs sind wieder synth-lastiger und doch sehr nachdenklich. Wir machen das, was passier, und genießen es, dass die Songs zu zweit genauso gut funktionieren, wie mit Band.

LetterForJonah_by_MartinaGensmantel (2)

Letters for Jonah – (c) Martina Gensmantel

PARADOX: Was sind denn eure Einflüsse, Lieblingsbands?

Letters for Jonah: Auch sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite feiern wir Acts wie Cäthe aus Deutschland oder Boy, Feist, Norah Jones und Amy Winehouse. Auf der anderen Seite stehen Bands wie Switchfoot, Kings of Leon, Needtobreathe, Gungor, The 1975 oder Bilderbuch. Jon Foreman ist für uns beide, persönlich wie auch musikalisch, ein großes Vorbild.

PARADOX: Was sind die Themen eurer Texte?

Letters for Jonah: Wir verarbeiten viel in unseren Texten. Unsere Fragen, unsere Zweifel, soziale und persönliche Probleme und Ungerechtigkeiten. Meist sind die Texte sehr autobiografisch und wir geben so einiges von uns preis. Man findet alles, was auf einen im Leben halt so zukommt. Freude, Trauer, Party, Leid, Liebe, Trennung, Wahrheit, Lüge, et cetera.

PARADOX: Was inspiriert euch?

Letters for Jonah: Gott und die Welt, Menschen und Katzen.

PARADOX: Pläne für die nähere Zukunft?

Letters for Jonah: Jetzt, nach dem Singlerelease, wollen wir natürlich wieder einige Konzerte spielen. Es stehen auch schon ein paar Deutschlandtermine. Die nächste Single kommt im Winter und nebenbei soll auch das erste Album mehr und mehr Form annehmen.

PARADOX: An welche Zielgruppe richtet sich eure Musik?

Letters for Jonah: An Jonah und an alle anderen. Es ist für jeden was dabei. Mal ruhig und besinnlich, dann wieder zum Tanzen. Aber das Publikum wird schon eher herausgefordert zuzuhören. Wir sind keine reine Partyband und das Ganze wird ja auch ziemlich unplugged gehalten.

PARADOX: Welche Dinge sind euch in eurem privaten Leben ganz wichtig?

Letters for Jonah: Authentizität, Freundschaft, Glaube, Awesomeness.

PARADOX: Wie würdet ihr euch als Personen beschreiben?

Letters for Jonah: René mag Sabrina, Sabrina mag René, alle lieben Chokoflakes. Sabrina, die fantasievolle Realistin, die dickauftragende Minimalistin, und René, der Kaffeeduft-am-Morgen-liebende, tighte-Jeans-tragende, nach-Konzertenlang-Duscher. Sabrina mag kurze Fingernägel, barfuß gehen und Fledermäuse. Geile Gitarrensounds und Walt Disney Songs lassen Renés Herz höher schlagen, während Sabrina die ganze Nacht über Haneke-Filme und das Ende von „Tribute von Panem“ nachsinnt.

PARADOX002_Sujet

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.