Ein neues Gesicht in der österreichischen Songwriterszene startet durch: Matt Nebel, alias Matt Valentine. Ein weiteres innovatives Konzept, wie es vielleicht funktionieren kann.

Nach der Festivalsaison ein kurzer Rückblick und auch ein Ausblick, wie die Szene nächstes Jahr erobert werden soll. Man hat es ja nicht leicht als Musiker in Österreich von seiner Musik leben zu können. Gerade wenn man Anfang Zwanzig ist, muss man sich schon einiges einfallen lassen, dass das auch funktioniert. Am besten ist es sicherlich noch früher anzufangen. Matthias Nebel ist einer, der ganz jungen Songwriter in Österreich, die es mit den eigenen Songs an die Spitze schaffen wollen. Wenn schon, dann ordentlich, geplant, strukturiert, nichts dem Zufall überlassen, so die Devise von Matt. Wir haben den jungen Songwriter im August bei 37 Grad im Schatten am Alberner Hafen in Wien getroffen, wo er seinen Auftritt am Hafen Open Air absolviert hat.

PARADOX: Ihr habt über den Sommer mehrmals die Veröffentlichung eures neuen Albums angekündigt. Also, wann kommt es raus?

Matt: Ja, wir haben es letztes Jahr fertiggestellt. Wir suchen aber noch immer den richtigen Partner, damit wir es gut veröffentlichen können. Er soll mit uns den ganzen Weg gehen, also Release und auch Vertrieb. Wir sind in Verhandlung mit einigen möglichen Partnern und ich hoffe, dass Ende dieses Jahres schon die erste Single veröffentlicht wird.

PARADOX: Ein Label habt ihr schon?

Matt: Es geht um beides, Label und Vertrieb. Auf eine Single soll im Frühling das Album folgen.
Also die Single, die auf Youtube zu finden ist, ist also noch gar nicht offiziell veröffentlicht?
Matt: Das war nur für die Fans.

PARADOX: Wie war der Festivalsommer für euch? Ist er jetzt abgeschlossen?

Matt: Mit dem Hafen Open Air ist für uns der Festivalsommer zu Ende. Wir haben im November noch einige Konzerte ausgemacht, aber das sind eher kleinere Auftritte.

PARADOX: Indoor und in Lokalen in der näheren Umgebung?

Matt: Genau.

PARADOX: In der Steiermark, oder in ganz Österreich?

Matt: Nein, hauptsächlich in der Steiermark.

PARADOX: Wo habt ihr verganenen Sommer überall gespielt?

Matt: Wir waren dieses Jahr am Novarock. Das war für uns ein großes Highlight. Das ist es wahrscheinlich für jede österreichische Band. Dann das Hafen Open Air, das war auch eine super Sache für uns und sonst hatten wir einige Auftritte bei uns in der Region in der Steiermark, da war auch ein kleines Festival dabei.

PARADOX: Wie hat das geheißen?

Matt: Das war das Summer Bash, das war daheim in Stainz.

PARADOX: Du bist jetzt Stainzer oder Grazer?

Matt: Ich bin Grazer, aber ich komme ursprünglich aus der ländlichen Gegend bei Deutschlandsberg, das ist in der Nähe von Stainz. Daher war das praktisch ein Heimspiel. Sonst habe ich in einigen kleineren Klubs gespielt.

PARADOX: Ihr seid ja noch nicht lange zusammen als Band. Wie wurde das Album finanziert?

Matt: Die Kosten für das Album habe ich selbst finanziert. Ich habe ja als Solokünstler recht früh angefangen.
Ich habe das Album selbst geschrieben, aber die Lieder sind nicht so typische Singer/Songwriter Songs, wie man es gewöhnt ist. Daher brauchte ich eine Band, mit der ich die Songs passend live spielen konnte. Die habe ich mir gesucht und dann haben wir das Album aufgenommen. Ich habe das Album mit meinen alten Schulkollegen zusammengestellt.

PARADOX: Ihr seid also eine klassische Schulband?

Matt: Nicht unbedingt. Wir sind alle Freunde, die sich schon aus der Schulzeit kennen. Das Album habe ich dann aus eigener Tasche finanziert. Weil Matt Valentine bin ich und das sind meine Songs und ich will, dass das so auch bleibt, daher habe ich das aus eigener Tasche finanziert.

PARADOX: Fällt es dir leicht mit 23 Jahren aus eigener Tasche ein Album zu finanzieren?

Matt: Ich mache schon sehr lange Musik und ich bin ja aus der Steiermark und habe mit der steirischen Harmonika begonnen und auch mit Musik schon in frühen Jahren Geld verdienen können. Da habe ich einiges ansparen können und das habe ich jetzt in das Album investiert.

PARADOX: Jetzt machst du deine Songs im Genre Rockmusik.

Matt: Genau.

PARADOX: Du sagst, du bist Singer/Songwirter. Wie entstehen bei dir die Songs?

Matt: Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal bei den banalsten Sachen, manchmal beim Rasenmähen. Das ist ganz verschieden. Meistens hat man eine Melodie im Kopf, da mache ich dann einen Song daraus. Die Lyrics sind für mich auch ganz wichtig, aber meistens ist die Musik zuerst da, und dann kommt der Text dazu.

PARADOX: Hast du eine Ausbildung in Komposition?

Matt: Nein, gar nix, ich bin einfach schon sehr früh zum Musizieren gekommen, habe sechs Instrumente in der Musikschule gelernt, darunter auch klassische Clarinette. Ich habe auch in den verschiedensten Genres, auch Volksmusik und Blasmusik, gespielt.

PARADOX: Schreibst du Partituren, oder Leadsheets, die du deinen Musikern gibst?

Matt: Nein, ich habe ein kleines Heimstudio zuhause, und da nehme ich die Songideen auf und die Jungs bekommen das dann zum Einüben.

PARADOX: Deine Musiker können das dann einfach nachspielen?

Matt: Ja, wir treffen uns dann zum Proben, und es ist ja auch so, dass dann von den Bandkollegen auch wer einen guten Einfall hat und dann besprechen wir das und arrangieren die Songs dann im Proberaum.

PARADOX: Also du legst ihnen die Demos vor und die können das auch sofort?

Matt: Ja, die sind alle sehr professionell. Wir haben alle schon etliche Bands hinter uns, daher funktioniert das sehr gut.

PARADOX: Was sind sonst eure nächsten Ziele, außer Single- und Albumrelease?

Matt: Darauf legen wir nun sicher den Fokus, aber man muss ja jetzt schon schauen, dass man sich für die nächste Festivalsaison bewirbt, weil sonst ist man zu spät dran. Das Album ist aber sicher das Wichtigste für uns, damit wir die Songs einer breiteren Masse vorstellen können. Die Single im Herbst und im Frühjahr das Album. Wenn das geschafft ist, hoffen wir damit ordentlich durchstarten zu können.

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