der talentierte Vocalist stellt sich auf die DJ`s ein, pusht die Crowds dieser Welt und steigert den Stimmungspegel jeder Veranstaltung ins Unermessliche

Fava ist ein Chamäleon am Mic, an einem Tag hostet er bei „hartem Sound“ die offiziellen Therapy Sessions und Blackout Events in der Schweiz, am nächsten Tag singt er über ein melodisches Liquid-Set auf einer Hospitality oder den Liquicity-Partys. Mit mehr als 10 Jahren Erfahrung weiß Phil, wie man einen DJ perfekt unterstützt, in den richtigen Momenten die Crowd pusht oder einfach mal den Mund hält. Er ist Resident-MC im legendären Club „Fabric“ in London und auf dem Sun & Bass-Festival in Sardinien, das jährlich in der ersten September-Woche stattfindet. Zusammen mit seinem Partner und gutem Freund Enea betreibt der Musiker das Label Beatalistics Records. Fava`s Ursprünge sind im Industrial, EBM und Punkrock zu finden. Zusätzlich schreit „das Chamäleon“ bei der 8-köpfigen Skapunk-Band “No Authority” in das Mikrofon, spielt Gitarre und schreibt die Songs.

Andy C & MC Fava @ work

Andy C & MC Fava @ work

Anpassungsfähigkeit am Mic

Fava ist schon lange einer der umtriebigsten deutschen Zeremonienmeister in Puncto Drum`n`Bass. Darüber hinaus ist er seit vielen Jahren auch International ein sehr gefragter Mann und gern gesehener Gast.
Veröffentlichungen auf großen Labels (V Recordings, Spearhead, Fokuz, State of Mind Music) sind eine wichtige Referenz und sprechen eine deutliche Sprache. Sein Terminkalender ist in den nächsten Wochen und Monaten prall vollgestopft und es hat den Anschein, dass es nicht weniger wird. MC FAVA kommt ursprünglich aus Freiburg und ist dort Teil der Breakbeat Movement-Crew, unterstützt mittlerweile aber regelmäßig Szenegrößen wie Fred V & Grafix, Klute, Nymfo, Camo & Krooked, oder B-Complex. Er zeigt sich vielseitig und passt sich kompromisslos der Spielart des DJs an. Ob Neuro oder Liquid – für Fava kein Problem! www.music-news.at möchte die DnB-Szene etwas mehr durchleuchten und hat dem Künstler ein paar interessante Fragen gestellt.

www.music-news.at: Wie lange bist du in der Szene aktiv, wie kam es dazu und wie schätzt du die bisherige und kommende Entwicklung von DnB ein?

MC Fava: Ich bin seit 2001 als MC am Mic aktiv. Damals bin ich der Freiburger Crew Breakbeat Movement beigetreten und wir riefen unser Event „Jungle Club“ (still running) ins Leben. Dort fungiere ich nach wie vor als Resident MC. Im Laufe der Jahre kamen bis zum heutigen Tag immer mehr regionale, deutschlandweite und internationale Auftritte dazu. Meiner Meinung nach hatte es Drum`n`Bass immer schon schwerer zu bestehen. Wobei viele immer wieder die fehlende Entwicklung kritisieren und sich von der Szene abwenden, ist diese in vielen Ländern geradezu am explodieren. Die Benelux-Länder sind zum Beispiel wahnsinnig stark aktuell. Auch die Schweiz und Österreich weisen eine gesunde Szene auf und in England ist unser Sound sowieso schon immer ein fester Bestandteil der Musikkultur und des Alltags der Menschen. In Deutschland hat kürzlich der Hype um Dubstep viel Gutes getan finde ich – er hat er die Kids auch wieder ein Stück an Drum´n Bass herangeführt. Mit einem Beitrag von Netsky auf einer Bravo-Hits CD und der Heavy-Rotation von „Somebody to Love“ von Sigma auf deutschlandweiten Radiosendern, bleibt die Zukunft auf jeden Fall sehr spannend. Bleibt nur die Frage, ob die vermeintliche Kommerzialisierung im Sinne vieler Anhänger ist oder, ob der Ein oder Andere doch lieber einer „rauen“ Underground-Szene zugehörig sein möchte.

www.music-news.at:Wie würdest du deine Intention bzw. deinen eigenen Sound in wenigen Worten beschreiben?

MC Fava: Ich schreibe Lovesongs, die die Welt nicht braucht mit hoffnungslos romantischen Texten und viel zu viel Melodie. Na ja, immerhin gibt es ein paar Frauen denen das gefällt. Scherz beiseite, ich würde sagen meine Songs sind stark emotional geprägt, oft melodisch und bleiben manchmal im Ohr.

www.music-news.at: Was stört dich an der DnB-Szene bzw. an der Medienwahrnehmung der Musik?

MC Fava: Es ist schade, dass viele Leute immer noch denken, Drum´n Bass sei eine langweilige Kombination von stupiden Drum-Loops und monotonen Bässen. Einige sind dann doch überrascht, wenn sie melodischeren Sound a la High Contrast etc. zu hören bekommen und merken, dass unser Sound sehr viele Facetten hat und vor allem recht gesellschaftsfähig klingen kann. Unsere Szene neigt dazu, viel zu zerreden und selbst kaputt zu machen. Ob das lokale Promoter sind, die sich zerfleischen oder Künstler, die sich abwenden, weil sie aus der Szene herausgewachsen sind – es wird sich immer etwas bewegen und das ist auch gut so! Die Zukunft muss es richten und da bin ich optimistisch, dass die heutigen Kids ihren Gefallen an unserem Sound finden und ihn weiter tragen, wenn wir mit Krückstöcken und Hörgeräten hinten anstehen.

MC Fava 2012

MC Fava im Jahre 2012

Immer in Bewegung

www.music-news.at: Was kann man von dir in Zukunft erwarten, sind Projekte, Releases oder Zusammenarbeiten geplant?

MC Fava: Ich stehe nie still! Musikalisch passiert gerade aktuell sehr viel, ob im Studio oder live. Es stehen ein paar sehr schöne Events an, auf die ich mich wahnsinnig freue. Zum Beispiel das Hospitality Weekend in Deutschland Anfang Juli oder das Hospitality BBQ in London Ende August. Auch in der Fabric London bin ich im September wieder und extrem heiss darauf. Der komplette Sommer ist eigentlich bereits seit Wochen geplant mit sehr feinen Festivals, wie zum Beispiel dass Sonne Mond und Sterne, das Urban Art Forms oder natürlich traditionell das Sun & Bass in Sardinien. Mitte August bin ich dann auch wieder auf USA-Tour und gerade dabei die Route festzulegen – 3 Dates sind schon fix. In den letzten Wochen sind einige Erscheinungen auf tollen Labels wie Spearhead, Liquid V oder Demand Records veröffentlicht worden. Außerdem arbeite ich derzeit an frischer Musik mit großartigen Produzenten wie Keeno, Mutated Forms, Klute, Nickbee & Mefjus. Zudem stehen bereits die ersten Tunes für mein Album, welches aber vor 2016 nicht spruchreif wird.

www.music-news.at: Die ewige Diskussion – ist DnB tot bzw. war es das schon mal?

MC Fava: Warum sollte Drum´n Bass tot sein, wenn es von abertausenden Leuten jedes Wochenende weltweit gefeiert wird? Ich verstehe nicht warum am Techno nicht bemängelt wird, das er sich nicht weiter entwickelt. Ist ja auch klar, denn der Grundbeat bleibt gleich – ist es nicht das, was die Abart der elektronischen Musik gerade zu dem macht, was sie ist? Und der Drum´n Bass Beat bleibt halt auch gleich! Wenn einige dann denken, dass sich unser Sound nicht weiterentwickelt und langweilig klingt dann sollen sie das denken. Mich jedenfalls kickt der Scheiß immer noch genauso wie am ersten Tag!

www.music-news.at: Nenne uns einen DnB-Track, der dich extrem inspiriert hat und ein Drum`n`Bass Stück, mit dem du eine selbsterlebte, lustige Geschichte verbindest.

MC Fava: Songs, die mich seit jungen Jahren geprägt haben sind definitiv „Logistics – Together“ oder „Ill Skillz – Be There For You“. Selbstverständlich könnte ich noch zahlreiche andere aufzählen. Gesanglich haben mich sicherlich Stücke mit Stamina MC, Dynamite oder Darrison, welche zu meinen Helden zählen, beeinflusst. Hmm, eine lustige Geschichte fällt mir spontan gerade keine ein, zu einem bestimmten Song (wobei es sicher unzählige gibt haha) – leider allerdings zahlreiche traurige Geschichten. Aber das ist wohl so, dass die Schmerzmomente tiefer sitzen, als die Schönen und uns daher länger im Gedächtnis bleiben. Spontan fallen mir aber die Lost in Nature Festivals in der Schweiz ein, wenn ich an lustige Momente und Drum´n Bass denke. Leider findet dieses Event nicht mehr statt. Die letzten paar Jahre war ich dort Resident MC und traditionell der einzige Host. Auf Grund von Anwohnerklagen wegen Lautstärke wurde in den letzten Jahren ab 2 Uhr der Sound auf der Hauptbühne abgestellt und auf „Silent Disco“ (mit Kopfhörer für jeden Gast) umgestellt. Ich war natürlich immer mittendrin im Gewusel mit einem Funkkopfhörer und dem Funk-Mic. Du konntest dich sozusagen frei auf dem Gelände bewegen und MC machen. So kam es, dass ich das ein oder andere Gespräch beim Pinkeln mit Leuten nebenan geführt hatte. Natürlich mit dem Mic am kommunizieren – der Andere konnte mich schließlich hören auf dem Kopfhörer – alle anderen 1500 Gäste allerdings auch was natürlich zahlreiche Lacher verursacht hat. Saugeil war immer wenn Leute ohne Kopfhörer unterwegs waren, die mich dann am Mic hörten – ohne Sound zu hören haha. Good times.

Kontakt/Support

https://www.facebook.com/FavaMC

Fotocredits: Vinzent Hort

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