Ein MC auf Höhenflug

Mike Primmerman aka MC Kryptomedic aus München, Deutschland ist einer der großen up & coming MCs im Drum and Bass. Nachdem er bereits mit Szenegrößen wie Chris Su, Maztek, Zombie Cats und Kaiza gearbeitet hat und sich auf Labels wie Citrus, Eatbrain und Virus etablieren konnte wird nun der Hype um ihn immer größer und mehr und mehr Artists wollen mit ihm arbeiten. Ein äußerst vielseitiger MC mit vielen tiefgründigen und doch einfach verständlichen Versen. Seine Erfahrung in der Drum and Bass Szene geht weit zurück und man kann ihn bereits als MC-Veteran betrachten, wenn doch seine wirklich große Zeit erst vor ihm liegt.

Wir haben uns mit ihm zusammengesetzt und ihn zu seinem Background, seinen Ambitionen und seiner Sichtweise auf die Szene befragt.

www.music-news.at: Hallo, bitte stell dich kurz vor und erklär uns deine Profession.

MC Kryptomedic: Mein Name ist Mike, auf der Bühne und in der Szene eher Kryptomedic. Ich bin ein MC und Vocalist. Ich gebe der Musik gerne ihren Raum zum Atmen und habe selbst immer Spaß an den Events und am Tanzen. Ich tanze genau so viel wie der nächstbeste Fan vor der Bühne, mit dem Unterschied, dass es auf der Bühne für mich den Hype und den Rush noch ein bisschen erhöht. Ich liebe es die Stimmung und das Feeling im Club mit dem Publikum überall in Europa zu teilen. Es ist immer wieder interessant Menschen mit verschiedensten Backgrounds aus den verschiedensten Ländern zu sehen, die alle da sind um der Musik Ihren Tribut zu zollen.

www.music-news.at: Wann und wie bist du zum Drum and Bass gekommen und wer waren deine größten Einflüsse?

MC Kryptomedic:Ich bin ungefähr 2003 zum Drum and Bass gekommen ich glaube mein erster Gig war mit der Raw Hill Cru in Mannheim. Es war ein solcher Rush, dass ich bis in die frühen Morgenstunden getanzt habe. Dieses Feeling zu vergessen ist nahezu unmöglich. Das Thema Einflüsse ist für mich etwas schwierig, da es so viele verschiedene sind. In manchen Nächten zitiere ich vielleicht mal ein paar Rhymes von den Beastie Boys, was mich an meine Jugend und MC A erinnert, an anderen Nächten pushe ich vielleicht meine Metal-Lyrics über etwas Neurofunk. Für mich geht es um die Freiheit am Mic, dass ich sagen kann was ich möchte und dass ich meine Gefühle ausdrücken kann. Ich versuche immer Worte mit gutem Inhalt zu bringen und nicht einfach nur ein bisschen Bullshit zum Spaß zu machen. Ich möchte immer eine Message rüberbringen und gleichzeitig den Vibe der Party ein bisschen verbessern.

www.music-news.at:Was ist deine Sichtweise auf die MC-Szene im Drum and Bass?

MC Kryptomedic:Ebenfalls eine schwierige Frage, im Großen und Ganzen denke ich ist die Szene sehr gesund derzeit. Es gibt eine Menge sehr guter MCs. Da wären DRS, SP, GQ, Dynamite, Visionobi, Fokus, 2Shy, Coppa, Tempza. Daxta (um nur ein paar zu nennen). Ich bin mir nur nicht ganz sicher wie weit die Liste noch weiter geht derzeit. Das Schönste an der Szene sind die gelegentlichen Treffen mit so vielen tollen MCs, vor denen ich so großen Respekt habe, sich hier und da mal ein paar Drinks zu teilen wenn man sich mal auf Tournee trifft.

www.music-news.at:Wie siehst du den Wandel im Drum and Bass in den letzten zehn Jahren?

MC Kryptomedic:Ich denke, die Szene hat, wenn auch viele sagen, dass die Wurzeln und der 170 bpm vibe erhalten geblieben sind, sich doch ganz schön verändert in der letzten Dekade. Für mich war in meinen Anfangszeiten meist Jungle an der Tagesordnung, der meist dann in Wobble überging und schlussendlich in Pop und Fourward kulminierte. So um 2005 herum die “Pendulum-Ära”, die dann später Platz machte für die tiefenlastigen Tunes durch den steigenden Einfluss von Dubstep, wobei man sich trotzdem als eigenes Genre gegenüber Dubstep halten wollte und das auch ausdrückte. Danach zeigte sich wieder der Drang nach Qualität und einige Labels brachten Lieder mit außergewöhnlich guter Qualität heraus, was viel von der deepen und neurolastigen Szene vorangetrieben wurde. Man hatte die „Heavy Hitter“ von RAM Records und die melodischen „Crowd-Pleaser“ von Hospital. Parallel dazu hat sich Darkside und Dark Drum and Bass ebenfalls gut entwickelt, von Ed Rush und Virus über Concord Dawn und eventuell die Barcode Releases, die später Platz machten für Prospect und dergleichen. Es ist immer wieder erfreulich von nahezu jedem aus der Sezene, der sich eine Minute Zeit zum Denken nimmt, dir immer wieder sagen wird, dass die Drum and Bass Szene lebendig und am Laufen ist und dass es eine großartige Zeit ist um dabei zu sein.

www.music-news.at:Du hattest schon das Vergnügen mit vielen großen Künstlern aus der Szene zu arbeiten. Mit wem hat es am meisten Spaß gemacht?

MC Kryptomedic: Ich denke, das Lustigste war eine kleine Session mit Aeph in seinem Studio in London letzten Dezember. Meistens nehme ich Vocals privat allein auf und verschicke sie dann, ohne jemals mit dem Artist im Studio zu sitzen. Da ich Aeph schon eine Weile nicht gesehen hatte – zuletzt in einer verrückten Nacht in Berlin – war meine Freude über die gemeinsame Studiozeit umso größer. Es war eine total nette Zeit mit ihm und ich freue mich unsere gemeinsame Arbeit schon bald zur Schau stellen zu können.

www.music-news.at:Denkst du, dass du als MC die gleiche Behandlung auf Events erhälst wie die DJ’s die du unterstützt?

MC Kryptomedic:Ich denke wenn wir uns ehrlich sind, nein. Die meisten Promoter kümmern sich ganz gut um die MCs, aber schlussendlich, wenn man das Big Picture betrachtet, ist es sicherlich keine Gleichstellung bei der Behandlung. Es sind viele „behind the scenes“ Geschichten und Beispiele über dieses Thema im Umlauf und es gibt immer wieder schlechte Promoter, aber ich denke ich könnte hier keine definitive Meinung abgeben bzw möchte hier nicht ins Detail gehen, da ich nicht alle Facetten der Stories kenne. Von meiner Warte aus kann ich nur sagen, Big Up an alle Promoter da draußen, die sich um ihre Vocalists und MCs kümmern und ihnen den gebürtigen Respekt entgegenbringen.

www.music-news.at:Was sind deine derzeitigen und zukünftigen Projekte?

MC Kryptomedic: Also das aktuellste ist wohl der Freebee „Cupids Arrow„, den ich für meine 1000 Supporter auf Facebook auf IN:DEEP Music herausgebracht habe um meinen Dank auszusprechen.

Andererseits habe ich noch so einige neue Tracks in petto, die bisher noch niemand gehört hat! Es ist hier immer schwierig zu wissen, was alles verraten werden darf, also sage ich hierzu nur, dass bald eine Collabo mit BTK & Maztek auf Virus herauskommt, so gegen Ende des Monats und weiters eine Vinyl Release mit Zombie Cats auf der DrumandBassArena LP. Chris.SU und ich werden bald unser zweites gemeinsames Lied finalisieren, diesmal für das Label FATE und danach werde ich einen Tune zusammen mit Mindscape herausbringen für seine EP, jedoch kann ich hier nichts über das Label sagen, außer dass es ein sehr großes ist und ich mich höchstgradig freue auf diesem Label einen, und in Zukunft noch mehr, Releases zu haben gen Ende des Jahres. Selbstverständlich werde ich wieder touren, mehr Shows machen, mehr Spaß haben, weit reisen, etwas Skydiving, ein bisschen unnötigen Scheiß – einfach das Leben leben! Ach ja und ich werde auf dem größten Drum and Bass Event in Europa als Host aufscheinen.

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© Jenny Laukner Photography

Wer noch mehr über Mike und seine vergangenen und zukünftigen Projekte erfahren möchte, kann sich hier mehr Info holen bzw. ihn supporten:

www.soundcloud.com/kryptomedic2000

www.facebook.com/kryptomedic

Photocredit: Jenny Lauckner Photography

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