Er führt seit dem Jahr 2000 seinen Blog und machte sich bisher als einer der wenigen österreichischen Rock und Metal Youtuber einen Namen. Grund genug humaldo zu einem Interview zu bitten.

humaldo ist eine sehr vielseitige Figur in der Wiener Rock und Metal Szene. Seit dem 19. Februar 2000 hat er seine Homepage und berichtet seitdem über alles, was ihn so interessiert. Und seine Interessen sind vielfältig. Gamer, Blogger, Vlogger, Youtuber, Fan, Konzertgeher, Musiker, Videomacher. Nun konzentriert er seine Aufmerksamkeit vor allem auf seinen Youtube Kanal humaldo rockt! Er berichtet von Konzerten, Bands und der Rock und Metal Szene im allgemeinen und hat bereits mehr als 700 Abonnenten angezogen. Wir haben ihn gefragt, wie sich das alles entwickelt hat und was seine Ziele und Intentionen für die Zukunft sind.

Music-News.at: Du machst so viel in der Wiener Metal Szene, als was siehst du dich in erster Linie, als Musiker, Fan, Journalist?

humaldo: Eigentlich versuche ich nur, meine Leidenschaften auszuleben. Da ich verschiedensten Leidenschaften anhänge, mache ich sehr verschiedene Dinge. Ich habe schon lange einen Youtube Kanal und habe zu Beginn einfach alles raufgeladen, was mir gefallen hat. Der Kanal hat durch diesen Mix aber eigentlich nur mich selbst interessiert. Ich habe daher versucht, den Kanal für andere Leute ansprechender zu gestalten und habe ihn in verschiedene Spartenkanäle aufgeteilt. Der humaldo rockt! Kanal ist auf Rock und Metal Musik fokusiert und meine anderen Interessen, wie zum Beispiel das Gaming, werden auf anderen Kanälen behandelt.

Ich bin in erster Linie Fan und kein Journalist. Youtube funktioniert meiner Erfahrung nach auch anders als klassische Medien. Bei einem Musikmagazin steht zum Beispiel das Magazin im Vordergrund und die Redakteure arbeiten für das Magazin. Bei Youtube ist der Youtuber im Vordergrund und nicht ein Magazin. Das Publikum auf Youtube ist in der Regel mehr an der Persönlichkeit des Protagonisten interessiert als das Drumherum. Natürlich wollen sie auch informiert und unterhalten werden, aber die Person des Youtubers steht im Zentrum.

Ich sehe mich als Fan und Szenemitglied, der über die Szene und ihre Musik berichtet.

Ich glaube, klassische Journalisten sehen sich oft als eine Art Instanz die „über dem Fan steht“. Ich stehe nirgends drüber, sondern ich bin mitten drin und möchte meine persönlichen Eindrücke teilen.

Ich will auch niemanden belehren oder aufklären. Ich bin einfach ein Fan und ich habe auch keinen Druck, dass ich etwas abliefern muss. Ganz selbstlos bin ich aber auch nicht, ich will mich natürlich selbst auch ein wenig präsentieren. Ich möchte aber vor allem zeigen, was im relativ neuen Medium Youtube in Österreich alles möglich ist, weil bei uns diesbezüglich sehr wenig gemacht wird.

Music-News.at: Bist du dann Performancekünstler?

humaldo: Man muss für YouTube schon an seiner Präsentation arbeiten, ich habe aber keine Moderatorenausbildung, es wird also immer amateurhaft bleiben. Ich mache das mit Low-Budget Equipment aus dem Wohnzimmer heraus, während andere Youtuber, gerade in Deutschland, das oft schon sehr professionell machen und in richtigen Studios ihre Beiträge produzieren. Ich würde mich nicht als Performancekünstler sehen, weil ich ja einfach etwas erzähle. Ich skripte viele meiner Videos zwar inzwischen, doch ich mache keine Performance im eigentlichen Sinne. Ich trage nur einen gesprochenen Artikel im Dialekt vor, weil ich das nicht anders kann, aber Performance ist das keine. Wenn ich probieren würde, hochdeutsch zu reden, dann wäre es aber fast schon Performancekunst (lacht).

Music-News.at: Wann hast du gemerkt, dass du gern Dinge im Internet veröffentlichst?

humaldo: Ich habe immer schon gern geschrieben, meine Website habe ich seit dem Jahr 2000. Den Mitteilungsdrang hatte ich eigentlich schon immer. Ich habe früher schon Comics gezeichnet und Geschichten geschrieben. Wir haben damals auch schon kleine schwarz-weiß Videos mit aus Überwachungskameras zusammengebauten Kameras gedreht. Und irgendwann hab ich auch angefangen, Gitarre zu spielen und eine Band gegründet.

Music-News.at: Was wurde aus deiner Karriere als Musiker?

humaldo: Rockmusik hat mich immer interessiert, aber meine Familie ist nicht sehr musikalisch. Ich habe Metallica Videos auf VHS analysiert und geschaut, was die da so greifen. Dann habe ich einen Gitarrelehrer gehabt, aber der wollte mir nur klassische Gitarre beibringen und ist nicht auf meine Vorliebe für Rock eingegangen. Er hat mir zum Beispiel auch keine Akkorde beigebracht. Freunde, die auch Gitarre gelernt haben, konnten alle Liedbegleitungen spielen, nur ich nicht. Das war dann ein gewisser Dämpfer für mich. Schließlich habe ich aufgehört und mir gedacht, dass es an mir liegt und die Musik halt einfach nichts für mich ist.

Der Wendepunkt war, als Engel Mayr, den man jetzt unter anderem von Russkaja kennt, damals mein Nachbar geworden ist. Er hat schon mit dreizehn extrem gut Gitarre spielen können und hat dann in verschiedenen Metalbands gespielt. Ich war da immer als Fan und Roadie dabei und habe endlich einen Einblick in die Musik und die Underground Szene bekommen. Mit 21 habe ich dann endlich meine eigene Band gegründet, Lack Of Purity. Wir haben viel Energie in die Band gesteckt und bald ein paar Erfolge verzeichnet. Nach einigen Jahren sind einige von uns dann vom Land weggezogen und es war schwierig die Bandproben aufrecht zu erhalten. Wir haben uns nie aufgelöst, wir sind einfach nicht mehr aktiv. Irgendwann will ich schon gern wieder als Gitarrist auf der Bühne stehen, aber bis dahin möchte ich meine musikalischen Defizite ausmerzen.

Music-News.at: Wie willst du in der Szene gesehen werden?

humaldo: Ich will als vertrauenswerter Typ gelten. Das was ich mache, ist nicht gespielt und soll auch nicht so wirken. Wenn ich ein Video über etwas mache, dann kann der Zuschauer sicher sein, das ich ihm genau dasselbe erzählen würde, wenn ich ihn auf einem Konzert treffen würde. Ich bin eben kein Journalist und mache keine Tests oder Beurteilungen. Ich will einfach nur das, was ich gut finde, den Leute zeigen. Ich gebe Empfehlungen und Eindrücke weiter, aber die Leute sollen sich ihre Meinung letztendlich doch selber bilden.

Music-News.at: Was hast du für die Zukunft vor?

humaldo: Ich werde versuchen, mein Ding weiter durchzuziehen, Reichweite zu gewinnen, über die heimische Rock und Metal Szene zu berichten und sie zu unterstützen. Viele Leute fragen mich übrigens, ob ich das „wegen dem Geld mache“ weil sie glauben, man ist auf Youtube, um davon zu leben. Das ist illusorisch, denn um Geld mit YouTube zu verdienen bräuchte man hundertausende Abonnenten. Ich verdiene keinen Cent damit und mache das wirklich nur aus Leidenschaft, als Hobby, um mich zu verwirklichen und natürlich, um die Szene zu supporten. Das Beste, was ich mir vorstellen kann, ist, wenn durch meine Videos direkt neue Leute auf die darin vorgestellten Bands aufmerksam werden und dann zu den Konzerten dieser Bands kommen. Ja, das wäre sehr genial.

Aber dazu müssen meine Videos erst einmal geschaut werden, und dazu brauche ich Reichweite. Ich würde mich also sehr darüber freuen, wenn der ein oder andere eurer Leser meinem Kanal eine Chance gibt, ein wenig in meine Videos reinschaut und bei Gefallen den Kanal sogar abonniert. Das würde meine Reichweite steigern und somit würden auch mehr Leute von den Bands erfahren, die ich vorstelle. Eine Win-Win Situation für alle also.

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