Wir haben uns mit MIM über die Entstehung ihres Albums „Expired Warranty“, Tirol als Ausgangspunkt für musikalische Aktivitäten und prägende Einflüsse unterhalten.

Bei MIM wird es gleich mal ganz knallig – auf Fotos präsentiert sie sich gerne mal mit pinker Perücke, auch die Popsongs auf ihrem Album „Expired Warranty“ klingen bunt und mitunter auch ein bisschen pink. Doch MIM kann auch ganz anders. In ihrem neuen Video zur Acoustic-Version von „Escaped Bird“ präsentiert sie sich hingegen ganz pur, nur ein Klavier und eine junge Frau mit langen schwarzen Haaren und einer riesigen Stimme am Mikro. Diese Vielseitigkeit macht neugierig und um MIM besser kennen zu lernen, lassen wir die in Innsbruck lebende Mimi Schmid gleich mal selbst zu Wort kommen.

music-news.at: Mit deinem neuen Projekt trittst du als MIM auf, du hast aber auch schon in einer Reihe weiterer Projekte mitgewirkt. Wie würdest du deinen musikalischen Werdegang in wenigen Sätzen beschreiben?

Mimi: Ich habe früh angefangen Musik zu machen und bin auch früh mit anderen Musikern und Künstlern von verschiedenen Genres und Sparten in Kontakt getreten. Dadurch konnte ich viel Erfahrung sammeln, welche mir heute meiner Meinung nach sehr zugute kommt. Es sind nicht alle Projekte gut und cool gemacht worden von mir, jedoch hat mich bestimmt jedes Einzelne geprägt.

music-news.at: Und wie würdest du dein aktuelles Album „Expired Warranty“ beschreiben?

Mimi: Erfrischend locker. Die Arrangements strahlen eine angenehm fröhliche und befreiende Stimmung aus. „Expired Warranty“ klingt nach internationalem Pop. Die Songs sind teilweise sehr speziell und teilweise wieder mainstream. Auch wenn es nicht auf absolut alle Songs zutrifft – das Album soll dazu anregen, das Leben für einen Moment durch die – in meinem Fall – pinke Brille zu sehen.

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music-news.at: Wie lautet die Kernbotschaft deines Albums?

Mimi: Trust, Screw You, Forget, Redefine – That’s life. Deal with it and enjoy!

music-news.at: Kannst du uns etwas über den Entstehungsprozess der Songs auf dem Album erzählen?

Mimi: Dass die Songs des Albums so bunt und verschieden sind hat den Grund, dass inklusive mir ungefähr vier Songwriter/Musiker/Produzenten an diesen Songs geschrieben haben, oft auch unabhängig voneinander. Die Arrangements wurden jedoch auf diesen speziellen MIM-Sound angepasst. Der Entstehungsprozess dieses Albums war daher sehr spannend.

music-news.at: Wer oder was war für deine musikalische Entwicklung besonders prägend?

Mimi: In erster Linie meine Eltern. In zweiter Linie meine ersten Bands. Hätten meine Eltern mir nicht erlaubt mit 13 Jahren am Wochenende ewig mit meinen BandkollegInnen im Proberaum zu sitzen und das auszuleben, was ich wirklich will, wäre alles sehr viel schwieriger und weniger schnell effektiv gewesen. Die Unterrichtsstunden in klassischer Stimmbildung und vor allem das Jazz-Studium am Konservatorium waren wahrscheinlich aus meiner Sicht die wichtigsten und prägendsten musikalischen Entwicklungshilfen. Dabei geht es auch um Theorie und Praxis, aber vor allem um den Kontakt und Austausch mit anderen grandiosen MusikerInnen.

music-news.at: Gibt es eine musikalische Vorliebe (aus der Vergangenheit oder Gegenwart), die dir eher peinlich ist?

Mimi: Ich hab mir den Schnappi-Song damals auf CD schenken lassen. Fand den irgendwie cool. Ansonsten bin ich recht zufrieden mit meinem Musik Geschmack. Auch wenn ich aus Versehen viel zu viele Schlager durch das Radiohören meiner Eltern und Großeltern auswendig gelernt habe.

music-news.at: Welche Momente sind/waren für dich die Highlights deiner musikalischen Tätigkeit?

Mimi: Highlight Nummer 1 war die Composer’s Night in Landeck. Das erste Konzert mit einem guten Freund und Gitarristen Christian Hauser, auf welchem wir einzig und allein meine und unsere selbstgeschrieben Songs gespielt haben. Vor einem Aufmerksamen Publikum mit viel Zuspruch.

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(c) Florian Koell

music-news.at: Und gab es auch schon mal Tiefpunkte?

Mimi: Logisch. Die Trennung von früheren Bands ist nicht gerade das, was mir in meinem Fall am meisten Spaß gemacht hat oder woran ich heute gerne zurückdenke. Obwohl die Zeitpunkte, in denen eine Veränderung passierte, immer genau perfekt waren und ich heute dafür danke. Natürlich gibt es auch hin und wieder eine Portion Selbstzweifel, welche in gewissem Maße lebensnotwendig sein kann. Ob man diese als Tiefpunkte bezeichnen kann, weiß ich auch nicht. In diesem Fall ist das eher Jammern auf hohem Niveau.

music-news.at: Spürst du momentan so etwas wie einen Aufwind in der österreichischen Rock- und Popszene?

Mimi: Ich spüre einen Aufwind in der Austropop- oder jedenfalls Mundart-Rock-Popszene. Auch die deutsche Sprache findet wieder vermehrt Sympathisanten. Mal sehen was da noch kommt. Ich bin gespannt. Auch darauf, wieweit es englischsprachiger Pop schlussendlich in Österreich schaffen kann.

music-news.at: Du lebst ja in Tirol, wie gut eignet sich dieses Bundesland als Ausgangspunkt für musikalische Aktivitäten?

Mimi: Da ich zuvor in einem Dorf gelebt habe, bin ich schon beeindruckt was zum Beispiel Innsbruck an Möglichkeiten bietet. Es ist natürlich die Frage, in welchem Genre man sich bewegt. Ausgereift sind die Szenen der Jazz und Popularmusik noch nicht, trotzdem bin ich zufrieden, fühle mich wohl und bin erstaunt, welche musikalischen Aktivitäten ich bislang ausprobieren und genießen durfte.

music-news.at: Was sind deine Pläne für die nächste Zeit?

Mimi: Konzerte zu checken und den Leuten zu zeigen, dass man dieses Album auch live richtig cool spielen kann. Viele aufmerksame Zuhörer zu gewinnen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit meiner Band und auf alles was noch kommen mag. Motivatioooon!

music-news.at: Und wo soll der Weg von MIM langfristig noch hinführen?

Mimi: Ich habe einige Erwartungen an MIM, wo das ganze jedoch hinführt, kann ich noch nicht sagen. „Expired Warranty“ ist nun das erste Album. Welche Früchte es trägt und wohin wir uns musikalisch entwickeln, wird sich noch herausstellen. Jedenfalls werde ich daran arbeiten und hoffe, dass ich noch länger die Möglichkeit dazu habe.

music-news.at: Danke für das Interview!

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