MissinCat stellt ihr neues Album „Wirewalker“ vor und Music News hat sich ihren Live-Drahtseilakt genauer angeschaut!

Mit ihrem neuen Album „Wirewalker“ wollte MissinCat der Umwelt zeigen, dass sie nicht mehr das junge, unschuldige Mädchen von nebenan ist, sondern eine selbstbewusste und starke Frau. Und trotzdem wirkt die Sängerin auf den ersten Blick zerbrechlich und sensibel. Sicherlich liegt das an ihrer zierlichen Figur, die bei vielen eine Art Beschützerinstinkt hervorruft. Dass Cat aber bestens für sich selbst sorgen kann und jede Menge stimmliche Gewalt innehat, hat sie uns gestern Abend live bewiesen!

Vor ihrem Auftritt im Jugendkulturhaus Cairo in Würzburg durften wir die Singer-/Songwriterin persönlich zum Interview treffen, in dem sie fröhlich über ihre Musik, geplante Auftritte in Österreich und Alkoholkonsum vor Konzertterminen gesprochen hat.

www.music-news.at: In Sachen Musikrichtung hast du einen ganz schönen Wandel hinter dir. Erst Indie, später klassische Instrumente als Begleitung. Wie würdest du deinen jetzigen Stil bezeichnen?

MissinCat:Ich bin mir gar nicht sicher, ob “Indie” die richtige Bezeichnung ist. Auf jeden Fall war meine Musik früher reduzierter. Mit dem neuen Album habe ich um meine Stimme mehr Instrumente gebaut, die dann noch zusätzlich mehr Charakter haben. Zuvor war meine Musik eher akustisch, jetzt ist sie klangvoller. Um den Sound noch größter zu gestalten, arbeiten wir auch mit Hall-Techniken.

www.music-news.at:Wie dürfen wir uns denn den Auftritt in Kürze vorstellen? Werden alle Instrumente live gespielt?

MissinCat:Für unsere Live-Auftritte haben wir ein Set zusammengebaut, das sehr spannend ist! Wir spielen beide irgendwie alles und setzen das Album live um…Es ist aber doch irgendwie anders. Ich selbst spiele unter anderem Akustik-Gitarre, E-Gitarre, Keyboard und sorge für die Loopings.

www.music-news.at: Glaubst du, du bist musikalisch angekommen oder geht die Reise weiter? Wenn ja, wohin?

MissinCat:Oh, ich werde mich sicherlich noch einmal ändern! Das macht mir Spaß. Ich habe auch schon eine Idee, in welche Richtung meine Musik gehen könnte, aber das behalte ich vorerst noch für mich (lacht).

www.music-news.at:Da dürfen wir ja gespannt sein! Dein neues Album wird oft mit dem Erwachsenwerden verbunden. Wie siehst Du das?

MissinCat:Ja, ich glaube, früher hatten die Leute ein bestimmtes Bild von mir: Eine niedliche, süße Sängerin. Aber das wurde mir mit der Zeit zu eng, ich dachte mir irgendwann: „Oh, immer dieses niedlich…“. Daher habe ich wirklich versucht, einen erwachseneren Sound zu kreieren.

www.music-news.at:Dann war das ein bewusster Vorgang?

MissinCat:Ich würde es nicht “intellektuellen Vorgang“ nennen, sondern es war vielmehr ein Bedürfnis. Ich wollte einfach einen reiferen Sound…Ja, wahrscheinlich, weil man einfach auch erwachsener wird! (lacht)

www.music-news.at:Gab es dabei irgendwelche Vorbilder, die Dich beeinflusst haben?

MissinCat:Ich glaube es war etwas abstrakter. Ich weiß nicht genau, ich hatte keine bestimmten Sänger oder Künstler im Kopf, sondern eine gewisse Atmosphäre, die ich schaffen wollte.

www.music-news.at:Und privat? Welche Musik hörst Du selbst?

(Zwischenzeitlich klopft es an der Tür und MissinCat soll sich für den Soundcheck bereit machen)

MissinCat:Ich höre superviel, aus jedem Genre. Das ist auch sehr wichtig, denke ich. Inzwischen höre ich auch aktuellere Sachen, aber dabei muss ich immer vorsichtig sein. Besonders wenn ich gerade wieder Songs schreibe, versuche ich gerade ältere Sachen zu hören. Dabei wird man so schnell beeinflusst und ich möchte aber in meinen eigenen Songs reiner bleiben.

www.music-news.at:Apropos Texte, diese sind ja Englisch. Könntest du dir auch vorstellen, in einer anderen Sprache zu singen? Vielleicht Italienisch oder Deutsch?

MissinCat:Italienisch habe ich ja bereits gesungen. Das hat auch jede Menge Spaß gemacht, vielleicht mache ich auch einmal eine EP auf Italienisch. Aber Englisch war nun einmal immer die Sprache, in der ich gesungen habe. Zwei parallele Arbeiten sind ja nicht gerade einfach. Außerdem war ich in der letzten Zeit nicht besonders häufig in Italien. Daher habe ich die Sprache kaum gesprochen.

www.music-news.at:Du meinst, die Muttersprache hat sich bei dir verloren?

MissinCat:Naja, nicht unbedingt verloren. Aber ich bin jetzt schon einige Jahre in Deutschland und da denke ich natürlich auf Deutsch, ich rede ja auch mit Freunden und Bekannten auf Deutsch, alles andere wäre viel zu kompliziert. Aber zum Beispiel bei Telefon-Interviews nach Italien merke ich, dass sich Fehler einschleichen. Italienisch funktioniert einfach komplett anders. Ich formuliere dann meine Antworten im Kopf auf Deutsch und übersetze sie. Leider kommt dabei ab und zu etwas raus, das keiner versteht. Oder man versucht Witze zu machen, die dann nicht funktionieren. Weil jede Sprache ja auch ihre eigenen Bilder besitzt.

www.music-news.at:Bereust du es denn, Italien zugunsten von Deutschland verlassen zu haben?

MissinCat:Nein, nein auf keinen Fall! Ich war dort zwar auch erfolgreich, aber das war anders. Hier habe ich meine Platten rausgebracht und irgendwie ist Deutschland meine musikalische Heimat.

www.music-news.at:Wie sehen denn Deine Pläne für die Zukunft aus? Möchtest Du weiter international touren?

MissinCat:Ja, na klar! Ich möchte gerne neue Märkte erobern. Vielleicht ist jetzt Frankreich an der Reihe… Ich bin schon ganz gespannt, was kommt!

www.music-news.at:Dann dürfen sich unsere Leser auf Konzerte in Österreich bei deiner nächsten Tour freuen?

MissinCat:Es wäre schön, wenn das mal wieder klappen würde. Ich hatte bisher nur wenige Auftritte in Österreich. Vor ein paar Jahren war ich in Salzburg und Wien…Das wäre wirklich mal wieder schön. Warum steht das eigentlich nicht auf dem Plan? Da muss ich doch mal nachfragen!

www.music-news.at:Jetzt stehen wir kurz vor deinem Live-Auftritt. Bist Du nervös vor Auftritten? Hast Du irgendwelche Rituale, um Dich zu beruhigen?

MissinCat:Also nervös im eigentlichen Sinne bin ich nicht. Vor Konzerten ist es aber immer irgendwie stressig: „Ach, ich muss noch das machen und meine Stimme wärmen und ein Soundcheck. Ach und ein Interview steht noch an und Essen muss ich auch noch!“. Die Zeit ist immer sehr knapp bemessen. Aber um dann ein wenig runter zu kommen, trinke ich gerne ein Glas Rotwein (überlegt kurz). Also ich geh nicht besoffen auf die Bühne! Wirklich nur ein kleines Gläschen zum Entspannen und langsamer werden.

www.music-news.at:Vielen Dank, das waren schon all unsere Fragen! Und jetzt sind wir gespannt auf deinen Auftritt.

MissinCat:Sehr schön, ich hab euch zu danken!

Cat flirtet frech mit dem Publikum

MissinCat

MissinCat live auf der Bühne

Um 20 Uhr ging dann das Konzert im Cairo in Würzburg los. Aber nicht MissinCat eröffnete den Abend, sondern ihr Support: Der Singer-Songwriter Ramon Clau, der ursprünglich aus der Schweiz kommt und eine Zeit lang in Berlin verweilt hat, verzauberte das Publikum mit seinen emotionalen Songs. Seine markante Stimme sorgte für die richtige Atmosphäre im Raum, um MissinCat gegen 21 Uhr auf der Bühne begrüßen zu dürfen.
Ohne viel Geplänkel startet MissinCat dann ihre Show. Nachdem sie die Gitarre gestimmt hat, die beinahe zu groß für die junge Frau wirkt, gibt sie ihrem Live-Partner Jörg den Einsatz. Schon nach den ersten Tönen, die Cat zu Gehör bringt, zeigt sich wieder ihre faszinierende Stimme, die hohen Wiedererkennungswert hat. Unterlegt von leichten Schlagzeugklängen, selbst eingespielten Loops und Akustikgitarre bezaubert die Sängerin und entführt das Publikum in ihre eigene verträumte Welt. Cat erklärt, dass wir uns bei Tag 7 von 11 befinden und sie noch nie in Würzburg war, es sei eine tolle Premiere für sie. Wer nach den ersten ruhigen und relativen langsamen Songs dann immer noch der Meinung ist, dass Cat das niedliche Mädchen von nebenan sei, dem beweist sie das Gegenteil. Ihr Show ist so aufgebaut, dass sich der Klang der Musik im Laufe der Zeit steigert. Diese Steigerung wird vor allem mit dem Titelsong des Albums „Wirewalker“ deutlich, den Cat mit einem flirtenden Augenzwinkern dem Publikum ankündigt. Ob diese Geste bewusst passiert ist oder nicht – feststeht, dass ein unschuldiges, liebes Mädchen von nebenan kaum so kokett und charmant beim Publikum ankäme. Immer wieder zaubert sie mit ihrem Augenaufschlag ein Lächeln in die Gesichter der Konzertbesucher, sodass man ihr kleine Unsicherheiten gerne verzeiht. Ab jetzt sind die Songs auch tatsächlich energiegeladener, die Beats stärker, der Bass deutlicher. Um ihre Zuhörer am Konzert interaktiv teilhaben lassen zu können, bittet Cat um das Imitieren von Regengeräuschen. Mit dem Zeigefinger sollen die Leute alle in ihre Flache Hand schlagen und dabei die Augen schließen. Cat selbst schließt auch die Augen und performt ihren Song „Star“. Statt lautem Applaus folgt ein vom Publikum produzierter Regenschauer. Natürlich steht auch ihr Hit „Pirates“ auf dem Plan, der schon in zahlreichen Radiosendern gespielt wird und das Publikum begeistern kann.

„Aber puh…Es war so schön“

Daneben werden aber auch treue Fans der Sängerin bedient, die sie schon seit der ersten Stunde kennen: Cat gibt einen Song ihres ersten Albums zum Besten. Nach einer guten Stunde erklärt die Singer-/Songwriterin dann etwas geschafft, aber durchaus euphorisch, dass wir uns schon am Ende des Konzerts befänden: „Wir haben die doppelte Länge der Songs gespielt und ja, es war lange…aber puh…Es war so schön“. Mit einem italienischen Song, der eigentlich als Duett gedacht ist, schließt Cat den Abend und bedankt sich für die tolle Unterstützung von Ramon und Jörg. Das begeisterte Publikum akzeptiert den viel zu raschen Abgang der Sängerin nicht, sodass noch eine ausgedehnte Zugabe folgt. Erst danach verlässt Cat die Bühne und hinterlässt eine Atmosphäre, die irgendwie nachdenklich und gleichzeitig glücklich stimmt.

Und solltet ihr nicht die Chance haben, die faszinierende Cat live erleben zu können, so kann Euch vielleicht das Video ihrer Single „Pirates“ ein wenig trösten:

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