Eine sehr wandlungsfähige Stimme hat dieser Rico Belafonte. Aber wer ist er und was inspiriert ihn genau für seine Songs?

Rico ist gebürtiger Wiener, gerade erst Vater geworden, und bekam seine unverkennliche Stimme von seinen Eltern, die beide Sänger waren, in die Wiege gelegt. Seine Songs sind einladend, fesselnd und so individuell, was den Stil angeht, dass sich dafür keine einheitliche Beschreibung finden lässt. Sein Debütalbum erscheint im Jänner kommenden Jahres, man darf also sehr gespannt sein.

PARADOX: Du schreibst in deinem Blog, dass du für deine Musik viel aufgegeben hast. Was war die größte Entbehrung für dich? Was hat dir am meisten weh getan?

Rico Belafonte: Die größte Entbehrung war, dass ich meine gesamte Freizeit aufgegeben musste, meine damaligen Freunde eingeschlossen. Wenn man an diese Menschen denkt, tut das natürlich auch etwas weh. Ich habe in dieser Zeit das Gefühl für Raum und Zeit verloren, während ich mein eigenes Homestudio eingerichtet habe.

RicoBelafonte_Cover_by_ManuelPolak

Rico Belafonte – Jede Richtung Foto: Manuel Polak; (c) Belafonte Music

PARADOX: All diese Dinge bieten ja genug Stoff für gute Texte. Hat dich das inspiriert? Verarbeitest du diese Verluste auch in deinen Texten?

Rico Belafonte: Richtig, nur muss man nicht immer so ins Detail gehen. Geschichten lassen sich so drehen, dass sie am Ende doch eine breite Masse ansprechen. Mein ganzes Leben hat mich inspiriert, natürlich verarbeite ich alles, was man verarbeiten kann mit Musik. Musik muss für einen Produzent und Musiker eine Lebenseinstellung sein.

PARADOX: Es kommt mir so vor, als wäre dein Stil nicht eindeutig, beziehungsweise sehr wandlungsfähig auf dem kommenden Album „Jede Richtung”. Probierst du gern neue Dinge aus? Wo holst du dir deine Inspiration, was die Art und Weise zu rappen oder zu singen angeht?

Rico Belafonte: Ja, schon richtig erkannt, der Albumtitel beschreibt genau meine Richtung. Ich lege mich nicht auf ein Thema fest, da es so viele gibt. Als Künstler will man so viele Menschen wie möglich erreichen. Das schafft man nicht, wenn man nur in eine Richtung blickt. Die Inspiration hat sich in den letzten Jahren mit meinem Charakter weitergebildet, es ist so wie wenn du in eine dunkle Schatztruhe greifst, und obwohl du nichts erkennen kannst, genau das Richtige für dich rausholst.

PARADOX: Was hörst du eigentlich privat für Musik? Gibt es ein Genre, das du bevorzugst?

Rico Belafonte: Genau, das, was ich auch produziere, also alles. Nein. Das, was sich besser anfühlt für den Moment, wird bevorzugt.

PARADOX: Deine bisherigen Musikvideos wirken sehr professionell und stimmig. Schreibst du für diese auch selbst das Drehbuch oder greift dir da jemand unter die Arme?

Rico Belafonte: Dankeschön, wie auch in jedem anderen Betrieb gibt es für jede Abteilung einen anderen Meister. Drehbüher schreibe ich noch nicht, dazu müsste ich noch einige Musikvideos mehr drehen und mich dann durch Beobachten selbt weiterbilden, um auch meinen eigenen hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Ich arbeite mit vielen verschiedenen Menschen und wenn einer eine gute Story entwickelt, dann überlasse ich auch mal demjenigen das Kommando.

PARADOX: Tanzen ist für dich ja auch von sehr großer Bedeutung. Hast du es dir selbst beigebracht, wie das Musizieren oder hast du auch mal einen Tanzkurs besucht?

Rico Belafonte: Wie auch für die Tonmeister-Ausbildung hatten meine Mutter und ich für die Tanzschule kein Geld, Es waren keine leichten Zeiten damals. Alles was ich heute kann, habe ich mir selbst beibringen müssen, und dass macht mich heute so sicher in allem, was ich tue.

PARADOX: Du bist ja kürzlich Vater geworden. Gratulation dazu. Hat dich das verändert? Beeinflusst es zukünftige Werke?

Rico Belafonte: Ja richtig, vielen Dank. Ja, ich denke schon, denn seit mein Sohn auf der Welt ist, höre ich den Uhrzeiger lauter. Der Drang ein tolles Vorbild zu sein ist gewaltig, vor allem dann, wenn man selbst keinen Vater hinter sich hatte. Ob es zukünftige Werke positiv beeinflussen wird? Ja, da bin ich mir sicher.

“Ganz erlich, ich habe eine wahrlich starke Frau an meiner Seite. Sie gibt mir die Zeit, und unterstützt mich wo sie nur kann.”

PARADOX: Wie schaffst du es Familie und Musik unter einen Hut zu bringen?

Rico Belafonte: Ganz ehrlich, ich habe eine wahrlich starke Frau an meiner Seite. Sie gibt mir die Zeit und unterstützt mich, wo sie nur kann. Deswegen habe ich genug Zeit und Kraft mein Ziel geradeaus weiterzugehen. Meine Pflicht ist es, sie dafür zu entlohnen, wenn ich die Spitze erklommen habe. Parallel zur Musik nütze ich jede freie Zeit mit den beiden.

PARADOX: Wann hast du angefangen an deinem Album zu arbeiten? Es sind immerhin 17 Songs, das ist ja ganz schön viel und sicher auch verdammt zeitaufwendig.

Rico Belafonte: Nach dem ich den „Rock The Island Contest“ 2015 gewonnen habe in der Kategorie Hip-Hop, habe ich in drei Monaten ein ganzes Album produziert. Was der Anreiz war, die Nachfrage natürlich. Ich wusste, jetzt wo sie es wollen, muss ich es sofort machen. Wer wartet schon gerne…

PARADOX: Du besitzt einen ganz eigenen Stil. Wird dieser von anderen Musikern und Musikerinnen beeinflusst?

Rico Belafonte: Ich höre nur auf mein Gefühl. Andere Musiker und -innen haben andere Stile. Jeder sollte seinen eigenen haben, den er beherrscht. Die Erfahrung durch die Jahre in der Szene bilden einen Menschen in jeder Art und Weise.

PARADOX: Mit wem würdest du gern einmal auf der Bühne stehen und einen Song, vielleicht auch einen eigenen, performen?

Rico Belafonte: Also wenn ich schon auf der Bühne stehe, performe ich meinen Song. Dafür ist die Bühne ja da. Es gibt viele tolle Kollegen mit denen man die Bühne gerne teilen möchte, Doch das muss sich auch entwickeln.

PARADOX: Du machst ja alles selbst – vom Komponieren bis hin zur Vermarktung – hast du auch Schwächen?

Rico Belafonte: Richtig. So viel wie möglich immer selbst machen ist meine Devise, dann kann auch nur wenig schiefgehen. Ich habe keine Zeit für Schwächen. Das Leben fordert Disziplin.

PARADOX: Zu welcher Tageszeit schreibst du am liebsten und was brauchst du dazu?

Rico Belafonte: Raum und Zeit verblasst, wenn die Idee erscheint, oder es von mir verlangt wird. Um besser und besser zu werden, musst du immer bereit sein, egal für was.

PARADOX: Kannst du dich noch an den ersten Hip-Hop Moment in deinem Leben erinnern? Wie bist du mit Rap in Berührung gekommen?

Rico Belafonte: So richtig mit 14 Jahren, da hatte ich meine Hosen fast bei den Oberschenkeln, und die Kappe so, dass ich bloß noch mit einem Auge sehen konnte. Das war damals cool. Tja, das hat sich Gott sei Dank auch wieder normalisiert. Seitdem kann ich Hip-Hop/Rap nicht aus meiner Musik wegdenken.

PARADOX: Was hast du für Pläne für das kommende Jahr, abgesehen von deinem Album Release?

Rico Belafonte: Meine Pläne beginnen schon ab dem 02. Jänner 2016 mit dem ALBUM Release Konzert im Aera Wien, und hören in Deutschland auf. Es sind auch weitere Musikvideos geplant. Nebenbei wird schon das zweite Album produziert, Interviews und Studiobesuche nicht zu vergessen. Mein Plan für nächstes Jahr ist auf das übernächste vorzubereiten.

PARADOX002_Sujet

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.