2016 hat sich der Steirer auf das Erfolgs-Castingformat eingelassen und mit Bravour den zweiten Platz belegt. Mit uns hat er über die bewegende Zeit zwischen Traum und Realität gesprochen – und macht Hoffnung auf mehr.

Ein Interview von Michael Bertl

PARADOX: LIEBER ROBIN, GANZ ALLGEMEIN GEFRAGT: WIE BEEINFLUSST EINEN SINGER/SONGWRITER EINE ERFAHRUNG, IM ZUGE DERER MAN MIT WELTSTARS ZUSAMMENARBEITET, DIE EINEM EINEN MAJOR LABEL VERTRAG VERSCHAFFT UND WÄHREND DER MAN SICH MANCHMAL TATSÄCHLICH NICHT GANZ SICHER SEIN KANN, OB MAN DOCH BLOSS TRÄUMT?

Robin Resch: Da die Teilnahme an „The Voice of Germany“ eine spontane, nicht geplante Entscheidung war, bin ich eigentlich vollkommen ohne Erwartungen in diese Show gestartet. Dieser Einstellung ist es, denke ich, unter anderem zu verdanken, dass ich so weit gekommen bin. Ich wollte die Zeit einfach nutzen, um viel Musik zu machen, Musiker verschiedenster Musikstile kennenzulernen und Bühnenerfahrung zu sammeln. Dass das Ganze dann mit Samu Haber und Sunrise Avenue, Max Giesinger, Alicia Keys und James Arthur im Halbfinale und Finale vor Millionen Menschen im Live-Fernsehen endet, hätte ich mir nie erträumt. Obwohl das Finale schon einige Monate zurückliegt, ist es für mich noch immer schwer zu fassen, was da alles so passiert ist.

PARADOX: ICH WAR LETZTES JAHR AM ERSTEN TAG DES SUNNY DAYS FESTIVALS IN DIETERSDORF. OPENER SLOT – NACH DER HAUSBAND: ROBIN RESCH. VOR DER BÜHNE: INKLUSIVE MIR, GESCHÄTZTE FÜNF MENSCHEN – WIE FÜHLST DU DICH, WENN DU AN DEINE ANFÄNGE LETZTEN SOMMER ZURÜCKDENKST?

Robin Resch: Ich denke, ohne meine ersten Auftritte in kleinen Pubs und auf kleinen Bühnen hätte ich mich nie bei „The Voice of Germany“ beworben. Das positive Feedback, das ich da bekam, gab mir immer mehr Motivation und Antrieb, weiter Konzerte zu spielen und auch selbst Musik zu schreiben. Das „Sunny Days Festival“ voriges Jahr war eine super Erfahrung und ein wichtiger Schritt, um auf der Bühne sicherer zu werden.

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PARADOX: HAST DU DAMALS SCHON GEAHNT, DASS DICH DIE URSPRÜNGLICH NIEDERLÄNDISCHE TALENTSHOW SO GUT WIE ÜBER NACHT BERÜHMT MACHEN WIRD? INWIEWEIT WAREN DIE DREHARBEITEN DA BEREITS IM GANGE?

Robin Resch: Damals war die Show schon im Gange, aber ich habe mich riesig gefreut, beim „Sunny Days“ vor heimischem Publikum aufzutreten.

PARADOX: NACHDEM SICH BEI DEINER BLIND AUDITION ALLE VIER COACHES FÜR DICH UMGEDREHT HABEN, HAST DU DICH FÜR SAMU HABER, DEN FRONTMANN DER FINNISCHEN POPROCKER SUNRISE AVENUE, ENTSCHIEDEN. WIESO?

Robin Resch: Während meiner Jugendzeit habe ich schon immer Sunrise Avenue gehört. Schon vor der Blind Audition habe ich mir gesagt, wenn Samu sich umdreht, werde ich in sein Team gehen. Im Nachhinein war es, denke ich, die beste Entscheidung. Ich konnte so viel von ihm lernen, nicht nur musikalisch, sondern auch persönlich und ich bin sehr dankbar, dass er mir auch jetzt, nach der Show, noch mit Rat zur Seite steht.

PARADOX: INWIEWEIT HAT ER DICH TATSÄCHLICH GECOACHT UND GEPRÄGT? ARBEITEN DIE TALENTE NACH DEN BLIND AUDITIONS WIRKLICH HAUPTSÄCHLICH MIT DEN OFFIZIELLEN COACHES, ODER PASSIERT DA VIEL MIT UNBEKANNTEN GESANGSTRAINERINNEN?

Robin Resch: Bei den ersten Runden der Show waren noch sehr viele KandidatInnen im Team, deshalb beschränkte sich die meiste Zusammenarbeit mit Samu auf Training vor der Kamera. Runde für Runde wurde die Zeit mit ihm mehr und intensiver. Vor dem Halbfinale hatte ich zum Beispiel die Möglichkeit, mit Samu meine Single „Disneyland“ zu schreiben und im Studio aufzunehmen – eines meiner absoluten Highlights der „The Voice“-Zeit. Abseits wurden wir durchgehend von Vocal-Coaches betreut.

PARADOX: DEIN MARKENZEICHEN WAR, ABGESEHEN VON DEINER WIRKLICH SPEZIELLEN, ANGENEHMEN STIMME, DEINE KLEINE MARTIN AKUSTIKGITARRE; DU WARST DER ERSTE, DER ES ALS SINGER/ SONGWRITER IN DIESEM FORMAT SO WEIT NACH OBEN GESCHAFFT HAT. DAS ALS DEIN EIGENES ANGEPRIESENES LIED, DAS DU IM FINALE PRÄSENTIEREN DURFTEST, IST JEDOCH BEREITS UNTER UNIVERSAL MUSIC ERSCHIENEN UND KLINGT UM EINIGES POPPIGER UND AUF DEN MAINSTREAM ZUGESCHNITTENER ALS DIE SONGS, DIE ICH 2016 AM SUNNY DAYS HÖREN DURFTE. HAST DU DAS GEFÜHL, DICH JETZT, NACH DER SHOW, IN DIE RICHTUNG ENTWICKELN ZU KÖNNEN, DIE FÜR DICH NATÜRLICH IST? WIE FREI FÜHLST DU DICH ALS KÜNSTLER IN DEINEM MAJOR LABEL VERTRAG?

Robin Resch: Ich hatte die Ehre, meine Single „Disneyland“ mit Samu zu schreiben und aufzunehmen. Wir einigten uns im Vorhinein auf einen etwas poppigeren Song und ich persönlich wollte auch etwas Neues ausprobieren. Retrospektiv bin ich froh, mit „Disneyland“ den mutigen Schritt von der gewohnten Folkmusik zur Popmusik gemacht zu haben. Ich werde jedoch mit neuer Musik versuchen, dem Singer-/ Songwriter Stil treu zu bleiben und Folkmusik und Popmusik miteinander zu verbinden.

PARADOX: ZU DEINEM ERSTEN MAJOR LABEL RELEASE „DISNEYLAND“ GIBT’S EIN VIDEO. DU MACHST KEINEN HEHL DARAUS, DASS DU NICHT LIEBEND GERNE MIT DER KAMERA SPIELST, ABER IN DEM VIDEO WIRKT ES ZUSÄTZLICH SO, ALS WÜRDEST DU DICH MIT DER EXTROVERTIERTEN VERSION DEINER SELBST NICHT 100 PROZENTIG WOHLFÜHLEN. BIST DU TROTZ DES GANZEN RUMMELS UM DEINE PERSON NACH WIE VOR EHER DER SCHEUE, INTROVERTIERTE TYP?

Robin Resch: Das Musikvideo hat richtig Spaß gemacht. Ich denke, es ist wichtig, als Künstler Neues auszuprobieren und aus sich herauszugehen. Es war ungewohnt an einem so großen Filmset vor der Kamera für ein Video zu performen, ich würde es aber sofort wieder tun.

PARADOX: WIE VIEL FANPOST BEKOMMT MAN ALS TEENIESCHWARM BEI „THE VOICE OF GERMANY”?

Robin Resch: Gar nicht so wenig – während der Show kam der Punkt, an dem ich nicht mehr allen antworten konnte. Jetzt, nach der Show, hat das Ganze etwas nachgelassen.

PARADOX: DA ES NOCH KEIN ALBUM GIBT, WO MAN SICH DAVON SELBST EIN BILD MACHEN KÖNNTE: WOVON HANDELN DEINE TEXTE HAUPTSÄCHLICH?

Robin Resch: Meine bis jetzt geschriebenen Songs und auch jene, an denen ich gerade arbeite, handeln immer von Themen, die mich gerade beschäftigen; immer unterschiedlich.

PARADOX: WIE HAT SICH DAS GANZE „THE VOICE“-ABENTEUER MIT DEINEM PRIVATLEBEN VEREINBAREN LASSEN? WAS MACHST DU, WENN DU GERADE NICHT MUSIK MACHST?

Robin Resch: Ich versuche jetzt, nach „The Voice“, den Einstieg ins Unileben wieder zu schaffen und während dem Semester Konzerte und andere Termine, die die Musik betreffen, eher auf einem Minimum zu halten. Ich werde dann allerdings im Sommer wieder mit Liveauftritten und Musikaufnahmen voll durchstarten.

PARADOX: WAS DÜRFEN WIR UNS VON ROBIN RESCHS MUSIKALISCHER ZUKUNFT ERWARTEN? BESTEHT EINE REELLE CHANCE, DICH UND DEINE MINI-MARTIN MAL WIEDER IN INTIMEN RAHMEN IN GRAZ ODER UMGEBUNG ERLEBEN ZU DÜRFEN?

Robin Resch: Mein musikalisches Ziel für 2017 ist neue, eigene Musik zu veröffentlichen, ob in Form eines kompletten Albums oder in Form einer Single wird sich noch zeigen. Des Weiteren möchte ich so viele Auftritte wie möglich spielen; ein Auftritt in Graz ist mit Sicherheit dabei.

PARADOX: WENN DIE LESERINNEN EINES VON DIR WISSEN SOLLTEN, DANN…

Robin Resch: …Dass ich mich über jede Unterstützung freue und hoffe, einige von euch bei einem meiner Auftritte zu sehen.

[Dieser Artikel erschien im Sommer 2017 in PARADOX 05]

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