Vielen Menschen ist Ronald Reggae erst seit kurzem ein Begriff, auch wenn die Band bereits seit Jahren Musik macht und Bühnen mit Reggae-beeinflussten Coverversionen von bekannten Hits bespielt. Seit ein paar Monaten kennt die Gras rauchende YouTube Community die Ausnahmekünstler aus Israel durch Jamaican Rhapsody, Ronald Reggae´s eigene Interpretation des Queen Hits Bohemian Rhapsody. Über zwei Millionen Mal wurde das Video auf YouTube und 6,5 Millionen Mal auf Facebook in den drei Monaten angeklickt, die es mittlerweile online ist.

Wenn das Video aus dem Zuschauer einen Fan gemacht hat, wird man mit Freude vernehmen, dass nach über 5 Jahren, die die Band existiert, am Ende diesen Jahres endlich ein Album erscheinen soll.
Da Ronald Reggae durch und durch Cannabisfreunde zu sein scheinen, und ihre Begeisterung dafür auch in ihrer Musik ständig zum tragen kommt, verstehen wir sie als Hanf Botschafter, die die Legalisierung durch die Ohren der Menschen transportieren, gerade auch durch die Verbindung von Songs, die wir alle kennen, gepaart mit Reggae Musik und Cannabis infizierten Inhalten.

Und im gleichen maß, in dem die Welt sich für Cannabis öffnen soll, war Frontman Jeremie Horgen (alias Ronald) offen, einige Fragen zu beantworten, zur Person, zur Band, zur Musik und natürlich auch zu Ganja…

Das Interview:

music-news.at Für die Leute, die zum ersten Mal mit deiner Musik in Berührung kommen, erzähl mir etwas darüber, wer Ronald Reggae ist?

Ronald: Ronald Reggae ist ein hybrides, nicht klassifizierbares mehrdimensionales Wesen mit einer großen Leidenschaft für das Leben, für Musik im Allgemeinen und Reggae im Besonderen. Ich schätze, man könnte „Cannabis-Enthusiast“ hinzufügen, ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

music-news.at Bist Du seit je her Musiker? Erzähl mir vom Beginn Deiner Musikkarriere!

Ronald: Ich fühlte mich von der Musik angezogen, soweit ich mich erinnern kann. Meine Eltern und meine älteren Brüder spielten alle Klavier und so ging auch ich mit 8 Jahren an das Konservatorium, um Flöte und Solfége (Art der Tonlehre) zu studieren.
Ich war immer in einer Band oder in eine Musikproduktion involviert, seit je her und wo auch immer ich gewesen bin.

Auch als Erwachsener war Musik immer parallel zu meinen beruflichen Tätigkeiten da. Vor 10 Jahren überwog dann die Musik und ich verließ meinen Firmenjob, um The Zone zu gründen. Ursprünglich war es ein Untergrundplattform, wo sich eine professionelle Musiker Community traf. Eine Art Bar auf Musik-Stereoiden, wenn Sie so wollen, mit einer durchgehend laufenden Jam-Session, an der einige der besten Musiker der Gegend teilnahmen. Mit der Zeit wurde es zu einem der wichtigsten mittelgroßen Veranstaltungsorte für Live-Musik in der Stadt. Und es blieb bis heute ein zentraler Treffpunkt für Musiker. Ronald Reggae wurde in dieser rauchigen Szene geboren.

music-news.at Welche Rolle spielt Marihuana in Deinem Leben? (jetzt oder in der Vergangenheit)

Ronald: Marihuana ist Entspannung, Inspiration, Meditation, Medikamente, Konzentration und soziale Verbindung, um nur einige Dinge zu nennen. Heutzutage ist es auch das Hauptthema in der Musik, die wir spielen, aber das kann und wird sich entwickeln.

music-news.at Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, Jamaican Rhapsody zu machen?

Ronald: Das Prinzip, Mainstream-Hits in Reggae-Ganja-Hymnen zu verwandeln, entstand vor vielen Jahren. Damals hielt man sich mit Musikern, die ebenfalls hochqualifizierte Reggae-Artists sind, ab und zu hinter der Bühne auft. Der erste Song war „Dust in the weed“. Und danach kamen sofort weitere Ideen auf: „All you need is weed, let it grow“ (von Eric Clapton), „Hemp“ („Help!“ von den Beatles), sind einige, die wir beibehalten haben. Einige andere wurden nicht ausgewählt. Jamaican Rhapsody kam ein paar Jahre später, nachdem wir irgendwo im Jahr 2013 ein paar Shows gemacht hatten. Ziemlich schnell stellte sich heraus, dass es viel komplexer war, die Idee in ein anständiges Musikstück zu verwandeln, als ich anfangs dachte, und zwar auf allen Ebenen. Angefangen beim Text, dem Arrangement, der Aufnahme, über das Mischen und später dann den Produktionen des Videos. Das wurde tatsächlich dreimal gedreht. Die Fertigstellung dauerte insgesamt 4 Jahre.

music-news.at Bist Du neben Deiner Musik in der Legalisierungsbewegung tätig?

Ronald: Ich bin kein offizielles Mitglied irgendeines Vereins. Aber ich unterstütze regelmäßig verschiedene Legalisierungs-Organisationen, Initiativen und Veranstaltungen, musikalisch und medial.
Ich glaube, der beste Beitrag, den ich zur Legalisierung leisten kann, ist mit unserer Musik. Ich hoffe, dass sie die Ohren und Herzen derer erreicht, die den Rahmen der Legalisierungsbewegung sprengen.

music-news.at Erzähl mir von deinem nächsten Album und deiner Tour!

Ronald: Obwohl die Band seit Anfang 2013 aktiv ist, wird unser nächstes Album im Dezember 2018 das erste sein… (lacht)
Der Hauptgrund ist, dass alles von der Idee bis zum fertigen Video selbst produziert wird, was die Sache extrem zeitaufwendig macht. In meinem Fall erfordert die Suche nach einem optimalen Ergebnis einen langen Versuchs- und Fehler-Prozess. Die Songs sind über die Jahre und mit den Shows gereift und ich wollte, dass das Album diese Reife widerspiegelt. Daher haben wir vieles mehrmals aufgenommen bis sie reif waren. Ich hoffe, unser Publikum wird das spüren.
Was das Touren betrifft, planen wir nun eine Neuseeland-Tour im Sommer 2019. Und wir arbeiten auch daran, an anderen Orten auftreten zu können. Derzeit konzentrieren wir uns aber auf die Produktion weiterer Videos, von denen wir hoffen, dass sie noch mehr Türen öffnen und uns viele weitere Shows und Tourneen rund um den Globus einbringen werden.

music-news.at Welche Erfahrungen machst Du mit Ganja während Shows und Tourneen?

Ronald: Erinnerst Du Dich an „Up in smoke“ von Cheech und Chong, und an die Szene, in der der Schlagzeuger halb weggetreten ist und nicht einmal auf seinem Hocker sitzen bleiben kann? Das geschah viele Male in der Realität… (lacht wieder)
Ich kann die Male gar nicht mehr zählen, in denen ich auf der Bühne Texte improvisieren musste, weil ich Erinnerungslücken hatte. Aber es gab auch einige wirklich lustige Situationen… (lacht)
Die Band und ich haben eben normalerweise nichts gegen ein oder zwei Puffs auf der Bühne während der Show, ganz zu schweigen von vorher und nachher. Aber das hängt schon auch davon ab, wo wir sind. Ich würde es nicht dort tun, wo ich das Leben im Gefängnis riskiere, wie zum Beispiel auf den Philippinen. Wie Du weisst, sind Gesetz und Toleranz von Land zu Land und sogar von Stadt zu Stadt im selben Land manchmal sehr unterschiedlich.

music-news.at Hast Du eine kleine Marihuana-Geschichte aus deinem Leben zu erzählen?

Ronald: Ich habe viele, wie jeder Kiffer natürlich, aber einer meiner Favoriten ist die folgende:
Eines Nachts, zu einer Zeit, als Ganja bei uns noch streng verboten war, saßen wir in meiner Wohnung und spielten, sangen und rauchten mit einer Gruppe von Musikern. Einige von denen sind in Israel (und darüber hinaus) sehr berühmt.
Irgendwann klopfen die Cops an die Tür. Als ich sie öffne, um rauszugehen, und obwohl ich sie sofort nach mir schließe, entweicht eine riesige Wolke aus dichtem, grünen Ganja-Rauch aus der Wohnung, füllt den Flur und breitet sich in den Nasenlöchern der Cops aus.
Sie sehen sich an, und dann sehen sie mich an und einer von ihnen sagt: „Mister, wir sind eigentlich wegen des Lärms hier, aber was ist mit den Drogen?“
Ich habe ihm dann direkt gesagt: „Officer, es ist wahr, wir haben einen Joint geraucht. Sie haben jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder Sie gehen rein, stellen Fragen, machen einigen sehr angesehenen Künstlern unangenehme Schwierigkeiten, die niemandem Unrecht getan haben, und verschwenden Ihre wertvolle Zeit und mein wertvolles Steuergeld. Oder Sie gehen Ihren Geschäften nach, lassen unbescholtene Menschen zufrieden, die nur privat einen Joint geraucht haben und widmen Ihre Energie stattdessen echten Verbrechen und dringenderen Angelegenheiten der öffentlichen Ordnung. Was sagen Sie dazu?“
Der Typ hat kein Wort gesagt. Er gab mir meine Papiere zurück und verabschiedete sich mit der Bitte, dass ich dafür sorge trage, dass niemand mehr sich über den Lärm beschwert. Dann gingen die Polizisten, aber nach einer Sekunde kam einer von ihnen zurück (derjenige, der bis dahin kein Wort gesagt hatte), sah mich an und sagte: „Da war mehr als ein Joint. Und dann lächelte er und ging. Ich sagte nur: „Danke!“ (lacht)
Ich liebe es, wenn die Polizei versteht, dass das Gesetz in diesem Fall Blödsinn ist. Wahrscheinlich rauchen sie selbst….

music-news.at Was sind Deine Zukunftspläne? Kommende Shows, Musik, usw.?

Ronald: Wir sind sehr gespannt, wie unsere nächsten Songs und Videos ankommen werden, nachdem durch Jamaican Rhapsody so viele auf uns aufmerksam geworden sind. Ich kann Dir veraten, dass einiges nicht weniger wildes Material noch in diesem Jahr das Licht der Welt erblicken wird. Jeder Tune zeichnet sich durch einzigartige Atmosphäre und einen speziellen Vibe aus.
Die Show selbst befindet sich auch in ständiger Entwicklung. Regelmäßig werden neue Sachen ausprobiert und hinzugefügt. Auch ein bedeutender Teil der Show ist etwas, was wir als „Offene Parts“ in strukturierten Performances bezeichnen. In diesen Parts kann und darf alles passieren. Das macht jede Show anders und hält uns alle wachsam und miteinander verbunden.

music-news.at Glaubst Du, dass Europa vor einer großen Legalisierungswelle steht?

Ronald: Ich glaube, das ist unvermeidlich. Dieser Unsinn hat zu lange gedauert, und er wird wie ein Dominosteine zusammenfallen. Der Prozess hat bereits begonnen. Die Tage der Prohibition sind gezählt.

music-news.at Was kann man Deiner Meinung nach tun, um die Bewegung voranzutreiben?

Ronald: Wir machen das mit unserer Musik, aber es gibt unendlich viele Möglichkeiten etwas zu verändern. Jeder von uns hat einen Wirkungsradius und Möglichkeiten, sein Umfeld zu beeinflussen, seien es die Freunde und Familie, Mitarbeiter und Kollegen, oder sogar ein ganzer Staat.
Heute liegen zahlreiche wissenschaftliche, historische, wirtschaftliche, soziale und andere Beweise auf dem Tisch, um selbst die konservativste Person zu überzeugen.
Ich bin mir nicht sicher, wie es sich auf die Bewegung auswirkt, aber der effektivste Weg für mich, mit der Prohibition umzugehen, ist sehr einfach: Grow it!

music-news.at Wo in der Welt hast Du das beste Gras gefunden?

Ronald: Schwierige Frage…. Wie Wein hat Ganja jeden Ursprungs spezifische Eigenschaften. Aber vor zwei Jahren in Kingston Jamaika, stieß ich auf eine Sorte namens Blue Mountain OG Kush.

Das Aroma und das High waren einfach herrlich. Dieses Kraut hatte einen extra reiches Aroma und den Geschmack von modernen Züchtungen. Aber gleichzeitig hatte es diesen magischen natürlichen und mystischen Touch, wahrscheinlich wegen der seltenen und perfekten Wachstumsbedingungen in der Höhe der Blue Mountains (die höchsten in Jamaika). Dort ist das Klima relativ kühl und feucht in der Nacht, aber tropisch und sehr sonnig während des Tages. Dazu kommt ein extrem nährstoffreicher Boden und natürlich die wunderbare positive Stimmung der Jamaikaner, die ebenfalls eine Rolle spielt. Danke, dass Du mich daran erinnerst!

Mit diesen geschmackvollen Vorstellungen verabschieden wir uns vorerst von Ronald Reggae, vielleicht bis am 11. August in Wien. Denn da gibt es die Chance die Band am Afrika Tage Festival live zu erleben. Falls dies aus zeitlichem Grund oder wegen der Entfernung nicht möglich sein sollte, könnt ihr Euch auf die kommenden Songs und Videos auf dem YouTube Kanal freuen. Dort könnt Ihr Euch die Videos „Dust in the Weed“ und natürlich das Meisterwek „Jamaican Rhapsody“ zu Gemüte führen.

Ronald’s FB Fan-Seite | Seite für die Show in Wien | Ronald´s YouTube Kanal

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