Beim Streit zweier Frauen um ein Kind entschied König Salomon einst, das Baby entzwei zu hacken. Die Band Salomon’s Wrong Choice nutzte diese biblische Vorlage für ihre Namensfindung.

„Nobody is perfect … nicht einmal König Salomon“, antwortet uns Christoph Rossmanith auf die Frage nach dem ungewöhnlichen Bandnamen. Salomon’s Wrong Choice, das sind Christoph Rossmanith an Gesang, und Gitarre, Florian Kröppel am Bass, Jörg Falinski an den Drums und Anna Starzinger am Cello. Das Mastermind, der charismatische Frontmann, Songschreiber und Leadgitarrist, Christoph Rossmanith, hat sich Zeit genommen unsere Fragen zu beantworten.

PARADOX: Für all unsere Leser, die euch noch nicht kennen, kannst du Salomon’s Wrong Choice kurz vorstellen?

Christoph Rossmanith: Angefangen hat alles mit einer Akustikgitarre und meiner Stimme. Um nicht an Einsamkeit zu krepieren, habe ich mich mit meinen zwei ältesten Musikkumpanen zusammengetan, um den Songs ein wenig mehr Tiefe zu verleihen. Da in einem akustischen Set-Up ein Streichinstrument nicht fehlen darf, haben wir noch Anna an Board geholt und dann begann der Stein zu rollen. Erst lässiger Folk Rock, manchmal schmachtend, dann wieder mit gebleckten Zähnen, aber immer schön „laid-back“.
Dann mit der Zeit haben wir unseren eigenen Stil entwickelt, der auch rauere und lautere, verzerrte Klänge zulässt, und haben textlich unsere Wohlfühlzone verlassen. Wenn man eine Schublade für uns braucht, schlage ich die RockSchublade vor. Die ist schön geräumig und man ist in ihr in guter Gesellschaft.

PARADOX: Du hast seit deiner Jugend schon die verschiedensten Bands gehabt. Hast du mit Salomon’s Wrong Choice nun die für dich perfekte Bandkonstellation gefunden?

Rossmanith: Ja, wir harmonieren sehr gut miteinander. Sobald wir gemeinsam Songs spielen, herrscht eine Einigkeit und unsere Gedanken werden gebündelt und zentriert. Das ganze ist sehr intim und energiegeladen. Aber man schaltet dann den Kopf ab und lässt sich einfach mitreißen. Wenn das passiert, weiß man, dass es richtig ist. Nebenbei spiele ich einmal im Jahr ein Konzert mit der Band eX-ecto und arbeite gerade zusammen mit einem Freund an einer Pub-Cover-Band mit Namen „Carcass Robur“.

PARADOX: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Anna Starzinger?

Rossmanith: Ich wollte schon immer ein Streichinstrument in unsere Musik inkludieren, und da das Cello sowohl in den Tiefen als auch den Höhen schöne Töne zaubert, war es das Instrument der Wahl. Dank den Stalkingkünsten unseres Bassisten lernten wir Anna vor circa fünf Jahren kennen und waren gleich von ihr begeistert, da sie ihr klassisches Wissen mit ihren improvisatorischen Fantasien verbindet und uns immer wieder mit schönen Melodien überrascht, die wir niemals in unseren Köpfen gefunden hätten.

PARADOX: Wie funktioniert der Schreibvorgang bei Salomon’s Wrong Choice?

Rossmanith: Ich schreibe circa 99 Prozent der Texte und Grundstrukturen der Songs selber. Ob zuerst ein Textfragment oder eine Akkordfolge oder eine kurze Melodie den Weg in mein krankes Hirn findet, kann ich nicht beeinflussen. Genauso wenig, ob es dann fünf Minuten oder fünf Jahre dauert, bis ein Song fertig ist. Ich schreibe über fiktive Situationen, in denen ich gerne sein würde oder auch nicht. Ich lasse in meinen Texten auch oft Autobiografisches einfließen, das dann aber so kryptisch verpackt wird, dass ich selbst oft nicht mehr weiß, was das alles eigentlich bedeuten soll. Unterm Strich geht es sehr oft um Liebe, Verlust, Versagen und Hoffnung. Am süßesten sind immer die Früchte ganz oben am Baum, und da ich sie nicht erreichen kann, schreib ich zumindest ein schönes Lied darüber.

PARADOX: Ihr habt bisher zwei Alben auf dem Markt und an weiteren Songs wird bereits gearbeitet. Wie kommt ihr voran?

Rossmanith: Wir haben zwei Alben draußen. Zum einen unser Debüt „Salomon´s Wrong Choice“ und unsen epochalen Zweitling „Dedicated To Love And Thunder“ von 2013. Dieses Jahr haben wir unsere Mini-EP „A Kind Of Tragic“ fertiggestellt, die in Kürze downloadbar sein wird. Wir sprechen hier von vier neuen Tracks, die in eine etwas neue Richtung weisen. Unsere neuen Songs haben wir mit Unterstützung von Michael „Pogo“ Kreiner eingespielt und haben diesmal auf übermäßiges Overdubbing verzichtet und somit den Songs einen frischen, klaren und trotzdem groben Sound verliehen. Das Video zu unserer ersten Single „Sinkig Ship“ gibt es schon im Netz zu sehen.

PARADOX: Wie beurteilst du die derzeitige österreichische Musikszene? Schließlich gibt es seit langem wieder einmal kommerziell erfolgreiche österreichische Künstler im Alternative-Bereich, wie Bilderbuch und Wanda.

Rossmanith: Gute Bands gab es schon immer. Ich erinnere mich an Diving Deep, Naked Lunch, Orange Baboons, Roter Stern Silberstern, Killed by 9 Volt Batteries et cetera. Es ist in Österreich immer so eine Sache, wenn man Rockmusik spielt und dann noch versucht, etwas Neues und Frisches zu erschaffen. Es muss passen. Vor allem für die Maschinerie, die dich dann vermarktet und dich an die Leute bringt. Oder man reißt sich selbst den Arsch auf und nimmt einen Rund-Um-Die-UhrSelbstvermarktungs-Marathon auf sich. Momentan sind ja wieder deutsche Texte sehr gefragt und ein bisschen Falco-Gehabe schadet auch nicht. Natürlich muss man schon was können und auf den richtigen Zug aufspringen, aber Züge kommen und gehen.

PARADOX: Schielt ihr mit einem Auge auch auf Chartplatzierungen oder legt ihr darauf keinen Wert?

Rossmanith: Zu welchem Preis? Natürlich würden wir uns freuen, wenn sie uns im Radio spielen und wenn wir ein paar Euro mit den Songs verdienen könnten, aber das Wichtigste ist das Spielen an sich. Sei es im Proberaum, wenn du das erste Mal den grandiosen neuen Song spielst, oder im Studio, beim Aufnehmen und vor allem, wenn du ihn dann auf einer Bühne zelebrierst und dem Publikum darbietest. Wir sind halt schon alte Silberrücken – außer Anna natürlich, die ist ein Katzerl – und machen unser Ding wie eh und je. Aber das dafür mit Leidenschaft, die nicht von Geld und Marschierpulver beflügelt ist.

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