Pungent Stench gehört zu den erfolgreichsten Metal Bands Österreichs und ist unter anderem für obszöne Thematiken in ihren Songs, die bis hin zu SM Erläuterungen gehen, bekannt. Doch all dies wird mit einer guten Würze an Humor verpackt.

Pungent Stench hatte bereits kurz nach ihrer Gründung 1988 einige Erfolge zu verzeichnen. Darüber wie alles begann, sowie über den derzeitigen Stand des Projekts, das nun den Namen „Schirenc Plays Pungent Stench“ trägt, habe ich mit Herrn Schirenc höchstpersönlich geplaudert.

PARADOX: Wie war es damals als Pungent Stench gegründet wurde?
Schirenc: Ich habe damals mit Alex Wank, dem Schlagzeuger, in einer Band gespielt, die hieß Carnage. Das war in der Mitte der 80er, die hat sich dann aufgelöst und danach haben wir beschlossen ein neues Projekt zu starten. 1988 haben wir dann unseren Bassisten, den Jacek Perkowski dazu genommen, und dann Anfang Februar war die erste Probe.

© Simon Jappel

PARADOX: Ihr habt dann relativ schnell Erfolg gehabt, und seid auch auf Tour gegangen?
Schirenc: Naja, wir haben anfangs hauptsächlich selbstorganisierte Konzerte in der Punkszene gehabt, weil die offener war, man muss ja bedenken, die Musik war damals noch relativ unbekannt in Österreich. Und wir haben dann Anfang 89 im Proberaum ein Demo aufgenommen. Ein knappes Jahr später haben wir ein Angebot von Nuclear Blast Records bekommen, eine Split LP mit Disharmonic Orchestra aus Klagenfurt zu machen. Von da an waren wir bei Nuclear Blast unter Vertrag und haben dann mehr oder weniger regelmäßig Alben herausgebracht.

PARADOX: Dein Spitzname ist „El Conchito“, wie ist es dazu gekommen?
Schirenc: Wir haben immer verschiedene Namen genommen, das war irgendwie eine Hommage an die 80er Metal Bands wie Venom, die auch alle unter Künstlernamen aufgetreten sind. „El Cochino“ ist glaub ich, zur „Club Mondo Bizarre“ Platte entstanden, das ist spanisch und heißt „kleines Schweinchen“, oder „junges Ferkel“, oder auch „dreckiger alter Mann“, das hat irgendwie zu dieser Thematik, wie S&M Zeug, gepasst.

PARADOX: Aber ihr habt diese SM Themen und andere obszöne Dinge mit einem gewissen Witz verbunden, könnte man das so sagen?
Schirenc: Ja, also wir haben ja immer so ein bisschen einen unterschwelligen Humor und Witz dabei gehabt, weil die Thematiken die wir in den Texten gehabt haben ja schon so übertrieben waren, dass man die ja eigentlich nur humorvoll sehen konnte. Dieses toternste, wie es im Black und Death Metal vorkam, war uns dann doch ein bisschen zu aufgesetzt, weil so ist ja niemand, oder die meisten Leute nicht. Das ist ja teilweise wirklich witzig wenn sich erwachsene Männer in Windeln wickeln lassen. (lacht)

PARADOX: Bist du an den CD Artworks immer beteiligt, sind das immer deine Ideen?
Schirenc: Das war meist unterschiedlich, die ersten Artworks, wie die Split LP und auch eine Split Single, hab ich gezeichnet, die nächsten beiden Alben waren dann Bilder von einem amerikanischen Fotografen, Joel Peter Witkin, das war dieses Cover wo ein durchgeschnittener Kopf sich küsst. Danach haben wir zweimal ein Artwork von Stefan Weber, vom Drahdiwaberl, genommen, später dann die Fotos wo wir als Priester angezogen waren, und haben das mit ein bisschen unterschwelliger Pädophilie verarbeitet, bearbeitet! (lacht)

© Simon Jappel

PARADOX: Ich hoffe nicht verarbeitet!?
Schirenc: Wir haben es nicht verarbeiten müssen! (lacht) Zum Glück nicht. Das letzte Cover, von „Ampeauty“, war von Gerhard Aba, der ist ein Fetischist, er steht auf amputierte Frauen und er ist mal an uns herangetreten und hat uns seine Fotos gezeigt und wir waren natürlich restlos begeistert. Diese Fotos sind alle ästhetisch und hoch erotisch eigentlich, er hat auch immer Freundinnen denen irgendwas fehlt. Viele Ideen sind uns also auch durch Zufall zugeflogen und waren nicht Aufträge von uns. Es gibt ja Leute die eine etwas abwegigere Vorliebe haben und die sind bei uns immer an der richtigen Adresse.

PARADOX: Ich muss natürlich auch die Auflösung von Pungent Stench ansprechen, und wie es dann zur Anklage gekommen ist, weil du unter dem Namen „The Church of Pungent Stench“ weitergemacht hast. Hast du mit so etwas gerechnet?
Schirenc: Damit hab ich schon gerechnet, ja. Ich hab zwar gehofft, dass das kein Problem ist, das „The Curch Of Pungent Stench“ eine klare Bezeichnung ist, und nicht mehr „Pungent Stench“ ist, auch weil das Line-Up nicht mehr dasselbe war. Aber das hat das Gericht eben nicht so gesehen, und dadurch nennen wir uns jetzt eben „Schirenc Plays Pungent Stench“.

PARADOX: Bist du jetzt gerade am Songwriting?
Schirenc: Naja momentan konzentrieren wir uns noch darauf auf den verschiedensten Festivals zu spielen, unter anderem auch beim „Rock in Vienna“. Und soweit ich weiß sind wir die einzige österreichische Band, was eh ein bisschen traurig ist wenn man bedenkt, dass das Festival in Österreich ist, aber wenigstens ist eine dabei und wir sind froh, dass wir es sind. (lacht)

PARADOX: Du hast auch noch andere Projekte, und zwar Hollenthon und Zombie Inc. Vom musikalischen Stil her weicht Hollenthon ziemlich ab von Pungent Stench, wo fühlst du dich eher verwirklicht?
Schirenc: Pungent Stench hab ich vom spielen her immer lieber gemocht, weil ich eher auf dieses minimalistische stehe, wenn man einfach auf die Bühne geht, man steckt sich an und spielt, das ist alles mehr Rock`N`Roll als bei Hollenthon. Bevorzuge ich halt etwas, aber das ändert sich auch immer wieder, ich hab auch gern mit Hollenthon Konzerte gespielt.

PARADOX: Du hast schon angesprochen, dass ihr dieses Jahr einige Festival Shows spielen werdet, aber kannst du dir auch vorstellen wieder mal länger auf Tour zu gehen?
Schirenc: In Österreich ist es so, dass man ja nicht so viel touren muss, weil es im Herzen Europas liegt und man kann ja schnell irgendwohin fliegen und fahren. Da die Festival Season schon von Mai bis fast Oktober geht, ist die Tourzeit sehr begrenzt, und da ist alles unterwegs. Darum bin ich gar nicht mal so undankbar, dass ich nicht so viel auf Tour mehr muss, weil das ist mir auch schon ein bisschen zu unbequem, die ganze Zeit in einem Bus herumfahrend der immer versiffter wird. Aber bei Shows auf anderen Kontinenten ist es fast gar nicht anders möglich. Obwohl wir das im letzten Jahr zweimal gemacht haben, wegen einem Konzert nach Amerika zu fliegen und heuer werden wir das auch wieder machen.

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