Wem der Titel schon zu viel war, der sollte hier nicht weiterlesen, denn wir haben Burgenlands berüchtigtste Bauerncore Band zum Interview gebeten.

Ihr Ruf eilt ihnen voraus, denn was Seek & Destroy wirklich gut können ist Party zu machen. Ihre Konzerte sind fast schon legendär und ihr Humor ist – nett formuliert – grenzwertig. Ihr Album „Blad & Geil“ steht in den Startlöchern und aus diesem Anlass haben wir Florian Salmer, Schlagzeuger und Sänger der Band, ein paar Fragen gestellt. Als Antwort auf die abschließende Frage haben uns Seek & Destroy sogar ein Video geschickt, viel Spaß:

Seek&Destroy

music-news.at: Hallo, freut mich, dass ihr euch die Zeit nehmt ein paar Fragen zu beantworten. Um gleich zu Anfangs eine Frage zu stellen, die mich persönlich schon eine zeitlang beschäftigt: Wieso heißt ihr Seek & Destroy? Seid ihr so große Metallica Fans?

Florian: Jugendlicher Leichtsinn, Metallica und amerikanische Kriegsstrategien im Vietnam und Irak – das sind die Gründe für den Namen. Außerdem passt er einfach zur Musik. Bum-Zack in die Goschn. Wir sind aber keine Verfechter irgendeiner Kriegsstrategie. Zur West gegen Ost Thematik haben wir am neuen Album den nicht so ganz ernsten, jedoch trotzdem schönen und reizenden Track „Stalinorgel“. Ein Schmankerl!

Die wahre Story ist eigentlich ganz simpel, Klaus und ich hatten eine romantische Nacht… wir waren allein und hatten eine Metallica DVD… bissl Schmusen, bissl Wein… was halt jeder so macht mit 13. Dann kam uns die grenzdebile Idee mit „Seek & Destroy“.

music-news.at: Spätestens wenn man euch das erste mal live gesehen hat, merkt man, was für großartige Musiker ihr seid. Wie kam es zu der Entscheidung diese Fähigkeiten mit den doch eher scherzhaft angelegten Texten zu paaren?

Florian: Früher war eher die Aufteilung, dass auf neun ernste Tracks ein lustiger kommt. Jetzt ist die Aufteilung eher bei acht lustigen Tracks und zwei ernsten. Das hat einen ganz einfachen Grund: es macht mehr Spaß über Fettleibigkeit oder Fortgehen zu singen, als „I bring di um du Sau“. Dabei nehmen wir größtenteils uns selbst auf die Schippe und greifen Themen auf, die unsern Burgenland-Lifestyle prägen. Wer uns besser kennt weiß, dass wir nicht ganz dicht sind und die Leute feiern das. Die schönsten Komplimente sind dann immer die, die behaupten: „Burschen, es kerts zum Psychiater“. Danke!

music-news.at: Wie schreibt ihr eure Texte eigentlich? Trefft ihr euch auf ein Bier und sitzt alle zusammen daran, oder übernimmt das einer alleine ?

Florian: Schau, der eine von meinen Bandkollegen nennt sich „Sharky Dong Dong“ und der andere ist Bassist…wer soll das bitte übernehmen? Obwohl ich dem Sharky gratulieren muss zu seinem „Banane Gelb“ Text, der mir bis heute Tränen in die Augen zaubert. Bussi, mein Schatz! Ansonsten muss ich ran. Ich hol mir aber öfter mal Rat von den beiden, das schaut dann so aus: Busen? Nein. Party! Jooo… Busen mit Party kombinieren? YES!

music-news.at: Welches ist eurer Meinung denn euer am ernstesten gemeinter Text?

Florian: „UTOYA“ vom letzten Album ist sicherlich einer dieser Songs. Dieser behandelt nämlich die Story um Breivik und sein Massaker auf der norwegischen Insel Utoya. Eine unglaubliche Dramatik, solche Ereignisse reißen dir halt den Boden unter den Füßen weg. Ein Bastard, der es nicht verdient erwähnt zu werden. Daraus machen wir dann natürlich keine witzigen Songs.

„Loukanikos“ vom neuen Album „Blad&Geil“ ist eigentlich auch ernster zu verstehen, dieser handelt von einem griechischen Hund namens „Loukanikos“ – Ja, den gab es wirklich – der sich erbarmungslos gegen die Polizeigewalt in der Euro-Krise wehrte und die Demonstranten in Athen bis zu seinem Tod unterstütze. Solche Themen berühren und prägen, und Hunde oder Katzen sind sowieso die Besten! Wenn ich dürfte, würde ich nur über Hunde singen. Aber auch unsere lustigen Geschichten können einen ernsten Hintergrund haben, es ist immer Auslegungssache. „Golden Shower“ – ist es nun leiwand jemanden anzuschiffen? Ja oder Nein? „Blad & Geil“ – Eine dicke Band gegen den Fitnesswahn, auch dicke Buben haben Liebe verdient. Und jeder Song muss natürlich „Kuigrobn“, unseren eigens kreierten Stadtstaat im Burgenland, beinhalten! Das ist immer ernst! Oder auch ein wunderschönes Beispiel „The Showstopper“, im Video scheint es so, als würde es um das Ende der Band gehen, im Text aber um eine spezielle Technik im Liebesakt zwischen Menschen. Liebe ist immer ein gutes Thema!

music-news.at: Was kann darf man sich denn von eurer neuen CD „Blad und Geil“ erwarten? Habt ihr euch musikalisch verändert?

Florian: „Blad und Geil“ sind zu 100 Prozent wir. Wir sind dick und geil, und spitz! Schon alleine so einen Titel fürs Album zu wählen ist eine Katastrophe und das lieben wir. Musikalisch ist es nicht zu definieren, jedes Bandmitglied besteht darauf, seine Metal-Einflüsse hineinzupacken, deshalb sind einige Songs mehr trashiger, andere wieder mehr im Hardcore-Bereich anzusiedeln. Aber nach 10 Jahren Seek & Destroy haben wir schon unseren eigenen Stil entwickelt, denke ich. Für mich persönlich ist es das beste Album bisher. Es werden auch drei Gastsänger vertreten sein. Dominik von Companion, Alex (Ex-Leons Massacre) und Max Schabl (Austropoplegende). Wir haben auch wieder drei Songs, die gar nichts mit Metal zu tun haben, sondern eher mit Techno, Austropop und Funk. Grund für solche Ausreißer ist unsere Liebe zur Musik. Wir sind keine Musiknazis die sagen „Wennst keinen Metal hörst bist scheiße“. Wir wollen auch kein Album erschaffen, das nach einmal Anhören faad wird. Die Texte sind auch wieder ein Gedicht, ich zitiere: „The good, the bad, the ugly… i prefer the chubby“oder „Dei Muada hast Manfred“ oder “Breaking your Heart like Brat Hitman Hart” oder “Another Day, another Verwurstung”. Volles Programm!

music-news.at: Wie laufen eure Proben denn ab? Stellt ihr euch da total seriös hin und spielt alles so oft durch, bis es total tight ist und sitzt, oder ist das eher eine lockere Angelegenheit?

Florian: Meistens leiwand. Unkompliziert. Manchmal haut man sich. Metal. Je nach Gemütszustand, wenn zum Beispiel jemand angsoffn war am Vortag, kanns für denjenigen nicht so schön sein. Manch einer hat auch schon die Probe verlassen, weil nur Madsen Songs gecovert wurden, anstatt das normale Programm zu spielen. Manch einer war überhaupt zu angsoffn, dass er in irgendeiner Weise proben hätte konnte. Sehr unterschiedlich eben. Doch seitdem wir über unsere Anwälte kommunizieren, läuft das Ding wieder wie es laufen muss. Es läuft!

music-news.at: Wo nehmt ihr eure Songs auf? Wie viel davon macht ihr selbst?

Florian: Da wir nix vom Hackeln verstehen, lassen wir da unseren Tonmeister Norbert Leitner ran, und der ist in Wien zuhause. Geiler Typ.

music-news.at: Wer kommt auf die Ideen in euren Videos? Ich meine, der „Alcoholic insurance Counter“ im Video zu „Face 2 Face“ ist schon ein ziemlich cooler Einfall.

Florian: Dankeschön! Sowas kommt raus, wenn wir uns gemeinsam hinsetzen und grübeln. Am besten noch mit einer Flasche burgenländischem Wein. So manches kommt auch spontan bei den Dreharbeiten. Wenn wir eine geile Idee haben, kommt dann früher oder später von Mitwirkenden der Kommentar „Na, des is ja viel zu oag…“ . Dann ist es genau richtig!!

music-news.at: Mal abgesehen davon, dass der Link zu eurem Twitter Profil folgender ist: https://twitter.com/xoaschx – Was haltet ihr von Twitter und anderen sozialen Netzwerken? Habt ihr persönlich private Favoriten?

Florian: Wir nutzen am häufigsten Facebook, dort bekommt man auch die meisten Infos über uns. Soziale Netzwerke sind für die heutigen Bands unumgänglich und haben uns auch schon einige Gigs und Kontakte beschert, was natürlich gut ist. Schade ist aber, dass die Leute viel zu lange vorm PC oder Handy abhängen und vergessen ihr Leben zu leben. Als wir jung waren, damals nach dem Krieg, hatten wir kein Facebook oder Instagram – des war no a Zeit! Praktisch sind halt so Sachen wie „Tinder“ für uns Lustmolche!

music-news.at: Wer übernimmt bei euch in der Band die Öffentlichkeitsarbeit?

Florian: Im Burgenland verbreitet sich das noch übern Heurigen und über die Großmütter.

music-news.at: Habt ihr neben Seek & Destry noch andere musikalische Projekte?

Florian: Ja haben wir:

Sharky Dong Dong: „Siege of Cirrha“ – Metalcore, früher auch bei “Death Mentality”

Ich: “Live Life” – Hardcore, und Begleitung von “Sebastian Edelhofer” – Singer/Songwriter

Klaus: früher bei Death Mentality

music-news.at: Wird es Seek & Destroy in 20 Jahren auch noch geben?

Florian: Fix, unser Ziel ist es, alle anderen Bands in der Szene zu überleben. Wir kennen uns schon seit dem Kindergarten und wissen, wie weit wir gehen können. Auch wenn wir uns ab und zu anzeigen – in unsern Innersten haben wir uns immer sehr lieb. Das ist so wie in einer langen Ehe.

music-news.at: Eine Frage, die sehr oft gestellt wird, aber ich glaube ihr hebt das Ganze auf ein neues Level: Was ist das eigenartigste das euch im Zusammenhang mit Seek & Destroy je passiert ist?

Florian: Super Frage, zum einen gab es die Situation, dass uns mehr Gage versprochen wurde vom Veranstalter, wenn wir sofort das Konzert beenden. Zum anderen gab es ein Mädchen, das doch wollte, dass wir sie anurinieren…ob wir es gemacht haben, erzählen wir nur bei einem Bierchen. Aber auch schöne Momente wie ein Heiratsantrag bei unserem Konzert auf der Bühne. Amore!

music-news.at: Gibt es Pläne für neue Musikvideos?

Florian: Ja genügend. Wir hoffen, das Ganze auf ein neues Level bringen zu können! Bei Titeln wie „Ass Like Dat“, „Blad & Geil“, „Stalinorgel“ oder „Der Liebesakt“ hat man relativ großen Spielraum, wir wollen den Leuten wieder was zum Schmunzeln bieten.

music-news.at: Österreichische Metal Bands, die man unbedingt kennen sollte?

Florian: Im Burgenland alleine gibt es schon geniale Bands: All your Sorrows, A Caustic Fate, Hardram, Siege of Cirrha, The Overalls. Oder auch österreichweit: Hard to Believe, Amer, Call The Mothership, Dystrust, Lost in Astoria, Sense of Justice, Leons Massacre, Live Life, Companion, Only Attitude Counts, Dhark, Across the Element, It’s the Lipstick on your teeth… Unterstützt die Szene und kommt auf die Konzerte und sorry, wenn wir jemanden vergessen haben, wir sind nicht mehr die Jüngsten!

music-news.at: Gebt uns doch noch ein paar abschließende Worte.

Florian: Hier haben wir ein kleines Video für euch Vorbereitet:

Ansonsten möchten wir euch noch alte burgenländische Weisheiten mit auf den Weg geben:

„Spatz in der Hand – Burgenland!“

„Bist du der Hit in der Clique – Fi** die Dicke!“

„Bier und Wein – schieb dir rein, Wein und Bier – gönne dir!“

„Besser widerlich als wieder nicht“!

music-news.at: Vielen Dank für das Interview.

Florian: Wir haben zu danken! Bussi!

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