Markus Graf wurde 1982 in Graz geboren und spielt seit Kindesalter Klavier. Seine ersten Projekte, HipHop-Beats für diverse Künstler aus der Schweiz, Deutschland und Österreich, wurden mit Releases auf einigen Alben abgerundet.

Zum Auflegen ist Markus vor zehn Jahren gekommen und er produziert seit acht Jahren im eigenen Homestudio. Veröffentlicht werden die Tunes auf Tiefparterre.net.
SEISMO gibt es in zwei Varianten, zum einen als Solo-DJ im House-, Techno- und Deephouse Bereich, wo er mit innovativen und druckvollen Sets, in welche er auch selbst produzierte Tracks mit einfließen lässt, besticht – wodurch seine Sets einzigartig werden. Zum anderen existiert SEISMO seit Kurzem auch als Band mit Sängerin Birgit Lubi und Sänger und Gitarristen Lukas Wassermann. Die Single „I Know You“ von der EP „YOU?“ hat bereits die fünfstellige Marke bei YouTube geknackt und im nächsten Jahr wird es eine weitere Zusammenarbeit mit Tiefparterre geben.

PARADOX: Wann hast du mit dem Auflegen begonnen und wie bist du zum Produzieren gekommen?

Markus: Seit acht Jahren produziere ich nun in meinem Homestudio. 2005 hab ich mit dem Auflegen begonnen. Reini, „Da Heimleita“, eine Legende der Grazer Hip-Hop Szene, hat mich dann langsam in die Welt der Musikproduktion eingewiesen, weshalb ich mich zunächst auf HipHop fokussierte. Erst später ist die elektronische Musik hinzugekommen, in deren Bereich ich mich heute hauptsächlich bewege.

PARADOX: Was hast du mit der Band oder als DJ schon alles releast?

Markus: Da ist schon einiges dabei, was ich veröffentlicht habe, so zum Beispiel war meine erste Veröffentlichung das „In da Hut“-Mixtape, was aus einigen Kollaborationen mit Mcees unter anderem mit „Da Heimleita“ besteht. Dann steuerte ich einige Instrumentals für das „YUX!“ Skatevideo (2009) bei. 2014 habe ich mit Klumzy Tung für sein World Cup Mixtape zusammengearbeitet, einen Remix von Lisa Hannigans „Lille“ produziert und auf Tiefparterre Records die fünf Track starke EP „YOU?“ veröffentlicht. Mit der Singleauskoppelung „I Know You“ waren wir drei Wochen auf Platz eins der Radio Soundportal Charts und landeten damit sogar auf dem sechsten Platz der Soundportal Jahrescharts 2014.

PARADOX: Seit wann gibt es SEISMO in dieser Konstellation?

Markus: Birgit Lubi und ich musizieren schon seit geraumer Zeit miteinander, vorerst jedoch hauptsächlich aus Spaß am Musizieren und noch ohne Gedanken an das Veröffentlichen unserer Lieder. Nach meiner Ausbildung zum Tontechniker in Wien wurde mein Interesse an der Soundbearbeitung und dem professionellen Produzieren geweckt. Seitdem habe ich dann ordentlich in Equipment investiert. Dann kamen langsam die ersten Auftritte bei Hochzeiten und kleinen Festen.

PARADOX: Wann kam euer Sänger und Gitarrist Lukas Wassermann dazu?

Markus: Lukas lernte ich 2011 kennen. Damals war er noch Teil der Alternative Rock Band „Madmans County“, die bereits durch diverse Bandwettbewerbe und Auftritte in Graz bekannt war. Als sich die Band schließlich auflöste, ergab sich die Möglichkeit, einen ihrer Songs zu remixen. Unser bisher bekanntester Song „I Know You“, der ursprünglich den Titel „Pipes“ trug, ist das Ergebnis unserer ersten Zusammenarbeit. Seitdem ist Lukas fixes Mitglied unserer Truppe.

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Seismo sind Markus Graf, Birgit Lubi und Lukas Wassermann (v.r.n.l) – (c) Markus Graf

PARADOX: Welchen Stil verfolgt SEISMO?

Markus: Unweigerlich vermischen sich unsere unterschiedlichen Musikvorlieben in unseren Liedern, weshalb eine genaue Kategorisierung schwerfällt. Im Grunde prallen Merkmale zum Beispiel aus Jazz, Folk Music, Pop, Techno, House, Trip-Hop und vieler anderer Genres aufeinander. Ein roter Faden lässt sich aber sehr
wohl erkennen, denn wir lieben das Zusammenspiel aus elektronischer und instrumentaler Musik mit Gesang oder zumindest Gesangselementen.

PARADOX: Mit welchen Instrumenten arbeitet ihr am liebsten?

Markus: Wir sind gerade in der Entstehungsphase unseres ersten großen Livesets und werden es wohl noch in diesem Jahr, so Gott es will, präsentieren dürfen. Es werden Vocoder, Synthesizer, mein E-Piano, Gitarren, Stimmen und eine Melodica zum Einsatz kommen.

PARADOX: Wie ist der Remix für „I Know You“ entstanden?

Markus: Die Ursprungsversion stammt wie gesagt von der Band „Madmans County“. Ich war so begeistert von dem Song, dass ich die Jungs sofort angeschrieben habe. Kurz darauf stellten sie mir dankenswerterweise die Tonspuren aus dem Studio bereit. Nach anfänglichen Spielereien mit dem Originalmaterial und der Idee, das Lied selbst bei einem meiner DJ-Gigs spielen zu können, war schnell klar, dass es sich in Geschwindigkeit und Beat eher an Techno orientieren würde. Dieser Linie blieb ich bis zur Fertigstellung treu. Mit dem Ergebnis waren wir alle sehr zufrieden.

PARADOX: Wie oft kommt SEISMO zum Proben zusammen?

Markus: Wir versuchen uns mindestens einmal pro Woche zu treffen, um miteinander kreativ zu sein, Neues zu probieren – einfach zu jammen. Das ist nicht immer leicht, da Birgit und ich berufstätig sind und Lukas fleißig am Studieren ist.

PARADOX: Welche Bedeutung hat Musik für SEISMO?

Markus: Wir alle drei lieben es, uns musikalisch auszudrücken. Musik übt auf uns oftmals auch eine therapeutische Wirkung aus, weshalb sie für uns definitiv mehr als nur ein Hobby ist.

PARADOX: Wie politisch darf Musik sein?

Markus: Wir wählen unsere Themen fernab von Politik. Deswegen sind unsere Tracks frei von politischer Meinung.

PARADOX: Wie ist der Remix zu „Lille“ entstanden?

Markus: Beim Zappen blieb ich bei dem Film „Ondine“ von Neil Jordan hängen, während der Song „Lille“ von Lisa Hannigan lief. Er gefiel mir so gut, dass ich ihn mir sofort besorgte. Er lief dann in Dauerschleife. Nach und nach kam mir eine ähnliche Idee wie bei „I Know You“, nämlich auch diesen Track für meine Sets spielbar zu machen. Seitdem spiele ich diesen Track wirklich gerne und das Beste daran ist, dass man ihn gratis auf unserer Soundcloudseite downloaden kann.

PARADOX: Welche Musik hört sich SEISMO im Privatleben an?

Markus: Wir hören vieles – Yann Tiersen, Hans Zimmer, Oscar Peterson, Bon Iver, Daughter, Foo Fighters, Roisin Murphy…

PARADOX: Mit wem würdet ihr gerne zusammenarbeiten?

Markus: Wenn du mich so fragst, dann wäre mein größter Traum, einmal mit Hans Zimmer an einem Soundtrack arbeiten zu dürfen. Von Birgit weiß ich, dass sie für eine Zusammenarbeit mit Roisin Murphy alles tun würde. Lukas und Bon Iver würden zusammen definitiv auch eine Superfigur abgeben. Aber grundsätzlich sind wir offen für jede Zusammenarbeit!

PARADOX: Du hast mir im Vorfeld erzählt, dass bald etwas Neues kommen wird, wann wird es so weit sein?

Markus: Trotz unserer knappen Zeit arbeiten wir stetig an neuen Songs. Viele davon sind auch schon fertig oder zumindest sehr fortgeschritten. Ich darf mit Stolz verkünden, dass für 2016 eine weitere Zusammenarbeit mit Tiefparterre bestätigt wurde und wir eine etwas größere Veröffentlichung geplant haben. Bis dahin werden wir einzelne Lieder inklusive Musikvideos veröffentlichen. So stay tuned!

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