Der sympathische Tiroler steht zum Musikprogramm „Ableton“ wie ein Alkoholiker zum Wodka.

Elias Grauß, besser bekannt als „Since Now„, ist ein junger Drum & Bass Produzent aus Österreich. Er kommt aus Kufstein, das genau an der Grenze zu Deutschland liegt. Bereits im jungen Alter von 20 Jahren gewann er eine Beatport Remix Competition, welche auf Liquicity releast wurde. Außerdem kann er Releases auf Plattenfirmen wie Velcro City Records oder High Chai Recordings zu seinem Repertoire zählen. Zum ersten Mal im Kontakt mit Musik stand Elias während er Klavier und Keyboard in verschiedenen lokalen Bands spielte.

Allerdings gewann die DAW (Digital Audio Workstation) seines Vaters mit der Zeit die größte Aufmerksamkeit. Nachdem er seine Leidenschaft zum Produzieren von elektronischer Musik gefunden hatte, nutzte der Künstler jede freie Minute um sich seiner Muse hinzugeben. Beeinflusst durch Genres von Glitch Hop, Dubstep, über Ambient-House bis zu Drum & Bass. Seine Hingabe zur Musikproduktion führt immer wieder zu neuen, einzigartigen Sounds. Markante Merkmale sind catchende Melodien und facettenreiche Soundgerüste. Der gute Bursche ist noch ziemlich jung und trotzdem schon ein interessanter Künstler. Aus diesen Gründen haben wir ihn zum Interview eingeladen und ihm ein paar Fragen gestellt. Vorher darf aber noch sein „Back To You“- Remix von Muzzy & Voicians bewundert und gehört werden.

music-news.at:Seit wann machst du Musik, wie hat alles begonnen?

Since Now:Begonnen hat alles ursprünglich, als ich damals mit ungefähr zwölf Jahren anfing Keyboard zu lernen, mit dem Ziel in der Band meiner damaligen Schulkollegen mitspielen zu können. Daraus wurde dann nur kurzzeitig etwas. Zwei Jahre später fing ich langsam an, Interesse an der elektronischen Musik zu finden. Hauptsächlich auch durch die Einflüsse meines Vaters, der ebenfalls selber elektronische Musik produziert. Daraufhin fing ich an, Chill-Out, Dubstep und schlussendlich Drum & Bass zu produzieren. Ich kann mich noch genau an den ersten Drum & Bass Track erinnern, den ich damals gehört habe. Ein klassischer Liquid Roller, leider habe ich ihn seither nie wieder gefunden. Von diesem Track so fasziniert, wusste ich, wohin die Reise gehen soll.

music-news.at:Was hat sich seit der Liquicity Remix Competition für dich verändert? Sind weitere Zusammenarbeiten mit dem Label in Planung?

Since Now:An sich hat sich nicht großartig etwas verändert. Klar, es ging mit dem Liquicity Release ein von mir angestrebter Traum in Erfüllung. Allerdings, sobald man den einen Schritt gemacht hat, denkt man schon an den nächsten und der vorherige kommt einem schnell wieder klein vor. Der Sieg in so einer Competition bringt zwar Bestätigung mit sich, allerdings glaube ich, dass auch sehr viel Glück dabei war und ich den gesuchten Stil gut getroffen habe. Qualitativ war meiner Meinung nach sehr starke Konkurrenz vertreten. Zur weiteren Zusammenarbeit kann ich im Moment noch nicht viel sagen, allerdings stehe ich im Kontakt zum Label und neue Demo Tracks sind in Arbeit.

music-news.at:Kannst du etwas Genaues zu den Verkaufszahlen deiner Version sagen?

Since Now:Darüber habe ich leider keine Informationen.

Since Now Logo (c) Elias Gauß

Since Now Logo (c) Elias Gauß

music-news.at:Als Kind wolltest du sein wie . . .?

Since Now:Eine schwierige Frage. Die Vorbilder, die man als Kind hat, haben sich bei mir oft verändert. Zuerst will man oft so sein wie seine Eltern, dann wollte ich irgendwann einmal Richter oder Staatsanwalt werden. Sehr facettenreich also. Konkret kann ich mich daran erinnern, dass damals der Keyboarder der Band Foals, Edwin Congreave, ein großes Vorbild war. Mich faszinierte es, wie er mit einem Korg MS20 den Indie Songs der Band eine spezielle Note verlieh.

music-news.at:Den Herrn muss ich mal googlen, was ist denn deine Meinung zu Ghost-Producing, beziehungsweise Ghost-Writing?

Since Now:Im Endeffekt muss jeder selber entscheiden welchen Weg er geht. Mir persönlich ist es egal ob ein DJ mit solchen Tracks bekannt wird. Solange er mit diesem Weg glücklich ist, soll es sein gutes Recht sein Geld dafür auszugeben. Für manche Produzenten ist dies auch sicher ein guter Weg, gutes Geld zu verdienen. Mich persönlich würde es nicht zufriedenstellen, beziehungsweise keine Bestätigung mit sich bringen, Aufmerksamkeit durch Tracks zu erhalten, die nicht aus meinen eigenen Gedanken und Arbeitswegen entstanden sind. Mir geht es beim Produzieren hauptsächlich um den Spaß und um die Faszination, die es mit sich bringt. Für jemanden mit viel Geld, der nur auf Aufmerksamkeit aus ist und nicht die Zeit ins Produzieren investieren will, ist Ghost-Producing/Writing wohl die bessere Lösung.

music-news.at:Nenne uns drei deiner Lieblingsfilme?

Since Now:Inception, Shutter Island und Waking Life. Ich bin ein großer DiCaprio Fan.

music-news.at:Ich finde ihn auch genial, wie sieht denn deine Workingstation (DAW) genau aus?

Since Now:Softwaretechnisch arbeite ich mit Ableton und diversen VST Plugins. Hauptsächlich verwende ich Plugins wie Massive, Serum, Sylenth, Absynth, Valhalla Reverbs und für Equalizer, Kompressoren und Ähnliches die Fabfilter Plugins. Im Hardware-Bereich verfüge ich über zwei KRK Monitore, AKG Kopfhörer, eine Focusrite Soundkarte, sowie zwei Midi Keyboards.

music-news.at:Was würdest du dir in Zukunft an Equipment zulegen, wenn das Budget unendlich wäre?

Since Now:Um ehrlich zu sein, würde ich mich eher bescheiden halten. Klar gibt es gewisse Hardwaresynthesizer, die ich gerne im Studio stehen hätte, doch die Arbeit der letzten Jahre hat mir gezeigt, dass man durch eine beschränkte Arbeitsweise oft bessere Ergebnisse erzielen kann. Beispielsweise wenn ich mich auf einen Synthesizer beschränke und diesen komplett verstehe, kann ich technisch hochwertigere Sounds erzeugen und komme auch schneller zum erwünschten Ergebnis. Wäre das Budget nun wirklich unendlich, würde ich mir einen ausgemessenen Raum für ein Studio zulegen. Momentan muss ich meine Abhörvorgänge für Feinheiten auf Kopfhörer beschränken. Außerdem wünsche ich mir schon lange einen Virus TI Synthesizer.

music-news.at:Welche DnB-Produzenten siehst du als deine Vorbilder an?

Mittlerweile gibt es viele Produzenten, vor denen ich großen Respekt habe. Große Namen wie Metrik, Netsky, Dimension, Wilkinson, die Brookes Brothers oder Maduk gehören definitiv zu meinen Vorbildern, doch technisch fasziniert mich Culture Shock am meisten. Seine Produktionen sind etwas, die mich bei jedem Mal anhören auf eine Neues faszinieren und in mir diesen „Verdammt, wie hat er diesen Sound nur gemacht?!“ Gedanken auslösen. Privat höre ich allerdings am liebsten Kove.

music-news.at:„Since Now stürmt die Charts“ – Würdest du dir so eine Schlagzeile in Zukunft wünschen?

Since Now:Ich glaube, die meisten Musiker würden diese Schlagzeile gerne hören. Ein bisschen träumen darf man ja.

music-news.at:Schenke uns eine Lebensweisheit.

Since Now:Mache etwas aus deinem Leben, das dich glücklich macht. Zwinge dich nicht in etwas hinein, das dir nicht gefällt, auch wenn dich Leute oft in eine andere Richtung lenken wollen.

Since Now Live, (c) Matthias Kendler

Since Now Live, (c) Matthias Kendler

music-news.at:Wo siehst du die allgemeine Musikszene in 50 Jahren? Welche grundlegenden Änderungen könnten sich ergeben?

Since Now:Wahrscheinlich werden neue Technologien eine große Rolle spielen. Wenn man beobachtet, welche technischen Innovationen zurzeit auf den Markt gebracht werden, stelle ich es mir nicht mehr unrealistisch vor, dass in 50 Jahren die Musik nur noch von einem Roboter generiert wird, sozusagen „auf Knopfdruck“. Allerdings beschäftige ich mich wenig mit diesem Gedanken. Ich bin mir sicher, das es, solange es die Menschheit gibt, auch Musik geben wird, und das ist das Wichtigste.

music-news.at:Welche drei Dinge nimmst du mit auf eine einsame Insel?

Since Now:Positive Gedanken, eine freundliche Gesellschaft und eine Möglichkeit zu Musizieren.

music-news.at:Was ist das Peinlichste, das du je erlebt hast?

Since Now:Schwierig zu sagen. Oft in peinliche Momente komme ich durch meine Vergesslichkeit. Mal ein Gesicht vergessen oder einen Namen, dies kann schnell zu einer peinlichen Situation führen. Viele Leute nehmen so etwas leider auch persönlich, ich kann aber versichern, dass dies an mir liegt.

music-news.at:Was machst/arbeitest du im „normalen“ Leben?

Since Now:Ich studiere Wirtschaftsinformatik.

music-news.at:Wenn du ein Tier wärst, welches und warum?

Since Now:Es gibt viele Tiere die ich bewundere. Schwer hier eine Entscheidung zu treffen. Ich stelle mir allerdings oft vor, dass das Leben meiner Katze sehr angenehm sein muss.

music-news.at:Treibst du Sport? Wenn ja, welche Sportart?

Since Now:Regelmäßige Besuche im Fitnessstudio, soweit es die Zeit erlaubt und bei schönem Wetter Laufen gehen oder Ähnliches.

music-news.at:Bester Gig ever?

Since Now:Auch eine schwierige Frage. Jeder Gig kann zum einzigartigen Erlebnis werden. Highlights was die Location betrifft waren definitiv mein Gig im Flex oder die Auftritte am WOW Glacier Love. Ich hatte doch auch bei kleineren Locations die besten Crowds. Es gibt nichts Schöneres als eine Crowd, die mit dir auf den gleichen Vibe aufspringt. Falls mir dies gelingt zähle ich den Gig definitiv als erfolgreich, egal wie viele Leute da waren oder wie groß die Location war. Egal wo ich in letzter Zeit war, Lienz oder im Tiroler Unterland, überall hatte ich ein tolles Pubikum. Vor allem auch in Kaprun, da bei den Partys dort immer die Leute von unserer LUM Crew auflegen, die mittlerweile alle sehr gute Freunde von mir geworden sind. Allerdings habe ich es bis jetzt noch nicht aus Österreich herausgeschafft, dies wäre beispielsweise ein Ziel für die Zukunft.

music-news.at:Könntest du dir auch mal vorstellen in andere Musikstile einzutauchen?

Since Now:Auf meiner Festplatte findet man ziemliche viele Tracks in komplett verschiedenen Genres. Ich habe bereits massig Chill Out und House produziert und bin auch nicht abgeneigt dies in Zukunft weiterzuführen. Vor allem für Basshouse/UK Bass hat sich in letzter Zeit eine Leidenschaft entwickelt. In dem Genre arbeite ich zurzeit an ein paar Songs, vielleicht sieht der ein oder andere irgendwann einen Release.

music-news.at:Welchen Song würdest du einem fremden Menschen vorspielen?

Since Now:Wenn es ein Song von mir sein müsste wäre es „All We Know Is Rising“. Hinter dem Track steht eine für mich bedeutungsvolle Geschichte und es steckt auch viel Leidenschaft dahinter. Ich denke dieser Track repräsentiert dies auch.

music-news.at:Erzähl uns zum Schluss ein paar Sätze über deine zukünftigen Projekte, mit wem sind Kollabos oder andere Dinge geplant?

Since Now:Ehrlich gesagt gibt es noch keine festen Pläne für die Zukunft. Alles was ich sagen kann ist, dass eine Menge neue Musik am kommen ist. Bezüglich Kollabos habe ich wieder vor mit Sänger/innen zusammenzuarbeiten, an einem neuen original Tune arbeite ich auch zurzeit, wie lange es jedoch dauert bis der fertig wird, kann ich noch nicht genau sagen.

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