Sie haben einiges im Laufe ihrer Bandgeschichte erlebt und es gibt sie noch immer. Viele Bands zerbrechen auf dem Weg, diese Band nicht. Sie haben beständig an ihrer Entwicklung gearbeitet und haben sich nicht unterkriegen lassen.

In den letzten Jahren gibt es ja für junge Bands verschiedenste Formate und innovative Konzepte, die den Nachwuchs fördern sollen. Castingshows und Crowdfunding sind da nur zwei Schlagworte. Wir haben Solidtube zum Interview gebeten, da es sie schon so lange gibt, dass sie diese Konzepte in der eigenen Bandgeschichte alle ausprobieren konnten und trotzdem noch immer bestehen. Solidtube sind seit über einem Jahrzehnt eine Fixgröße der österreichischen Musikszene, spätestens seit der Teilnahme bei „Die Große Chance“ sind sie einem breiten Publikum bekannt. Mandana, die Stimme der Band und ihre Musikerkollegen Michael Pobisch (Guitar, Vocals) und Gerry Krautinger (Blues-Harp) spielen als Beiselrockband über 50 Konzerte im Jahr. Dies machen sie meist mit ihrem Cover-Programm, in das sie auch manche eigene Songs einstreuen.

Wie zwei heimische Musiker die internationale Szene erobern.

Gretchenfrage: Wie finanziert man die Albumproduktion? 2008 schafften sie es als erste österreichische Band über die Plattform SellaBand 50.000 US-Dollar von ihren Fans, sogenannten Believern, zu sammeln. So entstand das Album „The running Time“. 2012 nahm die Band an der vom ORF produzierten Fernsehsendung “Die große Chance“ teil, bei der sie es ins Finale unter die besten Drei schaffte. Dadurch wurden sie auch jenseits der Gemeinde der Coverbands bekannt. Sony legte daraufhin ihr Album von 2008 neu auf. 2014 veröffentlichten sie ihr zweites Album „…Searching“. Diesen Sommer haben sie an zwei Festivals teilgenommen, wodurch sich die Möglichkeit ergab sie am Rande dieser Events vor das Mikro zu bekommen.

PARADOX: Wie war euer Festival-Sommer? Was habt ihr erlebt?

SolidTube: Es war ein toller Sommer. Wir haben neben vielen feinen kleineren Konzerten auch zwei große Bühnen gerockt, zum einen beim Hafenopenair und zum anderen, das absolute Saisonhighlight, beim Purkersdorfer Openair Sommer als Vorgruppe von Umberto Tozzi.

PARADOX: Was ist als Nächstes geplant?

SolidTube: Konzerttechnisch gibt es noch keine konkreten Pläne, aber eventuell geht es wieder ins Studio. Dieses mal wird sich aber sicher nur eine Single ausgehen.

PARADOX: Was habt ihr euch von „Der Großen Chance“ erwartet? Wie waren eure Erfahrungen?

SolidTube: Wir hatten keine hohen Erwartungen an den ORF. Tatsächlich konnten wir aber auf diesem Wege viele Menschen erreichen. Wir sind sicher bekannter geworden. Außerdem konnten wir viele interessante Leute kennenlernen, zum Beispiel Ivory Parker, den Titelhelden eurer ersten PARADOX Ausgabe, den Beatboxer der Uptown Monotones. Wir haben bei dieser Show sehr viele Erfahrungen gesammelt.

Solidtube_140112_(c) Andreas_Mueller_090

Solidtube (c) Andreas Mueller

PARADOX: Songs schreiben sich nicht von alleine. Wie läuft es bei euch mit dem Songwriting ab?

SolidTube (Mandana): Die Songs schreibe ich und unser Michi Pobisch. Jeder von uns beiden hat da so seine Ideen. Wir haben neben den bereits produzierten noch einige Schätze im Repertoire. Leider ist die Produktion eines Albums mit sehr hohen Kosten verbunden, darum werden wir uns auf die Veröffentlichung von Singles konzentrieren.

PARADOX: Wie steht ihr zu politischen Songs, beziehungsweise zu Sozialkritik in euren Songs?

SolidTube: Musikalisch sind wir politisch neutral. Da Musik einfach ein verbindendes Medium ist, ist das Musikmachen selbst ja ein politisches Statement. Wir stehen absolut zu Menschlichkeit, Toleranz und Gemeinsamkeit.

PARADOX: Wie schaut der Alltag in der Band aus? Wie sind die Proben strukturiert?

SolidTube: Da wir hauptsächlich in der Lightversion von SolidTube als Trio unterwegs sind, bedarf es da nicht vieler Proben. Das Bandprojekt mit voller Rockband ist da schon wesentlich zeitintensiver vor Auftritten. Es bedarf da vor allem der Koordination und Organisation. Aber Spaß ist immer dabei. Bei einer Band fällt auch viel Administratives an.

PARADOX: Wer kümmert sich bei euch um Booking und Management von Solidtube? Woher bekommt ihr die Grafikvorlagen für eure CDs und Flyer und Plakate?

SolidTube: Das Booking läuft hauptsächlich über uns. Ebenso gestalten wir die Homepage selbst. Das übernimmt beides Michael Pobisch. Die Grafik für zum Beispiel unser letztes CDCover und die Plakate kommen von unserem Mundharmonikaspieler, Gerry Krautinger.

SolidTube (Gerry): Ich habe auch angefangen für andere Bands und Events Grafiken für Flyer und Covers zu kreieren. Dafür habe ich Krautingers Kreativsalon gegründet. Ich beschäftige mich im Zuge dessen auch mit Videoschnitt und -produktion.

PARADOX: Ihr seid auch als Coverband unterwegs. Trägt das zur Finanzierung der eigenen Songs bei?

SolidTube (Mandana): Wir verdienen unser täglich Brot hauptsächlich als Trio-Coverband. Es ist leichter zu Dritt unterzukommen. Für neue Produktionen bleibt da eher wenig über. Das kostet extra. Bei Auftritten mit der vollen Bandbesetzung, da sind wir mit Schlagzeuger, Bassisten und zweitem E-Gitarristen unterwegs, sind wir natürlich sehr abhängig vom Veranstalter und den Gegebenheiten vor Ort. Natürlich sollen auch alle Musiker dabei etwas verdienen.

PARADOX: Welche musikalische Ausbildung habt ihr genossen?

SolidTube: Wir drei sind alle Autodidakten.

PARADOX: Was haltet ihr von Musikschulen, der Musikuniversität und Pop-Akademien?

SolidTube: Musikalische Ausbildungen sind nicht wegzudenken. Es ist der beste Weg Talente zu fördern. Wir spielen in der großen Besetzung selbst mit Musikstudenten, und es ist unglaublich mit welcher Disziplin und Leichtigkeit die an gewisse Dinge herangehen.

PARADOX: Was sind eure nächsten Ziele mit Solidtube?

SolidTube (Mandana): Wir hoffen nächstes Jahr auf diversen Festivals unterzukommen und auch der Gang ins Studio ist mir ein Herzensanliegen. Wir bleiben auf jeden Fall dran.

PARADOX002_Sujet

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.