Harte Instrumentals gemischt mit bösen Texten in clear Vocals. Ist es Metal, ist es Rock? In erster Linie ist es EARased. Die Dieselrocker arbeiten seit kurzem mit Preiser Records zusammen. EARased-Gitarrist Alexander Schweiger im Gespräch.

Wie an anderer Stelle bei music-news.at bereits angekündigt, ist es am 09. September 2016 endlich soweit und EARased gleichnamiges zweites Album wird österreichweit – vertrieben durch Preiser Records – erhältlich sein. Das neue Album der fünf Mannen aus Wiener Neustadt entspricht zu 100% dem, was EARased sind – dreckiger Dieselrock. Anlässlich der Veröffentlichung des Albums hat sich Alexander Schweiger, Gitarrist von EARased, die Zeit genommen, mit uns über ihr aktuelles Werk und das Projekt EARased im Allgemeinen zu sprechen.

EARased – Das Interview

music-news.at:Die musikalische Weiterentwicklung lässt sich besonders gut im Vergleich von Alben feststellen. Wo geht es da bei euch hin im konkreten Vergleich von Nice to beat you und EARased?
Alex:Wir haben das neue Album ja komplett live eingespielt – quasi so wie vor 50 Jahren, die komplette Band miteinander. Wir haben gesagt, wir gehen einen neuen Weg im Studio. Also weg von dem modernen super-sauberen Sound. Dadurch ist das dementsprechend dreckiger geworden. Andererseits kann man sagen, dass wir uns komponistisch im Prinzip so weiter entwickelt haben, dass genau das [auf dem neuem Album] heraus gekommen ist, was wir machen wollen und wie wir uns anhören wollen. Deswegen heißt die Platte auch so wie die Band selber.

music-news.at:Erzählt mal etwas zu eurem Schaffensprozess? Wie entstehen eure Songs?
Alex:Die Lieder passieren einfach. Uns kommt es vor, als würden uns die Lieder irgendwelche Außerirdischen im Schlaf einfach einreden. Ich meine, wir gehen auch nicht ins Studio und auf einmal ist alles da. Wir probieren einfach alle gemeinsam solange herum, bis alles steht. Klingt’s gut, dann nehmen wir’s auf. Klingt’s nicht gut, dann spielen wir weiter – so lange bis es gut klingt.

music-news.at:Auf eurer Website ist das Erscheinungsdatum eures Albums bereits mit 06. November letzten Jahres gegeben, bei Preiser Records und im Fachandel erscheint die CD erst heuer am 09. September. Wie kommt’s zu der zeitlichen Verschiebung?
Alex:Das Album grundsätzlich ist ja schon über unsere Kanäle erhältlich. Aber bis jetzt halt noch ohne Label. Es hat aber ziemlich gut funktioniert und live ist das Album auch gut angekommen. Jetzt schaut’s dann so aus, dass das Ganze eben österreichweit über Preiser Records veröffentlicht wird.

music-news.at:Nur von der Musik zu leben ist auch mit Erfolg recht schwer. Wie sieht es da bei euch aus – gibt es auch mal Probleme zwischen euren Alltagsjobs und eurer Berufung?
Alex:Grundsätzlich ist es so, dass wir eigentlich alle, oder zumindest ein Großteil von uns, von der Musik leben. Nur nicht [ausschließlich] von unserer. Unser Bassist spielt noch bei Seiler und Speer Bass. Unser Gitarrist studiert noch am Konservatorium und verdient sich als Gitarrenlehrer. Ich bin bei JokeBrothersProductions Produktionsleiter. Das lässt sich dann halt auch alles verbinden mit unserem Hobby. Stress haben wir keinen.

music-news.at:Eure Videos machen in Richtung Böse beim Ansehen besonders Spaß. Habt ihr schon während des Schreiben der Songs im Hinterkopf, wie das Gesamtwerk dann im Endeffekt aussehen soll, oder entstehen die Ideen dafür erst später?
Alex:Nein, also meistens entsteht vorher die Musik. Irgendwie, dann im nächsten Schritt, folgt ein Text, der halt im Prinzip im Kontext mit der Melodie steht und wenn wir entscheiden, dass wir zu einer gewissen Nummer ein Video drehen, versuchen wir dann im Zusammenhang mit der ganzen Nummer das Video zu gestalten. Das ist aber ein komplett eigener Schaffungsprozess eigentlich. Die Idee fürs Video kommt also dann, wenn wir es drehen – wir setzte uns dafür gesondert hin. Vor allem auch wirklich mit unseren Produktionsleuten. Wir machen das ja nicht ganz alleine, wir haben unsere Spezialisten, die uns helfen.

music-news.at:Mit zunehmendem Erfolg nehmen auch die „Hater“ zu, auf Facebook zum Beispiel. Wie geht ihr damit um? Hattet ihr da auch schon Erlebnisse bei Auftritten mit unguten Konzertbesuchern?
Alex:Also im Internet gibt es schon wenige Leute, aber das geht dann unter. Man darf dann halt auch nicht zurückschimpfen, weil im Prinzip darf ja jeder seine eigene Meinung äußern. Wir löschen das jetzt auch nicht und sind auch nicht böse, wenn uns jemand nicht so super findet. Solche Leute gibt es immer. Live ist uns das eigentlich noch nie passiert, soweit ich mich erinnern kann. Grundsätzlich ist es eigentlich immer so: entweder sind wir die aller härteste Band auf einem Festl, oder die aller weichste Band. Wir sind einfach gut gemischt und das kommt auch ganz gut an. Die Leute, die das eigentlich nicht hören, sagen nachher zu uns meistens: ‚Normalerweise höre ich so eine Musik nicht, aber das was ihr macht taugt mir‘.

music-news.at:Was war euer verrücktestes Erlebnis bei einem Live-Auftritt? Etwas wovon ihr euren Enkeln noch erzählen werdet?
Alex:Da gibt’s ganz viel. Aber das aller Schrägste ist auf unserer ersten Tournee passiert. Da hat sich unser Schlagzeuger die Rippen gebrochen – zwei, auf einer Backstage Party. Der hat dann noch die Tour fertig gespielt und anschließend gemeint, ihm tun die Rippen weh. Dann ist er im Nachhinein drauf gekommen, dass seine Rippen gebrochen waren. Der Arzt hat gemeint, er sollte jetzt besser mal Pause machen. Hinter der Bühne gibt es viele Sachen, die vielleicht kurios sind.

music-news.at:Worauf dürfen sich die Besucher eurer Special Show am 17. September im Wiener „Local“ freuen?
Alex:Das wird ein besonderer Abend, weil seit heuer spielen wir eben ein Unplugged-Programm und das werden wir im Local aufzeichnen. Demnächst wird das dann eventuell auch erhältlich sein. Es wird jetzt auf jeden Fall die letzte Unplugged-Show für längere Zeit. Es soll im Prinzip ein Abschluss und ein großes Fest’l werden, dass unser Album wirklich ganz draußen und überall erhältlich ist.

music-news.at:Für ein neues Album, gibt es da schon Pläne?
Alex:Nein. Wir schreiben zwar, aber haben da grundsätzlich keinen Druck. Also, nein, wir haben noch keinen konkreten Plan.

Das neue Album von EARased kann man übrigens schon jetzt auf der Bandwebsite erwerben.

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