Queen Of 0 heißt die erste Single der WarHoles mit neuem Gitarristen, die am 27. November in Zusammenarbeit mit dem Linzer Label IAM – Independent Audio Management veröffentlicht wurde. Das Album zu der Single wird Anfang 2016 veröffentlicht. music-news.at hat sich mit den drei außergewöhnlichen Persönlichkeiten getroffen, die hinter WarHoles stecken.

music-news.at: Wann hat es bei euch mit der Musik begonnen? Hattet ihr vor WarHoles auch andere Projekte?
Ion Illus: Begonnen hat es bei mir mit sieben Jahren in der Musikvolksschule. Danach bin ich auf die Musikschule gegangen. Es hat viele Projekte gegeben vor WarHoles und während WarHoles, aber jetzt gibt’s nur noch WarHoles für mich.
been Orelian: Ich habe meine ersten Bühnengehversuche mit zwölf Jahren bei Kindermusicals gehabt. Dann war während dem Stimmbruch lange nichts und erst mit 19 habe ich meine erste eigene Band ins Leben gerufen. Insgesamt waren es dann fünf Projekte vor WarHoles, aber jetzt gibt es auch hauptsächlich nur mehr Warhols.
Vincent Dwight Hadriga: Tatsächlich begonnen hat es auch bei mir schon in der Kindheit. Ich glaube ich war sieben, als ich durch den Einfluss meines Großvaters begonnen habe Trompete zu spielen. Also ging es eher in die Richtung der Blasinstrumente. Dann war eine lange Pause bis 15 und erst danach habe ich ernsthaft begonnen Musik zu machen und Musik zu lernen. Projekte hat es vor WarHoles einige gegeben und gibt es auch währenddessen. Natürlich ist WarHoles mein Hauptprojekt, aber es gibt immer wieder Anfragen, ob ich da oder dort mal spielen könnte.

music-news.at: Wie habt ihr euch kennen gelernt und wie hat es mit Warholes begonnen?
Ion Illus: Das war damals im Replugged. Ich habe dort mit einer anderen Band gespielt und dann hat mich jemand von der Seite angequatscht.
been Orelian: Komisch. (lacht) Dann sind wir im Anno zusammen gekommen und schlussendlich sind wir dann wirklich mal zu dritt im Proberaum gestanden und haben das mal zusammen probiert.
Vincent Dwight Hadriga: Bei mir war das in der Szene. Ich habe sie in der vorigen Formation auftreten sehen und hab been dann angequatscht, woran er sich aber nicht mehr erinnern kann.
Ion Illus: Hast du etwa getrunken? (lacht)
been Orelian: Ich ertrag euch nüchtern nicht. (lachen)
Vincent Dwight Hadriga: Danach wurde eine Stelle bei WarHoles ausgeschrieben und die Chance habe ich ergriffen.

music-news.at: Wo holt ihr euch Inspiration bzw. welche musikalischen Einflüsse hat WarHoles? Habt ihr irgendwelche Vorbilder? Welche Musik hört ihr privat?
Vincent Dwight Hadriga: Die Inspiration für Musik kommt bei mir meistens auch von Musik. Ich werde zudem auch sehr viel von meinem Inneren inspiriert. Auch wenn es nicht so wirkt, bin ich ein eher introvertierter Mensch, damit kommt viel aus meinem Inneren als Versuch der Kommunikation. Mein Hörverhalten ist relativ breitgefächert, aber meine große Leidenschaft ist Progressive Rock. Ich höre aber auch Metal, ein bisschen Jazz und Acid-Folk. Das ist was ich auch privat höre und was mich inspiriert. Den Drive, den ich versuche miteinzubringen, ist vor allem im klassischen Heavy Metal der 80er Jahre, wie zum Beispiel Iron Maiden und Black Sabbath verwurzelt.
been Orelian:Ja bei mir ist es hauptsächlich ein Mann, der mich inspiriert und das ist Nick Cave. Seit ich ihn vor zwei Jahren live gesehen habe, beeindruckt er mich noch mehr, vor allem sein Schreibstil. Und dann zum Beispiel noch Patti Smith und auch Tom Waits.
Ion Illus: Ich werde hauptsächlich von Jazz beeinflusst, höre aber auch sehr gerne Hip Hop. Ich will mich da nicht einschränken, was geil ist, ist geil!
Vincent Dwight Hadriga: Aber ich würde sagen Nick Cave ist unsere Schnittstelle.
been Orelian: Deshalb fand ich es auch umso schöner, als auf FM4 das erste Mal unsere Single präsentiert wurde und dabei der Vergleich mit Nick Cave und den 80ern gezogen wurde.

music-news.at: Und was hat es abgesehen von FM4 für Feedback auf eure erste Single gegeben?
Ion Illus: Das Beste war ein Arbeitskollege von mir. Er ist Programmierer und ein richtiger Nerd. Der ist sofort zu mir gekommen und hat gefragt: „Gibt’s die Single auch zu kaufen? Das gefällt mir sehr gut.“ Das war schön.
Vincent Dwight Hadriga: Ja das waren Reaktionen die auch mich sehr gefreut haben. In diesem Spektrum von: Wo oder wie bekomm ich das?
been Orelian: Beim tatsächlichen Single Release der um vier Uhr war, hat dann einer auf Facebook geschrieben, dass er sich um 15:59 Uhr hinsetzt und immer F5 drückt, bis er die Single tatsächlich runter laden kann.

Zwei unwirkliche Bilder die miteinander tanzen lernen.

music-news.at: Worum geht es in euren Songs und welche Themen liegen euch am Herzen?
been Orelian: Rein vom Text her gesehen: Es geht meistens um den Exzess. Zwei unwirkliche Bilder die miteinander tanzen lernen.
Ion Illus: Also ich bin grundsätzlich bei Musik eher nicht so textfanatisch. Mir geht’s um Energie. Ich möchte einfach alles herausblasen was nur irgendwie geht und die Leute zum tanzen bringen. Ich möchte, dass sie sich nicht mehr in ihren Stühlen halten können.
Vincent Dwight Hadriga: Bei mir geht’s um die Grundstimmungen in der Musik und darum, was man auf der emotionalen Ebene vermitteln kann. Deshalb mag ich auch Progressive Rock so. Es ist selten, dass man die ersten zehn Sekunden eines Songs hört und die Stimmung sofort herauslesen kann, sondern es ist eher linear gestaltet. Es ist szenisch wie bei einem Film. Das ist bei uns aufgrund der Songlänge zwar innerhalb der Songs nicht ganz möglich, aber zumindest im Set. Es gibt Songs, die für mich eher Swing-Charakter haben und es gibt beispielsweise einen, der ein bisschen Übelkeit vermittelt, was ich sehr genieße. Das sind meine Ziele.

music-news.at: Warum habt ihr „Queen Of 0“ als erste Single gewählt?
Vincent Dwight Hadriga: Das war eigentlich mein erhobener Finger: „Das machen wir!“ Weil das einfach ein sehr plakativer Song ist. Es ist eine einfache Nummer, aber sie geht ins Ohr, denke ich. Es ist mir auch schon gesagt worden, dass sie Wiedererkennungscharakter hat. Und um es auf alt-wienerisch auszudrücken: Es foaht!
been Orelian: Außerdem ist es ja wieder ein Nullpunkt bei dem wir anfangen, da wir ja ein neues Bandmitglied haben und deshalb passt Queen Of 0 eigentlich am besten.
Ion Illus: Das war auch die erste Nummer, die wir mit Vincent umgesetzt haben.
Vincent Dwight Hadriga: Es war die Nummer, die ich gleich zu Beginn am meisten verändert und beeinflusst habe. Die anderen sind weitgehend gleich geblieben, bis auf meinen Charakter, den ich mit eingebracht habe.

music-news.at: Ihr verwendet als Künstler nicht eure eigentlichen Namen, sondern nennt euch Ion Illus, been Orelian und Vincent Dwight Hadriga. Wie ist es dazu gekommen?
Ion Illus: Meiner ist ganz klassisch im Anno entstanden bzw. gestanden – auf der Klotür: Illusion. Und das in Kombination damit, dass ich ein großer Science Fiction Fan bin: Ijon Tichy
been Orelian: Been ist einerseits eine Hommage an den Bassisten von Black Rebel Motorcycle Club und weil ich es schön finde, wenn man sagen kann, man ist schon mal etwas gewesen. Also ich war dieser Orelian und bin es immer noch. Eine zeitlose Kunstfigur, wenn man so will.
Vincent Dwight Hadriga: Meine drei Namen, sind die drei Dinge, die ich mit Kunst in Verbindung setze. Vincent steht für mehrere Vincents, die ich gerne mag, wie zum Beispiel Vincent Price. Die Bühne ist für mich der Ort, an dem ich einfach jemand anders sein kann, der ich zwar auch bin, aber nicht im Alltag. Und derjenige der ich auf der Bühne bin, ist für mich aus irgendeinem Grund schon immer Vincent. Wenn ich vor einer Show in den Spiegel schaue, merke ich, dass ich in diesem Moment gerade Vincent werde. Dwight ist eine Hommage an Dwight Frye, einen Schauspieler, den ich ebenfalls mag. Hadriga ist der Familienname meines Großvaters mütterlicherseits, der mein erster Kontakt mit Musik war.

music-news.at: Wann wird das Album zu der Single erscheinen und welche Reaktionen erwartet ihr darauf?
been Orelian: Geplant waren die Aufnahmen für Dezember, aber dadurch, dass Vincent einen kleinen Zwischenfall mit dem Rad hatte, wird der Beginn der Produktion nun auf Februar verschoben und im April wird dann der Release sein.
Die Reaktion die wir uns erwarten – frenetisch natürlich. „Bitte kommt zu uns, spielt für uns!“
Vincent Dwight Hadriga: Meine Wunschreaktion ist, dass man sich nachdem man die Nummern gehört hat denkt: Was zur Hölle war das? Was ist jetzt passiert?
been Orelian: Eine ähnliche Reaktion wie bei unseren Konzerten wäre schön. Vor allem wie bei dem letzten Konzert im Chelsea, dort war die Reaktion vom Publikum wirklich außergewöhnlich.
Vincent Dwight Hadriga: Und nachdem es vorbei war gab es ein Durchatmen in der gesamten Menge. (lachen)

music-news.at: Ihr wart schon einige Male in Österreich live zu hören, sind auch schon andere Gigs in nächster Zeit geplant oder konzentriert ihr euch vorerst auf die Produktion eures Albums?
Vincent Dwight Hadriga: Jein. Also in der Formation ist es uns momentan unmöglich zu spielen, wegen meines Daumens. Geplant ist es, dass wir im Februar vereinzelt Shows spielen. Aber der Fokus liegt natürlich auf der Album-Produktion.
been Orelian: Man sollte sich vielleicht mal die Eventplanung im Viper Room anschauen. Vielleicht tauchen wir dort im Februar auf.

music-news.at: Was kann man in Zukunft von euch erwarten?
Vincent Dwight Hadriga: Das blanke Grauen.
been Orelian: Tanzende Bilder. Eventually we come in peace.

Eventually we come in peace.

Die Single „Queen Of 0“ gibt’s auf: Google Play Store, Soundcloud, Amazon, iTunes und auch auf Spotify.

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