Ihr fehlen Keyboard und Zylinder, trotzdem weiß sie, wie erstklassige Alleinunterhaltung aussieht: wir haben Musikerin KARO interviewt!

Wenn sich eine Singer-Songwriterin als Alleinunterhalterin vorstellt und selbstironisch über ihre Songs erzählt, dann mag das auf den ersten Blick etwas befremdlich wirken. Aber KARO ist auch nicht einfach in eine beliebige Schublade zu stecken! Wir haben sie bei der PULS Lesereihe im Jugendhaus Cairo in Würzburg zum Interview getroffen:

www.music-news.at: Du möchtest nicht als Singer-Songwriterin vorgestellt werden, sondern siehst Dich als Alleinunterhalterin. Woher kommt das und welchem Genre würdet Du Deine Musik zuordnen?
KARO: Für mich ist das Genre „Singer-Songwriter“ einfach etwas anderes. Da geht es erzählerisch zu, etwa wie bei Bob Dylan. Meine Musik ist vielmehr eine Mischung aus Alternative, Indie oder Rock.

www.music-news.at: Du machst Deine Musik komplett selbst. Sind Deine Texte autobiographisch?
KARO: Ja, zum größten Teil auf jeden Fall. Besonders bei den Liebesliedern habe ich eigene Gedanken und Erinnerungen verarbeitet. Allerdings entspricht das vollendete Produkt nicht immer der ersten Idee. Oft ist es so, dass ich inspiriert werde und dies dann ganz weit führt. Bei einem meiner Songs war beispielsweise das Thema „Missbrauch“ sehr präsent in den Medien, das mich und meine Arbeit sehr beeinflusst hat. Allerdings weiß niemand wirklich, worüber der Song handelt. Der erste Gedanke und die Inspiration hängen also nicht immer direkt miteinander zusammen.

www.music-news.at: Trotz Deines Germanistikstudiums sind all Deine Liedtexte auf Englisch. Hat das einen Grund?
KARO: In erster Linie geht es dabei um die Aussprache. Englisch ist für mich besser zum Singen geeignet. Bei deutschen Texten entsteht schnell der Eindruck, es handle sich um Schlager. Meiner Meinung nach sind nur wenige Künstler in der Lage, einen Popsong deutsch richtig gut rüberbringen zu können.

www.music-news.at: Bleiben wir einmal bei „Landeskunde“. Bisher bist Du regional sehr aktiv. Hast Du Dich Würzburg und Umgebung verschrieben oder ist eine (inter-)nationale Karriere nicht ausgeschlossen?
KARO: In erster Linie hat das praktische Gründe. Hier kenne ich einfach die Leute besser und kann demnach spontaner sein. Neben Würzburg bin ich außerdem in Berlin und der Schweiz, wo ich entdeckt worden bin, sehr viel unterwegs. Aber meine Touren sind nicht auf diese Gebiete beschränkt! Ich bin in ganz Deutschland unterwegs.

www.music-news.at: Dein letztes Album hast Du an einem sehr ungewöhnlichen Ort aufgenommen: In einem Tresorraum in der Posthalle Würzburgs. Wie kam es dazu?
KARO: Das war eher eine ungeplante Sache. Wir hatten zwar einen Proberaum gemietet, aber der Vermieter hat völlig ohne Vorwarnung plötzlich den Strom abgestellt. Vermutlich, weil er das Gelände verkaufen wollte. Der Verein „Musikbahnhof 98 e.V.“ hat uns dann eine Alternative zu Verfügung gestellt. Dass das dann der Tresorraum war, war mehr oder weniger Zufall. Allerdings ist die Akustik dort wirklich unglaublich und außergewöhnlich!

www.music-news.at: Gerade durften wir eine emotionale und individuelle Coverversion von „Like a legend of the phoenix“ (Daft Punk) anhören. Wenn Du Dich entscheiden müsstest, wäre das Songs schreiben oder das Covern Deine Leidenschaft?
KARO : Sowohl als auch, da möchte ich mich nicht entscheiden! Ich hab inzwischen so viel Musik kennengelernt, dass ich diese auch selbst musikalisch verarbeiten will. Oft ist es so, dass in den Songs viel mehr steckt und man das herauskitzeln kann. So kann ich zum Beispiel bestimmte Textpassagen anders interpretieren und dem Zuhörer nahe bringen, ich will die Musik weniger cheesy rüberbringen.

www.music-news.at: Das waren schon fast alle Fragen, vielen Dank KARO! Auf was dürfen wir uns als Nächstes von Dir freuen?
KARO : Ich denke es wird eine Coverplatte erscheinen! Und da gibt es nicht nur den Song von Daft Punk zu hören, sondern auf jeden Fall auch etwas von Roxette oder der Song „More than this“ von Roxy Music.

Bildcredits: Singoutheart

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