Seit 11 Jahren gibt es FAMP bereits. Vier junge Herren, die einfach Lust darauf haben, gemeinsam Musik zu machen. Am 7. November 2017 feierten sie die Premiere von ihrem neuen Video zur Single „Running Over Water“. Eine gute Möglichkeit mit ihnen zu sprechen und mehr über FAMP zu erfahren.

Die vier Jungs von FAMP haben diese Woche das Video zu ihrer grandiosen neuen Single „Running Over Water“ im „Sneak In“ präsentiert. Der Song ist nach „Heart in a Hurry“ die zweite Single ihrer EP „Tide“, und setzt mit dem Video ungefähr dort an, wo das Video zu „Heart in a Hurry“ aufgehört hat – bei viel Wasser. Passend zum Titel des Songs, spielen sich die österreichischen Indierocker/Britpopper im strömenden Regen die Seele aus dem Leib, klischeehaft ist es trotzdem nicht. Das Protagonisten-Paar vom Video davor, zeigt zwischendurch Bilder einer dysfunktionalen Beziehung. Alles in allem ist es ein bisschen Boyband, ein bisschen Indie und sehr, sehr relatable. Kudos, FAMP.

Anlässlich der Videopremiere durften wir uns vorab mit Philipp, dem Sänger und Gitarrist der Band, unterhalten. Wir trafen auf einen sympathischen jungen Mann im grauen Kapuzenpulli: „Hi, ich bin der Philipp.“ Bei einem kühlen Bier und einer Zigarette beginnt ein Gespräch über Inspirationen, Authentizität und das Leben als Musiker:

music-news: Ihr seid mittlerweile seit 11 Jahren ein Team und macht gemeinsam Musik. Wie kam’s dazu?

Philipp Krikava: Naja, wir waren gemeinsam auf einer Musikschule und standen alle irrsinnig auf die Band „Julia“. Wir gründeten für die einen kleinen Fanclub. Und dann irgendwann fiel uns ein, dass wir eigentlich auch selbst Musik machen könnten. (lacht) Die Instrumente und alles konnten wir ja schon. So ging’s eigentlich los.

music-news: Erzähl uns was über die Entstehung der neuen EP „Tide“?

Philipp Krikava: Wir sind als Persönlichkeiten seit der Entstehung des letzten Albums gemeinsam, aber auch individuell gereift … haben uns einfach verändert. Wir hatten alle einige Dinge zu verkraften und zu verarbeiten. Aus diesem Prozess raus entstanden dann einige Songs, von denen wir uns dann für eben die drei entschieden haben, die wir jetzt auf „Tide“ zusammengefasst haben.

music-news: Gehört ihr zu den Musikern, die zuerst Musik und dann Text schreiben? Oder habt ihr zuerst denn Text und schreibt dann die Musik dazu?

Philipp Krikava: Ganz ehrlich? Ich versteh die Leute nicht, die zuerst Text und dann Musik haben. Bei uns beginnt’s meistens mit einer Melodie. Du bist in einer gewissen Stimmung und hast eine Akkordfolge oder Melodie im Kopf … und damit baust du dir dann Schritt für Schritt Refrain, Strophen und so weiter auf. Zum Schluss zieh ich mir dann noch eine Bridge aus dem Arsch (lacht) und fertig.

(c) Phillipp Annerer/Bühnenbild Fotografie

music-news: Warum singt ihr eigentlich auf Englisch?

Philipp Krikava: Das ist ziemlich einfach zu Beantworten. Ich fühl mich im Englischen einfach wohler. War von Anfang an für uns klar. Wir haben zwar auch überlegt auf Deutsch zu singen, aber ich finde, dass müsste dann ein ganz neues Projekt sein. Nach elf Jahren als Band müssten wir uns dann komplett verändern.

music-news: Ihr habt ja schon Kooperationen mit deutschsprachigen Künstlern gemacht, mit Johannes Halbig von den Killerpilzen zum Beispiel. Wär das auch in Zukunft für euch denkbar?

Philipp Krikava: Ja, das war „Ticket To The Stars“ auf unserem letzten Album „Exist“. Wir haben es dann auch auf der Tournee gespielt, aber komischerweise konnten wir Johannes nicht davon überzeugen, wegen einer Zeile in einem Song zu unseren Konzerten anzureisen. (lacht) Also übernahm ich oder Flo (Anm.: Bassist und Background-Sänger) das. Es war für uns sehr ungewohnt und irgendwie seltsam.

music-news: Seit einigen Jahren begleitet ihr die Killerpilze ja auf ihren Tourneen als Support-Act. Ist das was rein geschäftliches zwischen euch oder …?

Philipp Krikava: Nein, nein. Gar nicht. Wir haben uns eigentlich vom ersten Moment an super verstanden. Unser Ziel als Support-Act ist eigentlich immer, den Hauptact in Grund und Boden zu spielen. Als wir bei den Killerpilzen das erste Mal beim Soundcheck zuhörten, dachten wir uns nur: „Oh Shit. Können wir vergessen.“ Über die Jahre hat sich tatsächlich dann eine gute Freundschaft entwickelt und wir freuen uns immer, wenn wir mit ihnen touren können.

(c) Phillipp Annerer/Bühnenbild Fotografie

music-news: Außer dem ersten Konzert mit den Killerpilzen, gibt’s Konzerte die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

Philipp Krikava: Unsere Show letztes Jahr im Café Leopold. Einfach unglaublich. Das Konzert war restlos ausverkauft und die Location war gerammelt voll. Für uns ein besonderer Moment, weil die Leute wirklich nur für uns gekommen sind.

music-news: Hört ihr eigentlich als Band selbst das, was ihr spielt, oder bringt ihr unterschiedliche musikalische Einflüsse mit?

Philipp Krikava: Völlig unterschiedlich. Ich höre viel Brit-Pop, wie Oasis, the Verve usw. Wir sind alle Ende der 80er geboren und dementsprechend beeinflusst. Im Prinzip hören wir aber eigentlich alles.

music-news: Viele Musiker sind ja an Verträge gebunden, nach denen sie regelmäßig Songs und Alben liefern müssen. Wie läuft das bei euch?

Philipp Krikava: Dadurch dass wir unser eigenes Label haben, machen wir halt wirklich nur das, was wir auch wollen. Wir wollen Musik machen, zu der wir zu 100% stehen können, und nur dann geht’s auch an die Öffentlichkeit. Unser Anspruch ist’s eben, dass unsere Musik so authentisch ist wie wir auch. Alles was du siehst oder alles was du hörst, das sind einfach wir, und wir sind … wie wir sind. Auch sowas wie Medientraining gibt’s bei uns nicht. Alles echt.

music-news: Welche Ziele verfolgt ihr mit eurer Musik? Gibt’s ein großes Endziel, wo ihr sagt: „Jetzt haben wir’s geschafft?“

Philipp Krikava: Von der Musik leben können. Das ist eigentlich das einzig Große was wir erreichen möchten. Natürlich gibt’s Meilensteine, die wir uns setzen, damit was voran geht. Aber grundsätzlich machen wir Musik, weil wir Bock drauf haben.

Ein Interview von Nathalie Monschein und Anna Sophia Macheiner

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