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Es gibt viele Dinge, die einen guten Horrorfilm ausmachen: Überzeugende Darsteller, eine originelle und fesselnde Handlung oder ein Serienkiller mit Kult-Potenzial sind nur einige der Aspekte, die dafür sorgen, dass ein Streifen langfristig in Erinnerung bleibt dort für Albträume sorgt. Doch wenn sich ein Horrorfilm dauerhaft in den Köpfen seiner Zuschauer einnistet liegt das häufig nicht nur an Handlung oder Darstellern, sondern an einem völlig anderen Faktor – der Filmmusik.

Der Soundtrack eines Horrorfilms unterstreicht die Atmosphäre des Leinwandgeschehens und kann so aus einem guten Horrorfilm einen großartigen machen. Manche Filme sind dabei allein schon wegen ihres beeindruckenden Soundtracks sehenswert.
Eine Auswahl.

Psycho

Den Anfang dieser Auflistung macht ein Film, dessen Soundtrack – oder wenigstens Ausschnitte davon – mindestens genauso legendär ist wie der Film selbst: „Psycho“ von Alfred Hitchcock erzählt die Geschichte der Sekretärin Marion Crane, die 40000 US-Dollar stiehlt, daraufhin in einem Motel untertaucht und dort dessen Betreiber Norman Bates begegnet.
Der Soundtrack von Psycho stammt von Bernard Herrmann, der im Vorfeld bereits bei Citizen Kane und Vertigo für die Filmmusik verantwortlich war. Herrmann hat bei beiden Streifen gute Arbeit geleistet, doch mit dem Soundtrack zu Psycho hat er sich selbst übertroffen. Der Soundtrack trägt einen nicht unerheblichen Teil zur dramatischen Wirkung und Spannung des Filmes bei – was übrigens auch Regisseur Hitchcock im Nachhinein bereitwillig zugegeben hat: „33 Prozent der Wirkung von Psycho gehen allein auf die Musik zurück.“

Mehr über Psycho erfahrt ihr auf IMDB und wenn ihr euch nun für Halloween inspiriert, dann können wir euch dieses blut-bespritzte Psycho-Messer empfehlen.

Eyes Without A Face

Der Horror-Noir-Klassiker „Eyes Without a Face“ erlaubt dem Zuschauer Einblicke in das Leben der jungen Christiane, die aufgrund ihres entstellten Gesichts eine Maske tragen muss und, isoliert von der Außenwelt, im Herrenhaus ihres Vaters lebt.
Der Soundtrack, mit dem der französisch-italienische Streifen von 1960 unterlegt ist, trägt dabei auf bizarre Art und Weise dazu bei, die unglücklichen Lebensumstände der jungen Frau zu unterstreichen: An fiebertraumhafte Zirkusmusik erinnernd erweckt er in seiner Unbeschwertheit mitunter beinahe den Eindruck, als versuche er, die Protagonistin zu verspotten, während diese langsam an der ihr auferlegten Einsamkeit verzweifelt.
Mitunter schlägt die Filmmusik, komponiert von dem dreifachen Oscar-Preisträger Maurice Jarree, jedoch auch andere Töne an: Dann werden die Melodien beinahe poetisch, elegant und optimistisch, als bestünde vielleicht – nur vielleicht – doch ein Funken Hoffnung für Christiane, ihrem Gefängnis eines Tages doch zu entkommen.

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Scream

Scream, der erste Teil der gleichnamigen Horrorfilm-Reihe, feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Der Film folgt der Schülerin Sidney Prescott und ihren Freunden, die von einem maskierten Killer namens Ghostface verfolgt werden.
Komponist Marco Beltrami hatte noch nie zuvor Musik für einen Horrorfilm geschrieben. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum der Komponist für Scream einen recht ungewöhnlichen Ansatz wählte: Statt auf klassische Elemente von Horrorsoundtracks zurückzugreifen betrachtete Beltrami den Film als Western und ließ sich von Ennino Morricone inspirieren, der vor allem für seine Kompositionen für Westernfilme bekannt ist. Diese Rechnung ging auf: Der Soundtrack von Scream steigert den Spannungsfaktor des gesamten Films und hat inzwischen Kultstatus erreicht.

Ein Scream-Kostüm ist ohnehin schon ein Klassiker unter allen Kostümen – also bitte, hier lang. Natürlich hat auch IMDB weitere Infos zu Scream für euch parat.

Eraserhead

Eraserhead, zu Deutsch „Radiergummikopf“, erzählt die Geschichte von Henry Spencer, dessen Vaterschaft ihn physisch und psychisch belastet. Als das deformierte Baby stirbt, lösen sich Henrys Probleme auf – aber damit auch er selbst.
Der surrealistische Horrorfilm von Regisseur David Lynch greift Elemente des absurden Theaters auf und bleibt vor allem wegen seines Sounddesigns in Erinnerung: Das bizarre Leinwandgeschehen wird von einer Vielzahl an monotonen Stör- und Rauschgeräuschen untermalt, deren nervenaufreibende Wirkung die eines jeden melodiebasierten Soundtracks um ein Vielfaches übertrifft. Eine von wenigen Ausnahmen im Geräuschchaos des Films ist wohl der Auftritt der „Frau hinter der Heizung“, die in einer gefühlvollen Ballade davon erzählt, dass im Himmel alles gut werde.

Hier könnt ihr euch in Sachen Eraserhead vertiefen.

The Nightmare Before Christmas

Den Abschluss dieser Liste bildet ein Film, der auch für erklärte Gegner des Horror-Genres geeignet ist: Der Stop-Motion-Streifen „The Nightmare Before Christmas“ von Henry Selick und Tim Burton erzählt die Geschichte von Jack Skellington, dem „Kürbiskönig von Halloween Town“, der des ständigen Halloween-Feierns überdrüssig ist und daher versucht, den übrigen Stadtbewohnern das Weihnachtsfest nahezubringen .
Seit seiner Veröffentlichung im Jahr 1993 hat sich ein regelrechter Kult um das Grusel-Musical – und vor allem um dessen Soundtrack von Burtons Standart-Komponist Danny Elfman – gebildet. Kein Wunder, denn Titel wie „This Is Halloween“, „Jack’s Lament“ und „What‘s This?“ sind so ansteckend, dass auch erklärte Halloween-Muffel gar nicht anders können, als lauthals mitzusingen – oder wenigstens leise mitzusummen.

Zum Abschluss findet ihr hier einen weiteren Halloween-Klassiker: einen Skelett Frack mit Zylinder. Der lässt sich übrigens auch hervorragend zu anderen Anlässen tragen.
Wenn The Nightmare Before Christmas noch nichts gesagt hat, dann erlöst euch wiederum IMDB von eurer Unkenntnis.

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