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Salzburg, bekannt für seine reizende Hauptstadt, das Schloss Mirabell und nicht zuletzt für die köstliche, den Salzburger Bergen nachempfundene Nachspeise „Salzburger Nockerln“, die übrigens von der Mätresse eines Fürsterzbischofs erfunden worden sein soll. Doch das ehemalige Reichsfürstentum hat auch musiktechnisch einiges zu bieten.

Solche Listen, wie diese hier, sind stets gefährlich. Weshalb? Schlichtweg und ergreifend, weil sie es dem Leser grundsätzlich nicht recht machen können und dann, weil sie den Gipfel der absoluten Subjektivität darstellen. Sich für sechs Bands zu entscheiden ist schon einmal sehr schwer und dann gilt es, da die Frage zu klären: „Welche Bands sollte man nun wirklich kennen?“ Diese Auflistung geht nach Erfolg, Bekanntheitsgrad und dann nach Können. Also nicht wundern, wenn diese eine total tolle, aber ziemlich unbekannte Band fehlt – der Artikel heißt ja auch nicht „6 musikalische Geheimtipps“. Auch ist die Liste nicht vollständig – keine Sorge, das Land Salzburg hat mehr als sechs hörenswerte Bands.

Steaming Satellites

Mit den Steaming Satellites wären wir auch schon bei einem der heißesten Eisen der Musikszene von Salzburg. Seit über zehn Jahren schaffen die Jungs bereits Musik im Indie-Sektor. Ihre Tracks gehen leicht ins Ohr, um sich dort dann festzusaugen – Max Borchardt, Matthäus Weber, Emanuel Krimplstätter und Manfred Mader haben schon mehr als einen Ohrwurm geschaffen. Außerdem lieferten sie den wunderbaren Soundtrack zum Alpen-Western „Das Finstere Tal“ – Herzschmerz pur. Die Steaming Satellites sind auch über die Grenzen von Österreich hinaus erfolgreich und standen unter anderen bereits mit Thin Lizzy oder The Ravonettes auf der Bühne. An den Vieren in den letzten Jahren vorbei zukommen erwies sich zum Glück als quasi unmöglich – wer es dennoch geschafft hat, sollte sie sich schleunigst anhören.

Belphegor

Ja, Belphegor ist ein Metal Band und sie haben es mehr als verdient, in dieser Liste angeführt zu werden. Wenn es um Metal geht, sind Belphegor das österreichische Aushängeschild und weit über die heimischen Grenzen hinaus bekannt. Momentan touren sie gerade durch die USA (wie viele österreichische Bands können das schon von sich behaupten?) und verzeichnen über eine halbe Million Facebook-Fans. Gegründet wurde Belphegor bereits 1993 und besteht aus den drei Mitgliedern Helmuth, Serpent und Bloodhammer. Ihr Stil ist eine eingängige und bitterböse Mischung aus Death und Black Metal. Textlich findet man immer wieder BDSM-Bezüge in ihren Lyrics, die es trotz der thematischen Abnutzung des Sadismus und Masochismus schaffen, nicht wie plumpe Wiederholungen zu wirken.

Klangkarussel

Auch Klangkarussel ist eine Band, die ihr vermutlich ohnehin schon kennt, solltet ihr die letzten Jahre nicht auf der Rückseite des Mars verbracht haben mit geschlossenen Augen und Fingern in den Ohren. Spätestens bei „Netzwerk (Falls like Stars)“ oder „Sonnentanz“ sollte es mächtig klingeln. Die elektronische Musik der beiden Salzburger Tobias Rieser und Adrian Held überzeugt durch ihre klaren Sounds, raffinierten Arrangements und eingängigen Lyriks. Die beiden DJs waren von 2014 bis 2015 auf Welttournee, können bis jetzt sechs Platinplatten und zwei goldene Schallplatten vorweisen und erhielten zwei Mal den Amadeus Award. 2013 mit Sonnentanz für den besten Song des Jahres und 2015 mit Netzwerk für das beste Album des Jahres.

The Makemakes

The Makemakes ist die Band in dieser Liste, die dank Eurovision Songcontest wirklich jede Frida und jeder Freddie in Österreich kennt. Ja, die Bewertung beim Songcontest war miserabel und nein, gerechtfertigt war das nicht. Versuchen wir jedoch vom Sudern Abstand zu nehmen, auch wenn es des Österreichers Lieblingsbeschäftigung ist. Über die ganze Aufregung hinweg kann man leicht vergessen, dass die Makemakes Musik machen, die nicht zu verachten ist. Der Rock den die Salzburger kreieren, lädt zum Tanzen ein und ist äußerst Radio-tauglich. „MILLION EURO SMILE“ liegt vermutlich noch jedem im Ohr, sind die Makemakes immerhin auch eine der prozentuell betrachtet wenigen österreichischen Bands, die auf Ö3 gespielt werden.

Harakiri for the Sky

Und schon die zweite Metalband in dieser Liste. Bevor jetzt jemand ungläubig oder verständnislos reagieren sollte: Harakiri for the Sky weisen mit 16.564 Facebook-Fans gerade mal um 1.000 weniger auf, als die Eingangs angeführten Steaming Satellites. Kein Wunder, ebenso episch wie ihr Bandname ist auch die Musik, die die beiden Mitglieder der Post Black Metal Band erschaffen. Unendlich dichte und ineinander verstrickte Soundlandschaften, die den Zuhörer manchmal fast schon mit ihrer Schwere erdrücken. Die Jungs sind auch live äußerst umtriebig, so spielen sie alleine dieses Jahr auf Bühnen verstreut in Europa und auf Festivals wie dem „Kaltenbach Open Air„, dem „Summer Breeze Open Air“ oder dem „Ragnarök Festival„. Das Schaffen der Salzburger ist freilich ganz weit weg von Easy-Listening, rein zuhören und den musikalischen Horizont zu erweitern schadet trotzdem nicht.

Purple Souls

Last but not least hätten wir da noch die vier Mann starke Pop/Alternative Band Purple Souls bestehend aus Stefan Weiss, Dominik Nießl, Jakob Wöran und Elias Müller. Die Purple Souls standen bereits auf allen möglichen Bühnen in Deutschland und in Österreich zusammen mit Größen wie Awolnation oder AC/DC. Die Songs von Purple Souls reichen von ruhig und nachdenklich über verträumt bis hin zu tanzbar.

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