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Wien, die Stadt der vielfältigen Künste und Jugendkulturen, spielt natürlich schon immer eine besondere Rolle in der österreichischen Musikszene.

Auf Wien treffen viele passende Adjektive. Die Bundeshauptstadt ist abwechslungsreich und eigen, ebenso schrill wie gediegen, romantisch und dennoch stürmisch. Die Musiklandschaft hat sich dem Charme der Donaumetropole angepasst und begonnen, ihn mitzuentwickeln. In den letzten Jahren sprießen unzählige junge KünstlerInnen aus den Asphaltfugen der Vorstädte. Einige vergehen wie Unkraut und wenige erheben sich wie Löwenzahn, um uns mit facettenreicher Musik zu schmeicheln. Wir stellen euch hier sechs wunderbare Sprösslinge vor.

Crystal Soda Cream

Angsterfüllt und melancholisch präsentieren sich Crystal Soda Cream. Post-Punk kann sich auch nach so vielen Jahren der Abstinenz noch gut anhören. Joy Division kommen einen sofort in den Sinn. Ruhige Bassspuren, gepaart mit disharmonischen Gitarren und Synthies, vermischen sich mit dem oft herzzerreißenden und gequält klingenden Gesang. Im Wiener Untergrund haben sie schon große Bekanntheit erlangt und sie zählen zu den eigenwilligsten Bands in unseren Gefilden. Und auch weil Underground meistens nicht mit Mainstream korreliert, sollte man ihnen Gehör schenken.

The Beth Edges

Wo fängt man bei ihnen an zu erzählen? Sie haben die damals noch junge Indie-Welle in Österreich mit angeführt und geprägt; waren Teil der Speerspitze mit anderen namhaften Bands der damaligen FM4-Fraktion. Das ist nun bald zehn Jahre her. Frech, süß und sehr direkt spielten sie sich wieder in die Herzen ihrer Fans, welche sie nie verlassen haben. The Beth Edges blieben ihrem Sound immer treu und ihr Erfolg gibt ihnen Recht. Sie waren als Vorband bei The Wombats und Razorlight gebucht, wurden für den Amadeus nominiert und untermalten mit ihrer Single „Pure Dynamite“ einen A1-Werbespot. Kürzlich gaben sie ein Konzert im Radiokulturhaus, das auch auf einer auf 200 Stück limitierten Vinyl erscheinen wird.

Aux Portes

Der jungen Psychedelic-Gruppierung gelang im letzten Jahr ein kometenhafter Aufstieg. Purer Psy, der einen in Trance versetzen kann trifft auf beschwingte Surf-Riffs. In etwa wie eine Mischung aus Pink Floyd und Link Wray, die so irre klingt, wie es die 60er an sich waren. Und obwohl das Hippie-Thema selbst in der heimischen Musiklandschaft schon ausgelutscht scheint, schaffen es Aux Portes, das Genre wieder interessant und frisch aufzubereiten. Im August 2016 veröffentlichten sie ihre erste EP und zogen durch Clubs und kleineren Spielstätten des Landes. Der erste große Wurf wird jedoch noch erwartet.

We Walk Walls

Sie sind die Blaupause eines alternativen Shooting Stars. Gegründet 2012 und bereits ein Jahr darauf den Durchbruch mit dem ersten Album „Ceremonies“. In einem Song stecken Ideen für vier. Eleganz und Schlichtheit bilden den roten Faden der relativ kurzen Bandgeschichte. Nummern die ins Ohr gehen, zu denen man mittanzen will, und beeindruckende Videos bestimmen ihr künstlerisches Schaffen. Ihr Sound ist so international wie ihre Hörer. Mit dem zweiten Album „Opportunity“, welches 2015 erschien, konnte der Erfolgslauf fortgesetzt werden.

Fijuka

BEHAVE (From Now On)“ lautete der Name der Debüt-EP. Der Name erinnert stark an Austin Powers, wie auch die verschiedenen Outfits von Fijuka. Angelehnt an die Swinging Sixties tanzt und trällert sich das sympathische Duo seit 2013 durch Wien. Zwei Jahre später veröffentlichten sie mit „Use My Soap“ ihr erstes Album und konnten nahtlos an ihren Triumph anschließen. Experimenteller Pop in seiner pursten Form und eigenwillige, kunstvoll gestaltete Videos machen sie zu einer Paarung, die in Zukunft noch viel Aufmerksamkeit finden wird.

The Boys You Know

Nach Formationswechseln und einer leichten musikalischen Umorientierung gingen sie letztes Jahr einen gänzlich neuen Weg. Ihr drittes Album wurde in „Do-It-Yourself“-Manier aufgenommen und war ihr bis jetzt größter Erfolg – ihr persönliches „OK Computer“ sozusagen. Sie waren damit als Vorband von Dinosaur Jr. unterwegs und spielen zahllose Konzerte in Österreich und Deutschland. Sie zeigen perfekt, wie aussagekräftig und emotional Alternative und Grunge noch sein können.

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