Das Trio Johann Sebastian Bass will mit einer Mischung aus live gespieltem Electro-Pop und barockem Prunk zum Songcontest. Wir baten zum Wordrap.

Die drei Musiker stachen schon bei der ersten Folge von „Wer singt für Österreich?“ am 20. Februar nicht nur optisch hervor. Die Kombination von gepuderten Perücken und reichlich Schminke mit Dance-Pop-Synthie-Funk brachte reichlich Lob von der Jury und den Aufstieg in die nächste Runde. Der präsentierte Song „Heart of Stone“ wartete dabei mit einer eingängigen Melodie, jeder Menge Synthie-Sounds und dem Einsatz einer Talkbox auf und hob sich damit wohltuend von der Konkurrenz ab.

Zwischen Kayne West und den Beatles

Am 27. Februar stand dann bei der nächsten Runde von „Wer singt für Österreich?“ neue Aufgaben für das Trio an, das laut Eigendefinition aus Zeitreisenden aus dem Jahr 1757 besteht. Jede der verbleibenden sechs Formationen präsentierte einen Cover-Song sowie ein Stück, das überraschen sollte. Johann Sebastian Bass wurde dabei von Austro-Rapper Nazar gecoacht und brachte Kayne Wests „Stronger“, das Teile aus Daft Punks „Harder, Better, Faster, Stronger“ nimmt und somit gut geeignet für das Electropop-Gespann war. Als Überraschungssong wurde die Eigenkomposition „Marmelade Skies“ präsentiert und von tanzenden Imkerinnen in auffälligen bis verstörenden Kostümen untermalt. Der Titel spielt dabei auf eine Textzeile aus dem Beatles-Hit „Lucy in the Sky with Diamonds“ an.

Per Zeitmaschine zum ESC?

Noch ist das Rennen um die Teilnahme beim ESC zwischen den sechs Finalisten allerdings vollkommen offen, denn am vergangenen Freitag wurden pro Formation zwei mögliche ESC-Songs präsentiert, von denen die Coaches jeweils einen für das Finale am 13. März ausgewählt haben. Johann Sebastian Bass hat zwei Songs namens „Monsters“ und „Absolutio“ vorgestellt, die in Zusammenarbeit mit Wolfgang Schlögl entstanden sind. Auch als I-Wolf bekannt hat sich dieser unter anderem als Mitglied der Sofa Surfers und als Komponist von Film- und Theatermusik einen Namen gemacht. Die Coaches entschieden sich für die Komposition „Absolutio“, die unter anderem dank der Opern-Gesänge hervorstach. Nächsten Freitag wird sich im Finale zeigen ob die Unverwechselbarkeit von Sound und Optik das Trio bis zum Songcontest bringen kann. Johann Martinus Bass, Johann Domenicus Bass und Johann Davidus Bass wollen jedenfalls laut eigenen Angaben damit überzeugen, dass sie Humor mit ernsthafter musikalischer Leistung verknüpfen. Für Letzteres wird wohl auch ihre Ausbildung in klassischer Musik sorgen.

Die barocken Herrschaften im Wordrap

Für einen etwas persönlicheren Einblick in ihr Schaffen baten wir Johann Sebastian Bass zum Wordrap:

ungeschminkt: Es wäre respektlos dem Publikum gegenüber ungeschminkt die Bühne zu betreten.

Zeitreise: Start und Landung waren etwas ruppig, aber schwebt man erst mal im Raum-Zeit-Kontinuum gibt es nichts Schöneres.

Bass: …what else!?

Nazar: Guter Typ! Kann reinhackeln, hat eine Meinung und sagt die auch. Das mögen wir.

Beatles: Großartige Komponisten und Musiker! Desto älter sie waren desto besser die Alben! (Soloalben ausgeschlossen) Wäre schön gewesen 50 Jahre früher mit der Zeitmaschine zu landen, um die kennenzulernen.

Konkurrenz: Gibt es, wenn man ein IT-Unternehmen führt, aber nicht in der Musik.

Kritik: Kann oft sehr amüsant sein aber im besten Fall konstruktiv.

Conchita Wurst: Es beruhigt, dass auch andere Künstler mit solch einem Nachnamen Erfolg haben können. Super Österreich-Export!

Abseits des ESC

Und was gibt abseits des großen Songcontest-Tamtams noch so über die Perückenträger zu sagen? Das Trio arbeitet bereits seit 2011 zusammen und hat 2012 die Single „Computer lovin‘“ veröffentlicht. Im Oktober des letzten Jahres erblickte dann der erste Longplayer unter dem Titel „Sugar Suite“ das Licht der Welt und wurde beim Festival Waves Vienna präsentiert. Darauf sind auch die bereits erwähnten Titel „Heart of Stone“ und „Marmelade Skies“ zu finden. Für alle, die den barocken Charme gerne einmal live erleben möchten, wird es auch im April mehrmals die Möglichkeit dazu geben, etwa im Rahmen des Electric Spring am 17. 04. 2015 im Museumsquartier in Wien. Egal ob beim Songcontest oder nicht, von Johann Sebastian Bass wird man also hoffentlich noch viel hören!

Fotocredits: Klaus Pichler

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