Das diesjährige FM4 Frequency Festival konnte 200.000 Besucher verbuchen. Doch wo soll dieses Wachstum hinführen?

Nachdem 2013 von 135.000 BesucherInnen die Rede war, konnte sich Veranstalter Harry Jenner heuer bei 200.000 FestivalgängerInnen bedanken. Das Frequency Festival ist also hinsichtlich der Besucherzahlen deutlich gewachsen. Was allerdings nicht wächst: das Festivalgelände, die wechselseitige Rücksichtnahme der FestivalbesucherInnen aufeinander sowie ihre Fähigkeit zur Müllentsorgung. Letzteres sorgte erst kürzlich für Kritik von Volksanwalt Peter Fichtenbauer, der das Festival als „Umweltsaustall“ betitelte.

Probleme bei der Bandausgabe

Ist das Frequency on the Way to Madness?

Ist das Frequency on the Way to Madness?

Was hingegen schon gewachsen ist: die Warteschlangen bei der Bandausgabe am Mittwoch und der Unmut der Wartenden darüber. So stand man in der Schlange, teilweise sogar bei starkem Regen, während eigentlich schon das Zelt aufgebaut hätte werden sollen, um noch rechtzeitig zu den Acts bei der Space Stage einzutrudeln.

Während Biffy Clyro sich alle Mühe gaben, dem Schlechtwetter zu trotzen und so sehr vor Schweiß trieften wie ihre Zuschauer vor Regen, hatten es leider noch nicht sehr viele BesucherInnen zur Bühne geschafft. Warum es heuer zu derartigen Wartezeiten kam, kann sich Harry Jenner zwar nicht erklären, er gelobt jedoch Besserung:

„Wir werden uns genau anschauen, was los war, weil, wie gesagt, es ist eigentlich wie immer, aber wir werden es nächstes Jahr besser machen.“

Ein möglicher Grund für die Schwierigkeiten könnten wohl die zahlreichen Tagesgäste gewesen sein, die speziell für Macklemore & Ryan Lewis angereist waren. Außerdem starteten die Acts heuer bekanntlich bereits am Mittwoch ab 15:00, gleichzeitig war das jedoch der offizielle Anreisetag. Wer seine Zelte schon am Dienstag aufschlagen wollte, konnte dies nur gegen einen Aufpreis tun.

Von allem ein bisschen: Das Line-Up

Das Frequency-Line-Up bot auch dieses Jahr im Daypark wieder so einiges, das sich freilich nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen lässt: Macklemore & Ryan Lewis, Queens Of The Stone Age, Lily Allen, Parov Stelar Band, Skrillex und dazwischen ein bisschen Snoop Dogg aka Snoop Lion um nur einige wenige Acts zu nennen.

Vielseitigkeit ist ja eigentlich etwas wirklich Schönes, doch so ganz scheint das Konzept dann doch nicht aufgegangen zu sein. Das zeigte sich etwa am Donnerstag bei den Headlinern Queens Of The Stone Age, die überraschend wenige ZuseherInnen anzogen und mit deren verhaltener Stimmung konfrontiert wurden.

Das macht dann doch sehr nachdenklich. Wenn die durchschnittlichen Frequency-BesucherInnen mit diesen Rock-Größen nichts anfangen können, was wollen sie denn dann? Etwa Snoop Lion, der sich und seine Collage von Snoop-Dogg-Hits ordentlich feiern lässt und mit „California Gurls“ von Katy Perry und Joan Jetts „I Love Rock`n`Roll“ zum Mitsingen einlädt? Ja, danach sieht es tatsächlich aus denn die Green Stage platzte beim Dogg bzw. Lion aus allen Nähten und die Meute sprang und schrie.

Die LOL-Stage – gar nicht lächerlich?

Eine interessante Neuerung gab es heuer mit der LOL-Stage, die von Maschek, Roland Düringer und Helge Schneider beehrt wurde. Da drängte sich wohl nicht Wenigen die Frage auf, ob ein Musik-Festival denn wirklich eine Kabarett-Bühne braucht. Von den FestivalgängerInnen wurde diese Abwechslung gut angenommen. Ob sie sich allerdings aus wirklichem Interesse in der geschlossenen Halle einfanden oder bloß vor Regen und Kälte fliehen wollten, kann nicht restlos geklärt werden.

Einigen ZuseherInnen gefiel es bei Helge Schneiders Auftritt aber offenbar so gut, dass sie nicht nur zusehen, sondern aktiv mitwirken wollten. Sie stürmten die Bühne, tanzten und griffen sich Schneiders Instrumente, woraufhin dieser seine Show abbrach.

Guinness, Haubenkoch & Dekoration

Ebenfalls neu waren die großzügige Dekoration der Space Stage und der vielseitige Gastro-Bereich. Ein bisschen mehr Ambiente und ein Irish Pub bzw. Burger vom Haubenkoch sind zwar nette Randerscheinungen, doch die dafür investierten 400.000 Euro regen zu Träumereien an. Welchen zusätzlichen Headliner hätte man damit wohl buchen können?

Denn am Ende stellt sich die Frage: Wen will das FM4 Frequency Festival denn in Zukunft anlocken? Immer mehr Besucher mit den unterschiedlichsten Musikgeschmäckern? Es wird sich in den nächsten Jahren wohl zeigen, ob die von-allem-ein-bisschen-Strategie bei den Bookings auf Dauer bestehen kann und welche Art von FestivalbesucherInnen sich gerne mit einem Hauben-Burger in der Hand dem tollen Ambiente und der Vielfalt hingeben will.

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