Wer Musik hört, verspürt Emotionen. Wohl kaum jemand kann Musik hören, ohne auch nur ein kleines bisschen emotional davon berührt zu werden. Beim Laufen treibt uns der Beat an, im Horrorfilm löst die dunkle Musik Spannung aus, im Club können wir nicht aufhören, im Rhythmus der Musik zu tanzen. Doch wieso berührt Musik unsere Emotionen so? Das Gebiet der Auswirkungen von Musik auf unsere Gefühle wird bereits tiefgehend erforscht. Ärzte, Psychologen und Pädagogen nutzen inzwischen vermehrt die Kraft der Musik, um Menschen zu helfen, während Filme und Spiele Musik gekonnt einsetzen, um eine einzigartige Atmosphäre zu schaffen.

Was macht Musik mit uns?

Beim Musikhören können wir die volle Palette der Emotionen erfahren: Von freudig und relaxt bis hin zu angespannt, traurig und sogar nostalgisch. In dem Zusammenhang konnten auch Studien bereits belegen, dass beim Musik hören Teile unseres Gehirns aktiviert werden, die mit Emotionen in Verbindung stehen. Bei einigen geht das sogar so weit, dass sich die Haare zu Berge stellen und einem ein Schauer über den Rücken läuft – in dem Fall hat uns die Musik besonders tief berührt, dass sogar körperliche Auswirkungen ausgelöst werden.

Musik in Spiel und Film

Zum einen suchen wir uns selbst unsere Musik entsprechend unserer aktuellen Stimmung aus, zum anderen wird die Wirkung von Musik in bspw. Filmen und Spielen gekonnt eingesetzt, um im Zuschauer bzw. Spieler die entsprechenden Emotionen auszulösen. Dunkle Töne im Thriller und schnelle Musik im Action-Streifen lassen unseren Adrenalinspiegel ansteigen, während liebliche, langsame Musik gefühlvolle Liebesszenen unterstreicht. Auch in Spielen kommt neben der Grafik dem Sound-Design eine besondere Bedeutung zu, die die Spielerfahrung erst zu dem macht, was sie ist. Heutzutage werden Spiele mit imposanter orchestraler Musik untermalt, die entsprechend der jeweiligen Szene die richtige Atmosphäre vermittelt. Doch auch die typischen Piep-Töne der beliebten Klassiker der 80er Jahre schaffen eine besondere Atmosphäre beim Spielen: Sie erinnern uns an die guten alten Zeiten der verpixelten Spiele von damals und lassen uns die Spiele voller Melancholie neu erleben.

Musik als Therapie

Nicht nur in der Freizeit, sondern auch in der Medizin und Pädagogik kommt die Kraft der Musik inzwischen zum Einsatz. Musik kann u.a. helfen, Schmerzen zu lindern und Barrieren der Psyche zu überwinden. Zudem können Erinnerungen durch Musik hervorgerufen werden. Wer als Kind immer ein bestimmtes Lied zum Einschlafen gehört hat, dem werden auch jetzt noch bei den Klängen die Augenlider schwer. Verbinden wir ein bestimmtes Lied mit einer Situation aus unserer Vergangenheit, fühlen wir uns bereits bei den ersten Tönen dessen wie an jene Zeit zurück verfrachtet. Neben dem Anhören von Musik ist natürlich auch das Komponieren und Spielen von Musik eine gewisse Art der Therapie. Musiker verarbeiten in ihren Songs nicht selten sämtliche Emotionen, ob freudige oder – was wohl noch öfter der Fall ist – traurige. Durch Musik kommen die Emotionen zum Ausdruck, es wird Raum geschaffen sie rauszulassen und sie zu verarbeiten. Sobald sie dann das Ohr des Zuhörers erreicht, kreiert sie hier wieder völlig andere, vollkommen individuelle Emotionen.

Wir können uns wohl alle einig sein, dass Musik eine unglaubliche Kraft auf uns und unsere Gefühle hat: Ob wir beim Komponieren und Musikmachen unseren Emotionen Ausdruck verleihen oder ob Musikhören sämtliche verschiedene Emotionen und Erinnerungen in uns wachruft. Zwar gibt es eine Vielzahl an Studien zu diesem Thema, so ganz kann unsere Verbindung mit der Musik aber nicht erklärt werden, fast so, als wäre es magisch.

Bildquelle:
Photo by Pxhere, CC0 Public Domain

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