Uli Sobotta mischt das Vertraute mit dem Exotischen, sei es alleine oder im Kollektiv.

Blues, Jazz, Native Sounds – Konzertbühne, Studio, Theaterbühne. Uli Sobotta, Virtuose am Euphonium und an der Gitarre, ist Künstler ohne Grenzen. Der Musiker der bereits am CAMP Festival spielte spricht mit uns über die Unendlichkeit der Musik, die Verbindung zwischen Kunst und Politik, und seine Zukunftspläne.

Das Interview

www.music-news.at: Was ist Musik für dich?

Uli Sobotta: Labsal für die Seele

www.music-news.at: Was war das erste Instrument, das du je in der Hand hattest? Und in welchem Alter?

Uli Sobotta: Mit zwei Jahren, die Mundharmonika meines Vaters. Meine Stimme habe ich natürlich auch schon vorher erhoben. In der Volksschule habe ich Blockflöte gespielt, und mit 12 Jahren bekam ich meine erste Gitarre.

www.music-news.at: Was ist das Besondere für dich am CAMP Festival?


Uli Sobotta: Zunächst die geballte Begegnung und Konfrontation mit visueller Kunst unter Berücksichtigung der besonderen Räumlichkeiten. Dann die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern aus Ländern, die nicht so „en vogue“ sind, wie Polen und Rumänien, und exotischen Ländern wie Japan.

www.music-news.at: Wie reagieren Menschen auf deine Arbeiten?

Uli Sobotta: So lange ich mich mit meiner Arbeit im konventionellen Umfeld bewege und man meine Musik kennt, ist die Reaktion durchaus positiv. Da es aber nicht leicht ist, z.B. Veranstalter von meiner Arbeit zu überzeugen, nehme ich an, dass meine Musik auf den ersten Blick eine gewisse sperrige Note hat, was ich eigentlich ganz gut finde. Angehend meiner frei improvisierten Musik, sind viele mir nahe stehenden Menschen, guten Willens und hochgradig inspiriert, aber nach einem Konzert schon genug bedient. Weiterhin kommen tun dann die wenigen Enthusiasten!

www.music-news.at: Gibt es Grenzen bei deiner Kunstform?

Uli Sobotta: Ich gehe davon aus, dass Musik unendlich ist, insofern gibt es für mich keine Grenzen. Nach Goethe hat der Ton einen geistigen Charakter, und da sich mein Geist hoffentlich immer weiter entwickelt, nehme ich an, dass auch der Ton sich weiter entwickeln wird.

www.music-news.at: Wie wichtig ist dir die Meinung der Öffentlichkeit?

Uli Sobotta: Da ich öffentlich auftrete, kann mir die Meinung der Öffentlichkeit nicht egal sein, ich versuche aber, fundierte Meinungen zu meiner Musik und meinem Auftreten als Anregung zu verstehen. Beim spontanen Improvisieren und Komponieren spielt sie mittlerweile keine Rolle mehr.

www.music-news.at: Wie politisch darf Kunst sein und warum?

Uli Sobotta: Politik soll ja helfen, ein Gemeinwesen zu erhalten, und da Kunst und Musik für das Gemeinwesen lebensnotwendig sind, sind sie auch politisch. In Zeiten des Vietnamkrieges groß geworden, war ein Großteil der Musik, die ich damals gehört habe, politisch motiviert, oder wurde zumindest mit einer eher linken, pazifistischen Haltung vorgetragen. Das hat mir sehr geholfen, mich von den Eltern und dem Umfeld abzugrenzen, eine eigene Sicht der Dinge zu erlangen. Ob ich die dann auch immer vertrete, steht auf einem anderen Blatt.

www.music-news.at: Was planst du derzeit für die Zukunft?


Uli Sobotta: Nach der letzten, vor zwei Jahren erschienen CD „Brennender Schnee“ meiner festen Band „Ciel d`Or“, stehen jetzt viele neue Stücke auf dem Programm, die möchten wir aufnehmen. Intensivieren und eingehend dokumentieren möchte ich auch die seit einigen Jahren bestehende Zusammenarbeit mit der Psychoanalytikerin Antje Niebuhr über musikalische Supervision mittels frei improvisierter Musik.

© Claudia Wittrock

© Claudia Wittrock

Über Uli Sobotta

Uli Sobotta studierte klassische Gitarre und ist seit 1984 als Euphonium (Baritonhorn)- und Althornspieler in verschiedenen Ensembles aktiv. Er spielt und komponiert Musik für Konzerte, Theater, Hörspiele, Performances und Lesungen. Auf zahlreichen Tourneen gastierte er u.a. in England, den USA, der Schweiz, Belgien und Russland.
In seinem Soloprogramm spielt Uli Sobotta Lieder und Instrumentalstücke für Euphonium und Gitarre. Seine Musik, beeinflusst durch die Zusammenarbeit mit Literaten, Tänzern, bildenden Künstlern und Musikern der unterschiedlichen Stilrichtungen, mischt das Exotische mit dem Vertrauten, vereinigt in erdigen Farben Klänge und Rhythmen aus Blues, Jazz und Folk und Native Sounds.

Photocredit: Rolf Schoellkopf/Claudia Wittrock

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