Wolfgang Nkole Helzle hat sich der visuellen Kunst verschrieben – er nennt sie selbst Social Media Art

Im Rahmen unserer INSIDE CAMP Reihe sind wir unter anderem auch auf den Visual Music Performance Künstler Wolf Helzle gestossen, der heute auch als Social Media Künstler bekannt ist und sich einen Namen gemacht hat. Seine Werke wirken hypnotisch und fesselnd gleichermassen. Wahre Kunst, die ihres Gleichen sucht. Unserer Redaktion beantwortete Wolf Nkole Helzle einige Fragen über sich, seine Kunst und das CAMP Festival.

Das Interview mit Wolf Nkole Helzle

www.music-news.at: Was ist Kunst für dich?
Wolf Nkole Helzle: Kunst ist für mich die Möglichkeit,
• meine Fragen zu stellen, ihnen nachzugehen;
• den uralten Fragen „wo kommen wir her, wo gehen wir hin“ zu folgen;
• aus diesen Tiefen des Ungenannten heraus zu operieren;
• immer wieder Bilder zu (er)finden, um in meiner sich immer weiter entwickelnden Handschrift von diesen Gefilden – man könnte auch sagen dem Unbewussten – zu berichten;

www.music-news.at: Wie war es für dich auf dem CAMP Festival? Was ist dir in Erinnerung geblieben?
Wolf Nkole Helzle: Das CAMP-Festival war für mich
• eine wunderbare Möglichkeit, zu erleben, wie schwierig es ist, zwei verschiedene Sprachen zu einer Aussage zusammenzuführen
• an genau dieser Schnittstelle viele Erfahrungen zu sammeln wie beispielsweise, dass Musiker es viel mehr gewohnt sind, mit anderen in einer Gruppe zusammenzuarbeiten, bildende Künstler arbeiten normalerweise alleine
• wie kann immer wieder eine Sprache gefunden werden, sich gegenseitig auszutauschen, das eigene Anliegen herauszufinden und zu vermitteln
• eine spielerische aber auch ernsthafte, vor allem bewertungsfreie Entwicklungszone

www.music-news.at: Welche Programme und Technologien kommen bei deiner Arbeit zum Einsatz?
Wolf Nkole Helzle: Bei visual music live performances kommen meinerseits folgende Techniken zum Einsatz
als Hardware:
• ein oder mehrere Computer
• weitere Zuspielgeräte wie beispielsweise DVD´s
• ein Videomischpult
• ein Monitor
• eine Videokamera
als Software:
• vorwiegend eigene Programme, welche speziell für diese Arbeit entwickelt wurden (beispielsweise eine Realtime Morphingsoftware)
• Videobearbeitungs- und Videoabspielprogramme

www.music-news.at: An welche Zielgruppe richtet sich deine Art von Medienkunst?
Wolf Nkole Helzle:
• Meine Art von Medienkunst – ich nenne sie seit einiger Zeit Social Media Art – richtet sich in der Regel an sehr große Zielgruppen, da ich der Meinung bin, dass jeder Mensch ein Recht und einen Anspruch auf Kunst hat.
• So sind viele meiner Arbeiten partizipativer Natur, siehe beispielsweise hier
• So gibt es inzwischen auch eigene Internetkunstplattformen, wie beispielsweise www.interactive-image.org, in welchen hunderte von Usern aus der ganzen Welt teilnehmen.
• Im Falle meiner Visual Music Live Performances sind es – leider – häufig kleinere Gruppen, die sich dafür interessieren. Ebenfalls können in meinem Fall häufig selbst aufwändige Produktionen nicht oft aufgeführt werden. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Zielgruppen sowohl im musikalischen als auch im künstlerischen Bereich liegen und für beides zusammen bisher wenig geeignete Plattformen existieren.

www.music-news.at: Was wünschst du dir in Zukunft für die Szene?
Wolf Nkole Helzle: Jede Alternative wird irgendwann erwachsen – also für die Allgemeinheit tauglich – oder sie wird durch neue Alternativen ersetzt. So wünsche ich mir für die Szene, dass sie aus der Szene herauskommt und mit großen Produktionen ein großes, allgemeines Publikum erreicht.

www.music-news.at: Worauf freust du dich bei der Präsentation deiner Arbeiten am meisten – beziehungsweise, worauf darf sich das Publikum freuen?
Wolf Nkole Helzle: Eine meiner zentralen Fragen ist die Beziehung zwischen Individuum und Kollektiv. Es ist immer wieder spannend, welche neuen Bilder und Formate sich aus dieser Fragestellung entwickeln, sowohl für mich, als auch für das Publikum.
Ebenfalls ist es für mich sehr interessant, wenn meine Arbeit in einen neuen Kontext gestellt wird, wie beispielweise auf einem anderen Kontinent oder in einer anderen Kultur.

www.music-news.at: Arbeitest du lieber alleine oder in Kollaboration mit anderen Künstlern?
Wolf Nkole Helzle:
• Am liebsten arbeite ich alleine oder – je nach Größe des Projekts – mit einem Team
• Mit anderen Künstlern arbeite ich ebenfalls sehr gerne – vor allem, wenn jeder Beteiligte seine bisherigen Gewohnheiten – wenigstens stückchenweise – aufgibt und man gemeinsam in neue Gefilde aufbricht.

Über den Medienkünstler Wolf Nkole Helzle

Wolf Nkole Helzle (geb. 1950) studierte Malerei an der Freien Kunstschule Stuttgart und an der Hochschule für bildende Künste Kassel bei Prof. Harry Kramer. Danach arbeitete er zwanzig Jahre in der Hard- und Softwareindustrie. Seit 1996 freischaffender Medienkünstler. 2000: Dozentur für Medienkunst Fachhochschule für Gestaltung, Schwäbisch Hall. 2006: Atelierstipendium Künstlerhaus Stuttgart, Lehrauftrag Videokunst, Hochschule der Medien, Stuttgart. 2012: Digital Content Fund der MFG. Mitglied im Deutschen Künstlerbund.

Helzle arbeitet mit Fotografie, Video, Installationen und Performances. Viele seiner Arbeiten sind partizipativer Natur; Zuschauer, Gäste, Passanten und Besucher werden Teil des künstlerischen Prozesses. Eines der zentralen Themen seiner künstlerischen Arbeit ist die Frage nach der Beziehung zwischen Individuum und Kollektiv. Dieser Frage geht er sowohl im nationalen als auch im internationalen Kontext nach, wie bei der Ogaki-Biennale in Japan und der Biennale media_city Seoul, Südkorea. Er war eingeladen vom National Visual Arts Council, Lusaka, Sambia, und vielen deutschen und europäischen Ausstellungsprojekten und Festivals.

Auszug seiner bisherigen Arbeiten

2014 Galerie Kunstblick, Balingen „walks“; Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg – Kloster Schussenried „ICH BIN WIR_I AM WE“; Museum Biedermann, Donaueschingen „Homo universalis“; Art Bodensee mit Museum Biedermann „Homo universalis“; Arts Academy, Turku, Finnland „Selfportrait.Extended“; Photographic Centre PERI, Turku, Finnland „Face of Turku“; Hashima Festival, Hashima, Japan; Galerie Kunsthaus Fischer, Stuttgart; Welcome Center, Stuttgart „Homo universalis“: Yangpyung Metropolitan Museum of South Korea 2013 Stuttgarter Filmwinter; TTR Reutlingen; Tepekule Convention Center, Izmir, Turkey; INTERIM Biennale, Münsingen; DMZ International Installation Art Exhibition, Korea; Galerie der Stadt Bietigheim-Bissingen 2012 Galerie der Stadt Eppingen; Art fehur, Seoul, Korea; a+gallery, Stuttgart; Galerie der Stadt Ostfildern; www.interactive image.org 2011 Festival des Migrations; Luxembourg, Sudhaus, Tübingen; Städte Marburg und Poitiers; BoschAreal, Stuttgart 2010 Galerie Oberlichtsaal, Sindelfingen; Kunstmuseum, Heidenheim 2009 CAMP Internationales Festival für Klang und Lichtkunst, Stuttgart; 7th International Film Festival Yerevan/Armenia; Museum für Kunst und Technologie, Schorndorf; UNESCO Welt Jugend Festival, Stuttgart 2008 Japan Media Arts Festival, Tokyo; media_city seoul Archive Exhibition, Seoul, Korea 2007 Casoria Contemporary Art Museum, Naples/Italy; MAC – Museo de Arte Contemporaneo, Santa Fe/Argentina; Staatsgalerie, Stuttgart 2006 Unesco Welt Jugend Festival, Stuttgart; Hochschule der Medien, Stuttgart; Künstlerhaus Stuttgart 2005 Zambia National Visual Arts Council, Lusaka, Zambia; Württembergischer Kunstverein, Stuttgart 2004 „KAO HAIKU“, Ogaki Biennale, Japan; Biennale „media_city seoul 2004“, Seoul, Südkorea 2001 foro artistico, Hannover 1998 European Media Art Festival, Osnabrück; Staatsmuseum, Poznan, Polen.

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