Ursula Scherer begeistert das Publikum nicht nur mit Kunst, die sich bewegt, sie verbindet die Moderne mit Fotografie, Bewegung, Video und Performance. Raum, Licht und Zeit werden eins.

Über Ursula Scherer

Die poetische Qualität von Scherrer’s Arbeit zieht den Betrachter in das Seiende hinein und lässt ihn in seine eigenen Geschichten sinken. Eine Landschaft verwandelt sich in ein abstraktes Portrait aus Formen, Farben und Licht.

Scherrer’s Weg begann mit Tanz und Choreographie und führte weiter zu Fotografie, Video, Text, mixed Media, Performance Art. Raum, Licht und Zeit verflechten sich untrennbar miteinander.

Ursula Scherrer wurde in der Schweiz geboren und kam 1988 nach New York, wo sie noch immer lebt und arbeitet.
Ihre Video Installationen und Performances werden an internationalen Festivals, in Museen und Gallerien gezeigt.
Scherrer arbeitet unter anderem mit den KomponistInnen / MusikerInnen Shelley Hirsch, Michelle Nagai, Brian Chase, John Duncan, Flo Kaufmann, Michael J. Schumacher, Kato Hideki und Valerio Tricoli sowie mit den Choreografinnen Liz Gerring, Sally Silvers, Susanne Braun, dem Lichtkünstler Kurt Laurenz Theinert und dem Language Poet Bruce Andrews.

Zusammen mit Katherine Liberovskaya organisiert sie die Reihe OptoSonic Tea, Abende, die sich mit der Konvergenz von live Visuals und live Sound auseinandersetzt.

Scherrer’s Arbeit wurde u. a. in den folgenden Festivals, Gallerien und Museen gezeigt: REDCAT, Los Angeles, Chelsea Art Museum, New York, Brooklyn Museum, the Clocktower, Seoul Square/Gana Art Gallery, Korea, Organhaus, Chongqing, China, LACE, Los Angeles, City Center, New York, Festival of Ideas for the New City, New Museum, New York, artMuse, Gdansk and Bocholt, ZKM, Karlsruhe, LAB, San Francisco, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart, Kunstraum Krems, O’artoteca, Mailand, Gasometer, Liechtenstein, Espai Ubu, Barcelona, Centre d’Art La Panera, Lleida, Spanien.

Das Interview

www.music-news.at: Wie kommst du zu den Videoclips, die du verwendest?

Ursula Scherer: Ich filme meine Videoclips selbst. Oft in der Natur oder Architektur, meist wenig spektakuläre Dinge, Gras, das sich im Wind bewegt, ein Glasfenster von innen, Reflektionen auf dem Wasser. Es geht mehr darum wie ich filme als was ich filme. Ist das Gefilmte still, bewege ich die Kamera, benutze ich die Kamera als Verlängerung meines Auges. Bewegt sich das Gefilmte, filme ich meist mit einer statischen Kamera.

www.music-news.at: Was ist die allgemeine Aussage deiner Arbeiten? Oder sind diese vom jeweiligen Projekt abhängig?

Ursula Scherer:Ich suche Wege meine inneren Landschaften in der äusseren Welt auszudrücken. In meiner Arbeit geht es weniger darum, was man sieht, als darum mit welchem Gefühl man zurückbleibt.
Flüchtigkeit, das, was man nicht einfangen kann, das, was schon in der Vergangenheit liegt bevor man es erkennt.
Der Zuschauer dringt in eine intime Welt hinein – was nimmt sie/er mit sich? Und auch das ist immer eine Interpretation von der Wirklichkeit, eine Interpretation des Moments.
Im Menschen wird eine Verwandlung initiiert, die zu einer Ausdehnung vom eigenen Sein ermutigt und somit auch eine ausgedehnte Wahrnehmung und Beziehung zur Welt verspricht.
Es gibt nicht viel zu sehen und doch so viel. Es bleibt Raum für die eigenen Assoziationen, Geschichten, Hintergründe und Gedanken. Die Einfachheit der Bilder verbindet und führt an einen Ort, tief im innersten Selbst.

www.music-news.at: Arbeitest du lieber alleine oder in Collaboration mit anderen Künstlern?

Ursula Scherer:In meinen Video-Arbeiten ist der Aspekt der live Performance, sowie die Zusammenarbeit und der Akt des Improvisierens ein sehr wichtiger Teil meiner Arbeit (vergleichbar mit dem Tanz und der Choreographie). Ich arbeite hauptsächlich mit experimentellen MusikerInnen/KomponistInnen zusammen (Shelley Hirsch, Brian Chase, John Duncan, Kato Hideki, Flo Kaufmen und anderen). Andere Kollaborationen sind mit ChoreographInnen (Liz Gerring, Sally Silvers, Susanne Braun), Licht- und VideokünstlerInnen (Kurt Laurenz Theinert, Katherine Liberovskaya) sowie dem Language Poet Bruce Andrews.
Das Arbeiten in der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern lassen einen in der Gegenwart verweilen. Man muss in sich selbst geerdet bleiben um sensibel zu bleiben – jeden Moment neu wahr zu nehmen. Man gibt und empfängt ununterbrochen, die Elemente ‚informieren‘ einander.
In meinen Kollaborationen hat jedes Element die gleiche Wichtigkeit, der Fokus geht von einem zum anderen und manchmal ist er bei beiden. Nur in diesem delikaten Spiel, kann sich ein Gespräch entfalten, wird eine Geschichte erzählt.

www.music-news.at: Was macht das CAMP Festival besonders?

Ursula Scherer:Im Camp Festival geht es um diese fragile Struktur der Zusammenarbeit – sei es beim Essen, in der Diskussion, oder beim experimentieren miteinander. Es bleibt bei der Frage, wann ist die Zeit des Zuhörens, wann die Zeit des sich Mitteilens, wann die Zeit der Stille, der Pause?
Ordnung im Chaos finden, eine chaotische Ordnung.

www.music-news.at: Gibt es etwas, was du Künstlern, die ganz am Anfang ihrer Karriere stehen, mitteilen möchtest?

Ursula Scherer:Risiken einzugehen, etwas neues auszuprobieren, sogenannte Fehler zu machen. Ich lernte am meisten von den Arbeiten, die nicht dem entsprachen, was ich wollte. Und immer wieder in sich selbst , hineinzusehen, hinein zuhören. Ich bin Autodidaktin, habe nie studiert, nur immer weiter ‚getan‘. Manchmal fehlt es mir, doch oft gibt mir vielleicht gerade das Freiheiten, die ich sonst nicht hätte. Ich kenne kein ‚das darf man nicht‘.

www.music-news.at: Was planst du derzeit für die Zukunft?

Ursula Scherer:Anfang Mai bin ich zum Performance Art Festival Infr’Action Venezia in Venedig eingeladen. Speziell im Rahmen von Performance Art bin ich interessiert am immer ‚weniger‘ machen. Kann ich mit nur meinem Körper und ohne oder kaum Bewegung etwas sagen? Ist es möglich das ‚Nichts‘ darzustellen und damit etwas auszusagen?

Bildquellen: Bettina Johae
A Dream Within A Dream
multi-channel Video und Klang Performance in Zusammenarbeit mit dem Musiker Kato Hideki 2009

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