Die zwei Worte Musik und Marihuana in einem Satz zu lesen vermag leicht Assoziationen zu Hippies, den 70ern, Reggae und Bob Marley zu Provozieren. Dies ist nicht unbedingt schlecht und auch nicht falsch, aber dahinter steckt eine viel allgemeinere, größere Wahrheit.

Musik und Cannabis gehören irgendwie zusammen.

Nein, das ist kein Versuch Menschen zum Kiffen zu überreden, doch diejenigen, die mit Cannabis begleiteten Musikerlebnissen Erfahrung haben, werden zustimmen, dass diese zwei Dinge in sehr besonderer Weise zusammenpassen.

Sowohl der Gebrauch von Cannabis als auch der von Musik beeinflusst unsere Stimmung, und dies auch manchmal in ähnlicher Weise. Wir können beides verwenden, um eine Stimmung zu begleiten, egal ob positiver oder negativer Natur. Gleichzeitig können wir mit beidem unsere Laune aufhellen, wenn wir schwermütig sind. Beides wird sogar psychotherapeutisch eingesetzt bei Depressionen, sowohl die Klangtherapie als auch medizinisches Marihuana.

Cannabis wirkt unter anderem auch in dem Teil des Gehirns, wo Audio Signale verarbeitet werden. In Tests berichten viele Personen von einem gesteigerten Musikempfinden und Musikverständnis, sogar von Wahrnehmung der Musik mit anderen Sinnesorganen als nur den Ohren.

Eine andere Ähnlichkeit finden wir in noch bei Musik und Hanf. Beides wird sehr häufig zum Abbau von Stress und psychischer Belastung gebraucht, also zum sogenannten „Abschalten“, denn beides verhilft zum zeitweisen Ausstieg aus dem problembehafteten Teil der Realität und zur Verstärkung des positiven, „erwünschten“ Teils.

Auch historisch ist die Verbindung zwischen Cannabis und Klang eine vielseitig belegte. Natürlich können hierzu Naturvölker und Rituale als Beispiele herhalten. Doch dies, so denke ich, ist weder sinnvoll noch notwendig, da für diese Beispiele die hör- und sichtbare Evidenz ausbleibt.

Sehr schöne Beispiel finden wir allerdings bei Jazz in den 20ern und bei Reggae und den meisten Musikstilen, die daraus hervorgegangen oder dadurch beeinflusst worden sind. Im den großen Jahren des Jazz war die Pflanze nicht wegzudenken aus der Szene in New Orleans oder Harlem.

Als in den 60ern sich Reggae entwickelte und zum international bekannten Musikgenre der Rastafari Kultur und Religion avancierte, rückte mit ihm auch der spirituelle und religiöse Gebrauch von Cannabis in den Blick der Öffentlichkeit.
In den 70ern schließlich, in der Zeit der großen geistigen Befreiung und Revolution, erschienen extrem viel Cannabis inspirierte Musik, von Pink Floyd bis Jimmy Hendrix.

Nachdem in den 80ern thematisch Marihuana in der populären Musik eher weniger präsent war, vielleicht weil Kokain die Künstler- und Promi-Szene eroberte, kam es in den 90ern auf fulminante Art und Weise zurück. Diesmal im Hip-Hop, ein Genre, welches durch seinen Wortreichtum viel Raum für Provokation lässt. Und provozieren konnten sie, bzw. die kiffende Jugend mobilisieren, Cypress Hill, Dr. Dre, natürlich Snoop Dogg und viele mehr.

Mit den endenden 90ern und nach dem Millenium verlor sich ein wenig die Übersichtlichkeit der Musikstile und in vielen, gerade elektronisch erzeugten, dominieren andere Drogen die Szene, doch nach wie vor sind Reggae, Hip-Hop, Dub und andere Musikrichtungen nach wie vor stark mit Cannabis verbunden, die einen Inhaltlich, andere nur durch den Schaffensprozess.

Auch aus diesen Gründen ist es kaum verwunderlich, dass es die Gesichter von Musikern sind, die sich für den förmlich aufkeimenden Weltmarkt für Cannabis und CBD interessieren. Denn das sie ihre Brötchen oft durch Kooperationen mit Firmen verdienen, ist kein Geheimnis. Umso schöner, wenn man tatsächlich von dem Produkt und der Idee dahinter stehen kann. Wer würde da nicht gern mit einem Hanf Unternehmen kooperieren?

Tatsache bleibt bis heute, dass viele Musik Schaffende und andere Kreative Cannabis konsumieren und sich zu der Verbindung zwischen Cannabis und ihrer Kreativität bekennen, wie die Zitate eines Beitrags von Sensi Seeds zu dem Thema es darstellen.

In einem wissenschaftlichen Beitrag zur Popularmusikforschung an der Universität Giessen beleuchtet Jörg Fachner in vielen Einzelheiten diese auf so vielen Ebenen stattfindende Verbindung zwischen Cannabis und Musik in ihren vielen Facetten.
Aber auch, wenn wir uns die Zeit nicht nehmen das alles zu lesen und zu verstehen, so können wir, insofern wir über etwas Erfahrung verfügen, dass die Wahrnehmung von Musik anders wird, wenn man unter dem Einfluss von Cannabis steht.
Man könnte sagen die Verbindung ginge tiefer, oder man verstehe sie besser oder dergleichen, aber so wirklich erklären, was anders ist, fällt dann doch schwer. Dafür fehlen unserer Sprache vermutlich die richtigen Worte, die das ausdrücken könnten.

Eine weitere faszinierende Tatsache ist es, dass die Musik und Cannabis Verknüpfung keine Einbahnstraße ist. Nicht nur die Musik profitiert von der Pflanze, sondern ebenso umgekehrt die Pflanze von der Musik. Wie bei anderen Gewächsen auch schon durch zahlreichen Studien belegt, kann die richtige Musik auch die Entwicklung einer Hanfpflanze positiv beeinflussen. Eine Tatsache, die sich auch Naturvölker seit jeher zunutze machen, indem sie Klangrituale abhalten um das Wachstum zu beschleunigen und damit bessere Ernten zu erhalten.

Aber wir sprechen nicht von einem Relikt aus der Steinzeit, auch heute existieren in der Pflanzenzucht noch Ansätze die Pflanzen durch Musik zu stimulieren.

Aus all diesen Überlegungen ergeben sich nun mehrere Schlussfolgerungen: Dem Menschen gefällt Kiffen mit Musik besser, und ihm gefällt Musik mit Kiffen besser und die Cannabis Pflanze wächst vielleicht mit Musik besser. Es braucht auch nicht mehr Worte um das Band zwischen Mensch Marihuana und Musik zu beschreiben, denn wer will, der fühlt es.

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