Metal und Rock Highlights unter der Lupe: Angenehme Größe, passende Lautstärke, gemütliche Leute und gute Getränke – alles Dinge, die bei der Auswahl einer Konzertlocation sowohl für Band als auch Publikum von großer Bedeutung sein können.

Wer hat sich bei einem Konzert nicht schon einmal über zu verwinkelte Gänge zu den Toiletten oder schlecht gemischten Sound beschwert? Es ist nicht einfach, den für sich persönlich passenden Veranstaltungsort zu finden, denn das Beurteilen einer Show nehmen all unsere Sinnesorgane ziemlich ernst. Wir wollen etwas Großartiges zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken und nicht zuletzt zu fühlen bekommen. Um euch die Wahl der nächsten Location etwas zu erleichtern, stellen wir euch hier drei Augenscheine genauer vor, die vor allem für ihre Metal und Rock Events berühmt sind.

((szene)) Wien

Ein ganz besonderes Ass im Ärmel, wenn es um die perfekte Mischung aus gemütlich und doch schweißtreibend schlagkräftig geht, hat unsere Bundeshauptstadt Wien. War sie zuerst ein Kino, so ist die ((szene)) Wien seit den 80ern zu einem der Top-Veranstaltungsorte Österreichs herangewachsenen. Das hat die Location nicht nur ihrer idealen Aufgliederung in Gastgarten, Bar und Konzerthalle zu verdanken, sondern vor allem der Szene Wien KulturbetriebsgesmbH mit Geschäftsführer Martin Sobotnik als Betreiber. „In der Szene ist jede Musikrichtung willkommen. Einen Schwerpunkt auf Rock gibt es im Live-Bereich immer. Das erklärt sich einfach durch die Musikgeschichte seit dem Entstehen der Beatles und der Rolling Stones”, beschreibt Martin Sobotnik den Erfolg der ((szene)) Wien im härteren und akustischen Musiksektor.

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((szene)) Wien – Hauffgasse 26, 1110 Wien – (c) Amanda Peniston-Bird

So gab es heuer neben diversen Metalformationen wie Sonata Arctica und Trivium auch Irish Folk von Fiddler’s Green oder Industrial von den Krupps auf der Bühne zu bewundern. Bei rund 250 Spieltagen im Jahr ist es kein Wunder, dass die ((szene)) Wien eine Vielzahl an internationalen Größen in ihre Räumlichkeiten lockt. Um vor allem auch ein Anlaufpunkt für lokale Newcomer zu sein, findet in den Sommermonaten von Donnerstag bis Samstag zusätzlich das sogenannte „Chill&Grill” bei freiem Eintritt und ausschließlich mit österreichischer Live-Musik im Gastgarten statt. Die Kapazität von ungefähr 200 bis 450 Besuchern wird bei dem einen oder anderen Konzert bis an ihre Grenzen ausgeschöpft.

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The Stranglers @ ((szene)) Wien – (c) Amanda Peniston-Bird

Nichtsdestotrotz ist man an der Bar stets schnell bedient und kann sich im Gastgarten abkühlen. Martin Sobotnik spielte selbst in den frühen Achtzigern mit seiner Rockband in der ((szene)) Wien und weiß die Kleinigkeiten, die die Location zum Erlebnis machen, zu schätzen: „Der mächtige Sound und das sensationelle Licht waren schon immer die Highlights des Venues. Das ist heute noch so. Bands spielen in der Szene einfach immer um einen Zacken besser, als in anderen Clubs.” Im Großen und Ganzen ist zu sagen, dass die ((szene)) Wien ein Highlight für alle ist, die etwas Persönliches und doch Kraftvolles suchen. „Der Sound passt, die Stimmung passt und das Bier ist uns noch nie ausgegangen. Und den schönsten Gastgarten in Simmering haben wir sowieso”, so die Schlussworte des Geschäftsführers.

Jugendkulturzentrum Explosiv Graz

Viel mehr als nur eine x-beliebige Konzertlocation ist das Jugend- und Kulturzentrum Explosiv in Graz. Seit 27 Jahren sorgt der Verein namens Jugend, Kultur und Freizeitzentrum Explosiv für ein abwechslungsreiches Programm. Neben zahlreichen Konzerten werden den Gästen Modenschauen, Lesungen, Kabarett-Abende oder sogar ein Selbstverteidigungskurs geboten. Dennoch ist das Explosiv größtenteils für seine Metal- und PunkVeranstaltungen bekannt. „Wir haben uns eigentlich nie für diese Richtung entschieden. Es gab schon immer sehr viele Metal und Punk Fans im Team. Wir haben eben in Graz eine sehr große Metal Szene”, erzählt Obfrau und Barchefin Ute Koller.

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Jugend- und Kulturzentrum Explosiv – Bahnhofgürtel 55a, 8020 Graz – (c) Flöck Günter

Großen Wert legt der Verein auch auf die Unterstützung der lokalen Szene. Dazu gibt es die sogenannte „Open Stage”, bei der sich Bands auf der Bühne ausprobieren und im Freundeskreis ihren Live-Auftritt verbessern können. Das Explosiv öffnet seine Türen aber nicht nur für Bands, sondern lädt von Dienstag bis Donnerstag im Rahmen des „Offenen Betriebs” zum Chillen im rund 160 Personen fassenden Café-Bereich ein. „Künftig werden wir wahrscheinlich auch Brettspielabende anbieten. Wir haben auch eine Leinwand, Konsolen, ein Musik-Bingo, Grillereien im Sommer, Burger- und Pizza-Workshops, ein Pup-Quiz und vieles mehr”, fasst Ute Koller das volle Programm ein wenig zusammen. Angefangen bei den Graffitis an den Außenwänden und den bemalten Toilettentüren, über den gemütlichen Außenbereich mit Gemüsegarten und Pizzaofen, bis hin zu der Bar und der Veranstaltungshalle mit einer Kapazität von rund 400 Personen – es ist für jeden etwas dabei. Kein Wunder, dass auch große Bands wie Blind Guardian, Die Apokalyptischen Reiter oder die Fun-Metaller J.B.O. den Weg ins Explosiv Graz finden.

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Explosiv Graz – (c) Flöck Günter

Das Team rund ums Explosiv beschreibt Ute Koller als einen „buntgemischten Haufen, der im positiven Sinne immer ein bisschen den Wahnsinn raushängen lässt. Die gute Laune und das Wohlfühlen aller stehen eben immer im Vordergrund.“ Sei es bei der Bestellung eines Steirer Ciders, beim Konzert selbst oder beim Verköstigen mit den hausgemachten Pizzabroten – die Besucher bekommen diese positive Atmosphäre immer zu spüren. Wer also große Bands bei gemütlicher Kulisse sehen oder die Musik aus dem eigenen Land und der unmittelbaren Umgebung durch Newcomer kennenlernen möchte, der ist im Explosiv sehr gut aufgehoben. „Es ist einfach schön zu sehen, dass es noch Leute gibt, die sich für einen Verein interessieren und Künstler und Musiker kennenlernen wollen, von denen sie noch nie etwas gehört haben. Es ist einfach eine wunderschöne Erfahrung!”

Rockhouse Salzburg

Gute Atmosphäre, Freundlichkeit, besondere Musik, eine Gastronomie mit Flair – einfach gesagt ist das Rockhouse Salzburg das Zentrum der rockigen und alternativen Salzburger Musikszene. War der Metal in den 90ern noch sehr stark vertreten, so dominieren in den alten Gemäuern des Rockhouse heute eher Rock, Indie, Alternative und sogar Hip-Hop. „Wir passen uns der Nachfrage an, wobei die Lust am Experiment bei uns stets groß geschrieben wird”, gibt Geschäftsführer und Gründer Wolfgang Descho einen ersten Einblick in die Vielseitigkeit der interessanten Konzert-Location. Nach einigen Hürden wurde das Rockhouse im Jahr 1993 ins Leben gerufen.

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Rockhouse Salzburg – Schallmooser Hauptstraße 46, 5020 Salzburg – (Rockhouse)

Die historische Bedeutung des Hauses als Eiskeller aus dem 17. Jahrhundert hat bis heute nicht ihre Wirkung verloren. So fasziniert vor allem die Rockhouse Bar, die auch außerhalb der Konzerttätigkeiten geöffnet ist, mit einem gewissen Flair. Neben der weiter zurückliegenden geschichtlichen Tragweite ist das Rockhouse auch in der aktuellen Zeitgeschichte kein unbekannter Ort. So waren zum Beispiel die Sportfreunde Stiller in ihren Anfängen als Vorband in den Räumlichkeiten zu bewundern und kehrten aus Freundschaft im Jahr 2013 wieder in den Saal mit einer Kapazität von rund 350 Besuchern zurück. Ähnliches erzählt Wolfgang Descho auch von den Beatsteaks und Queens of the Stone Age: „Bei uns sind oft Bands, die später nicht mehr leistbar sind, aber aus Sympathie zu uns zurückkommen.” Aber nicht nur Gastronomie und Konzerttätigkeit verpassen den historischen Räumlichkeiten einen neuen Anstrich. Neben zahlreichen Videodrehs, Fortbildungen, Diskussionen und Partys sind auch die Workshops ein Anlaufpunkt für junges und älteres Publikum. „Angefangen beim Ferienprogramm für Kinder bis hin zu Fachworkshops für zum Beispiel Mundharmonika oder Stimme sind bei uns Anfänger und Profis willkommen”, so Wolfgang Descho.

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The Makemakes @ Rockhouse Salzburg – (c) Ludwig Seidl

Auch die lokale Musikszene wird gefördert, indem rund sechs Proberäume für junge Bands bereitgestellt werden. Da die Räume jeweils für ein Jahr vergeben werden, haben auch immer wieder neue Bands eine Chance, einen Proberaum zu bekommen. „So haben wir es heuer geschafft, sogar 27 Bands unterzubringen”, freut sich der Geschäftsführer. Diese facettenreiche Location im Herzen Salzburgs ist also keineswegs zu unterschätzen. „Bei uns finden Besucher und Musiker immer ein offenes Ohr und haben die Möglichkeit, etwas zu machen. Dennoch ist es wichtig, dass keine Routine daraus wird. Wir sind eine stetige kreative Baustelle. Aber wir werden das Rad nicht neu erfinden. Musik bleibt Musik und Live Musik wird man nicht umbringen.”

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