The OverAlls haben sich in ihrem Tourbus aufgemacht, den Februar im winterlichen Osteuropa zu verbringen.

Ihre „Winter of Illsuion Tour“ nahm seinen Anfang in Wien und führt sie in 15 Tagen durch sechs Länder – Österreich, Rumänien, Ukraine, Russland, Litauen und Lettland. Auf ihrer Reise wird die Crossover Metal Band insgesamt 14 Shows spielen. Thomas Sieberer berichtet in Bild und Text „live“ von der Tour:

Sonntag, 5. Februar 2017

16 Paar Socken und 1 Overall – So ungefähr sieht der Inhalt meines Koffers für die Winter-of-Illusion Tour der The OverAlls aus. Gut gepackt geht es durch die Länder Rumänien, Ukraine, Russland, Lettland und Litauen, wo in verschiedensten Clubs aufgespielt wird. Der Tourstart am Freitag, den 3. Februar 2017, fand im Kramladen in Wien vor heimischem Publikum statt. Gut besucht und mit viel Elan wurde Krach gemacht, der den hiesigen Hipstern die Haare zu Berge stehen ließ. Effektlichter und Nebelmaschine unserer Bühnenshow heizten zusätzlich dem Publikum ordentlich ein. Nach der Show konnte leider nicht gefeiert werden, denn wir machten uns danach direkt nach Rumänien auf. Nachdem der Opel Vivaro, ein Kleinbus, mit Equipment und Koffer beladen wurde begaben wir uns auf eine, unter anderem nächtliche, zwölfstündige Fahrt. Es konnte ein wenig geschlafen werden, wenig Verkehr und günstiges Wetter sorgten für eine angenehme Fahrt. Auf dem Weg nach Targu Mures durchquerten wir Land und Ortschaften, die österreichischen sehr ähneln. Die Show im Dublin Irish Pub stellte uns vor Herausforderungen: Eine kleine Bühne, selbstgemachtes Sounddesign, unfreundliche Kellner wie man sie nur aus Wien kennt und ein Veranstalter mit dem Auftrag: „No Metal, please“ schränkten unsere Erwartungen ein, dem hiesigen Publikum eine entsprechende Unterhaltung liefern zu können. Doch unbekümmert versuchten wir das Beste aus der Show rauszuholen und wurden belohnt: Sogar Rumänen älteren Semesters brachten wir zum Tanzen.

(c) Thomas Sieberer

Mittwoch, 8. Februar 2017

Ein Aufenthalt in Bukarest am nächsten Tag, den 5. Februar 2017, wurde leider nur zu einem Zwischenstopp: Unsere Show wurde abgesagt, da aufgrund der Demonstration zur Verabschiedung eines Anti-Korruptionsgesetzes, an der so viele Menschen wie seit 30 Jahren nicht mehr teilnahmen, keine Zuschauer an dem Konzert zu erwarten waren. Wir nutzten die Zeit zur Regeneration, die wir nach der langen Fahrten sehr nötig hatten. Ein Stadtspaziergang gab uns einen Eindruck von der Stadt Bukarest, die sich sehr mitteleuropäisch zeigte. Doch es gab Erfreuliches: Unser Tour-Team wurde um unseren Tour-Manager Florian F. erweitert, den wir am Flughafen in Bukarest in Empfang nahmen.
Montags früh aufgestanden, sagten wir auf Wiedersehen zu Rumänien und machten uns auf Richtung Odessa in der Ukraine.

(c) Thomas Sieberer

Nach einsamen Dörfern und kargen Landschaften durchquerten wir Moldawien, um schließlich in die Ukraine einreisen zu dürfen. Unsere Eindrücke wurden stark geprägt durch lange Wartezeiten an den Grenzen und Straßen, die als solche schwer zu identifizieren waren. Erstes Misstrauen an den Grenzen wurde schnell getauscht in Freundlichkeit. Bestechung durch unter anderem Schokolade beschleunigte die Einreise. Endlich angekommen in der Ukraine, erwartete uns noch ein schwieriger Weg bis Odessa: Straßenkonditionen, die an Feldwege in Österreich erinnern, Schlaglöcher, in die man nicht hineinfallen will und Nebel, der die Sicht auf ein Minimum reduzierte, machten die Fahrt zu einem unvergesslichen Abenteuer.

(c) Thomas Sieberer

Die schwierige Anreise wurde aber belohnt: Am nächsten Tag, dem 7. Februar 2017, erkundeten wir ausgeschlafen die Stadt Odessa am Schwarzen Meer. Imposante Häuser, breite Straßen, weite Baum-Alleen und großzügige Parks gaben einen romantischen Eindruck der Stadt. Einen beeindruckenden Anblick bot uns das Schwarze Meer, das zugefroren direkt vor Odessa liegt. Die lustige Herausforderung dabei: Regen bei -2 C, der die ganze Stadt in eine einzige Eisfläche verwandelte. Der Weg zum Strand war dadurch ein Zwischending von extrem lustig und schmerzhaft aufgrund der Stürze. Dort angekommen durften wir erstmalig einen komplett gefrorenen Strand sehen. Abends ging es im More Music Club rund: Unterstützt von einer Nu Metal und einer Thrash Metal Band wurde dem Publikum so richtig eingeheizt. Bereits bei der ersten Nummer „Sales Sale“ wurde in der ersten Reihe gesprungen, getanzt und voller Euphorie gejubelt. Unsere härteren Songs bewehrten sich sehr. Kaum ein Gast ging ohne The OverAlls T-Shirt nach Hause. Uns wurde Vodka ausgegeben und Gitarrist Lukas während eines Solos auf die Schultern genommen. Man feierte. Man feierte uns. Es war eines dieser Konzerte, die mehr als perfekt waren.

(c) Thomas Sieberer

[Text: Thomas Sieberer]

The OverAlls – Winter of Illusion

Hier findest du weitere Infos zur Osteuropa Tour der The OverAlls:

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